Eigenschaften/WirkungenATC-Code: G04BD04
Wirkungsmechanismus
Oxybutynin ist aufgrund seiner Struktur den neuromuskulotropen Spasmolytika zuzuordnen. Neurotrope Spasmolytika (Parasympatholytika, m-Cholinrezeptorenblocker) verdrängen kompetitiv Acetylcholin von den Muskarinrezeptoren in den postganglionären parasympathischen Erfolgsorganen.
Oxybutynin besitzt eine direkte antispastische Wirkung und hemmt den muskarinischen Effekt des Acetylcholins auf die glatte Muskulatur.
Muskulotrope Wirkungen von Oxybutynin werden wie die Wirkungen von Papaverin auf eine Änderung der intrazellulären Calcium-Ionenkonzentration zurückgeführt. Die daraus resultierende Tonusabnahme betrifft alle glatten Muskeln, einschliesslich Gefässmuskulatur, Bronchial- und Darmmuskulatur sowie die Muskulatur der abführenden Gallen- und Harnwege. Besonders ausgeprägt ist die Wirkung der muskulotropen Spasmolytika, wenn primär eine Tonussteigerung (Spasmus) der glatten Muskulatur vorliegt, wie dies bei der hyperaktiven Blase der Fall ist.
Darüber hinaus nimmt die Speichel-, Bronchial-, Magen- und Pankreassekretion ab. In höherer Dosierung wird die Herzfrequenz beschleunigt. Am Auge kommt es durch Lähmung des Musculus sphincter pupillae zur Pupillenerweiterung und durch Lähmung des Musculus ciliaris zu Sehstörungen.
Klinische Wirksamkeit
Ditropan bessert die durch Hyperkontraktilität des Blasenmuskels bedingten Miktionsbeschwerden.
Die anticholinerge Wirkung des Ditropans auf den Detrusor entspricht einem Zehntel bis Zwanzigstel jener des Atropins, die antispastische Wirkung hingegen ist vier- bis zehnmal stärker.
|