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Fachinformation zu Andriol® Testocaps:MSD Merck Sharp & Dohme AG
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Testosteronundecanoat.
Hilfsstoffe: Rizinusöl, Propylenglycol-Monolaurat (E 477), Glycerin, Gelatine, Color.: Gelborange S (E 110).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kapsel enthält 40 mg Testosteronundecanoat (entspricht 25,3 mg Testosteron).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Testosteron-Substitutionstherapie bei angeborenem oder erworbenem primärem und sekundärem Hypogonadismus des Mannes.
Andriol Testocaps sind nicht für die Behandlung von Frauen oder von Kindern vor der Pubertät zugelassen.

Dosierung/Anwendung

Um die Resorption sicherzustellen, müssen Andriol Testocaps unzerkaut als ganze Kapsel während einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden. Es wird empfohlen, die Tagesdosis auf je eine Einzeldosis am Morgen und am Abend aufzuteilen.
Die übliche Anfangsdosierung beträgt 120-160 mg Testosteronundecanoat täglich (entsprechend 3-4 Kapseln) während 2-3 Wochen. Anschliessend sind als Erhaltungsdosis meist 40-120 mg Testosteronundecanoat täglich (1-3 Kapseln) ausreichend, wobei die Dosierung individuell anhand des klinischen Ansprechens anzupassen ist.
Spezielle Dosierungsempfehlungen:
Ältere Patienten: Bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit von Andriol Testocaps bei Patienten ≥65 Jahre liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen sind nicht ausreichend untersucht. Andriol Testocaps sind vor der Pubertät nicht indiziert.
Niereninsuffizienz: Die Pharmakokinetik von Testosteronundecanoat bei Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.
Leberinsuffizienz: Die Pharmakokinetik von Testosteronundecanoat bei Leberinsuffizienz wurde nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Kontraindikationen

Bekanntes oder vermutetes Karzinom der Prostata oder der Brustdrüse (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Hyperkalziämie bei malignem Tumor.
Überempfindlichkeit gegenüber Testosteronundecanoat oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Andriol Testocaps sollen nur angewendet werden, wenn ein Hypogonadismus nachgewiesen wurde und wenn andere Ursachen, die der Symptomatik zugrunde liegen können, vor Therapiebeginn ausgeschlossen wurden. Der Testosteron-Mangel sollte eindeutig durch klinische Symptome (Rückbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, Veränderung der Körperzusammensetzung, Asthenie, Abnahme der Libido, erektile Dysfunktion usw.) nachgewiesen und durch zwei getrennte Bestimmungen des Testosteron-Blutspiegels bestätigt werden.
Bei Männern mit normalem Testosteron-Serumspiegel sind Andriol Testocaps nicht zur Behandlung der männlichen Sterilität oder Impotenz geeignet.
Überwachung der Behandlung: Der Testosteron-Spiegel sollte zu Beginn und in regelmässigen Abständen während der Behandlung überprüft werden, um eine Einstellung auf eugonadale Werte zu gewährleisten. Aufgrund der Variabilität der Laborwerte sollten dabei alle Testosteron-Bestimmungen vorzugsweise im selben Labor durchgeführt werden.
Unter einer längerfristigen Androgentherapie sollten Hämoglobin und Hämatokrit zum Ausschluss einer Polyglobulie regelmässig kontrolliert werden. Bei einem Anstieg des Hämatokrits kann es erforderlich sein, die Testosteron-Dosis zu reduzieren oder die Therapie abzubrechen. Ein erhöhter Hämatokrit kann das Risiko für thromboembolische Ereignisse erhöhen.
Unter einer Langzeittherapie mit Androgenen sollten darüber hinaus auch Leberwerte und Lipidprofil regelmässig überwacht werden.
Tumore: Androgene können das Fortschreiten eines subklinischen Prostatakarzinoms oder einer benignen Prostatahyperplasie beschleunigen. Bei allen Patienten müssen daher zum Ausschluss eines subklinischen Prostatakarzinoms vor Beginn der Therapie, vierteljährlich während der ersten 12 Monate sowie danach jährlich (bei Vorliegen von Risikofaktoren wie z.B. positiver Familienanamnese ggf. häufiger) eine rektal-digitale Untersuchung sowie eine Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) durchgeführt werden. Darüber hinaus ist auch eine Untersuchung der Brust zum Ausschluss eines Mammakarzinoms erforderlich.
Erkrankungen, bei welchen besondere Vorsicht geboten ist: Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz sowie solche mit Hypertonie, koronarer Herzerkrankung, Epilepsie oder Migräne in der Anamnese sollten sorgfältig überwacht werden, da Androgene eine Flüssigkeitsretention bzw. eine Blutdruckerhöhung bewirken und dadurch zu einer Verschlechterung dieser Erkrankungen führen können. Im Falle einer Verschlechterung bzw. des Auftretens von Ödemen oder einer Herzinsuffizienz muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Schlafapnoe: Es ist bekannt, dass eine Androgen-Therapie eine bestehende Schlafapnoe verstärken kann. Patienten mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung sollten daher mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Für Andriol Testocaps liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit Schlafapnoe vor.
Kalziumstoffwechsel: Da bei Patienten mit gewissen Malignomen (z.B. Bronchialkarzinom, Hypernephrom und Mammakarzinom) und bei Patienten mit Knochenmetastasen eine Hyperkalziämie und/oder Hyperkalziurie auftreten kann, sollte Testosteron in solchen Fällen mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei diesen Patienten wird eine regelmässige Überwachung der Serum-Kalzium-Konzentrationen empfohlen. Falls es zu einer Hyperkalziämie kommt, muss die Testosterontherapie abgebrochen (siehe «Kontraindikationen») und die Hyperkalziämie in geeigneter Weise behandelt werden. Die Testosterontherapie sollte erst nach Wiederherstellung der normalen Kalziumspiegel wieder aufgenommen werden.
Glukosemetabolismus: Androgene wie Testosteron können bei Diabetikern die Glukosetoleranz verbessern und dadurch den Bedarf an Insulin und anderen Antidiabetika reduzieren (siehe «Interaktionen»). Bei Diabetikern sollte daher der Blutzuckerstatus insbesondere zu Beginn und am Ende der Behandlung mit Andriol Testocaps sowie periodisch während der Therapie überwacht werden.
Priapismus: In seltenen Fällen kann es unter einer Testosteron-Substitutionstherapie zu Priapismus kommen, der bei fehlender bzw. verspäteter Behandlung zu irreversiblen Schädigungen des Penis führen kann. Der Patient ist darauf hinzuweisen, in einem solchen Fall umgehend einen Urologen aufzusuchen.
Thromboembolische Ereignisse: Bei der Anwendung von Testosteron bei Patienten mit Thrombophilie ist Vorsicht geboten, da bei dieser Patientengruppe in Studien und Berichten nach der Markteinführung unter Therapie mit Testosteron Fälle von Thrombosen berichtet wurden.
Antikoagulantien-Therapie: Androgene wie Testosteron können, insbesondere in hohen Dosen, die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulantien vom Cumarin-Typ verstärken (siehe «Interaktionen»). Unter Therapie mit Andriol Testocaps sind daher engmaschige Kontrollen der INR und ggf. eine Dosisreduktion der Antikoagulantien erforderlich.
Fertilität: Nach längerer Anwendung höherer Testosterondosen kann es zu Störungen der Spermatogenese mit Oligospermie, vermindertem Ejakulationsvolumen und Abnahme der Hodengrösse kommen.
Überdosierung, Missbrauch und Abhängigkeit: Der Arzt sollte den Patienten auf mögliche Symptome einer Androgen-Überdosierung hinweisen, wie zu häufige oder anhaltende Erektionen sowie Stimmungsveränderungen oder Gewichtszunahme. Bei Auftreten androgen-assoziierter Nebenwirkungen sollte die Dosis reduziert bzw. gegebenenfalls die Behandlung abgesetzt werden. Nach Abklingen der Beschwerden kann die Behandlung mit einer niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden.
Die Anwendung von Andriol Testocaps kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Patienten, die an Wettkämpfen teilnehmen, die von der World Anti-Doping Agency (WADA) überwacht werden, sollten vor Anwendung dieses Arzneimittels den WADA-Code zu Rate ziehen, da Andriol Testocaps mit Anti-Doping-Tests interferieren können.
Der Missbrauch von Androgenen zur Leistungssteigerung beim Sport birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken (bis hin zu letalem Ausgang), und es ist unbedingt davon abzuraten.
Testosteron wird zum Arzneimittelmissbrauch verwendet, typischerweise in höheren Dosen als für die zugelassene Indikation empfohlen und/oder in Kombination mit anderen anabolen Steroiden. Der Missbrauch von Testosteron und anderen anabolen Steroiden kann zu schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen führen, einschliesslich kardiovaskulären (in einigen Fällen mit letalem Ausgang), hepatischen und/oder psychiatrischen Ereignissen. Daneben ist mit dem vermehrten Auftreten der unter «unerwünschte Wirkungen» genannten (und teilweise oben näher beschriebenen) Effekte zu rechnen. Es kann sich ein sekundärer hypogonadotroper Hypogonadismus entwickeln.
Darüber hinaus kann der Missbrauch von Testosteron bei stärkerer Dosisreduktion oder abrupter Beendigung der Anwendung mit Entzugserscheinungen (wie z.B. depressiven Symptomen) einhergehen.
Ältere Patienten: Über altersspezifische Testosteron-Referenzwerte besteht derzeit kein Konsens. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Testosteron-Serumspiegel mit steigendem Alter physiologischerweise abnehmen. Bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit von Andriol bei Patienten ≥65 Jahre liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.
Kinder und Jugendliche: Andriol Testocaps haben bei Kindern vor der Pubertät keine Indikation. Androgene können bei Kindern beiderlei Geschlechts neben einer Virilisierung zu einer Beschleunigung von Wachstum und Knochenreifung, zu einem vorzeitigen Epiphysenschluss und damit zu einer verminderten Endgrösse führen. Auch mit dem Auftreten einer Akne ist zu rechnen.
Frauen: Andriol Testocaps sind aufgrund der möglichen virilisierenden Wirkung von Frauen nicht anzuwenden.
Hilfsstoffe: Andriol Testocaps enthalten den Azofarbstoff Gelborange S (E110), welcher allergische Reaktionen verursachen kann.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Enzyminduktoren: Arzneimittel, welche mikrosomale Enzyme induzieren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin oder Johanniskraut-Präparate), können zu einer beschleunigten Testosteron-Clearance führen und dadurch die Wirksamkeit einer Androgentherapie reduzieren.
Enzyminhibitoren: Arzneimittel, welche mikrosomale Enzyme hemmen, können zu einer reduzierten Testosteron-Clearance führen. Die gleichzeitige Gabe starker CYP450-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Clarithromycin, Cobicistat, Ritonavir) könnte daher mit einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen einhergehen.
Umgekehrt können Androgene auch den Metabolismus anderer Arzneimittel verändern und zu einer Erhöhung oder Erniedrigung von deren Plasma- und Gewebekonzentrationen führen. Es sollte daher ggf. auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.
Pharmakodynamische Interaktionen
Insulin und andere Antidiabetika: Androgene können die Glukosetoleranz verbessern und dadurch bei Diabetikern den Bedarf an Insulin oder anderen Antidiabetika reduzieren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Antikoagulantien: Hohe Androgendosen können die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulantien vom Cumarin-Typ (z.B. Acenocoumarol, Phenprocoumon) verstärken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
ACTH oder Kortikosteroide: Die gleichzeitige Anwendung von Testosteron mit ACTH oder Kortikosteroiden kann die Bildung von Ödemen fördern. Diese Wirkstoffe sollen daher nur mit Vorsicht gemeinsam verabreicht werden, insbesondere bei Patienten mit kardialen oder renalen Erkrankungen oder bei Patienten mit anderweitiger Prädisposition für Ödeme (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Andriol Testocaps sind bei Frauen nicht indiziert. Testosteron darf bei schwangeren oder stillenden Frauen auf keinen Fall verabreicht werden. Bei Anwendung während der Schwangerschaft besteht das Risiko einer Virilisierung des Foeten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Soweit bisher bekannt, hat Testosteron vermutlich keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit bzw. die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Systemorganklassen (MedDRA) und Häufigkeit aufgelistet, welche in einer klinischen Studie an 237 Männern mit Hypogonadismus und/oder während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Andriol Testocaps beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: häufig: ≥1/100, <1/10; gelegentlich: ≥1/1000, <1/100); nicht bekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Gelegentlich: beschleunigtes Wachstum eines bestehenden Prostatakarzinoms bzw. Progression von subklinischen Prostatakarzinomen.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Häufig: Polyglobulie, Hämatokrit erhöht.
Nicht bekannt: Erythrozytenzahl erhöht, Hämoglobin erhöht.
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
Gelegentlich: Flüssigkeitsretention (insbesondere bei längerer Anwendung und/oder unter höheren Dosen).
Nicht bekannt: Veränderungen der Serumlipide (Abnahme von LDL-C, HDL-C und Triglyceriden).
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Depression, verminderte Libido.
Gelegentlich: Nervosität, Stimmungsänderung.
Nicht bekannt: gesteigerte Libido.
Gefässerkrankungen
Häufig: Hypertonie.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Übelkeit.
Einige Patienten berichteten bei Anwendung von Andriol Testocaps über Diarrhoe und Bauchschmerzen oder andere Bauchbeschwerden (bedingt durch den Hilfsstoff Rizinusöl).
Leber und Gallenerkrankungen
Häufig: abnormale Leberfunktionswerte.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Pruritus.
Gelegentlich: Akne.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Myalgien.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig: benigne Prostatavergrösserung, erhöhtes PSA.
Gelegentlich: Gynäkomastie, Priapismus.
Darüber hinaus wurde unter einer Androgentherapie über folgende unerwünschte Wirkungen berichtet: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Tremor, kardiovaskuläre Störungen, Alopezie, Arthralgien, häufigere Erektionen, Mastodynie, Reduktion der Hodengrösse.
(Zu zusätzlichen unerwünschten Wirkungen, wie sie unter der Anwendung supratherapeutischer Dosen, d.h. im Falle eines Missbrauchs zu erwarten sind, siehe «Überdosierung». Siehe ausserdem auch «Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen»)

Überdosierung

Hohe Dosen von Andriol Testocaps können durch das als Lösungsmittel enthaltene Rizinusöl zu gastrointestinalen Beschwerden führen.
Im Falle einer Überdosierung können die unter «Unerwünschte Wirkungen» beschriebenen Effekte verstärkt auftreten, insbesondere Priapismus oder andere Zeichen der sexuellen Überstimulation.
Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch. Wenn die Einnahme erst kurze Zeit zurückliegt, kann eine Magenentleerung sinnvoll sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03BA03
Pharmakodynamik
Das endogene Androgen Testosteron ist für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale während der foetalen, frühkindlichen und pubertären Entwicklungsphase verantwortlich, sowie danach für die Aufrechterhaltung des männlichen Phänotyps und der androgenabhängigen Funktionen. Daneben wirkt es unter anderem auch auf Skelett, Muskeln, Haut, Knochenmark, Leber, Nieren und ZNS. Ungenügende Testosteron-Sekretion führt beim Mann zu Hypogonadismus mit erniedrigten Testosteron-Serumkonzentrationen.
Die Behandlung mit Andriol Testocaps führt bei Männern mit Hypogonadismus zur Normalisierung der Serumspiegel von Gesamttestosteron und biologisch verfügbarem Testosteron sowie zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Dihydrotestosteron (DHT) und Estradiol (E2). Dadurch kommt es zu einer Besserung der Testosteron-Mangelsymptome (wie verminderte Libido, Impotenz, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, erhöhtes Osteoporose-Risiko).
Eine Normalisierung des Testosteronspiegels bei Männern mit Hypogonadismus kann längerfristig zu einer Verbesserung der Körperfettmasse und der fettfreien Körpermasse führen.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Verabreichung von Andriol Testocaps wird ein grosser Teil von Testosteronundecanoat zusammen mit dem lipophilen Solvens vom Gastrointestinaltrakt in das lymphatische System resorbiert, wodurch die Firstpass-Inaktivierung durch die Leber teilweise umgangen wird. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 7%.
Andriol Testocaps müssen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, um die Absorption zu gewährleisten.
Distribution
Aus dem lymphatischen System wird Testosteronundecanoat in das Plasma abgegeben und zu Testosteron hydrolysiert.
Testosteron und Testosteronundecanoat werden zu etwa 98% an Plasmaproteine gebunden (sowohl an sexualhormonbindendes Globulin als auch an Albumin).
Nach einer Einzeldosis von 80-160 mg Andriol Testocaps werden die maximalen Plasmaspiegel des Gesamttestosterons (Cmax) nach 4-5 Stunden erreicht und liegen bei 13-27 nmol/l. Die Testosteron-Plasmaspiegel bleiben für ungefähr 8-12 Stunden erhöht. Die Plasmaspiegel weisen eine hohe inter-individuelle Variabilität auf.
Metabolismus
Testosteronundecanoat wird im Plasma und im Gewebe zum natürlichen männlichen Androgen Testosteron hydrolysiert. Der weitere Metabolismus von Testosteron zu Dihydrotestosteron und Estradiol ist analog zu jenem für endogenes Testosteron.
Elimination
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich in Form von Konjugaten von Etiocholanolon und Androsteron über den Urin.

Präklinische Daten

Mutagenes und karzinogenes Potential
In vitro und in vivo Untersuchungen auf mutagene Wirkungen von Testosteronundecanoat und Testosteron ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential. Testosteron oder seine Ester fördern in Studien an Nagetieren die Entwicklung von hormonabhängigen Tumoren. Allgemein muss damit gerechnet werden, dass Geschlechtshormone das Wachstum von hormonabhängigen Geweben und Tumoren verstärken.
Reproduktionstoxizität
Fertilitätsstudien an Nagetieren und Primaten haben gezeigt, dass die Behandlung mit Testosteron die Fertilität durch Unterdrückung der Spermatogenese dosisabhängig beeinträchtigt.
Darüber hinaus wurden keine embryoletalen oder teratogenen Wirkungen bei den Nachkommen von testosteronbehandelten männlichen Ratten beobachtet. Die Verabreichung von Andriol Testocaps kann in bestimmten Entwicklungsstadien die Virilisierung weiblicher Foeten verursachen. In Studien zur Embryotoxizität und speziell zur Teratogenität wurden jedoch keine Anzeichen für eine weitere Beeinträchtigung der Organentwicklung gefunden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Die Behandlung mit Steroiden kann das Ergebnis bestimmter Labortests beeinflussen: PBI, totales Serum Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3), Kreatinin, 17-Ketosteroide.
Hinweis
Die weichen, ovalen Testocaps sind orange glänzend und durchsichtig. Sie enthalten gelbes Öl.
Haltbarkeit
Andriol Testocaps dürfen nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Verfalldatum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht im Kühlschrank lagern und nicht einfrieren, nicht über 30 °C lagern. Damit die Testocaps lichtgeschützt sind, sollte der Blister im Alubeutel und in der Faltschachtel aufbewahrt werden.
Der Alubeutel ist erst kurz vor der Einnahme der ersten Kapsel eines Blisters zu öffnen.

Zulassungsnummer

42028 (Swissmedic).

Packungen

Testocaps zu 40 mg: 60 (B).

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

Mai 2019.
S-CCDS-MK3033-CP-052017/MK-3033-CHE-2019-020196

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