Dosierung/AnwendungEnhertu sollte von einem Arzt verordnet und unter der Aufsicht eines Arztes angewendet werden, der Erfahrung mit der Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebs hat. Zur Vermeidung von Medikationsfehlern ist es wichtig, die Etiketten der Durchstechflaschen zu überprüfen und sicherzustellen, dass das zubereitete und angewendete Arzneimittel Enhertu (Trastuzumab-Deruxtecan) ist und nicht Trastuzumab oder Trastuzumab-Emtansin.
Enhertu darf nicht durch Trastuzumab oder Trastuzumab-Emtansin ersetzt werden.
Auswahl der Patienten für HER2-niedrig- oder HER2-ultraniedrig-exprimierenden, metastasierten Brustkrebs
Patienten für eine Behandlung von inoperablem oder metastasiertem, HER2-niedrig-exprimierendem Brustkrebs sind auf Grundlage eines Tumorstatus von IHC 1+ oder IHC 2+/ISH-, oder von HER2-ultraniedrig-exprimierendem Brustkrebs auf der Grundlage eines Tumorstatus von IHC 0 mit Membranfärbung (IHC > 0< 1 +) auszuwählen, beurteilt durch einen validierten Test (siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Auswahl der Patienten mit anderen inoperablen oder metastasierten soliden Tumoren
Patienten für eine Behandlung von inoperablen oder metastasierten soliden Tumoren sind auf Grundlage eines HER2-positiven (IHC 3+) Tumorstatus auszuwählen, beurteilt durch einen validierten Test.
Auswahl der Patienten für Magenkrebs
Patienten, die mit Trastuzumab-Deruxtecan gegen ein Karzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs behandelt werden, müssen einen dokumentierten HER2positiven Tumorstatus aufweisen, definiert entweder immunhistochemisch (IHC) durch einen Wert von 3+ oder ein Verhältnis von ≥2 gemäss In-situ-Hybridisierung (ISH) oder durch Fluoreszenzin-situ-Hybridisierung (FISH), beurteilt durch einen validierten Test. Wenn immer möglich, ist eine neue Tumorprobe zu gewinnen, um den HER2-Status vor der Behandlung mit Enhertu erneut zu bestimmen.
Prämedikation
Enhertu ist hoch emetogen (siehe Rubrik "Unerwünschte Wirkungen" ) und kann unter anderem zu verzögerter Übelkeit und/oder Erbrechen führen. Vor jeder Gabe von Enhertu sollten die Patienten zur Prophylaxe oder Behandlung Antiemetika gemäss konsensusbasierter und/oder lokaler Richtlinien einnehmen.
Dosierung
Die Initialdosis soll als 90-minütige intravenöse Infusion gegeben werden. Wenn die vorausgegangene Infusion gut vertragen wurde, können die nachfolgenden Dosen von Enhertu als 30-minütige Infusionen gegeben werden.
Wenn der Patient infusionsbedingte Symptome zeigt, sollte die Infusionsgeschwindigkeit von Enhertu gesenkt oder die Infusion unterbrochen werden. Bei schweren Reaktionen auf die Infusion ist Enhertu dauerhaft abzusetzen.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Empfohlene Dosierung bei metastasiertem Brustkrebs und anderen inoperablen oder metastasierten soliden Tumoren
Die empfohlene Dosis Enhertu beträgt 5.4 mg/kg und wird als intravenöse Infusion einmal alle drei Wochen (21-tägiger Zyklus) bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität angewendet.
Empfohlene Dosierung bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkrebs
Die empfohlene Dosis Enhertu beträgt 6.4 mg/kg und wird als intravenöse Infusion einmal alle drei Wochen (21-tägiger Zyklus) bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität angewendet.
Dosisanpassungen
Das Management von Nebenwirkungen kann eine vorübergehende Behandlungsunterbrechung, eine Dosisreduktion oder den Abbruch der Behandlung mit Enhertu erfordern, wie es die in Tabelle 1 und 2 zusammengestellten Leitlinien zeigen.
Nach einer Dosisreduktion darf die Dosis von Enhertu nicht wieder erhöht werden.
Tabelle 1: Dosisreduktionsschema
Dosisreduktionsschema Brustkrebs und andere solide Tumoren Magenkrebs
Initialdosis 5.4 mg/kg 6.4 mg/kg
Erste Dosisreduktion 4.4 mg/kg 5.4 mg/kg
Zweite Dosisreduktion 3.2 mg/kg 4.4 mg/kg
Bedarf für eine weitere Dosisreduktion Behandlungsabbruch Behandlungsabbruch
Tabelle 2: Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Nebenwirkung Schweregrad Anpassung der Behandlung
Interstitielle Asymptomatische ILD/Pneumonitis Unterbrechung der Enhertu-Behandlung
Lungenerkrankung (Grad 1) bis zur Rückbildung zu Grad 0, dann:
(ILD)/Pneumonitis -Bei Rückbildung innerhalb von 28
Tagen oder weniger nach dem Datum des
erstmaligen Auftretens, Dosis
beibehalten. -Bei Rückbildung
innerhalb von mehr als 28 Tagen nach
dem Datum des erstmaligen Auftretens,
Dosis um eine Stufe reduzieren (siehe
Tabelle 1). -Sobald Verdacht auf eine
ILD/Pneumonitis besteht,
Kortikosteroid-Behandlung in Erwägung
ziehen (siehe Rubrik "Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen" ).
Symptomatische -Enhertu dauerhaft absetzen. -Bei
ILD/Pneumonitis Verdacht auf eine ILD/Pneumonitis
(Grad 2 oder höher) umgehend eine Kortikosteroid-Behandlu
ng einleiten (siehe Rubrik
"Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
" ).
Neutropenie Grad 3 (weniger als 1.0 - 0.5 × -Enhertu bis zum Abklingen auf Grad 2
109/l) oder niedriger unterbrechen, dann
Dosis beibehalten.
Grad 4 (weniger als -Enhertu bis zum Abklingen auf Grad
0.5 × 109/l) 2 oder niedriger unterbrechen.
-Dosis um eine Stufe reduzieren
(siehe Tabelle 1).
Febrile Neutropenie Absolute Neutrophilenzahl von -Enhertu bis zur Rückbildung
weniger als 1.0 × 109/l und unterbrechen. -Dosis um eine Stufe
Körpertemperatur über 38.3 ºC oder reduzieren (siehe Tabelle 1).
mehr als eine Stunde andauernde,
erhöhte Körpertemperatur von 38 ºC
oder höher
Linksventrikuläre LVEF über 45% und absolute Abnahme -Fortsetzung der Enhertu-Behandlung.
Ejektionsfraktion gegenüber dem Ausgangswert von 10%
(LVEF) erniedrigt bis 20%
LVEF 40% bis 45% Und die absolute Abnahme gegenüber -Fortsetzung der Enhertu-Behandlung.
dem Ausgangswert beträgt weniger als -Erneute Beurteilung der LVEF
10% innerhalb von 3 Wochen.
Und die absolute -Enhertu-Behandlung unterbrechen.
Abnahme gegenüber -Erneute Beurteilung der LVEF
dem Ausgangswert innerhalb von 3 Wochen. -Wenn sich
beträgt 10% bis 20% die LVEF-Abnahme nicht auf einen
Wert, der höchstens von 10% vom
Ausgangswert abweicht, erholt,
Enhertu dauerhaft absetzen. -Wenn
sich die LVEF-Abnahme auf einen
Wert, der höchstens 10% vom
Ausgangswert abweicht, erholt,
Enhertu-Behandlung mit der gleichen
Dosis fortsetzen.
LVEF weniger als -Enhertu-Behandlung unterbrechen.
40% oder die absolut -Erneute Beurteilung der LVEF
e Abnahme gegenüber innerhalb von 3 Wochen. -Bei
dem Ausgangswert Bestätigung einer LVEF von weniger
ist grösser als 20% als 40% oder einer absoluten Abnahme
gegenüber dem Ausgangswert von mehr
als 20%, Enhertu dauerhaft absetzen.
Symptomatische -Enhertu dauerhaft absetzen.
kongestive Herzinsuf
fizienz (CHF)
Toxizitätsgrade gemäss den Allgemeinen Terminologiekriterien von unerwünschten Ereignissen des National Cancer Institute Version 5.0 (NCI-CTCAE v.5.0).
Verspätet angewendete oder versäumte Dosen
Wenn eine vorgesehene Dosis verspätet angewendet oder versäumt wird, sollte sie sobald wie möglich gegeben werden, ohne den nächsten geplanten Behandlungszyklus abzuwarten. Der Behandlungsplan sollte entsprechend angepasst werden, um einen 3-Wochen-Abstand zwischen den Dosen aufrecht zu erhalten. Die Infusion sollte mit der Dosis und der Infusionsgeschwindigkeit durchgeführt werden, die der Patient bei der letzten Infusion gut vertragen hat.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei Patienten von 65 Jahren oder älter ist keine Dosisanpassung von Enhertu erforderlich. Für Patienten ≥75 Jahre liegen nur begrenzte Daten vor.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leicht eingeschränkter (Kreatinin-Clearance [ClCr] ≥60 und < 90 ml/min) oder mässig eingeschränkter Nierenfunktion (ClCr ≥30 und < 60 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ). Für Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion liegen limitierte Daten vor. Bei Patienten mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion wurde eine höhere Inzidenz von ILD/Pneumonitis festgestellt, was zu einem Anstieg von Therapieabbrüchen führte. Patienten mit mässig oder stark eingeschränkter Nierenfunktion sind sorgfältig zu überwachen (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin ≤ oberer Normwert [ULN, upper limit of normal] und ein beliebiger Aspartat-Transaminase [AST]-Wert > ULN oder Gesamtbilirubin > 1 bis 1.5 × ULN und beliebige AST-Werte) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nur begrenzte Daten vor, um eine Empfehlung bezüglich einer Dosisanpassung bei Patienten mit mässig eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1.5 bis 3 × ULN und ein beliebiger AST-Wert) aussprechen zu können (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ). Für Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 3 × ULN und ein beliebiger AST-Wert) liegen keine Daten vor.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht, da es keine relevante Verwendung bei Kindern und Jugendlichen gibt.
Art der Anwendung
Enhertu ist zur intravenösen Anwendung. Es muss von einer Fachperson rekonstituiert und verdünnt und als intravenöse Infusion gegeben werden. Enhertu darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion gegeben werden.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Rubrik "Sonstige Hinweise" , "Hinweise und besondere Vorsichtsmassnahmen für die Handhabung und Entsorgung" .
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