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Fachinformation zu Oestradiol/- K Streuli:G. Streuli & Co. AG
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Follikel-Reinhormon zur intramuskulären Östrogentherapie 

Zusammensetzung

Ölige Lösung

Wirkstoff: 1 ml enthält: Estradioli dipropionas 1 mg; 5 mg.

Hilfsstoffe: Conserv.: Alcohol benzylicus 50 mg; Excipiens oleosum (Caprylic/Capric triglyceride) ad solut. inject pro 1 ml.

Kristallsuspension

Wirkstoff: Estradioli benzoas 10 mg.

Hilfsstoffe: Lidocaini hydrochloridum 5 mg, Natrii chloridum, Polysorbatum 85, Sorbitani-Oleas, Methylhydroxypropylcellulosum, Conserv.: E 218 1 mg, Aqua q.s. ad suspensionem pro 1 ml.

Eigenschaften/Wirkungen

Das nach intramuskulärer Injektion von Oestradiol Streuli bzw. Oestradiol-K Streuli freigesetzte Östradiol ist chemisch und biologisch mit dem endogenen humanen Östradiol identisch, das vor allem im Ovar, aber auch im Uterus, Plazenta, Nebennieren und Hoden gebildet wird.
In der Gesamtheit der Wirkung haben Östrogene die Aufgabe, den Reproduktionsapparat der Frau zyklisch oder kontinuierlich (Schwangerschaft, Pubertät) in Wachstum und Funktion zu konstituieren.
Dazu gehören die Prägungen der primären und sekundären Geschlechtsorgane, die Beteiligung an der Auslösung der Ovulation, der Aufbau der Uterusschleimhaut und die Bildung von Endometriumdrüsen in der Proliferationsphase, Verminderung der Viskosität des Zervikalschleims, sowie von untergeordneter Bedeutung, die Ausbildung des weiblichen Sexualverhaltens.
Zu den generell metabolischen Effekten werden das Schliessen der Epiphysenfugen in der Pubertät, Vergrösserung des subkutanen Fettgewebes, Verringerung des Wachstums und Produktion der Talgdrüsen, Steigerung der Calciumresorption und Einlagerung in den Knochen, eine schwache anabole Wirkung, insbesondere bei höheren Dosen eine Retention von NaCl und Wasser und ein Abfall des peripheren Widerstandes der kleinen Blutgefässe gezählt.
Nach der Menopause sistiert die ovarielle Östrogenproduktion vollständig. NNR und Ovar bilden Androstendion, ein Androgen, das vorwiegend im Fettgewebe und der Leber zu Östron aromatisiert wird. Diese Form der Östrogenproduktion gibt es zwar auch vor der Menopause, sie ist aber bei jungen Frauen von untergeordneter Bedeutung. Zudem ist die Umwandlungsquote in der Postmenopause bedeutend höher. Wichtiger aber als diese relative Östrogeninsuffizienz in der Postmenopause ist jedoch das Fehlen von zyklischen Schwankungen. Bei Vorliegen eines klimakterisch oder operativ bedingten Östrogendefizits ermöglichen Oestradiol Streuli und Oestradiol-K Streuli eine Substitution.
Östrogene üben in Dosierungen, die eine Besserung menopausaler Beschwerden bewirken, eine stark anregende Wirkung auf die Mitose und Proliferation des Endometriums aus. Eine Monotherapie mit Östrogenen erhöht bei Frauen mit intaktem Uterus die Häufigkeit von Endometriumhyperplasie und das Risiko eines Endometriumkarzinoms. Eine Hyperplasie des Endometriums kann praktisch vermieden werden, wenn das Endometrium durch Zugabe eines Gestagens in genügender Dosis für mindestens 10 Tage pro Monat geschützt wird.
Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Amid-Typ mit einem schnellen Wirkungseintritt und einer mittleren Wirkungsdauer. Die lokalanästhetische Wirkung setzt wenige Minuten nach einer Injektion von Oestradiol-K Streuli ein und hält etwa 45-60 Min. an.
Die Wirkung von Oestradiol Streuli tritt etwas rascher ein als diejenige von Oestradiol-K Streuli, dafür müssen aber die Injektionen in kürzeren Abständen als bei der Kristallsuspension wiederholt werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Pharmakokinetik

Absorption
Mit Oestradiol Streuli bzw. Oestradiol-K Streuli wurden keine pharmakokinetischen Untersuchungen durchgeführt, so dass keine Daten zur Absorption vorliegen. Die folgenden Angaben stammen aus der Literatur und sind allgemeiner Art.

Distribution
Nach i.m.-Injektion werden Oestradiol Streuli (Östradioldipropionat) sowie Oestradiol-K Streuli (Östradiolbenzoat) durch Esterasen gespalten und in Östradiol umgewandelt.
Die Plasmaproteinbindung von Östradiol beträgt 97-99%. Die Östrogene verschwinden rasch aus dem Blut in die meisten Gewebe: Die Halbwertszeit der zirkulierenden Östrogene beträgt nur 6 Minuten. Östradiol reichert sich in den östrogenrezeptorhaltigen Zellen der Zielorgane (u.a. Hypothalamus, Hypophyse, Vagina, Urethra, Uterus, Brust, Leber und Knochen [Osoteoblasten]) an. Östradiol ist plazenta- und milchgängig.

Metabolismus
Östradiol wird überwiegend in der Leber mit Glucuronsäure, weniger mit Schwefelsäure konjugiert und als Natriumsalz renal ausgeschieden. Ein kleiner Teil wird zu weniger aktiven Metaboliten oxidiert (Östriol, Östrol) und ebenfalls sekundär konjugiert und renal eliminiert.
Östradiol (E2), Östron (E1), und Östriol (E3) verhalten sich im Plasma wie 1:2:3, die relativen Wirkungsstärken wie 100:33:10. Die Halbwertszeiten von E1 und E2 betragen 90, resp. 50 Minuten.
Der in den Darm ausgeschiedene Anteil wird teilweise durch den enterohepatischen Kreislauf wieder ins Blut aufgenommen.

Elimination
Insgesamt werden 80% von Östradiol renal ausgeschieden; 7% mit den Fäzes. Nur ein geringer Teil wird unverändert durch die Nieren eliminiert. Nach 3-4 Wochen ist die verabreichte Dosis vollständig eliminiert.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Der metabolische Abbau von Östradiol ist bei Leberfunktionsstörungen verlangsamt (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

a) Durch Östrogenmangel bedingte Ausfallserscheinungen nach der Menopause oder nach operativer Entfernung der Ovarien, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Atrophien des Urogenitalsystems, Stimmungsschwankungen sowie depressive Zustände, wenn eine orale Therapie nicht durchführbar ist.
b) Zyklusanomalien, primäre und sekundäre Amenorrhö infolge östrogener Insuffizienz.
Bei Patientinnen ohne vasomotorische Symptomatik beseitigen die Präparate jedoch weder Stimmungsschwankungen noch depressive Zustände, und sie sind deshalb für solche Patientinnen nicht indiziert.

Dosierung/Anwendung

Hinweis
Bei Frauen mit intaktem Uterus ist zur Verringerung des Risikos eines Endometriumkarzinoms eine Behandlung mit Östradiol grundsätzlich mit einem Gestagen zu kombinieren.

Übliche Dosierung bei klimakterischen Beschwerden

Oestradiol Streuli: Täglich 1 Ampulle (1 mg) i.m.

Oestradiol-K Streuli: Alle 4 Wochen 1 Ampulle (10 mg) i.m.
In der Postmenopause oder nach Hysterektomie kann die Behandlung zu einem beliebigen Zeitpunkt begonnen werden. Besteht noch ein Menstruationszyklus, so wird die erste Dosis am 5. Zyklustag verabreicht.
Bei einer kontinuierlichen Östrogensubstitution, wie sie für Oestradiol Streuli und Oestradiol-K Streuli empfohlen wird, sollte das Gestagen (z.B. 1-5 mg Norethisteronacetat, 5 mg Norethisteron, 5 mg Medrogeston, 10 mg Medroxyprogesteronacetat oder 20 mg Dydrogesteron pro Tag) jeweils an 10-14 (vorzugsweise 12) Tagen eines jeden Monats eingenommen werden. Es wird auf die Fachinformationen der diesbezüglichen Gestagenpräparate hingewiesen.

Zyklusanomalien oder Amenorrhö infolge östrogener Insuffizienz

Oestradiol Streuli: 3-4mal wöchentlich 1-5 mg i.m. in der ersten Zyklushälfte.

Oestradiol-K Streuli: zwischen dem 4.-7. Zyklustag 1 Ampulle i.m.
In der zweiten Zyklushälfte ein Gestagenpräparat in äquivalenter Dosierung verabreichen.

Hinweis zur Verabreichung von Oestradiol Streuli
Das als ölige Lösung formulierte Präparat Oestradiol Streuli muss wie alle öligen Lösungen intramuskulär verabreicht werden. Die in seltenen Fällen während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftretenden kurzdauernden Reaktionen (Hustenreiz, Hustenanfälle, Atemnot) lassen sich durch betont langsames Injizieren praktisch vermeiden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Anwendungseinschränkungen

Die Anwendungseinschränkungen von Oestradiol/-K Streuli sind mit denen oraler Östrogenpräparate und - im Falle einer Behandlung von Patientinnen mit intaktem Uterus - mit denen oraler Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate, die zur Hormonsubstitution angewendet werden, vergleichbar. Es wird auf die Fachinformationen solcher Präparate hingewiesen.

Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegenüber Östradiol, Benzylalkohol (ölige Lösung, Oestradiol Streuli), Alkyl-4-hydroxybenzoaten (Paragruppenallergie; Kristallsuspension, Oestradiol-K Streuli) oder einen der anderen Inhaltsstoffe (siehe «Unerwünschte Wirkungen»); als Monotherapie bei Frauen mit intaktem Uterus; vorausgegangenes, vermutetes oder bestehendes Mammakarzinom; vermutete oder bestehende östrogenabhängige Neoplasien, wie z.B. Endometriumkarzinom; ungeklärte vaginale Blutungen; Endometriose; schwere Leberfunktionsstörungen, vorausgegangene, vermutete oder bestehende Lebertumoren, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom, cholestatischer Ikterus, idiopathischer Schwangerschaftsikterus, schwerer Schwangerschaftspruritus in der Anamnese, Herpes gestationis in der Anamnese; Porphyrie, Sichelzellanämie, schwer einstellbare Hypertonie, schwer einstellbare Hypertriglyceridämie, schwere chronische Depressionen; schwere Nieren- und Herzinsuffizienz sowie thromboembolische Leiden sowie unter vorausgegangener Östrogentherapie aufgetretene Thrombophlebitis oder zerebrovaskulärer Insult; Otosklerose mit Verschlechterung in vorausgegangenen Schwangerschaften; vermutete oder bestätigte Schwangerschaft; Stillzeit.
Wegen des Lidocaingehalts ist die Kristallsuspension bei Patientinnen mit schweren Überleitungsstörungen und akut dekompensierter Herzinsuffizienz kontraindiziert.

Vorsichtsmassnahmen

Brustkrebs-Risiko
In einer Meta-Analyse, welche auf 51 epidemiologischen Studien beruht, wurde berichtet, dass das Risiko für die Diagnose eines Mammakarzinoms leicht erhöht ist bei Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie (HRT) anwenden oder angewendet haben. Diese Erkenntnisse können auf die frühzeitigere Diagnose, auf biologische Auswirkungen der HRT oder auf eine Kombination aus beiden zurückzuführen sein. Das Risiko erhöht sich mit der Dauer der HRT und nimmt in den ersten 5 Jahren nach Absetzen graduell ab. Mammakarzinome bei Frauen unter HRT sind bei Diagnosestellung wahrscheinlich eher auf die Brust begrenzt als solche, die bei Nicht-Hormonsubstituierten gefunden werden. Bei Frauen ohne HRT wird im Alter zwischen 50 und 70 Jahren bei ca. 45 von 1000 Frauen ein Mammakarzinom diagnostiziert; das relative Risiko steigt mit dem Alter. Bei Patientinnen, die während 5-15 Jahren eine HRT anwandten, betrug die Zunahme der Mammakarzinom-Fälle 1-12‰ (5 Jahre + 2; 10 Jahre + 6; 15 Jahre + 12), abhängig vom Alter bei Beginn und Therapiedauer.
Die gleichzeitige Behandlung mit einem Gestagen scheint vor dem Risiko eines Mammakarzinoms nicht zu schützen, sondern kann das Risiko erhöhen.
Deshalb sollte vor Beginn einer Langzeit-Therapie das Nutzen/Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.
Wie bei allen Östrogenen ist vor der Verwendung von Oestradiol/-K Streuli eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustandes sowie eine eingehende gynäkologische Kontrolluntersuchung erforderlich (Mammauntersuchung, Zervixabstrich), die bei länger dauernder Behandlung mindestens jährlich zu wiederholen sind.
Vor Beginn der Behandlung ist eine Schwangerschaft mit Sicherheit auszuschliessen, und während der Behandlung darf es nicht zu einer Schwangerschaft kommen (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»). Des weiteren sollte sichergestellt werden, dass kein Prolaktinom vorliegt, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich hypophysäre Adenome unter dem Einfluss von über längere Zeit verabreichten Östrogenen vergrössern.
In der Regel sollte bei einer Hormonsubstitutionstherapie die Patientin mindestens einmal jährlich allgemein und gynäkologisch untersucht werden, und die Behandlung sollte mit der niedrigst wirksamen Dosis und nur solange wie unbedingt erforderlich durchgeführt werden.
Da Östrogene in Überdosierung eine Flüssigkeitsretention bewirken können, sollte Patientinnen mit Krankheitszuständen, die dadurch verschlimmert werden können, wie Herzinsuffizienz, Hypertonie, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Asthma, Epilepsie oder Migräne, speziell überwacht werden. Bei Patientinnen mit Brustkrebs in der Familienanamnese und bei solchen mit Knotenbildung in der Brust, fibrozystischer Mastopathie und abnormen Mammogrammen sind Vorsicht und eine strikte Überwachung geboten. Generell sind unter dieser Therapie regelmässige Brustkontrollen durchzuführen, und die Patientinnen sollten über die Brustselbstkontrolle unterrichtet werden.
Vorsicht ist des weiteren geboten bei Patientinnen mit metabolischen, von einer Hyperkalzämie begleiteten Knochenkrankheiten sowie bei Patientinnen mit Leiomyomen des Uterus, da diese unter einer Östrogentherapie wachsen können.
Langdauernde Monotherapie mit Östradiol erhöht das Risiko einer Endometriums-Hyperplasie und eines Endometriumkarzinoms, wenn die Behandlung nicht durch eine sequentielle Gestagentherapie ergänzt wird (siehe «Dosierung/Anwendung»). Weitere Risikofaktoren für ein Endometriumkarzinom sind Übergewicht, Nulliparität und in geringerem Ausmass Hypertonie und abnorme Glukosetoleranz.
Patientinnen mit intaktem Uterus, die vorgängig Östrogene als Monotherapie erhalten haben, sollten vor Beginn einer Therapie mit Oestradiol Streuli oder Oestradiol-K Streuli besonders sorgfältig in bezug auf eine mögliche Hyperstimulation des Endometriums untersucht werden.
Wenn während oder kurz nach Beginn der Therapie abnormale oder irreguläre Vaginalblutungen auftreten, sollte eine diagnostische Aspirationsbiopsie oder eine Kürettage durchgeführt werden, um die Möglichkeit einer malignen Entartung des Uterus auszuschliessen.
Die Verabreichung von Östrogen- und Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten geht mit einem erhöhten Auftreten thromboembolischer Krankheiten (z.B. venöse Thrombosen, Lungenembolie, Schlaganfall oder Herzinfarkt) einher. Dieses Risiko wird durch zusätzliche Faktoren weiter erhöht. Dazu zählen Rauchen, erhebliches Übergewicht, zunehmendes Alter, Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung oder des Fettstoffwechsels, schwere Diabetes mit Gefässveränderungen, Krampfadern sowie vorausgegangene Venenbehandlungen und Thrombosen. Die Patientinnen sollten über diese Zusammenhänge aufgeklärt werden.

Gründe für ein sofortiges Absetzen der Therapie
Erste Anzeichen von thromboembolischen Störungen, wie Thrombophlebitis, tiefe Venenthrombosen, zerebrovaskuläre Störungen oder Myokardinfarkt, erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufiges Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen, plötzliche Seh- und Hörstörungen, plötzlicher bedeutender Anstieg des Blutdrucks, erkennbares Wachstum von Myomen, Auftreten von Pruritus am ganzen Körper und/oder von Gelbsucht, Auftreten schwerer depressiver Zustände, Zunahme epileptischer Anfälle; Schwangerschaft.
Mindestens 4 Wochen vor einer geplanten Operation mit erhöhtem Thromboembolierisiko sowie während einer langdauernden Immobilisation sollte die Östrogenbehandlung ebenfalls abgesetzt werden.
Nach dem Abklingen einer Virushepatitis sollten etwa 6 Monate vergehen, bevor Präparate wie Oestradiol Streuli oder Oestradiol-K Streuli angewendet werden.
In seltenen Fällen wurden nach Anwendung von Sexualsteroiden gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen der Leber beobachtet, die vereinzelt zu lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle geführt haben. Wenn starke Oberbauchschmerzen, eine Hepatomegalie oder Anzeichen einer intraabdominellen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Abklärungen einbezogen und gegebenenfalls das Präparat abgesetzt werden.
Bei Patientinnen, welche unter einer Hormonsubstitutionstherapie mit blutdrucksenkenden Mitteln behandelt werden, soll eine regelmässige Blutdruckkontrolle vorgenommen werden und bei Patientinnen mit Diabetes kann eine Neueinstellung der Antidiabetika erforderlich werden (siehe «Interaktionen»).
Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass die Wiederkehr der Monatsblutungen in der Postmenopause im Zusammenhang mit einer Hormonsubstitutionstherapie kein Anzeichen von Fertilität ist. Oestradiol/-K Streuli sind keine Kontrazeptiva.

Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaftskategorie X.
Es gibt Hinweise auf fötale Risiken, basierend auf Erfahrungen bei Menschen oder Tieren, wobei die Risiken die möglichen positiven therapeutischen Effekte bei weitem übersteigen. Dieses Medikament ist kontraindiziert für schwangere Frauen oder für Frauen, die schwanger werden könnten. Sollte eine Patientin während der Behandlung mit Oestradiol/-K Streuli schwanger werden oder dieses Präparat unbeabsichtigt in der Schwangerschaft erhalten haben, muss sie über die Risiken einer Fortsetzung der Schwangerschaft unterrichtet werden.
Wie alle Östrogene darf auch Oestradiol/-K Streuli wegen des Risikos potentiell ernsthafter Nebenwirkungen auf den Säugling auch während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Neben den unter «Vorsichtsmassnahmen» aufgeführten unerwünschten Wirkungen, bei deren Auftreten das Präparat sofort abzusetzen ist, können vor allem zu Beginn der Behandlung folgende Nebenwirkungen auftreten:
Gelegentlich kann es zu Spannungsgefühl in den Brüsten und Durchbruchblutungen (die im allgemenen Zeichen einer Überdosierung sind) kommen.
Nebenwirkungen wie Wasserretention mit Ödemen, Bauchschmerzen oder Völlegefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel oder depressive Zustände können beobachtet werden.
In seltenen Fällen können Thrombophlebitis, Verschlimmerung variköser Venen, Blutdruckanstieg, Überempfindlichkeitsreaktionen, Chloasma, Pigmentveränderungen, Leberfunktionsstörungen, Gallenblasenerkrankungen, Virilisierungserscheinungen (Hirsutismus, Stimmveränderungen) und Veränderungen der Libido (vor allem bei adipösen Patientinnen) auftreten.
In den meisten Fällen verschwinden die unerwünschten Wirkungen nach kurzer Zeit wieder, wogegen Chloasma selbst nach Absetzen des Präparates persistieren kann.
In seltenen Fällen können gewisse Gerinnungsparameter, wie Prothrombinzeit, partielle Thromboplastinzeit, Faktor VII, Faktor X, Antithrombin III und Plasminogen beeinflusst werden.
Bei hoher und langdauernder Dosierung von Oestradiol Streuli bzw. Oestradiol-K Streuli besteht das Risiko einer Ovarialatrophie (Ovarialinsuffizienz).
In seltenen Fällen - und insbesondere bei zu rascher Injektion - kann die ölige Lösung (Oestradiol Streuli) Hustenreiz, Hustenanfälle und Atemnot verursachen (siehe «Dosierung/Anwendung»). Des weiteren kann der darin als Hilfsstoff enthaltene Benzylalkohol in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautreaktionen, Angioödeme) verursachen, und mit Benzylalkohol wurden auch bleibende neuropsychiatrische Mangelzustände sowie systemübergreifende Organinsuffizienzen in Zusammenhang gebracht.
Das in der Kristallsuspension (Oestradil-K Streuli) als Hilfsstoff enthaltene Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) kann in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen (Paragruppenallergie). Das in diesem Präparat als Lokalanästhetikum enthaltene Lidocain kann Schwindel, Erbrechen, Benommenheit und Krämpfe sowie Bradykardie, Rhythmusstörungen und Schock verursachen.

Interaktionen

Mit der regelmässigen Einnahmen anderer Medikamente (Barbiturate, Phenylbutazon, Phenytoin, Rifampicin, Ampicillin und Carbamazepin) kann es durch hepatische Enzyminduktion zu einer Wirkungseinschränkung von Oestradiol Streuli und Oestradiol-K Streuli kommen.
Auch bei gleichzeitiger Einnahme gewisser Antibiotika (z.B. Ampicillin) können durch Veränderung der Darmflora die Wirkstoffspiegel erniedrigt werden.
Eine Erhöhung der Wirkung von Oestradiol Streuli bzw. Oestradiol-K Streuli kann durch Paracetamol, durch gewisse Betablocker (z.B. Metoprolol) und einige Benzodiazepine verursacht werden.
Oestradiol Streuli und Oestradiol-K Streuli können die Wirkung oraler Antikoagulantien, Lipidsenker (z.B. Clofibrat), Schilddrüsenhormone (z.B. Levothyroxin) und gewisser Antirheumatika (z.B. Phenazon) herabsetzen, und bei Diabetikerinnen kann es bei gleichzeitiger Behandlung mit Antidiabetika zu einer Verschlechterung der Glukosetoleranz kommen, wodurch eine Neueinstellung insbesondere der oralen Antikoagulantien und der Antidiabetika erforderlich werden kann (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).
Die Wirkung von trizyklischen Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Imipramin), Kortikosteroiden und von TRH sowie die unerwünschten Wirkungen gewisser Neuroleptika (z.B. Perphenazin) können sich über einen Hemmung ihres Metabolismus verstärken und verlängern.
Die gleichzeitige Einnahme von hepatotoxischen Medikamenten, besonders von Dantrolen, kann das Risiko der Hepatotoxizität erhöhen.

Überdosierung

Östrogene (und Gestagene) sind wenig toxisch und eine Überdosierung ist bei Beachtung der Dosisempfehlungen wenig wahrscheinlich. Übelkeit, Blähungen, Wasserretention, Spannungsgefühl in den Brüsten oder Entzugsblutungen sind im allgemeinen Zeichen einer Überdosis.
Chronische Überdosierungen führen zu Spannungsgefühlen in den Brüsten, Durchbruchsblutungen, Wasserretention oder Blähungen (siehe Kapitel «Dosierung»).
Im Falle einer Überdosierung empfiehlt es sich, die Patientin gut zu überwachen und die Leberwerte sowie den Elektrolythaushalt zu kontrollieren. Eine allfällige Behandlung ist symptomatisch.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

IKS-Nummern

28407, 28408.

Stand der Information

Oktober 2001.
RL88

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