InteraktionenPharmakokinetische Interaktionen
Interaktionen im Stoffwechselbereich
Tacrolimus wird im Wesentlichen durch das Isoenzym von Zytochrom P-450 3A4 (CYP3A4) in der Leber metabolisiert. Die gleichzeitige Verwendung von Arzneimitteln (oder Pflanzen), die als Hemmer oder Induktoren von CYP3A4 bekannt sind, kann den Metabolismus von Tacrolimus beeinflussen und demzufolge seine Blutspiegel erhöhen oder senken.
Auf der Basis der in vitro-Studien hemmen die folgenden Inhibitoren von CYP3A4 den Stoffwechsel von Tacrolimus: Bromocriptin, Cortison, Dapson, Ergotamin, Gestoden, Lidocaïn, Mephenytoin, Miconazol, Midazolam, Nilvadipin, Norethisteron, Chinidin, Tamoxifen, Triacetyloleandomycin und Verapamil.
In der klinischen Praxis bedürfen die nachstehend genannten Arzneimittel, die mit einem Sternchen versehen sind, bei fast allen Patienten einer Anpassung der Dosis. Die übrigen genannten Arzneimittel bedürfen nur in gewissen Einzelfällen einer Anpassung der Dosen.
Die folgenden Inhibitoren von CYP3A4 können einen Anstieg des Blutspiegels von Tacrolimus bewirken: Ketoconazol*, Fluconazol*, Itraconazol*, Clotrimazol, Voriconazol*, Erythromycin*, Clarithromycin, Josamycin, HIV-Proteasehemmer, Danazol, Ethinylestradiol, Omeprazol, Nefazodon, Calciumantagonisten wie Diltiazem, Nifedipin und Nicardipin.
Auch Grapefruitsaft kann die Tacrolimus-Blutspiegel durch Hemmung der Aktivität von CYP3A4 anheben.
Die nachfolgend genannten Induktoren von CYP3A4 können einen Abfall der Tacrolimus-Blutspiegel bewirken: Rifampicyn*, Phenobarbital, Phenytoin*, Johanniskraut-Präparate, Carbamazepin, Metamizol und Isoniazid.
Mit Methylprednisolon sind Fälle beschrieben worden, wo die Tacrolimus-Blutspiegel abfielen oder anstiegen.
Die gleichzeitige Verwendung von Tacrolimus mit Substanzen, deren Metabolismus CYP3A4-abhängig ist, kann deren Stoffwechsel beeinträchtigen (Cortison, Testosteron), denn Tacrolimus übt eine starke Hemmwirkung auf den CYP3A4-abhängigen Metabolismus aus.
Tacrolimus kann auch die Blutspiegel von Phenytoin* anheben.
Da Tacrolimus den Stoffwechsel der steroidalen Kontrazeptiva verändern kann, sind die empfängnisverhütenden Methoden mit der nötigen Vorsicht zu wählen.
Auf der Proteinbindung basierende Interaktionen
Durch seine starke Proteinbindung kann Tacrolimus in Wechselwirkung treten mit Substanzen, die für ihre Affinität zu Plasmaproteinen bekannt sind, wie die NSAR, die Antikoagulantien und die oralen Antidiabetika.
Pharmakodynamische Interaktionen (synergische Wirkungen)
Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die mit Tacrolimus in Kombination mit Wirkstoffen behandelt werden, die für ihre Nephrotoxizität oder Neurotoxizität bekannt sind, da diese Wirkungen zunehmen können. Das betrifft die Aminoglykoside, Vancomycin, Co-trimoxazol, die NSAR und die Gyrase-Hemmer, Ganciclovir und Aciclovir. Über eine erhöhte Nephrotoxizität wurde bei Verabreichung von Amphotericin B oder Ibuprofen in Kombination mit Tacrolimus berichtet.
Es wurde über eine erhöhte Halbwertszeit von Ciclosporin bei gleichzeitiger Verabreichung dieses Arzneimittels mit Tacrolimus berichtet. Zudem können synergische/additive nephrotoxische Wirkungen auftreten. Von einer kombinierten Verabreichung von Ciclosporin und Tacrolimus ist deshalb abzuraten; bei der Verabreichung von Tacrolimus an Patienten, die zuvor mit Ciclosporin behandelt wurden, ist besondere Vorsicht geboten.
Da Tacrolimus eine Hyperkaliämie hervorrufen oder einen vorbestehenden Zustand verschlimmern kann, ist die Einnahme hoher Dosen Kalium oder kaliumsparender Diuretika (Amilorid, Triamteren, Spironolacton etc.) zu vermeiden.
Weitere mögliche Interaktionen
Während der Behandlung mit Tacrolimus können Impfungen weniger wirksam sein; ausserdem sind abgeschwächte Lebendvakzine zu meiden.
Beim Tier beobachtete Interaktionen
Bei der Ratte verringert Tacrolimus die Clearance und erhöht die Halbwertszeit von Pentobarbital und Phenazon.
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