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Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Midostaurin wird zu einem grossen Teil durch die CYP3A4- Enzyme in der Leber abgebaut, die durch einige gleichzeitig angewendete Arzneimittel induziert oder gehemmt werden können. Basierend auf in vivo und in vitro Daten haben Midostaurin und/oder seine Metaboliten das Potential zur Hemmung und zur Induktion von CYP Enzymen. Daher ist Rydapt möglicherweise von Arzneimittelwechselwirkungen in vivo betroffen oder löst diese als Verursacher aus.
Die Tabellen 4, 5, 6 und 7 geben das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte ( "geometric mean ratio" (GMR)) der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme von Midostaurin mit verschiedener Begleitmedikation mit 90% Konfidenzintervallen (KI) an.
In vivo Daten
Einfluss von anderen Substanzen auf Rydapt
Arzneimittel oder Substanzen, von denen bekannt ist, dass sie die Aktivität von CYP3A4 möglicherweise beeinträchtigen, können sich auf die Plasmakonzentrationen von Midostaurin auswirken und daher auch auf die Sicherheit und/oder Wirksamkeit von Rydapt.
Tabelle 4: Interaktionen zwischen Midostaurin und anderen Arzneimitteln, die die Aktivität von CYP3A4 beeinflussen

Wirkstoff nach        Einfluss auf die      Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung
therapeutischem       Midostaurin-Konzentr  
Gebiet (Dosierungssc  ation GMR (90-%-Kl)(  
hema)                 Möglicher Interaktio  
                      nsmechanismus)        
Infektionskrankheite
n
Midostaurin (50 mg    Midostaurin Cmax:     Starke CYP3A4-Hemmer können die Midostaurin-Blutkonzentr
Einzeldosis [Tag      1.83 (1.63 - 2.05)    ation erhöhen. In einer Studie mit 36 gesunden
6]) Ketoconazol       AUC0-t: 6.10 (4.96    Probanden führte die gleichzeitige Anwendung des
(400 mg Tag 1 bis     - 7.51) AUCinf:       starken CYP3A4-Hemmers Ketoconazol mit einer
Tag 10)               10.42 (7.46 -         Einzeldosis Rydapt im Steady-State zu einer
                      14.56) (Hemmung von   signifikanten Erhöhung der Midostaurin-Exposition
                      CYP3A4)               (1,8-fache Erhöhung der Cmax und 10-fache Erhöhung der
                                            AUCinf). Eine Phase-2-Studie mit AML-Patienten zeigte,
                                            dass die gleichzeitige Anwendung des starken
                                            CYP3A4-Hemmers Itraconazol (N = 7) mit Midostaurin den
                                            Cmin-Wert im Steady-State um das 2,09-fache erhöhte. In
                                            der Induktionsphase der zulassungsrelevanten AML-Studie
                                            (A2301), in der 62 % der Patienten Midostaurin
                                            gleichzeitig mit starken CYP3A4-Hemmern erhielten,
                                            führte die gleichzeitige Anwendung von starken
                                            CYP3A4-Hemmern zu einer 1,44-fachen Erhöhung der
                                            Midostaurin-Exposition (Cmin). Basierend auf den Daten
                                            der Zulassungsstudie und unter Berücksichtigung der
                                            zeitabhängigen Pharmakokinetik von Midostaurin (siehe 
                                            "Eigenschaften/ Wirkungen" ) scheint die klinische
                                            Relevanz der Interaktion von starken CYP3A4-Hemmern auf
                                            die Midostaurin-Exposition begrenzt. Eine
                                            Dosisanpassung wird nicht empfohlen. Vorsicht ist
                                            jedoch geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von
                                            Midostaurin mit starken CYP3A4-Hemmern, wie z.B. unter
                                            anderem Antimykotika (z.B. Ketoconazol), bestimmten
                                            Virostatika (z.B. Ritonavir), Makrolid-Antibiotika
                                            (z.B. Clarithromycin) und Nefazodon. Ein Wechsel zu
                                            Arzneimitteln mit geringem CYP3A4-Hemmungspotenzial
                                            sollte erwogen werden. In Situationen, in denen es
                                            keine zufriedenstellenden therapeutischen Alternativen
                                            gibt, sollten die Patienten auf Midostaurin-bedingte
                                            Toxizität hin überwacht werden.
Midostaurin (Zyklus   Midostaurin Cmin*:
1 - 100 mg zweimal    2.09 Cmax*: 1.49
täglich an den        AUCtau*: 1.63
Tagen 1-2; 50 mg      (Hemmung von CYP3A4)
zweimal täglich an    
den Tagen 3-21; 50    
mg zweimal täglich    
an den Tagen 22-28)   
Itraconazol(100 mg    
zweimal täglich an    
den Tagen 22-28 von   
Zyklus 1)             
Midostaurin (50 mg    Midostaurin Cmax:     Starke CYP3A4-Induktoren können die
Einzeldosis [Tag      0.27 (0.23 - 0.31)    Midostaurin-Plasmakonzentrationen verringern. In einer
9]) Rifampicin (600   AUClast: 0.06 (0.05   Studie mit gesunden Probanden verringerte die
mg einmal täglich     - 0.07) AUCinf:       gleichzeitige Anwendung des starken CYP3A4-Induktors
während 14 Tagen)     0.06 (0.05 - 0.07)    Rifampicin (600 mg täglich) die Cmax von Midostaurin um
                      (Induktion von        73 % und die AUCinf um 96 % im Steady-State nach nur
                      CYP3A4)               einer einzigen Midostaurin-Dosis. Beide Metaboliten,
                                            CGP62221 und CGP52421, wiesen ein ähnliches Muster auf.
                                            Die gleichzeitige Anwendung von Rydapt mit starken
                                            CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Rifampicin,
                                            Johanniskraut) sollte vermieden werden.

 
Einfluss von Rydapt auf andere Substanzen
Tabelle 5: Interaktionen zwischen Midostaurin und Substraten von CYP-Enzymen

Wirkstoff nach        Einfluss auf die      Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung
therapeutischem       Konzentration von     
Gebiet (Dosierungssc  gleichzeitig angewen  
hema)                 deten Arzneimitteln   
                      GMR (90-%-Kl)(Möglic  
                      her Interaktionsmech  
                      anismus)              
Neurologie/Psychiatr
ie
Bupropion (75 mg      Bupropion: Cmax:      Bei gesunden Probanden verringerte die gleichzeitige
Einzeldosis) Midosta  0.45 (0.37 - 0.54)    Anwendung einer Einzeldosis Bupropion (CYP2B6-Substrat)
urin (50 mg zweimal   AUClast: 0.51 (0.48   mit mehreren Dosen Midostaurin (50 mg zweimal täglich)
täglich)              - 0.55) AUCinf:       im Steady-State die AUCinf und AUClast von Bupropion um
                      0.52 (0.48 - 0.56)    48 % bzw. 49 % und die Cmax um 55 % im Vergleich zur
                      (Leichte Induktion    Anwendung von Bupropion allein. Dies deutet darauf hin,
                      von CYP2B6)           dass Midostaurin ein leichter Induktor von CYP2B6 ist.
                                            Arzneimittel mit einer engen therapeutischen Breite,
                                            die CYP2B6-Substrate sind, sollten bei gleichzeitiger
                                            Anwendung mit Midostaurin mit Vorsicht angewendet
                                            werden und erfordern möglicherweise eine
                                            Dosisanpassung, um eine optimale Exposition zu erhalten.
Midazolam (4 mg       Midazolam Cmax:       Bei gesunden Probanden verringerte die gleichzeitige
Einzeldosis) Midosta  1.10 (0.95 - 1.28)    Anwendung einer Einzeldosis Midazolam (CYP3A-Substrat)
urin (50 mg zweimal   AUClast: 0.96 (0.86   mit mehreren Midostaurin-Dosen (50 mg zweimal täglich)
täglich)              - 1.08) AUCinf:       im Steady-State die AUCinf und AUClast von Midazolam um
                      0.97 (0.86 - 1.09)    3 % bzw. 4 % und erhöhte die Cmax um 10 % im Vergleich
                      (Kein relevanter      zur Anwendung von Midazolam allein. Midostaurin hat
                      Einfluss auf CYP3A4-  weder eine hemmende noch eine induzierende Wirkung auf
                      Substrate. Keine      CYP3A-Substrate.
                      klinisch relevante    
                      Interaktion)          
Atemwegserkrankungen
Dextromethorphan      Dextromethorphan      Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige
(60 mg Einzeldosis)   Cmax: 0.716 (0.589    Anwendung einer Einzeldosis Dextromethorphan
Midostaurin (100 mg   - 0.871) AUClast:     (CYP2D6-Substrat) mit einer Einzeldosis Midostaurin
Einzeldosis)          0.872 (0.711 -        (100 mg) im Vergleich zur alleinigen Anwendung von
                      1.07) AUCinf: 0.869   Dextromethorphan zu keiner Erhöhung der
                      (0.711 - 1.06)        Dextromethorphan-Exposition (13%ige Abnahme der AUC und
                      (Keine hemmende       28%ige Abnahme der Cmax). Midostaurin hat keine
                      Wirkung auf CYP2D6.   hemmende Wirkung auf CYP2D6, und es ist
                      Keine klinisch        unwahrscheinlich, dass klinisch relevante
                      relevante Interaktio  Arzneimittelinteraktionen zwischen Midostaurin und
                      n)                    CYP2D6-Substraten auftreten.
Stoffwechsel und
Endokrinologie
Pioglitazon (30 mg    Pioglitazon Cmax:     Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige
Einzeldosis) Midosta  0.90 (0.78 - 1.03)    Anwendung einer Einzeldosis Pioglitazon
urin (50 mg zweimal   AUClast: 0.94 (0.87   (CYP2C8-Substrat) mit mehreren Midostaurin-Dosen (50 mg
täglich)              - 1.00) AUCinf:       zweimal täglich) im Steady-State zu keiner klinisch
                      0.94 (0.88 - 1.01)    signifikanten Verringerung der Pioglitazon-Exposition
                      (Keine klinisch       (6%ige Verringerung der AUCinf bzw. AUClast und 10%ige
                      relevante Interaktio  Verringerung der Cmax) im Vergleich zur Anwendung von
                      n)                    Pioglitazon allein. Klinisch relevante
                                            Arzneimittelinteraktionen zwischen Midostaurin und
                                            CYP2C8-Substraten sind unwahrscheinlich.

 
Tabelle 6: Interaktionen zwischen Midostaurin und Substraten von Transportern

Wirkstoff nach        Einfluss auf die      Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung
therapeutischem       Konzentration von     
Gebiet (Dosierungssc  gleichzeitig angewen  
hema)                 deten Arzneimitteln   
                      GMR (90-%-Kl)(Möglic  
                      her Interaktionsmech  
                      anismus)              
Kardiologie
Rosuvastatin (10 mg   Rosuvastatin Cmax:    Bei gesunden Probanden erhöhte die gleichzeitige
Einzeldosis) Midosta  2.01 (1.73 - 2.32)    Anwendung einer Einzeldosis Rosuvastatin
urin (100 mg Einzeld  AUClast: 1.48 (1.33   (BCRP-Substrat) mit einer Einzeldosis Midostaurin (100
osis)                 - 1.64) AUCinf:       mg) die AUCinf und die AUClast von Rosuvastatin um 37 %
                      1.37 (1.18 - 1.59)    bzw. 48 %; die Cmax war etwa doppelt so hoch
                      (Leichte Hemmung      (2,01-fach) im Vergleich zur Anwendung von Rosuvastatin
                      von BCRP)             allein. Dies deutet darauf hin, dass Midostaurin eine
                                            leicht hemmende Wirkung auf BCRP-Substrate hat.
                                            Arzneimittel mit einer engen therapeutischen Breite,
                                            die Substrate des Transporters BCRP sind, sollten bei
                                            gleichzeitiger Anwendung mit Midostaurin mit Vorsicht
                                            angewendet werden und erfordern möglicherweise eine
                                            Dosisanpassung, um eine optimale Exposition zu
                                            erreichen.
Digoxin (0.25 mg      Digoxin Cmax: 1.20    Bei gesunden Probanden erhöhte die gleichzeitige
Einzeldosis) Midosta  (1.00 - 1.43)         Anwendung einer Einzeldosis Digoxin (P-gp-Substrat) mit
urin (100 mg Einzeld  AUClast: 1.21 (1.14   einer Einzeldosis Midostaurin (100 mg) die AUCinf und
osis)                 - 1.29) AUCinf:       AUClast von Digoxin um 23 % bzw. 21 % und die Cmax um
                      1.23 (1.16 - 1.31)    20 % im Vergleich zur Anwendung von Digoxin allein.
                      (Keine klinisch       Dies deutet darauf hin, dass Midostaurin eine geringe
                      relevante Interaktio  hemmende Wirkung auf P-gp-Substrate hat. Klinisch
                      n)                    relevante Arzneimittelinteraktionen zwischen
                                            Midostaurin und P-gp-Substraten sind unwahrscheinlich.

 
Tabelle 7: Interaktionen zwischen Midostaurin und oralen hormonellen Kontrazeptiva

Wirkstoff nach        Einfluss auf die Konzentrati  Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung
therapeutischem       on von gleichzeitig           
Gebiet (Dosierungssc  angewendeten Arzneimitteln    
hema)                 GMR (90-%-Kl)(Möglicher       
                      Interaktionsmechanismus)      
Frauengesundheit
Monophasisches        Ethinylestradiol Cmax: 1.26   Es gab keine klinisch signifikanten
orales Kontrazeptivu  (1.17 - 1.36) AUClast: 1.10   pharmakokinetischen Interaktionen zwischen
m: Ethinylestradiol   (1.01 - 1.21) AUCinf: 1.07    Mehrfachdosen von Midostaurin (50 mg zweimal
(30 µg) + Levonorges  (0.96 - 1.20) Levonorgestrel  täglich) im Steady-State und oralen
trel (150 µg)          Cmax: 1.19 (1.10 - 1.30)     Kontrazeptiva, die Ethinylestradiol und
Midostaurin (50 mg    AUClast: 1.42 (1.31 - 1.53)   Levonorgestrel enthalten, bei gesunden Frauen.
zweimal täglich)      AUCinf: 1.29 (1.19 - 1.41)    Es ist daher nicht zu erwarten, dass die
                      (Keine klinisch relevante     empfängnisverhütende Zuverlässigkeit dieser
                      Interaktion)                  Kombination durch die gleichzeitige Anwendung
                                                    von Midostaurin beeinträchtigt wird.

 
In vitro Daten
Basierend auf in vitro Daten haben Midostaurin und/oder seine beiden Metaboliten CGP62221 und CGP52421 das Potential zur Hemmung von CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4, CYP3A5, P-gp, OATP1B1, OATP1B3 und BCRP sowie zur Induktion von CYP1A1, CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2J2, CYP2C19, CYP3A4, CYP3A5, UGT1A1 und MRP2.
Basierend auf in vitro Daten kann Midostaurin den bile salt export pump (BSEP) Transporter inhibieren, was zu einer erhöhten Lebertoxizität führen kann.
Da der Nettoeffekt in vivo nicht bekannt ist, sollen, basierend auf den oben erwähnten in vitro Ergebnissen, Arzneimittel mit einer geringen therapeutischen Breite, die Substrate dieser Enzyme (CYP1A1, CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2E1 und CYP2J2) und/oder Transportersysteme (OATP1B1, OATP1B3, UGT1A1 und MRP2) sind, mit Vorsicht angewendet werden, wenn sie gleichzeitig mit Midostaurin verabreicht werden. Es kann sein, dass eine Dosisanpassung erforderlich ist, um die optimale Exposition zu erzielen (s. "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Interaktionen mit Nahrungsmitteln
Siehe Unterabschnitt Absorption in Sektion "Eigenschaften/Wirkungen" .

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