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Fachinformation zu Pirosol®:Sandoz Pharmaceuticals AG
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AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Piroxicamum.

Hilfsstoffe
Tabletten: Excip. pro compr.
Ampullen: Nicotinamidum 60 mg, Natrii hydroxidum, Propylenglycolum, Ethanolum, conserv: Alcohol benzylicus 40 mg, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 2 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten (mit Bruchrille) zu 20 mg.
Ampullen à 40 mg/2 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Pirosol ist indiziert bei einer Vielzahl von Zuständen, die eine antiinflammatorische und/oder analgetische Therapie verlangen, wie chronische Polyarthritis, Arthrose, Spondylitis ankylosans, akuter Weichteilrheumatismus, akute Gicht sowie postoperative und posttraumatische Schmerzen.

Dosierung/Anwendung

Initialdosis: 20 mg 1× täglich.
Erhaltungsdosis: Bei den meisten Patienten wird die Therapie mit 1× täglich 20 mg fortgesetzt. Eine relativ kleine Gruppe von Patienten kann mit einer Erhaltungsdosis von 10 mg/Tag auskommen. Einige Patienten brauchen bis zu 30 mg/Tag in einer Einzeldosis oder aufgeteilt in mehrere Dosen. Eine Langzeittherapie mit 30 mg/Tag oder mehr birgt ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen in sich.

Akute Gicht
Initialdosis: 40 mg in einer Einzeldosis.
Erhaltungstherapie: 40 mg/Tag in einer Einzeldosis oder aufgeteilt in mehrere Dosen während den folgenden 4–6 Tagen.
Pirosol ist für die Dauerbehandlung der Gicht nicht indiziert.

Akuter Weichteilrheumatismus
Initialdosis: 40 mg 1× täglich oder aufgeteilt in mehrere Dosen während den ersten 2 Tagen.
Erhaltungstherapie: 20 mg 1× täglich bis zu 2 Wochen.

Postoperative und posttraumatische Schmerzen
Initialdosis: 20 mg in einer einmal täglichen Verabreichung. Wenn ein rascherer Wirkungseintritt gewünscht wird, sollte die Therapie während den ersten zwei Tagen mit 40 mg, einmal täglich oder aufgeteilt in mehrere Dosen, eingeleitet werden.
Erhaltungstherapie: 20 mg 1× täglich während 7–14 Tagen.

Intramuskuläre Form
Pirosol i.m. ist geeignet für die Initialbehandlung von akuten Affektionen oder akuten Exacerbationen von chronischen Affektionen. Für eine Fortsetzung der Behandlung sollte die orale Form verwendet werden. Die Dosierung von Pirosol i.m. ist identisch mit derjenigen von Pirosol oral.
Die intramuskuläre Injektion von Pirosol sollte aseptisch, vorzugsweise intragluteal erfolgen.

Kombination verschiedener Formen
Bei Kombination der verschiedenen Formen (Tabletten, i.m. Ampullen) sollte die bei den einzelnen Indikationen empfohlene Tagesdosis nicht überschritten werden.

Kontraindikationen

Bestehendes Ulcus pepticum.
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Piroxicam oder einem seiner Hilfsstoffe sollte Pirosol nicht angewendet werden.
Es besteht die Möglichkeit von Kreuzallergien auf Aspirin (Acetylsalicylsäure) und auf andere nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR). Pirosol sollte Patienten, die auf Aspirin oder auf andere nichtsteroidale Entzündungshemmer mit Asthma, Nasenpolypen, Angidoödem oder Urticaria reagieren, nicht verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gelegentlich wurden unter Pirosol peptische Ulcera, Perforationen und Magendarmblutungen beschrieben, die in seltenen Fällen tödlich verliefen. Bei Patienten mit Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts in der Anamnese ist die Therapie sorgfältig zu überwachen.
In seltenen Fällen können nichtsteroidale Entzündungshemmer interstitielle Nephritis, Glomerulitis, Papillennekrose und ein nephrotisches Syndrom verursachen. Die nichtsteroidalen Antirheumatika hemmen die Synthese der renalen Prostaglandine, welche bei Patienten mit eingeschränkter renaler Blutzirkulation und eingeschränktem Blutvolumen an der Aufrechterhaltung der renalen Perfusion mitbeteiligt sind. Bei diesen Patienten kann die Verabreichung von nichtsteroidalen Entzündungshemmern eine manifeste Niereninsuffizienz auslösen, die sich in der Regel nach Absetzen des Arzneimittels zur Ausgangslage zurückbildet. Für eine derartige Reaktion sind vor allem Patienten mit Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotischem Syndrom oder manifester Nierenerkrankung gefährdet. Diese Patienten sollten während der Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika sorgfältig überwacht werden.
Unerwünschte Reaktionen am Auge wurden unter der Therapie mit NSAR beschrieben. Aus diesem Grunde sollten Patienten, bei welchen unter einer Pirosol-Behandlung Sehstörungen auftreten, ophthalmologisch untersucht werden.
Nichtsteroidale Antirheumatika können eine Natrium-, Kalium- und Wasserretention verursachen und können mit der natriuretischen Wirkung von Diuretika interferieren. An diese Eigenschaften der nichtsteroidalen Antirheumatika sollte bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz oder Hypertonie gedacht werden, weil eine Verschlechterung des Krankheitsbildes durch diese Eigenschaften bedingt sein kann.
Pirosol hemmt wie andere NSAR die Thrombocytenaggregation und verlängert damit die Blutungszeit; dies muss bei Bestimmung der Blutungszeit bedacht werden.

Interaktionen

Selten kam es unter Pirosol bei Patienten, die Antikoagulantien vom Cumarin-Typ einnahmen, zu Blutungen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Pirosol und oralen Antikoagulantien sollten die Patienten engmaschig überwacht werden.
Es wird nicht empfohlen, Pirosol in Kombination mit Acetylsalicylsäure zu verabreichen oder zwei verschiedene NSAR miteinander zu kombinieren. Denn es liegen keine entsprechenden Resultate vor, die belegen können, dass eine derartige Kombination besser wirkt als eine Monotherapie. Zudem wird durch eine solche Kombinationstherapie die Möglichkeit, dass unerwünschte Wirkungen auftreten, erhöht.
Untersuchungen am Menschen haben ergeben, dass die gleichzeitige Verabreichung von Pirosol und Acetylsalicylsäure zu einer Reduktion der Piroxicam-Plasmaspiegel auf ca. 80% der Normalwerte führte.
Die gleichzeitige Verabreichung von Antacida hatte keine Wirkung auf die Piroxicam-Plasmaspiegel. Ebensowenig beeinflusste die gleichzeitige Verabreichung von Pirosol und Digoxin oder Digitoxin die Plasmaspiegel der Einzelsubstanzen.
Da Pirosol eine hohe Proteinbindung hat, kann angenommen werden, dass Pirosol andere Arzneimittel aus der Proteinbindung verdrängt. Daher müssen Patienten, die andere Arzneimittel mit hoher Proteinbindung erhalten, genau überwacht werden, um möglicherweise eine Dosisanpassung vorzunehmen.
Es liegen Berichte vor, dass NSAR, inkl. Pirosol, die «steady-state»-Plasmaspiegel von Lithium erhöhen. Es wird deshalb empfohlen, dass diese Plasmaspiegel überwacht werden, wenn eine Therapie mit Pirosol begonnen, angepasst oder abgesetzt wird.
Anhand von zwei Studien konnte gezeigt werden, dass die Piroxicam-Resorption nach Cimetidin-Einnahme leicht gesteigert ist. Hingegen wurden keine signifikanten Veränderungen der Eliminationsparameter beobachtet.
Cimetidin vergrössert die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) von Pirosol. Cimetidin erhöht die Cvon Pirosol um ungefähr 13–15%. Die Eliminationskonstanten sowie die Halbwertszeiten werden nicht signifikant verändert. Die kleine, signifikante Resorptionssteigerung ist wahrscheinlich klinisch nicht relevant.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Pirosol während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

Schwangerschaft
1. und 2. Trimenon: Schwangerschafts-Kategorie B.
Die Tierversuche zeigten keine teratogenen Wirkungen. Man verfügt jedoch über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
3. Trimenon: Schwangerschafts-Kategorie D.
Pirosol hemmt die Bildung und Freisetzung von Prostaglandin durch reversible Hemmung der Cyclooxygenase. Auf diese Wirkung wird, wie bei andern nichtsteroidalen Entzündungshemmern, eine Zunahme von erschwerten und verzögerten Geburtsverläufen bei trächtigen Tieren zurückgeführt, die bis gegen Ende der Tragzeit derartige Arzneimittel erhielten. Zudem ist bekannt, dass nichtsteroidale Entzündungshemmer einen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus bei den Kindern herbeiführen können.

Stillzeit
Die Piroxicam-Konzentration in der Muttermilch wurde nach einmaliger Verabreichung sowie nach Langzeittherapie (52 Tage) mit Piroxicam bestimmt. Die Piroxicam-Konzentrationen in der Muttermilch lagen bei 1–3% des mütterlichen Plasmaspiegels.
Während der Therapie blieb das Verhältnis zwischen der Piroxicam-Konzentration in der Muttermilch und derjenigen im Plasma konstant.
Mangels genügend klinischer Studien wird Pirosol bei stillenden Frauen nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Benommenheit ist Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinale Symptome sind die häufigsten Nebenwirkungen (11,9%). Sie führen jedoch meist nicht zu einem Therapieabbruch. Es handelt sich um Stomatitis, Appetitlosigkeit, Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Verstopfung, abdominelles Unwohlsein, Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Unter der Pirosol-Therapie wurden gelegentlich gastrointestinale Blutungen, Ulcera und Perforationen beobachtet (0,1%).
Objektive Untersuchungen der Magenschleimhaut (Gastroskopie) und Untersuchung des intestinalen Blutverlustes ergaben, dass 20 mg Pirosol pro Tag in einer oder mehreren Gaben den Magendarmtrakt signifikant weniger reizen als Acetylsalicylsäure.
Bei Langzeittherapie mit 30 mg Pirosol oder mehr ist das Risiko von Nebenwirkungen im Verdauungstrakt erhöht.
Gelegentlich wurde über Ödeme, hauptsächlich Knöchelödeme, berichtet (0,6%).
Gelegentlich (1,8%) sind zentralnervöse Nebenwirkungen beschrieben worden, wie Benommenheit, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Depression, Nervosität, Halluzinationen, Stimmungsveränderungen, ungewöhnliche Träume, Verwirrtheit, Parästhesien und Schwindel.
Schwellung oder Reizung der Augen und verschwommenes Sehen wurden beobachtet. Routinemässig durchgeführte Ophthalmoskopien und Untersuchungen mit der Spaltlampe zeigten keine Veränderungen an den Augen.
Allgemeines Unwohlsein und Tinnitus können vorkommen.
Kutane Überempfindlichkeitsreaktionen, gewöhnlich Exanthem oder Juckreiz (0,8%) wurden beschrieben. Onycholyse und Alopezie kamen selten vor. Photoallergische Reaktionen wurden gelegentlich mit der Therapie in Zusammenhang gebracht. Wie auch mit anderen NSAR kann sich in seltenen Fällen ein Lyell- oder Stevens-Johnson-Syndrom entwickeln. Vesiculobullöse Hautreaktionen wurden selten beobachtet.
Selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Anaphylaxie, Bronchospasmus, Urticaria/Angioödem, Vaskulitis und Serumkrankheit beobachtet.
Reversible Erhöhungen des Blut-Harnstoffes und Kreatinins wurden beobachtet.
Hämoglobin- und Hämatokrit-Abfall traten ohne sichtbare gastrointestinale Blutung auf. Anämien, Thrombozytopenien, nicht-thrombozytopenische Purpura (Schönlein-Henoch), Leukopenie und Eosinophilien wurden beschrieben. Selten kamen aplastische und hämolytische Anämien vor. Über Nasenbluten ist selten berichtet worden.
Veränderungen von verschiedenen Leberfunktionsparametern wurden beschrieben. Bei einigen Patienten können unter Pirosol, wie auch unter den meisten anderen NSAR, die Serumtransaminasen ansteigen. Schwere Lebererkrankungen, einschliesslich Gelbsucht und in einzelnen Fällen fatale Hepatitis, wurden beschrieben.
Obwohl solche Reaktionen selten sind, sollte die Pirosol-Therapie abgebrochen werden, wenn pathologische Leberfunktionsparameter persistieren oder sich verschlechtern, wenn sich Symptome entwickeln, die auf eine Lebererkrankung hinweisen, oder wenn systemische Manifestationen auftreten (z.B.: Eosinophilie, Rash etc.).
Seltene Fälle von Pankreatitiden wurden beschrieben.
Über Palpitationen und Dyspnoe ist in seltenen Fällen berichtet worden.
Einzelne Fälle von positiven ANA-Titern (antinukleäre Antikörper) und Schwerhörigkeit sind unter Pirosol beschrieben worden.
Ebenso sind metabolische Nebenwirkungen wie Hypoglykämie, Hyperglykämie, Gewichtszunahme oder -abnahme beschrieben worden.
Bei einer i.m. Applikation können gelegentlich vorübergehende Schmerzen am Injektionsort auftreten. An der Injektionsstelle können gelegentlich lokale Nebenwirkungen (Brennen) oder Gewebezerstörung (steriler Abszess, Fettgewebsnekrose) auftreten.

Überdosierung

Bei Überdosierung von Pirosol sind unterstützende und symptomatische Massnahmen angezeigt. Untersuchungen weisen darauf hin, dass Verabreichung von Aktivkohle die Rückresorption von Piroxicam vermindert und damit die verfügbare Gesamtmenge des Arzneimittels.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AC01
Pirosol ist ein potenter nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAR), mit analgetischer und antipyretischer Wirkung. Anhand von Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Piroxicam Ödeme, Erytheme, Gewebsproliferationen, Fieber und Schmerz hemmt. Pirosol ist unabhängig von der Ätiologie der Entzündung wirksam.
Seine Wirkungsweise ist nicht vollkommen geklärt, jedoch zeigen voneinander unabhängige Untersuchungen sowohl in vitro als auch in vivo , dass Pirosol auf verschiedenen Ebenen in die immunologischen und entzündlichen Vorgänge eingreift:
Hemmung der Synthese von Prostanoiden, einschliesslich der Prostaglandine, durch reversible Hemmung der Cyclooxygenase;
Hemmung der Aggregation von Neutrophilen;
Hemmung der Migration von polymorphkernigen Neutrophilen und Monozyten in das Entzündungsgebiet.
Experimentelle in-vitro -Daten deuten auf folgende Effekte hin:
Hemmung der Freisetzung Iysosomaler Enzyme aus stimulierten Leukozyten; Hemmung der Bildung von Superoxid-Anionen durch die Neutrophilen; Reduktion der Produktion des Rheumafaktors – sowohl systemisch als auch in der Synovialflüssigkeit – bei Patienten mit seropositiver, chronischer Polyarthritis.
Es ist erwiesen, dass die Wirkung von Pirosol nicht durch eine Stimulation der Hypophysen-Nebennieren-Achse zustande kommt. In in-vitro -Studien wurden keine negativen Effekte auf den Knorpelmetabolismus festgestellt.
In klinischen Prüfungen wurde die analgetische Wirkung von Piroxicam bei Schmerzen verschiedener Genese (posttraumatisch, postepisiotomisch, postoperativ) nachgewiesen. Die analgetische Wirkung tritt rasch ein.
Subakute und chronische Toxizitätsversuche wurden an Ratten, Mäusen, Hunden und Affen mit Dosen im Bereich von 0,3–25 mg/kg/Tag durchgeführt. Die letztgenannte Dosis entspricht ungefähr dem 90fachen der beim Menschen empfohlenen Dosis. Es wurden nur Papillennekrose der Nieren und Magendarm-Läsionen beobachtet, wie sie bei toxikologischen Untersuchungen von nichtsteroidalen Entzündungshemmern am Tier charakteristisch sind. Affen erwiesen sich in Bezug auf Magendarm-Läsionen als ziemlich resistent, wogegen Hunde aussergewöhnlich empfindlich reagierten.

Pharmakokinetik

Piroxicam wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert. Bei oraler Verabreichung und gleichzeitiger Nahrungsaufnahme tritt zwar eine leichte Verzögerung in der Resorptionsgeschwindigkeit auf, die resorbierte Menge bleibt jedoch gleich.
Die Plasmakonzentrationen können mit einer einmal täglichen Verabreichung während des ganzen Tages konstant gehalten werden. Bei einer einjährigen kontinuierlichen Therapie mit 20 mg Pirosol pro Tag liegen die Plasmakonzentrationen ungefähr gleich hoch wie beim Erreichen des steady-state (= 3–8 µg/ml).
Die Piroxicam-Plasmakonzentrationen sind nach Einnahme von 10 bzw. 20 mg Pirosol proportional zur eingenommenen Menge. Die maximale Plasmakonzentration wird normalerweise 3–5 Stunden nach Arzneimitteleinnahme erreicht. Nach einmaliger Einnahme von 20 mg Pirosol liegen die maximalen Piroxicam-Plasmakonzentrationen zwischen 1,5 und 2 µg/ml. Nach wiederholter Einnahme von 20 mg täglich wird bei den meisten Patienten innerhalb von 7–12 Tagen ein steady-state zwischen 3 und 8 µg/ml erreicht.
Bei einer initialen zweitägigen Aufsättigung mit je 40 mg Pirosol und anschliessender Therapie mit täglich 20 mg Pirosol werden bereits kurz nach Einnahme der zweiten Dosis hohe Konzentrationen (ungefähr 76% der steady-state-Konzentration) erreicht. Die Plasmakonzentrationen im steady-state, die AUC (Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve) sowie die Eliminationshalbwertszeit sind ungefähr gleich wie unter einer täglichen Dosierung mit 20 mg Pirosol.
Anhand einer Vergleichsstudie wurde die Bioverfügbarkeit der parenteralen Form und einer oralen Formulierung bei Mehrfachdosierung untersucht. Die Plasmaspiegel lagen am ersten Tag während den ersten 45 Minuten, am zweiten Tag während den ersten 30 Min. und am 7. Tag während den ersten 15 Min. nach intramuskulärer Verabreichung signifikant höher als nach oraler Einnahme. Die beiden Dosierungsformen sind bioäquivalent.

Distribution
Die Plasmaeiweissbindung beträgt 99%.
Piroxicam tritt in die Muttermilch über (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Metabolismus
Piroxicam wird umfassend metabolisiert. Da der Metabolismus von Piroxicam hauptsächlich via das Cytochrom P450tb (CYP2C9) erfolgt, können Interaktionen mit gewissen anderen Präparaten auftreten, die durch das gleiche Enzym metabolisiert werden (z.B. orale Antikoagulantien).
Ein wichtiger Abbauweg besteht in der Hydroxylierung des Pyridin-Ringes der Piroxicam-Seitenkette mit anschliessender Konjugation mit Glucuronsäure und Ausscheidung im Urin.

Elimination
Die Plasmahalbwertszeit beträgt im Durchschnitt 50 Stunden. (Schwankungsbereich 30–86 Stunden, wobei auch Werte ausserhalb dieses Bereiches gemessen wurden.) Weniger als 5% der täglichen Dosis werden unverändert renal und faecal ausgeschieden.

Präklinische Daten


Sonstige Hinweise

Die Lösung für die i.m. Injektion sollte nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit
Pirosol darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise
Die Tabletten sind an einem trockenen Ort bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufzubewahren.
Ampullen bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.
Pirosol soll ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

50757, 50754 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, 6312 Steinhausen/Cham.

Stand der Information

November 1996.

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