Eigenschaften/WirkungenATC-Code: S01AA11
Wirkungsmechanismus
Gentamicin ist ein Antibiotikum der Gruppe der Aminoglycoside. Gentamicin wirkt bakterizid und penetriert in das Zellinnere empfindlicher Erreger, wo es an das basische Protein P10 der 30 S-Ribosomenuntereinheit bindet. Dadurch wird die Übertragung der genetischen Information der RNS so gestört, dass Aberrationen der Eiweissbiosynthese auftreten und Proteine entstehen, die für die Bakterienzelle nicht nutzbar sind und ihr Überleben unmöglich machen.
Gentamicin besitzt folgendes in vitro-Wirkungsspektrum:
Empfindliche Keime (MHK <4 µg/ml):Staphylococcus, Escherichia coli, Klebsiella, Enterobacter, Serratia, Proteus indol–, Proteus indol+, Salmonella, Shigella, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter, Neisseria gonorrhoeae.
Mässig empfindliche Keime (MHK: 4–16 µg/ml):Moraxella.
Resistente Keime (MHK >16 µg/ml):Meningococcus, Clostridien, Bacteroides, Streptococcus.
Die MHK-Werte wurden in Diffusions- und Reihenverdünnungstests ermittelt.
Die Plasmidresistenz gegen Gentamicin ist assoziiert mit Resistenzen gegen andere Antibiotika wie Penicilline, Chloramphenicol, Tetracycline und Sulfonamide. Die natürliche Resistenz beruht auf der Ineffizienz des aktiven Transports durch die Bakterienmembran, die erworbene Resistenz auf einer mangelnden Permeabilität der Zellmembran oder einer enzymatischen Inaktivierung des Gentamicins. Die Häufigkeitsrate der Gentamicin-Resistenz Gram-negativer Erreger liegt bei 12–13%.
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