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Fachinformation zu Insidon®:Medius AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Opipramoli dihydrochloridum
Hilfsstoffe
Silica colloidalis anhydrica, Glycerolum 85%, Lactosum monohydricum 42,4 mg, Povidonum K 30, Maydis amylum, Talcum, Magnesii stearas, Hypromellosum, Copovidonum, Titanii dioxidum, Saccharum 36.48 mg, Macrogolum 8000, Cellulosum microcristallinum, E 171, E 172 (rubrum)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Verstimmungszustände einhergehend mit Angst, Unruhe, Spannung, Schlafstörungen und Depressivität.
Psychosomatische Erkrankungen sowie sekundäre Verstimmungen bei
·kardiovaskulären,
·gastrointestinalen,
·dermalen Krankheitsbildern,
·klimakterischen Beschwerden und Kopfschmerzen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Insidon bei Kindern und Jugendlichen (0–17 Jahre) wurde nicht nachgewiesen. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird deshalb nicht empfohlen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
In leichteren Fällen 1–2 Dragées/d, vorzugsweise abends. In mittelschweren Fällen 1 Dragée morgens und 2 Dragées abends oder 1 Dragée 3×/d. In schweren Fällen bis zu maximal 2 Dragées 3×/d.
Therapiedauer
Da die Wirkung von Insidon und die Gesamtumstimmung allmählich erfolgt, sollte das Arzneimittel während mindestens 2 Wochen regelmässig eingenommen werden. Eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1–2 Monaten ist ratsam.
Nach erfolgreicher Behandlung oder beim Beendigen der Behandlung sollte das Arzneimittel langsam abgesetzt werden.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Insidon sollte bei diesen Patienten mit Vorsicht verabreicht und die Dosierung auf dem tiefsten Niveau eingestellt werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Insidon sollte bei diesen Patienten mit Vorsicht verabreicht und die Dosierung auf dem tiefsten Niveau eingestellt werden.
Ältere Patienten
Da keine spezifischen pharmakokinetischen Daten bei diesen Patienten vorliegen, wird eine niedrige Anfangsdosis empfohlen. Die Dosissteigerung sollte langsam durchgeführt werden. Die empfohlene Erhaltungsdosis liegt im gleichen Bereich wie für jüngere Patienten (s. oben).
Kinder und Jugendliche
Insidon ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht empfohlen werden.
Art der Anwendung
Die Dragées sollten mit etwas Flüssigkeit zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Opipramol, einer anderen Komponente des Präparates oder gegenüber anderen trizyklischen Wirkstoffen aus der Gruppe der Dibenzazepine.
Insidon soll nicht an Patienten verabreicht werden, die vor kurzem einen Myokardinfarkt erlitten haben, sowie bei vorbestehenden höhergradigen AV-Blockierungen oder diffusen supraventrikulären oder ventrikulären Reizleitungsstörungen.
Akute Intoxikation mit zentraldämpfenden Pharmaka (wie z.B. Schlafmittel, starke Analgetika und Psychopharmaka) sowie Alkohol.
Akutes Delir.
Akuter Harnverhalt.
Unbehandeltes Engwinkelglaukom.
Prostatahypertrophie mit Restharnbildung.
Paralytischer Ileus.
Insidon darf nicht zusammen mit bzw. 14 Tage nach oder vor der Behandlung mit einem MAO-Hemmer gegeben werden (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Suizidrisiko
Im Zusammenhang mit Insidon wurde über eine geringe Anzahl an Suizidversuchen, z.T. mit tödlichem Ausgang, berichtet.
Eine Depression geht einher mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und vollendetem Suizid. Auch unter antidepressiver Therapie kann es zu einer Verstärkung von Suizidgedanken und Suizidverhalten kommen. In Übersichten von kontrollierten Studien zeigt sich die höchste Gefährdung bei Beginn der Therapie und vorwiegend auch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren.
Patienten unter Behandlung mit Antidepressiva müssen deshalb engmaschig in Bezug auf Zeichen einer Depressionsverschlechterung, insbesondere von suizidalem Verhalten sowie von Unruhe oder psychomotorischer Agitiertheit überwacht werden, dies vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisänderungen. Auch nach der Beendigung der Behandlung müssen Patienten gut kontrolliert werden, da solche Symptome sowohl als Zeichen eines Entzugs wie auch eines beginnenden Rückfalls auftreten können.
Die Angehörigen der Patienten sollen auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden und Instruktionen erhalten, wie sie sich bei verdächtigen Symptomen verhalten sollen. Eine antidepressive Therapie ist nicht geeignet, eine wegen Selbstgefährdung indizierte Hospitalisation zu vermeiden. Vor allem zu Beginn der Therapie soll das Arzneimittel in der kleinsten angemessenen Packungsgrösse verschrieben werden, um das Risiko einer Selbstgefährdung zu vermindern.
Andere psychiatrische Diagnosen als eine Depression können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko von Suizidverhalten einhergehen und es sind deshalb die gleichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten wie bei der Behandlung einer Depression.
Insidon sollte in der kleinstmöglichen Dosis, welche ein optimales Patientenmanagement ermöglicht, verschrieben werden, um das Risiko einer Überdosierung zu senken.
Konvulsionen
Insidon soll bei Patienten mit erhöhter Krampfbereitschaft (z.B. bei Hirnschäden verschiedener Ätiologie, Epilepsien, Alkoholismus) mit Vorsicht angewendet werden. Bei trizyklischen Verbindungen scheint das Auftreten von Krampfanfällen dosisabhängig zu sein. Die empfohlene totale Insidon-Tagesdosis soll daher nicht überschritten werden.
Andere psychiatrische Effekte
Hypomanische oder manische Episoden bei Patienten unter Insidon-Behandlung wurden vereinzelt berichtet. In solchen Fällen kann eine Dosisreduktion oder ein Abbruch der Behandlung sowie die Verabreichung eines Antipsychotikums erforderlich sein. Nach Normalisierung der Situation kann je nach Bedarf die Insidon-Behandlung mit niedriger Dosierung wieder aufgenommen werden.
Insidon sollte nur unter vorsichtiger Überwachung in Zusammenhang mit elektrokonvulsiver Therapie verabreicht werden.
Anästhesie
Da trizyklische Antidepressiva die Effekte von Narkotika verstärken können, sollte vor einer lokalen Anästhesie oder Narkose der Anästhesist über die Insidon-Behandlung des Patienten entsprechend informiert werden.
Behandlungsabbruch
Dank seiner günstigen Eigenschaften kann Opipramol auch nach längerer Anwendung abgesetzt werden, ohne dass Entzugserscheinungen oder Rebound-Phänomene zu erwarten sind. Es wird trotzdem empfohlen, die Therapie nicht plötzlich abzusetzen, sondern die Erhaltungsdosis langsam zu reduzieren.
Kardiale und vaskuläre Erkrankungen
Insidon sollte bei Patienten mit kardiovaskulären Störungen in der Anamnese mit Vorsicht verabreicht werden, insbesondere bei Patienten mit Herzinsuffizienz, Überleitungsstörungen (z.B. Atrioventrikulärblock Grad I bis III), Arrhythmien oder labilem Kreislauf. Bei solchen Patienten wie auch bei älteren Patienten wird die Überwachung der kardialen Funktion sowie die Durchführung des EKG empfohlen. Die Insidon-Behandlung sollte mit niedriger Dosis eingeleitet werden. Eine Dosiserhöhung sollte progressiv und nur falls erforderlich und bei guter Verträglichkeit erfolgen.
Vor Beginn einer Insidon-Behandlung ist es ratsam, den Blutdruck zu überprüfen, da bei Patienten mit orthostatischer Hypotonie oder Kreislauflabilität ein Blutdruck-Abfall auftreten kann.
Spezielle Patientengruppen
Bei Hyperthyreose oder bei Patienten, welche Schilddrüsenpräparate erhalten, ist aufgrund möglicher unerwünschter kardiovaskulärer Wirkungen Vorsicht angezeigt (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Vorsicht ist geboten bei der Verabreichung von Insidon an Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen; es empfiehlt sich, bei Langzeittherapie mit Insidon die Leberfunktion zu kontrollieren.
Veränderungen des weissen Blutbildes
Während der Behandlung mit Insidon sollte das Blutbild kontrolliert werden (insbesondere bei Auftreten von Fieber, Halsschmerzen oder anderen Symptomen, wie sie bei grippalen Infekten vorkommen), da vereinzelt Fälle von Agranulozytose mit der Einnahme trizyklischer Antidepressiva in Zusammenhang gebracht wurden.
Anticholinerge Wirkungen
Obwohl Insidon nur eine geringe anticholinerge Wirkung aufweist, sollte es bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck, Engwinkelglaukom oder Urinretention (z.B. bei Prostatahypertrophie) in der Anamnese mit Vorsicht angewandt werden. Aufgrund der geringeren anticholinergen Wirkungsstärke von Opipramol wurde Konstipation unter Insidon seltener genannt als unter verschiedenen Vergleichspräparaten, wie z.B. Imipramin oder Doxepin. Vorsicht ist jedoch geboten bei Patienten mit chronischer Obstipation. Über paralytischen Ileus wurde bei Alters- und bettlägerigen Patienten, welche mit trizyklischen Antidepressiva behandelt wurden, berichtet.
Haut
Beim Auftreten allergischer Hautreaktionen ist Insidon abzusetzen.
Laktose und Sucrose
Insidon-Dragées enthalten Laktose und Sucrose. Patienten mit seltener hereditärer Galaktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, völligem Laktasemangel, Glukose-Galaktose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Insidon soll nicht in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren eingesetzt werden.

Interaktionen

MAO-Hemmer: Die gleichzeitige Anwendung von Insidon mit MAO-Hemmern ist kontraindiziert. Bei gleichzeitiger Verabreichung von MAO-Hemmern und anderen trizyklischen Antidepressiva wurde über Zustände berichtet, welche als «Serotonin-Syndrom» bezeichnet werden und schwerwiegende Symptome wie hypertensive Krise, Hyperpyrexie, Krampfanfälle, Myoklonie, Erregungszustände, Delirium und Koma beinhalten. Diese sind auf eine Interaktion zwischen MAO-Hemmern und Arzneimitteln, welche die zentralnervöse Serotonin-Aktivität erhöhen, zurückzuführen. Deshalb sollte Insidon nicht früher als 2 Wochen nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern (wie z.B. Moclobemid, Selegilin oder das Antibiotikum Linezolid) gegeben werden. Das gleiche gilt, wenn ein MAO-Hemmer nach einer Insidon-Behandlung verabreicht wird. In beiden Fällen sollten Insidon oder der MAO-Hemmer anfangs in einer niedrigen Dosierung mit langsamer Steigerung verabreicht und die Therapie überwacht werden.
Cytochrom P450: Es wurden keine spezifischen Interaktionsstudien mit Arzneimitteln, die durch das Cytochrom P450 metabolisiert werden, durchgeführt. Es gibt aber Hinweise, dass Opipramol dem polymorphen Metabolismus von CYP450 2D6 unterworfen ist (siehe «Pharmakokinetik»). Daher kann die Wirkung von Opipramol verstärkt und verlängert werden, wenn gleichzeitig Arzneimittel verabreicht werden, welche Cytochrom P450 2D6 hemmen.
Substanzen, welche das hepatische Monooxigenase-Enzymsystem aktivieren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin) können den Metabolismus von trizyklischen Antidepressiva beschleunigen und ihre Plasmakonzentration und damit ihre Wirkung vermindern, was eine Dosisanpassung nötig machen kann.
Antikoagulantien: Trizyklische Antidepressiva können aufgrund ihrer Hemmung des Lebermetabolismus den antikoagulierenden Effekt von Kumarin-Präparaten verstärken. Deshalb wird empfohlen, das Plasma-Prothrombin sorgfältig zu überwachen.
Zentral dämpfende Arzneimittel: Trizyklische Antidepressiva können die Wirkung von Alkohol und anderen zentral dämpfenden Substanzen verstärken (z.B. Barbiturate, Benzodiazepine, Narkosemittel).
Neuroleptika: Die gleichzeitige Verabreichung mit trizyklischen Antidepressiva kann zu erhöhten Spiegeln der Trizyklika, zu einer Absenkung der Krampfschwelle und Krampfanfällen führen. Die Kombination von bestimmten trizyklischen Antidepressiva mit Thioridazin wurde mit schweren kardialen Arrhythmien, Torsade de pointes und QTc-Verlängerung in Zusammenhang gebracht.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs): Die gleichzeitige Verabreichung von SSRIs wie Fluoxetin oder Fluvoxamin kann zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen von Dibenzazepin-Derivaten mit entsprechenden potentiellen unerwünschten Wirkungen führen.
Anticholinergika: Obwohl Insidon in therapeutischen Dosen eine geringe anticholinerge Aktivität besitzt, kann es die Wirkung sowie die unerwünschten Wirkungen dieser Substanzen (z.B. Phenothiazine, Antiparkinson-Mittel) verstärken und z.B. zu atropinähnlichen Psychosen, schwerer Verstopfung und adynamischem Ileus führen sowie zu Hyperthermie, welche zu einem Hitzschlag führen kann. Eine enge Überwachung und eine Dosisanpassung sind daher erforderlich, wenn Insidon zusammen mit Arzneimitteln wie Antihistaminika, Atropin, Biperiden, Amantadin, Phenothiazinen oder bestimmten säurehemmenden Arzneimitteln verabreicht wird.
Cimetidin: Cimetidin kann die Plasmakonzentration von trizyklischen Substanzen erhöhen, weshalb deren Dosierung reduziert werden sollte.
Antiarrhythmika vom Chinidin-Typ: Trizyklische Antidepressiva sollten nicht in Kombination mit Antiarrhythmika vom Chinidin-Typ verabreicht werden. Eine gleichzeitige Verabreichung kann zu einem verstärkten antiarrhythmischen Effekt und zu einer zusätzlichen myokardialen Depression führen.
Sympathomimetika: Trizyklische Antidepressiva können die kardiovaskuläre Wirkung von Adrenalin, Noradrenalin, Isoprenalin, Ephedrin und Phenylephrin potenzieren.
Adrenerge Neuronenblocker: Trizyklische Antidepressiva können die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln wie Guanethidin, Betanidin, Reserpin, Clonidin und Alphamethyldopa vermindern oder aufheben. Patienten, welche wegen einer Hypertonie behandelt werden, sollten, falls erforderlich, Antihypertensiva einer anderen Klasse erhalten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für den Fötus gezeigt, aber es gibt klare Hinweise für Risiken von Entwicklungsstörungen für den menschlichen Fötus. Daher ist die Anwendung von Insidon während der Schwangerschaft zu vermeiden und nur dann in Betracht zu ziehen, wenn der therapeutische Nutzen das potentielle Risiko für den Föten überwiegt.
Stillzeit
Insidon soll in der Stillzeit nicht angewendet werden, da der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übertritt. Bei zwingender Indikation ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Insidon hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Insidon verursacht häufig Benommenheit/Müdigkeit und andere zentralnervöse Symptome, die das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Patienten müssen daher auf diese Möglichkeit hingewiesen und vor Aktivitäten gewarnt werden, die ein gutes Reaktionsvermögen erfordern, wie das Lenken von Motorfahrzeugen und die Bedienung von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Die in der Folge genannten unerwünschten Wirkungen sind im Zusammenhang mit Opipramol gemeldet worden. Die meisten wurden auch mit anderen trizyklischen Substanzen beobachtet. Die meisten unerwünschten Wirkungen sind in der Regel mild und verschwinden bei Fortsetzung der Therapie oder nach einer Dosisreduktion.
Häufigkeiten: «Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100, <1/10), «gelegentlich» (>1/1'000, <1/100), «selten» (>1/10'000, <1/1'000), «sehr selten» (<1/10'000).
Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems
Sehr selten: Leukopenien und Thrombozytopenien.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Allergische Hautreaktionen, Ausschlag, Exantheme, Urticaria, Pruritus, Ödeme.
Sehr selten: Quincke-Ödem.
Endokrine Erkrankungen
Gelegentlich: Gewichtsveränderungen (Zu- oder Abnahme).
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Schläfrigkeit/Benommenheit, Müdigkeit.
Gelegentlich: Schlafstörungen, Erregung, Unruhe.
Sehr selten: Angst, Delirium, Angstträume.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Schwindel.
Selten: Kopfschmerzen, Tremor, Parästhesien.
Sehr selten: Ataxie, epileptische Anfälle, extrapyramidale Symptome (Akathisie, Dyskinesien).
Augenerkrankungen
Häufig: Sehstörungen bei Therapiebeginn,
Selten: Verschwommenes Sehen, Mydriasis,
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Sinustachykardie, Palpitationen, EKG Veränderungen.
Selten: Arrhythmien, Blutdruckerhöhung.
Sehr selten: Überleitungsstörungen (z.B. Verbreiterung des QRS-Komplex, PQ Veränderungen, «Bundle Branch Block»).
Gefässerkrankungen
Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinum
Gelegentlich: Verstopfte Nase.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit.
Selten: Obstipation.
Leber und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Leberfunktionsstörungen, Ikterus, chronische Leberschäden nach Langzeitanwendung.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr selten: Haarausfall.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Miktionsstörungen.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Gelegentlich: Libido- und Potenzstörungen.
Sehr selten: Galaktorrhö.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Selten: Schwitzen.
Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung
Klasseneffekt
Epidemiologische Studien, hauptsächlich durchgeführt bei Patienten im Alter von 50 Jahren und älter, zeigen ein erhöhtes Risiko für Knochenfrakturen bei Patienten, die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI's) und trizyklische Antidepressiva (TCA's) erhalten. Der Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist nicht bekannt.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Jede versehentliche Einnahme durch Kinder soll ernst genommen und als potentiell tödlich erachtet werden.
Anzeichen und Symptome
Anzeichen und Symptome einer Insidon-Überdosierung sind jenen anderer trizyklischer Substanzen ähnlich. Hauptkomplikationen sind kardiale und neurologische Veränderungen.
Folgende Anzeichen und Symptome einer akuten Überdosierung können auftreten: Schläfrigkeit, Benommenheit, Koma, Unruhe, vorübergehende Verwirrtheitszustände, verstärkte Angst, Ataxie, Konvulsionen, Stupor, Oligurie oder Anurie, Tachykardie oder evtl. auch Bradykardie, Arrhythmie, Hypotonie, AV-Block, Schock, Atemdepression, selten Herzstillstand.
Behandlung
Ein spezifisches Antidot ist nicht verfügbar; die Behandlung ist in erster Linie symptomatisch und unterstützend. Bei Verdacht auf eine Insidon-Überdosierung sollte die Person, insbesondere Kinder, hospitalisiert und während mindestens 72 h eng überwacht werden.
Bei Vergiftungen mit hohen Dosen trizyklischer Antidepressiva ist bei nicht retardierten Präparaten innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme eine primäre Dekontamination mit Aktivkohle oder eine Magenspülung indiziert. Wegen des erhöhten Krampfpotentials ist die Aktivkohle der Magenspülung vorzuziehen. Bei schweren Vergiftungen bzw. bei verminderten Schutzreflexen ist der Patient vorgängig zu intubieren. Die Dekontaminationsmethode der Wahl bei Retardpräparaten ist die orthograde Darmspülung mit elektrolytbalancierter Polyethylenglykollösung (z.B. Fordtransche Lösung). Zur beschleunigten Elimination (sekundäre Dekontamination) ist bei einigen trizyklischen Antidepressiva die wiederholte orale Gabe von Aktivkohle möglicherweise wirksam. Die Hämodialyse zur sekundären Dekontamination ist unwirksam.
Bei arterieller Hypotonie und/oder ventrikulären Arryhthmien mit Verbreiterung des QRS-Komplexes im EKG (>100 msec) ist die Behandlung mit Natriumbikarbonat (1 mmol/kg) als Bolus oder als Kurzinfusion (5 Min.) angezeigt. Dies kann wiederholt werden, bis der Blutdruck ansteigt und die EKG-Veränderungen sich bessern, aber höchstens bis zu einem maximalen arteriellen pH von 7,55. Evtl. zusätzlich Lidocain i.v. Bei Bradyarryhthmien ist die Einlage eines provisorischen Schrittmachers indiziert. Bei polymorpher Kammertachykardie vom Typ Torsade de Pointes: Gabe von Magnesiumsulfat 0,5 bis 1,5 g i.v. als einmalige Injektion.
Bei Krampfanfällen: Behandlung mit einem Benzodiazepin i.v.
Bei Koma und/oder Ateminsuffizienz: Intubation und künstliche Beatmung.
Hyperventilation zur Erhöhung des arteriellen pH nur, wenn nicht gleichzeitig Bikarbonat verabreicht wird (Gefahr der massiven Alkalose).
Pyridostigmin und Physostigmin zur Therapie peripherer und zentraler anticholinerger Symptome sind wegen der kardialen Effekte kontraindiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
N06AA05
Wirkungsmechanismus
Opipramol gehört strukturell zu den trizyklischen Antidepressiva und ist ein Dibenzazepin-Derivat mit beruhigenden Eigenschaften (nicht selektiver Monoamin-Wiederaufnahme-Hemmer). Es besitzt eine relativ milde antagonistische Wirkung auf Dopamin-Rezeptoren (D2> D1). Seine Affinität zu sigma-Rezeptoren (Agonist) ist 6-mal höher als zu D2-Rezeptoren, was vermuten lässt, dass gewisse Effekte von Opipramol auf die zentrale dopaminerge Transmission durch sigma-Rezeptoren vermittelt sein könnten. Im Gegensatz zu trizyklischen Standard-Antidepressiva hemmt Opipramol die neuronale Wiederaufnahme von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin kaum.
Pharmakodynamik
Ähnlich wie andere trizyklische Antidepressiva wirkt Opipramol antiserotoninerg (5-HT2) und verursacht bei Langzeitbehandlung eine Verminderung der Sensitivität beta-adrenerger Rezeptoren im Cortex («down-regulation»). In psychopharmakologischen Untersuchungen zeigte Opipramol anxiolytische und verhältnismässig schwache antidepressive Eigenschaften.
Seine anxiolytischen und sedativen Wirkungen sind stärker und stehen daher im Vordergrund. Im Gegensatz zu den meisten trizyklischen Antidepressiva sind die anticholinergen und alpha-adrenolytischen Wirkungen von Opipramol relativ schwach. Die Antihistamin (H1)-Wirkung ist deutlich ausgeprägt.
Klinische Wirksamkeit
Aus den klinischen Prüfungen hat sich das folgende therapeutische Profil ergeben:
Insidon besitzt antidepressive und beruhigende Eigenschaften und wirkt stimmungshebend sowie angst- und spannungslösend.
Der beruhigende Effekt tritt vor Einsetzen des stimmungshebenden Effektes ein. Somatisch-funktionelle Beschwerden werden günstig beeinflusst. Insidon verursacht keine Abhängigkeit.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Einzelgabe wird Opipramol vollständig resorbiert; maximale Plasmaspiegel werden innerhalb von 2–4 h erreicht, wobei die AUC linear dosisabhängig ist.
Nach oraler Einnahme von 150 mg Opipramol, verteilt auf 3 tägliche Gaben, beträgt dessen mittlere Steady-state Plasmakonzentration 14–64 ng/ml (Cmin). Für den Dehydroxyethyl-Metaboliten liegt sie durchschnittlich 1–5-mal höher.
Distribution
Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 91% und bleibt konstant im Bereich von 18–613 ng/ml. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt ca. 10 l/kg.
Daten aus einem Einzelfall zeigten für die Hirnkonzentration von Opipramol und dessen Hauptmetabolit ein Verhältnis von 20:1, wobei die Opipramol-Konzentration im Gehirn ungefähr dem neunfachen der femoralen Blutkonzentration entsprach. Die Konzentration des Dehydroxyethyl-Metaboliten im Gehirn entsprach ungefähr derjenigen im femoralen Blut.
Metabolismus
Opipramol wird in der Leber extensiv metabolisiert. Spezifische Interaktionsstudien mit Substanzen, welche durch Cytochrom P450 metabolisiert werden, wurden nicht durchgeführt. Aus einer Studie gibt es jedoch Hinweise, dass Opipramol dem polymorphen CYP 450 2D6 Metabolismus unterstellt ist (siehe «Interaktionen»). Der Hauptmetabolit ist Dehydroxyethylopipramol, welcher pharmakologisch inaktiv ist.
«Slow-metabolizers» vom Debrisoquin-Typ: Es gibt Hinweise, dass es bei langsamen Hydroxylierern vom Debrisoquin-Typ zu einer signifikanten Erhöhung der Opipramol-Plasmakonzentration kommen kann. Isolierte Daten zeigten einen 3-fach erhöhten AUC-Wert und einen 2-fach erhöhten Cmax-Wert im Vergleich zum Mittelwert bei anderen Probanden. Die Eliminationshalbwertszeit war im Bereich der Werte der anderen Probanden.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit von Opipramol beträgt 7–11 h.
Nach einer oral verabreichten Dosis werden über 70% über die Nieren ausgeschieden, der restliche Anteil mit den Faeces.
Lediglich 7% einer Dosis werden unverändert im Urin ausgeschieden, der Rest in Form von Metaboliten, mit Dehydroxyethylopipramol als Hauptmetaboliten.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Es liegen keine pharmakokinetischen Informationen für diese Patienten vor. Da Opipramol aber hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, ist bei solchen Patienten Vorsicht geboten und bei einer Langzeittherapie eine möglichst niedrige Dosis anzuwenden (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisreduktion von Insidon erforderlich werden, da die Schwere der Erkrankung mit einer verlangsamten Elimination der Wirksubstanz korreliert.
Ältere Patienten
Es liegen keine pharmakokinetischen Studiendaten bei dieser Patientengruppe vor. Aus epidemiologischen Daten gibt es jedoch keinen Hinweis, dass diese Patienten anders als jüngere Patienten auf Opipramol ansprechen. Hingegen ist bekannt, dass Alterspatienten stärker auf TZA reagieren. Deshalb wird empfohlen die Anfangsdosis zu reduzieren und die Dosissteigerung langsam durchzuführen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

In-vitro und in-vivo-Studien ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential.
Tierexperimentelle Untersuchungen brachten keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Fertilität durch Opipramol. In Embryotoxizitätsstudien traten keine teratogenen Wirkungen auf, aber im maternalen toxischen Dosisbereich wurden embryotoxische Effekte beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

28053 (Swissmedic).

Packungen

30 Dragées (B)
200 Dragées (B)

Zulassungsinhaberin

Medius AG, 4132 Muttenz

Stand der Information

August 2019

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