Unerwünschte WirkungenDie Behandlung des nicht-invasiven Harnblasenkarzinoms mit der intravesikalen Instillation mit BCG Apogepha 50 mg / 100 mg wird von den meisten Patienten gut toleriert. Lokale oder systemische Nebenwirkungen können dennoch auftreten.
Die häufigsten Nebenwirkungen umfassen eine akute Zystitis, welche häufig nach der zweiten bzw. dritten Administration auftritt. Pollakisurie, Hämaturie und Dysurie treten häufig am Tag der Therapie auf und lassen gewöhnlich nach wenigen Stunden wieder nach.
Granulomatöse Veränderungen wurden in der Lunge und in der Leber beschrieben.
Es sind auch schwerwiegendere unerwünschte Wirkungen der Therapie bekannt, wie eine granulomatöse Entzündung der tieferen Schichten der Harnblasenwand, der Prostata und der Nebenhoden mit Herden verkäsender Nekrosen.
Bei Patienten mit einer granulomatösen Prostatitis oder einem persistierenden (sub)-febrilen Status, soll ein 6-wöchiges Protokoll basierend auf der täglichen Gabe von zwei Arzneimitteln, Rifampicin und Isoniazid, angewendet werden.
Bei Patienten mit akuten septischen Symptomen oder Arthritis soll ein 4-monatiges Protokoll Anwendung finden:
-3 Arzneimittel täglich über 2 Monate: Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol und
-2 Arzneimittel 3mal wöchentlich über 2 Monate: Rifampicin und Isoniazid
Häufig können Fälle von Myalgie und gelegentlich Arthritis/Arthralgien und Exantheme auftreten. In den meisten Fällen sind diese Symptome Zeichen einer Hypersensibilität gegenüber BCG. In einigen Fällen kann eine Unterbrechung oder ein Abbruch der BCG-Behandlung erforderlich sein oder die Gabe von Kortikosteroiden notwendig werden.
Bei den genannten systemischen BCG-Reaktionen/Infektionen muss die Therapie mit BCG Apogepha 50 mg / 100 mg gestoppt werden.
Neben lokalen Reaktionen können allgemeine Reaktionen wie Unwohlsein, kurzzeitige Erhöhung der Körpertemperatur (38°C – 39°C), Schüttelfrost, Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Durchfall und Schmerzen im Intimbereich auftreten.
Gewöhnlich bilden sich die Symptome nach spätestens 3 Tagen zurück.
Sehr selten erfordern die gerade genannten Symptome eine Unterbrechung der BCG-Behandlung und die Verabreichung von Tuberkulostatika.
Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer möglichen BCG-Infektion bilden sich gewöhnlich nach einer antimikrobiellen Behandlung zurück.
Nach Verabreichung von BCG Apogepha 50 / 100 mg können folgende Nebenwirkungen auftreten:
allergische Reaktion: Atembeschwerden, Husten, Hautausschlag, Ödeme im Gesicht können auftreten,
-BCG-Infektion: Husten, hohes Fieber, das länger als 12 Stunden anhält (Temperatur über 39,5°C) oder Fieber, das länger als 2 Tage anhält (Temperatur über 38,5°C) können auftreten,
gelbe Augen oder gelbe Haut,
gräulicher oder weisslicher Stuhlgang,
-Fieber (eine Temperatur unter 38,5°C) mit Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, die länger als 2 Tage andauern,
ausgeprägte Schmerzen beim Wasserlassen oder übermässiger Harndrang,
-Entzündungen des Augapfels,
-Blut im Urin (Hämaturie) (siehe Tabelle zu Nebenwirkungen).
BCG-Infektion nach Abschluss der Immuntherapie
In Einzelfällen kann eine latente BCG-Infektion auch nach Beendigung der Therapie manifest werden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Die Diagnose kann schwierig sein, da die Ärzte in der Regel keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Symptomen und der vorangegangenen BCG-Therapie vermuten. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Wahl der Therapie sind wichtig für den Behandlungserfolg, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Patienten, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Zu diesem Thema gibt es eine Patienteninformationskarte, die den Patienten vor Beginn der Behandlung ausgehändigt werden soll.
Um Nebenwirkungen zu verringern, wird empfohlen:
mit dem Rauchen aufzuhören (falls der Patient Raucher ist),
sich bei Müdigkeit auszuruhen,
keinen Alkohol zu trinken,
alle ärztlichen Empfehlungen zu befolgen und die vom Arzt verschriebenen Medikamente einzunehmen.
Die nachstehende Auflistung wurde in Übereinstimmung mit der MedDRA-Klassifizierung der Systemorganklassen (System Organ Classes and recommended terminology) erstellt. Nebenwirkungen nach Organsystem und Häufigkeit: Sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1000, <1/100); selten (>1/10’000, <1/1000); sehr selten (<1/10'000); nicht bekannt (aufgrund der verfügbaren Daten nicht einschätzbar)
Systemorganklasse Nebenwirkung und Häufigkeit
Infektionen und Nicht bekannt Entzündliche Reaktionen (Granulom) der Blase, Prostatitis
parasitäre Erkrankun und/oder Epididymitis mit Herden verkäsender Nekrosen, Harnwegsinfektion,
gen Orchitis, granulomatöse Entzündung der tieferen Schichten der Harnblasenwand,
BCG-Infektion [Husten, schweres Fieber über 12 Stunden (Temperatur über 39,5
°C) oder Fieber über 2 Tage anhaltend (Temperatur über 38,5 °C)], schwere
systemische BCG Reaktionen/-Infektion, BCG-Sepsis, miliare Pneumonie,
Hautabszesse, Reiter-Syndrom (Konjunktivitis, asymmetrische Oligoarthritis
und Zystitis), Gefässinfektionen (z. B. infiziertes Aneurysma),
Nierenabszess, BCG-Infektion von Implantaten und dem umgebenden Gewebe (z. B.
Aortentransplantat, Defibrillator, Hüft- oder Knieprothese), regionale
Lymphknoteninfektion, Osteomyelitis, Knochenmarkinfektion, Peritonitis,
Psoas-Abszess, Infektion der Glans Penis, gegenüber Tuberkulostatika
resistente Orchitis oder Epididymitis
Erkrankungen des Nicht bekannt Zytopenie, Anämie, Zervikale Lymphadentitis, Hämophagozytisches
Blutes und des Syndrom
Lymphsystems
Erkrankungen des Nicht bekannt Hypersensitivitätsreaktionen (z.B. Dyspnoe, Husten, Exanthem,
Immunsystems Ödeme im Gesicht)
Augenerkrankungen Nicht bekannt Entzündungen des Augapfels, des Auges (Chorioretinitis,
Konjunktivitis, Uveitis), Gelbfärbung der Augen
Gefässerkrankungen Nicht bekannt Vaskulitis (einschließlich Vaskulitis des
Zentralnervensystems), Gefässfisteln, Hypotonie
Erkrankungen der Nicht bekannt Granulomatöse Veränderungen in der Lunge
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Nicht bekannt Diarrhoe, abdominelle Schmerzen, Nausea, weisslicher oder
Gastrointestinaltrak gräulicher Stuhlgang, Erbrechen, intestinale Fisteln
ts
Leber- und Gallenerk Nicht bekannt Granulomatöse Veränderungen in der Leber, Hepatitis
rankungen
Erkrankungen der Nicht bekannt Gelbverfärbung der Haut
Haut und des Unterha
utgewebes
Skelettmuskulatur-, Nicht bekannt Myalgie, Arthralgie, Arthritis
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Nicht bekannt Harninkontinenz, Pollakisurie, Makrohämaturie, Blasentenesmen
Nieren und Harnwege am Tag der Verabreichung, Dysurie, Polyurie, Zystitis Harnwegsobstruktion,
Schrumpfblase, Nierenversagen, Pyelonephritis, Nephritis (einschliesslich
tubulo-interstitielle Nephritis, interstitielle Nephritis und
Glomerulonephritis)
Erkrankungen der Nicht bekannt Schmerzen im Genitalbereich (z.B. Schmerzen in der Vagina,
Geschlechtsorgane Dyspareunie), Oligospermie, Azoospermie
und der Brustdrüse
Allgemeine Erkrankun Nicht bekannt Ermüdung, Schüttelfrost, Fieber (unter 38,5 ºC) mit
gen und Beschwerden Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Myalgie oder Arthralgie über 2 Tage anhaltend,
am Verabreichungsort Kurzzeitiger Anstieg der Körpertemperatur (38 ºC - 39 ºC), Unwohlsein,
peripheres Ödem
Untersuchungen Nicht bekannt Erhöhte Leberenzyme, Anstieg des prostataspezifischen Antigens
(PSA)
Lokale Nebenwirkungen
Bei der überwiegenden Zahl der Patienten kommt es zu Schmerzen und Unwohlsein bei der Miktion sowie zu verstärktem Harndrang. Zystitis und entzündliche Reaktionen (Granulome) der Blase sind ein Bestandteil der antineoplastischen Aktivität. Weitere lokale Nebenwirkungen werden beobachtet: Makrohämaturie, Harnwegsinfektion, Einschränkung der Blasenkapazität, Harnstauung, Schrumpfblase, symptomatische granulomatöse Prostatitis, Orchitis, Epididymitis, Nierenabszess. Darüber hinaus können Beschwerden im Genitalbereich (z. B. Schmerzen in der Vagina, Dyspareunie) auftreten.
Vorübergehende systemische BCG-Reaktion
Niedriges Fieber, grippeähnliche Symptome und allgemeines Unwohlsein können auftreten. Diese Symptome bilden sich in der Regel innerhalb von 24 - 48 Stunden zurück und sollten mit symptomatischen Massnahmen behandelt werden. Sie sind als Zeichen der gewünschten beginnenden immunologischen Reaktion zu werten. Alle Patienten, die das Arzneimittel erhalten, sollten sorgfältig überwacht und angewiesen werden, Fieber und Reaktionen ausserhalb des Harntrakts dem Arzt mitzuteilen.
Schwere systemische Nebenwirkungen/Infektionen
Die Unterscheidung einer BCG-Infektion von einer BCG-Immunreaktion stellt eine Herausforderung dar, da die Symptome zu Beginn sehr ähnlich sind. Im Gegensatz dazu ist eine vorübergehende systemische BCG-Reaktion eine sehr häufige Nebenwirkung, die differenziert werden muss.
Die klinischen Anzeichen und Symptome einer BCG-Infektion/-Reaktion zu Beginn sind Fieber > 39,5 °C über mindestens 12 Stunden, Fieber > 38,5 °C über mindestens 48 Stunden und Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Typische Anzeichen einer Infektion sind die Entwicklung einer miliaren Pneumonie, granulomatöse Hepatitis, Auffälligkeiten im Leberfunktionstest (insbesondere Erhöhung der alkalischen Phosphatase), Organstörungen (ausserhalb des Urogenitaltrakts) mit bioptisch gesicherter granulomatöser Entzündung im Laufe der Zeit.
Bei Verdacht auf eine systemische Infektion sollte ein auf Infektionskrankheiten spezialisierter Arzt konsultiert werden. BCG-Infektionen können tödlich verlaufen.
Obwohl sich die Symptome einer systemischen BCG-Infektion nicht von einer Tuberkulose unterscheiden, muss der Patient nicht isoliert werden, da M. bovis für den Menschen weniger pathogen als M. tuberculosis ist.
Der zusätzliche Einsatz von Corticosteroiden kann bei Sepsis, granulomatösen Reaktionen (Lunge oder Leber) und anderen immunvermittelten Reaktionen wie Konjunktivitis, Arthritis oder Reiter-Syndrom empfohlen werden.
Behandlungsempfehlungen siehe folgende Tabelle:
Behandlung von
Symptomen und Syndromen
Symptom oder Syndrom Behandlung
1) Symptome einer Symptomatische Behandlung
Blasenirritation < 48 h
2) Symptome einer Unterbrechung der BCG-Behandlung und Beginn einer Behandlung mit
Blasenirritation ≥ 48 h Chinolonen. Falls nach 10 Tagen kein vollständiger Rückgang der
Symptomatik eingetreten ist, ist für 3 Monate Isoniazid (INH)* zu geben.
Falls eine tuberkulostatische Behandlung eingeleitet wurde, muss die
BCG-Therapie abgebrochen werden.
3) Gleichzeitige Aussetzen der BCG-Therapie bis zur Normalisierung des Urinbefundes und
bakterielle Harnwegsinf beendeter antibiotischer Behandlung.
ektion
4) Andere unerwünschte Unterbrechung der BCG-Therapie. Gabe von Isoniazid (INH)* und Rifampicin*
Effekte im Urogenitaltr für 3 bis 6 Monate. Falls eine tuberkulostatische Behandlung eingeleitet
akt: symptomatische wurde, muss die BCG-Therapie abgebrochen werden.
granulomatöse Prostatit
is, Epididymitis und
Orchitis, Harnstauung
und Nierenabszess
5) Fieber < 38,5 °C Symptomatische Behandlung mit Paracetamol.
für < 48 h
6) Hautausschläge, Unterbrechung der BCG-Therapie. Evtl. Konsultation eines Spezialisten für
Arthralgie oder Infektionskrankheiten. Behandlung mit Antihistaminika oder
Arthritis oder Reiter- nicht-steroidalen anti-inflammatorischen Arzneimitteln. Im Fall einer
Syndrom immunvermittelten Reaktion sollte der Einsatz von Cortison in Betracht
gezogen werden. Falls kein Rückgang der Symptome: Gabe von Isoniazid* für
3 Monate. Falls eine tuberkulostatische Behandlung eingeleitet wurde,
muss die BCG-Therapie unbedingt abgebrochen werden.
7) Systemische BCG- Unbedingter Abbruch der BCG-Behandlung. Evtl. Konsultation eines
Reaktion/-Infektion** Spezialisten für Infektionskrankheiten. Dreifachtherapie mit
ohne Zeichen eines Tuberkulostatika* über 6 Monate und niedrig dosierte
septischen Schocks Corticosteroidtherapie.
8) Systemische BCG- Unbedingter Abbruch der BCG-Behandlung. Sofortige Dreifachtherapie mit
Reaktion/-Infektion Tuberkulostatika* kombiniert mit Hochdosistherapie schnellwirksamer
mit Zeichen eines Kortikoide. Konsultation eines Spezialisten für Infektionskrankheiten.
septischen Schocks
*Hinweis: BCG-Bakterien sind derzeit gegenüber allen gängigen Tuberkulostatika sensitiv, ausser gegenüber Pyrazinamid. Bei einer Notwendigkeit einer Dreifachtherapie werden derzeit zumeist Isoniazid (INH), Rifampicin und Ethambutol empfohlen.
**siehe Definition oben
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
|