Eigenschaften/VerwendungszweckWas ist Monocomponent (MC) Insulin und wann werden die Insulin-Präparate von Novo Nordisk angewendet?
Die MC-Insuline sind tierische Insuline mit der chemischen Struktur von Rinder- bzw. Schweineinsulin. Sie erfüllen die Reinheitskriterien für Monocomponent-Insuline. Insulin wird bei allen Formen der Zuckerkrankheit, die eine Insulinbehandlung erfordern, auf Verschreibung des Arztes angewendet. Insulin hat eine blutzuckersenkende Wirkung.
Wirkungseintritt und -dauer sind abhängig von der applizierten Dosis, dem Injektionsort, der Blutversorgung, Temperatur und körperlichen Aktivität. Deshalb kann der Verlauf der Wirkung bei verschiedenen Diabetikern, resp. beim gleichen Diabetiker zu verschiedenen Zeitpunkten, erheblich variieren. Die folgenden durchschnittlichen Werte wurden ermittelt:
Actrapid® MC suis
Wirkungseintritt nach ½ Std., Wirkungsmaximum 1.-3. Std., Wirkungsdauer 8 Std.
Insulatard® MC suis
Wirkungseintritt nach 1½ Std., Wirkungsmaximum 4.-12. Std., Wirkungsdauer bis 24 Std.
Mixtard® 30 MC suis
Wirkungseintritt nach ½ Std., Wirkungsmaximum 2.-8. Std., Wirkungsdauer bis 24 Std.
Semilente® MC
Wirkungseintritt nach 1½ Std., Wirkungsmaximum 5.-10. Std., Wirkungsdauer 16 Std.
Lente® MC
Wirkungseintritt nach 2½ Std., Wirkungsmaximum 7.-15. Std., Wirkungsdauer 24 Std.
ErgänzungenWas sollte dazu beachtet werden?
Die gute Blutzuckereinstellung hängt nicht nur von der Insulinbehandlung, sondern entscheidend von der Einhaltung der Diät ab. Auch Ihre körperliche Aktivität beeinflusst den Blutzucker. Vermeiden Sie Übergewicht, das die Einstellung ebenfalls erschwert. Befolgen Sie deshalb die diesbezüglichen Anweisungen Ihres Arztes oder der Diätberatung.
Ihre Blutzuckereinstellung können Sie oder Ihr Arzt mit Hilfe von Testmethoden im Blut und/oder Urin bestimmen. Bei Blutzuckeranstieg über 12 mmol/l oder bei 5% Zucker im Urin oder mehr muss eine Acetonprobe im Urin durchgeführt werden (siehe unter «Unerwünschte Wirkungen», «Überhöhter Blutzucker»).
KontraindikationenWann darf Insulin nicht angewendet werden?
Bei Unterzuckerungserscheinungen (Hypoglykämien). Beachten Sie die Ratschläge zu Hypoglykämie (siehe unten).
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe.
VorsichtsmassnahmenWann ist bei der Anwendung von Insulin Vorsicht geboten?
Beim mit Insulin behandelten Zuckerkranken besteht grundsätzlich das Risiko der Unterzuckerung (Hypoglykämie), dies besonders bei unregelmässigen Injektionen, unregelmässiger Nahrungsaufnahme, bei stark schwankenden oder bei durchschnittlich tiefen Blutzuckerwerten oder zu Beginn der Behandlung. Dies kann Ihre Sicherheit z.B. beim Führen eines Autos oder bei der Bedienung von Maschinen beeinträchtigen. Alkoholkonsum erhöht die Gefährdung zusätzlich (indem er die Umwandlung von Stärke in Zucker in der Leber hemmt).
Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie früher schwere Hypoglykämien durchgemacht haben oder wenn Sie z.B. mit Mehrfachinjektionen nach dem Basis-Bolus-Prinzip besonders tiefe Blutzuckerwerte zu erreichen versuchen (Basis-Bolus-Prinzip: Injektion von kurzwirkendem Insulin vor den drei Hauptmahlzeiten, eine Injektion von Depotinsulin am Abend).
Abgeschwächte Warnsymptome der Unterzuckerung (Hypoglykämie)
In gewissen Situationen, so u.a. auch beim Wechsel auf ein anderes Präparat (z.B. bei Umstellung von tierischem auf humanes Insulin), können die Warnsymptome der Unterzuckerung (Hypoglykämie) abgeschwächt sein, so dass diese überraschend auftreten kann: siehe unter «Unerwünschte Wirkungen».
Um der Hypoglykämie vorbeugen zu können, sollten Sie immer Trauben- oder Würfelzucker o.ä. mit sich tragen und bei ersten Anzeichen einnehmen.
Sie sollten Ihren Diabetikerausweis immer mit sich tragen.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen oder äusserlich anwenden (nicht nur vom Arzt verschriebene Medikamente, sondern auch von Ihnen selbst in einer Apotheke oder Drogerie gekaufte). Dies ist wichtig, weil diese die Wirkung des Insulins beeinflussen können. Folgende Medikamente können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken: Alpha- und Betarezeptorenblocker, ACE-Hemmer, Salicylate, Reserpin, Alpha-Methyldopa, anabole Steroide, Clofibrat, Fenfluramine, MAO-Hemmer, Tetracycline, Cyclo-, Tro- und Iphosphamid. Folgende Medikamente können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin abschwächen: Diazoxid, Diphenylhydantoin, Heparin, Kontrazeptiva, Kortikoide, Lithiumsalze, Nikotinsäure und deren Salze, Phenolphthalein, Phenothiazin-Derivate, Diuretika (Saluretika), Schilddrüsenhormone, Sympathomimetika, trizyklische Antidepressiva, Chlorprothixen. Auch Alkohol kann eine Hypoglykämie gefährlich verstärken. Nehmen Sie andere Arzneimittel grundsätzlich nur nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Schwangerschaft/StillzeitDarf Insulin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?
Die Insulin-Präparate von Novo Nordisk sind für den Einsatz während der Schwangerschaft und Stillperiode geeignet. Bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft muss Ihr Blutzucker besonders sorgfältig, am besten mit der Blutzuckerbestimmung durch Sie selbst, kontrolliert werden. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sinkt der Insulinbedarf etwas, danach steigt er an; er vermindert sich wieder nach der Geburt.
Dosierung/AnwendungWie verwenden Sie die Insuline Novo Nordisk?
Die Dosierung und den Zeitpunkt der Injektion bestimmt der behandelnde Arzt aufgrund Ihrer individuellen Stoffwechsellage und Lebensweise.
Die vom Arzt verordnete Insulinmenge, der Abstand zwischen Injektion und Einnahme der Mahlzeit, die Verteilung der täglichen Nahrungsaufnahme (Diät) und körperliche Aktivität müssen gewissenhaft eingehalten werden.
Anwendungshinweise
Üblicherweise wird Insulin unter die Haut (subkutan), gelegentlich auch intramuskulär, injiziert. Sie spritzen Insulin am besten selbst subkutan nach einem Plan in Oberschenkel, Gesäss, Bauch oder Oberarm. Bei Injektion in die Bauchdecke wird das Insulin schneller absorbiert als bei Injektion in andere Körperstellen. Injektion in eine Hautfalte minimalisiert das Risiko einer intramuskulären Injektion. Wechseln Sie die Injektionsstellen, um die Bildung von Fettpolstern zu vermeiden, so dass eine Stelle nicht mehr als einmal pro Monat benutzt wird. Die Injektionsstelle nicht massieren.
Kontrollieren Sie vor jeder Injektion, ob Sie das richtige Insulin verwenden.
Raschwirkendes Insulin (Actrapid MC suis)
Vor der Anwendung muss geprüft werden, ob die Insulinlösung klar ist. Ist eine Trübung, Verfärbung oder sind Fremdkörper oder Substanzablagerungen an der Glaswand des Fläschchens zu beobachten, darf das Insulin nicht mehr verwendet werden.
Verzögerungsinsuline (Insulatard MC suis, Mixtard 30 MC suis, Semilente MC, Lente MC)
Unmittelbar vor der Anwendung ist die Suspension gut zu mischen. Um die Bildung von Schaum und Luftblasen zu vermeiden, mischt man das Insulin am besten durch Rollen der Ampulle zwischen den Handflächen.
Erscheint das Insulin in der Ampulle nicht gleichmässig trüb oder bleiben Klümpchen an der Glaswand der Ampulle bestehen, darf das Insulin nicht mehr verwendet werden.
Vor der Injektion werden Ampullenverschluss und Injektionsstelle mit Alkohol desinfiziert. Verwenden Sie keine quecksilberhaltigen Desinfektionsmittel.
Achten Sie darauf, dass keine Spuren von Alkohol oder sonstigen Desinfektionsmitteln mit der Insulinlösung in Berührung kommen. Diese könnten zur Wirkungsverminderung des Insulins führen.
Mischungen: Wenn Sie ein Verzögerungsinsulin mit dem raschwirkenden Insulin Actrapid MC suis in der Spritze mischen, so ziehen Sie zuerst das raschwirkende Insulin in die Spritze auf, um eine Verunreinigung der Ampulle mit dem längerwirkenden Insulin zu vermeiden.
Unerwünschte WirkungenWelche Nebenwirkungen können Insulinpräparate haben?
1. Die wichtigste plötzlich eintretende gesundheitsgefährdende unerwünschte Wirkung einer Insulinbehandlung ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). a) Folgende Anzeichen weisen auf eine Hypoglykämie hin: Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (sogenannte vegetative Warnsymptome, die durch die Gegenreaktion des Körpers auf die Unterzuckerung entstehen), Herzklopfen, Kopfschmerzen sowie Konzentrationsstörungen, auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen (Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit, Benommenheit) und Koordinations-, Seh- oder Sprachstörungen. Diese Zeichen entstehen, weil das Gehirn zuwenig Zucker erhält. Wird die Behandlung unterlassen, kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Dies kann zu einer vorübergehenden oder bleibenden Hirnschädigung oder zum Tod führen.
b) Abgeschwächte veränderte Warnzeichen der Hypoglykämie: Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, aber auch bei lange bestehender Zuckerkrankheit, bei Präparatewechsel u.a. können die Warnsymptome der Hypoglykämie abgeschwächt sein. Dies wurde von einigen Patienten auch nach Umstellung von tierischem auf humanes Insulin, aber auch sonst gelegentlich bei Präparatewechsel, beobachtet. Eine Hypoglykämie kann sich dann auch primär und überraschend durch Konzentrationsstörungen, auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen anzeigen, so dass Sie nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagieren. Achten Sie selbst auf diese veränderten Symptome und weisen Sie auch Ihre Umgebung darauf hin. Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und nach entsprechender Instruktion erfolgen. Auch Dosis und Zeitpunkt der Injektion sollen nur nach Absprache mit dem Arzt oder auf seine Anweisung geändert werden.
c) Behandlung der Hypoglykämie: Informieren Sie Ihre Freunde und Arbeitskollegen über Ihren Diabetes und wie Ihnen bei einer Unterzuckerung geholfen werden kann. Nehmen Sie bei ersten Anzeichen Trauben- oder Würfelzucker (mindestens 3-4 Stück) ein. Bei noch erhaltenem Bewusstsein kann Würfelzucker auch durch eine Fremdperson zwischen Wange und Zahnreihe gelegt werden.
Bei Bewusstlosigkeit kann ein Freund oder Bekannter Ihnen Glucagon (0,5-1 mg) intramuskulär oder subkutan injizieren. Ein Bewusstloser soll auf die Seite gedreht werden. Essen und Trinken sollen ihm nicht eingegeben werden, da Erstickungsgefahr besteht. Sollte eine Unterzuckerung nicht rasch behoben werden können, ist sofort der Arzt zu rufen. Bei Wiedererlangen des Bewusstseins sollen Sie sobald als möglich Zucker/kohlenhydratreiche Nahrung (Brot/Obst u.a.) einnehmen.
d) Ursachen der Hypoglykämie: Insbesondere das Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen, allenfalls Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung oder eine Insulinüberdosierung kommen in Frage. Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Blutzuckereinstellung zu überprüfen.
2. Überhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) kann bei Nichtbehandeln zum diabetischen Koma und zum Tod führen. Als Ursache kommen in Frage: Diätfehler, Auslassen oder Verringern von Insulininjektionen oder erhöhter Insulinbedarf wegen Krankheit oder Infektion.
Das diabetische Koma entwickelt sich langsam über Stunden bis zu 1 Tag. Nehmen Sie beim Auftreten von ersten Anzeichen (Durst, grosse Urinmengen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, trockene Haut, schnelle und tiefe Atmung sowie hohe Glukose- und Acetonwerte im Urin) sofort Kontakt mit Ihrem Arzt auf.
3. Weitere Nebenwirkungen: Allergische Reaktionen auf MC-Insuline sind dank deren Reinheit sehr selten. Gelegentlich kommt es zu einer Überempfindlichkeit auf die Hilfsstoffe (Protamin und Zink in den Verzögerungsinsulinen oder die Konservierungsmittel). Die Überempfindlichkeit kann sich als leichte Hautrötung äussern. Bei starken Rötungen, die mit Juckreiz und Quaddelbildung (weissliche Hautschwellungen wie bei Insektenstichen) einhergehen und sich schnell über die Injektionsstelle hinaus ausdehnen, verständigen Sie sofort den Arzt!
Bei Beginn der Behandlung kann es an der Injektionsstelle zu Wasseransammlungen im Gewebe und einer Änderung der Sehschärfe kommen. Diese Nebenwirkungen gehen im weiteren Behandlungsverlauf meist von selbst zurück.
Allgemeine HinweiseWas ist ferner zu beachten? Haltbarkeit
Die Insulinpräparate Novo Nordisk sind bei 2-8 °C im Kühlschrank zu lagern. Sie dürfen weder tiefgefroren noch grosser Hitze oder Sonnenlicht ausgesetzt werden und dürfen nur bis zu dem auf dem Behältnis mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden. Die im Gebrauch befindlichen Insulinpräparate Novo Nordisk können bei Umgebungstemperatur, jedoch vor direktem Wärme- bzw. Lichteinfluss geschützt, aufbewahrt werden.
Die Haltbarkeit ist abhängig von der Temperatur: angebrochene Ampullen sind bei 30 °C bis 4 Wochen, bei Raumtemperatur (25 °C) 6 Wochen und im Kühlschrank bis 3 Monate haltbar.
Für Kinderhand unerreichbar aufbewahren.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, der über ausführliche Fachinformationen verfügt.
ZusammensetzungActrapid MC suis (38003)
Monocomponent (MC) Insulin-Injektionslösung vom Schwein 100 I.E./ml, Hilfsstoffe: Glycerol, Konserv.: Metacresol 3 mg/ml.
Insulatard MC suis (39808)
MC Isophan-Protamin-Insulin-Injektionssuspension vom Schwein 100 I.E./ml, Hilfsstoffe: Zink, Glycerol, Natriumphosphat, Konserv.: Metacresol 1,5 mg/ml, Phenol 0,65 mg/ml.
Mixtard 30 MC suis (40232)
Gemischte MC Insulin-Injektionssuspension vom Schwein (30% gelöstes Insulin, 70% Isophan-Protamin-Insulin) 100 I.E./ml, Hilfsstoffe: Zink, Glycerol, Natriumphosphat, Konserv.: Metacresol 1,5 mg/ml, Phenol 0,65 mg/ml.
Semilente MC (37996)
Amorphe MC Insulin-Zink-Injektionssuspension vom Schwein 100 I.E./ml, Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Natriumacetat, Konserv.: Methylparaben (E 218) 1 mg/ml.
Lente MC (19205)
Gemischte MC Insulin-Zink-Injektionssuspension (30% in amorpher Form vom Schwein, 70% in kristalliner Form vom Rind) 100 I.E./ml, Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Natriumacetat, Konserv.: Methylparaben (E 218) 1 mg/ml.
Verkaufsart/PackungenIn Apotheken nur gegen ärztliches Rezept.
Actrapid MC suis, Insulatard MC suis, Mixtard 30 MC suis, Semilente MC, Lente MC
Einzelpackungen mit Stechampullen zu 10 ml (100 I.E./ml).
VertriebsfirmaNovo Nordisk Pharma AG, 8700 Küsnacht/ZH.
NOVO NORDISKHerstellerfirmaNovo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.
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