Dosierung/AnwendungErwachsene Patienten (18 bis zu 65 Jahre)
Trobalt darf nur in Kombination mit einer bestehenden antikonvulsiven Therapie angewendet werden. In den klinischen Studien nahmen >75% der Patienten vorgängig mindestens 2 Antiepileptika ein, mit denen sie nicht ausreichend therapiert waren (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
Trobalt muss dreimal täglich eingenommen werden. Es kann mit den Mahlzeiten oder ohne Nahrungsaufnahme eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik»). Die Tabletten sollen unzerkaut geschluckt und dürfen nicht zerkaut, zerdrückt oder geteilt werden.
Trobalt muss individuell je nach klinischer Wirksamkeit und unter Berücksichtigung der Sicherheit auftitriert werden, um das Nebenwirkungsrisiko zu senken.
Zu Behandlungsbeginn wird eine Dosis von 100 mg dreimal täglich (300 mg/Tag) empfohlen. Danach wird die tägliche Gesamtdosis in Abhängigkeit vom individuellen Ansprechen des Patienten und der Verträglichkeit jede Woche um maximal 150 mg erhöht.
Als Erhaltungsdosis werden 600 bis 900 mg/Tag empfohlen.
Die höchste Gesamtdosis in der Erhaltungsphase beträgt 1200 mg/Tag. Hierunter kann eine weitere Reduktion der Anfallshäufigkeit auftreten, jedoch auch eine Zunahme der unerwünschten Wirkungen. Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Dosen über 1200 mg/Tag wurden nicht nachgewiesen.
Zum Absetzen von Trobalt muss die Dosis allmählich verringert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Lässt ein Patient eine oder mehrere Dosen aus, wird die Einnahme einer Einzeldosis empfohlen, sobald sich der Patient daran erinnert.
Nach Einnahme einer ausgelassenen Dosis darf die nächste Dosis frühestens drei Stunden später eingenommen werden. Anschliessend ist die Einnahme wieder nach dem normalen Dosierschema fortzusetzen.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
Zur Sicherheit und Wirksamkeit von Retigabin bei Patienten über 65 Jahren liegt nur eine begrenzte Datenmenge vor. Daher sollte keine neue Therapie mit Trobalt in dieser Patientengruppe begonnen werden. Patienten dieser Altersgruppe, welche bereits zuvor mit Trobalt behandelt wurden und dies gut vertragen haben, können die Therapie fortführen, wobei Dosierungen über 900 mg/Tag in dieser Altersgruppe nicht empfohlen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Retigabin wurde für Patienten unter 18 Jahren bisher nicht nachgewiesen. Daher wird die Anwendung von Retigabin bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.
Nierenfunktionsstörung
Retigabin und dessen Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50 bis 80 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).
Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <50 ml/min) wird eine Verringerung der Anfangs- und Erhaltungsdosis von Trobalt um 50% empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»). Die anfängliche tägliche Gesamtdosis beträgt 150 mg. Es wird empfohlen, die tägliche Gesamtdosis während der Titrationsphase jede Woche um 50 mg und je nach Verträglichkeit bis zu einer maximalen Gesamtdosis von 600 mg/Tag zu erhöhen.
Hämodialyse-Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollten die drei täglichen Dosen am Tag der Dialyse wie gewohnt einnehmen. Ausserdem wird die Einnahme einer zusätzlichen Dosis unmittelbar nach der Hämodialyse empfohlen. Sollte es gegen Ende der Dialysebehandlung zu Durchbruchanfällen kommen, kann die Einnahme einer weiteren ergänzenden Dosis zu Beginn der nächsten Dialysebehandlung in Betracht gezogen werden (siehe auch «Kinetik spezieller Patientengruppen» – «Nierenfunktionsstörung»).
Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score 5 bis 6) ist keine Dosisverringerung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).
Für Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score ≥7) wird eine Reduktion der Anfangs- und Erhaltungsdosis von Trobalt um 50% empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»). Die anfängliche tägliche Gesamtdosis beträgt 150 mg. Es wird empfohlen, die tägliche Gesamtdosis während der Titrationsphase jede Woche um 50 mg und je nach Verträglichkeit bis zu einer maximalen Gesamtdosis von 600 mg/Tag zu erhöhen.
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