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Information for professionals for Flammazine:Alliance Pharmaceuticals GmbH, Düsseldorf, Zweigniederlassung Uster
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Silbersulfadiazin.
Hilfsstoffe: Cetylalkohol, Propylenglykol (E1520), Monostearin, Polysorbat 60 (E435), Polysorbat 80 (E433), dickflüssiges Paraffin, destilliertes Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisse bis cremefarbene, sterile, hydrophile (O/W) Creme.
1 g Creme enthält 10 mg Silbersulfadiazin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Infektionsprophylaxe und/oder Therapie von Haut- und Wundinfektionen, Decubitus, Ulcus cruris und Verbrennungen jeglichen Grades.
Für die Selbstmedikation (20 g Tube) gelten folgende Indikationen: kleinere Verbrennungen ersten Grades, kleinere Hautinfektionen, kleinere infizierte Wunden.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene
Flammazine® wird einmal täglich unter sterilen Bedingungen direkt in einer Schicht von 2–3 mm auf die Wunde aufgetragen und bei Bedarf mit einem sterilen, luftdurchlässigen Verband abgedeckt. Zuvor werden Cremereste und allfällig vorhandenes nekrotisches Gewebe entfernt.
Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung. Sie beträgt meist 10-14 Tage.
Bei Verwendung der Spitalpackung (500g) sollte Flammazine® wegen der Gefahr einer Keimübertragung jeweils nur für einen Patienten verwendet werden. Es empfiehlt sich, die Creme mit einem geeigneten Hilfsmittel (z.B. einem Spatel) zu entnehmen. Am Ende der Behandlung sollte die noch in der Spitalpackung verbleibende Creme nicht weiterverwendet werden.
Flammazine® verfärbt weder Kleidung noch Bettwäsche.
Spezielle Dosierungsempfehlungen
Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit von Flammazine® wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Bei Früh- und Neugeborenen bis zum 2. Lebensmonat ist Flammazine® kontraindiziert (siehe „Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen“).
Ältere Patienten: Spezifische Daten für Patienten ≥65 Jahre liegen nicht vor. Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist jedoch vermutlich nicht erforderlich.
Patienten mit eingeschränkter Leberoder Nierenfunktion: Spezifische Daten für Patienten mit Leberoder Niereninsuffizienz liegen nicht vor, und Flammazine® sollte bei diesen Patienten nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe „Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen“). Eine Dosisanpassung ist jedoch vermutlich aufgrund der topischen Anwendung nicht erforderlich.

Kontraindikationen

-Früh- und Neugeborene bis zum 2. Lebensmonat (siehe „Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen“).
-Drittes Schwangerschafts-Trimenon (siehe „Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen“).
-Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Silbersulfadiazine oder gegenüber einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden wird die Anwendung von Flammazine® nicht empfohlen. Wird Flammazine® trotzdem angewendet, ist eine regelmässige Kontrolle der Leukozytenzahl erforderlich.
Bei langandauernder oder großflächiger Anwendung ist eine systemische Resorption möglich.
Silbersulfadiazin kann in besonderen Fällen (z.B. im Rahmen einer Polymedikation bei schweren Verbrennungen) im Körper akkumulieren. In den folgenden Fällen sollte Flammazine® daher nur nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung und nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden:
schwere Niereninsuffizienz,
schwere Leberfunktionsstörungen oder akute Hepatitis,
nachgewiesener oder vermuteter Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel,
akute Porphyrie,
-Hämoglobin-Anomalien (z.B. Hb Köln oder Hb Zürich),
pathologische Blutbildveränderungen mit Leukopenie,
-Erythema multiforme in der Anamnese,
-Langsam-Acetylierer.
Insbesondere sollte bei (Verdacht auf) Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel aufgrund des Risikos einer Hämolyse eine sorgfältige Überwachung des Blutbildes erfolgen.
In klinischen Studien mit Silbersulfadiazin fand sich bei 0,4% der Patienten eine Leukopenie (v.a. Neutropenie), welche sich jedoch in den meisten Fällen trotz fortgesetzter Behandlung normalisierte. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Leukopenie und der Behandlung mit Flammazine® ist nicht sicher nachgewiesen. Beim Auftreten von Symptomen, welche auf eine Leukopenie hindeuten, ist eine Leukozytenzählung erforderlich.
Bei grossflächiger Anwendung, insbesondere bei schweren Verbrennungen, sollte auch der Urin auf eine Kristallurie überprüft werden.
Sulfonamide können einen Kernikterus verursachen. Flammazine® ist daher für Frühgeborene und Neugeborene bis zum 2. Lebensmonat sowie im dritten Trimenon der Schwangerschaft kontraindiziert.
Vorsicht ist auch geboten bei Vorliegen von Störungen der Schilddrüsenfunktion sowie bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonylharnstoffen oder Diuretika auf Sulfonamid-Basis.
Fälle lebensbedrohlicher Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN)) wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Flammazine® berichtet. Die Patienten sollten über mögliche Symptome dieser schweren unerwünschten Wirkungen informiert und engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Wenn Hinweise auf ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit Flammazine® unverzüglich beendet werden. Falls es unter Anwendung von Flammazine® zu einem SJS oder einer TEN gekommen ist, darf der Patient nie wieder mit Flammazine® behandelt werden.
Eine Graufärbung der Haut durch Einlagerung von Silber (Argyrose) kann insbesondere unter dem Einfluss von UV-Strahlung auftreten. Auf eine starke UV-Exposition (Sonnenbäder, Sonnenstudio) sollte daher verzichtet und die mit Flammazine® behandelten Körperpartien vor Sonnenlicht und anderer UV-Strahlung geschützt werden (z.B. durch Abdeckung mit entsprechender Kleidung).
Flammazine® enthält Cetylalkohol und Propylenglykol, welche lokale Hautreizungen und allergische Hautreaktionen (z.B. Kontaktdermatitis) verursachen können.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Sulfadiazin ist ein Inhibitor von CYP2C9; Interaktionen mit CYP2C9-Substraten sind daher möglich.
Da das Sulfonamid Sulfadiazin bei Anwendung von Flammazine® in gewissem Umfang resorbiert wird, sollten aus theoretischen Gründen auch die übrigen möglichen Sulfonamid-Interaktionen berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für eine Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung. Hierdurch kann es sowohl zu einer Wirkungsverstärkung von Sulfadiazin (z.B. durch Salicylate, Indometacin, Phenylbutazon) als auch zu einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen anderer Arzneimittel (z.B. Antikoagulantien, Methotrexat, Sulfonylharnstoffe, Thiopental) kommen.
Pharmakodynamische Interaktionen
Bei gleichzeitiger lokaler Anwendung proteolytischer Enzyme kann die Silberkomponente von Flammazine® die Wirkung der Enzyme reduzieren.
Sulfonamide wie Sulfadiazin hemmen die Vermehrung von Salmonellen, was bei Impfungen mit Typhus-Lebendimpfstoff eine verringerte Immunreaktion zur Folge haben kann. Zwischen der Anwendung von Flammazine® und einer oralen Typhusimpfung mit attenuiertem Lebendimpfstoff sollte daher ein Intervall von drei Tagen eingehalten werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien an schwangeren Frauen vor. Studien mit hohen Dosen am Tier haben Anzeichen für eine mögliche Reproduktionstoxizität ergeben (siehe „Präklinische Daten“). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Sulfonamide wie Sulfadiazin sind plazentagängig. Da sie das Risiko eines Kernikterus erhöhen, darf Flammazine® im dritten Schwangerschafts-Trimenon nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»). Während des ersten und zweiten Trimenons sollte das Arzneimittel nur angewendet werden, wenn der Nutzen die potentiellen Risiken überwiegt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Sulfadiazin in die Muttermilch übertritt, und es liegen diesbezüglich auch keine Tierstudien vor. Andere Sulfonamide treten in geringen Mengen in die Muttermilch über. Flammazine® sollte daher während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
Neugeborene mit Hyperbilirubinämie oder Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel sollten während der Anwendung von Flammazine® nicht gestillt werden (siehe „Warnhinweise/ Vorsichtsmassnahmen“).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Entsprechende Studien wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der Erfahrungen ist jedoch bei topischer Anwendung nicht mit einer Beeinträchtigung der Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen zu rechnen.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach MedDRA-Systemorganklassen geordnet aufgelistet, welche in klinischen Studien und während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Flammazine® beobachtet wurden.
Bei den Häufigkeitsangaben werden dabei folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Sehr selten: < 1/10.000
Nicht bekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
gelegentlich: Leukopenie
nicht bekannt: Methämoglobinämie
Erkrankungen des Immunsystems
nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
gelegentlich: Exanthem, Hautverfärbung
sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (siehe „Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen“)
nicht bekannt: Pruritus, Dermatitis, Ekzem
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
gelegentlich: Brennen an der Applikationsstelle, Schmerzen an der Applikationsstelle
Bei grossflächiger Anwendung, insbesondere bei schweren Verbrennungen oder bei starker Entzündung der Haut, kann das Auftreten der für die orale Anwendung von Sulfonamiden wie Sulfadiazin bekannten unerwünschten Wirkungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Hierzu gehören insbesondere Blutbildveränderungen (hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Thrombopenie, Agranulozytose), Hypoglykämie, Hepatitis, Leberzellnekrosen, urtikarielle Exantheme, Kristallurie und interstitielle Nephritis.
Sulfonamide können einen Kernikterus verursachen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Überdosierung

Bei langdauernder Behandlung mit hohen Dosen Silbersulfadiazin können erhöhte Silberserumspiegel auftreten. Nach Absetzen der Behandlung normalisieren sie sich wieder.
Mögliche Symptome einer Überdosierung können neurologischer, renaler, hepatischer, respiratorischer, gastrointestinaler und hämatologischer Art sein. Zudem kann eine blau-grauliche Verfärbung der Haut und der Augen (Argyrose) beobachtet werden.
Bei zwei Schwerstverbrannten, die mit außerordentlich hohen Dosen (bis zu 10 kg Flammazine® Creme pro Tag) behandelt wurden, wurde eine deutlich erhöhte Serumosmolalität beschrieben.
Im Falle einer Überdosierung sollte die Anwendung aller Substanzen, die Silber enthalten, abgebrochen werden. Gegebenenfalls sind Blutbild und Nierenfunktion zu überwachen.
Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Eine Behandlung erfolgt ggf. mit den üblichen supportiven Massnahmen. Sulfadiazin ist sowohl bei Hämoals auch bei Peritonealdialyse gut dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sulfonamide
ATC-Code: D06BA01
Silbersulfadiazin wirkt gegen Mikroorganismen wie z.B. gram-positive und gram-negative Bakterien (einschliesslich Pseudomonas aeruginosa, Enterobacter species, Klebsiella pneumoniae und Staphylococcus aureus) sowie auch gegen Hefepilze (Candida albicans). Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt.
Flammazine® verbindet die bakterizide Wirkung des Silbers mit der bakteriostatischen Wirkung des Sulfadiazins.
Der Elektrolythaushalt wird auch bei grossflächiger Anwendung nicht oder nur gering beeinflusst.

Pharmakokinetik

Absorption
Im Kontakt mit Wundexudat dissoziiert Silbersulfadiazin langsam zu Sulfadiazin und Silber. Sulfadiazin wird zu weniger als 10% resorbiert; die Maximalwerte an resorbiertem Silber liegen unter 1% des Silbergehaltes der Creme.
In Studien wurden Sulfadiazin-Plasmakonzentrationen von 10–20 µg/ml bestimmt; wenn grösserflächige Hautareale behandelt werden, können jedoch auch höhere Konzentrationen erreicht werden.
Distribution
Silber wird in verschiedene Gewebe wie Leber, Nieren und Gehirn verteilt.
Sulfadiazin liegt proteingebunden vor.
Sulfadiazin passiert, wie andere Sulfonamide, die Plazentaschranke.
Metabolismus
Sulfadiazin wird in der Leber acetyliert und unter Beteiligung des Isoenzyms CYP2C9 oxydiert.
Elimination
Sulfadiazin und Silber werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden.

Präklinische Daten

Allgemeine Toxizität
Toxikologische Untersuchungen an Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen ergaben keine systemischen Wirkungen nach dermaler und subkutaner Anwendung. Die Applikation von Silbersulfadiazin über längere Zeit kann Silberrückstände (Argyrosis) in den Organen hinterlassen.
Reproduktion
Teratologische Studien mit Silbersulfadiazin an Ratten und Kaninchen liessen keine Anzeichen eines teratogenen Wirkungspotentials erkennen.
In älteren Studien mit Sulfadiazin wurde bei Ratten und Kaninchen das Auftreten von Gaumenspalten beobachtet. Sulfadiazin passiert die Plazenta und kann im foetalen Blut nachgewiesen werden.
Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Keine bekannt.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.» bezeichneten Datum verwendet werden. Die Haltbarkeit nach Anbruch beträgt 2 Wochen unter Verbrauchsbedingungen. Flammazine® sollte auch vor Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwendet werden, wenn das Aussehen nicht mehr homogen ist oder Farbveränderungen (zu rosa, schwarz oder silber) auftreten.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.
Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.

Zulassungsnummer

38607 (Swissmedic).

Packungen

Flammazine® Creme 20 g (C)
Flammazine® Creme 50 g (B)
Flammazine® Creme 500 g (Spitalpackung) (B)

Zulassungsinhaberin

Alliance Pharmaceuticals GmbH, Düsseldorf, Zweigniederlassung Uster, 8610 Uster

Stand der Information

Juni 2018

2019 ©ywesee GmbH
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