Dosierung/AnwendungIntravenöse Injektion
Die Dosis von 0,3 µg/kg Körpergewicht mit isotonischer NaCl-Lösung auf 10 ml verdünnen und über 10-20 Minuten intravenös verabreichen. Nach Verdünnung ist die fertig zubereitete Lösung unverzüglich zu verwenden.
Infusion
Die Dosis von 0,3 µg/kg Körpergewicht, verdünnt mit 50-100 ml isotonischer NaCl-Lösung, über 15-30 Minuten verabreichen, bei gleichzeitiger Behandlung mit Tranexamsäure, 1,5 Stunden vor und in 12-stündigen Abständen nach zahnärztlichen oder chirurgischen Eingriffen. Nach Verdünnung ist die fertig zubereitete Lösung unverzüglich zu verwenden.
Bei positivem Effekt kann die initiale Octostim-Dosis 1-2 mal in Abständen von 12-24 Stunden wiederholt werden. Bei weiteren Wiederholungen muss mit einer reduzierten Wirksamkeit gerechnet werden.
Subkutane Anwendung
Die Dosis von 0,3 µg/kg Körpergewicht wird in einer einzelnen Applikation subkutan injiziert, stets bei gleichzeitiger Behandlung mit Tranexamsäure. Die subkutane Gabe eignet sich besonders für die postoperative Anwendung und die Anwendung bei akuten Blutungen. Für den Fall der subkutanen Selbstverabreichung ist der Patient sorgfältig zu beraten und gründlich in die praktische Anwendung einzuführen.
Bei Patienten mit Hämophilie A wird der gewünschte Anstieg von Faktor VIII:C nach demselben Kriterium beurteilt wie bei der Behandlung mit Faktor VIII-Konzentrat. Wenn die Octostim-Infusion nicht zum gewünschten Anstieg der VIII:C-Konzentration im Plasma führt, kann die Behandlung durch die Verabreichung von Faktor VIII-Konzentrat ergänzt werden.
Bestimmung der Gerinnungsfaktoren und der Blutungszeit vor der Octostim-Behandlung: Die Plasmaspiegel von VIII:C und vWF:Ag steigen nach Verabreichung von Desmopressin erheblich an. Es war jedoch nicht möglich, eine Korrelation zwischen der Plasmakonzentration dieser Faktoren und der Blutungszeit herzustellen, weder vor noch nach Desmopressin Verabreichung. Die Wirkung von Desmopressin auf die Blutungszeit sollte daher, wenn möglich, individuell getestet werden.
Zur Bestimmung der Blutungszeit sollte ein standardisierter Test verwendet werden, z.B. durch die Verwendung der Simplate II. Die Bestimmung der Blutungszeit und der Plasmaspiegel der Gerinnungsfaktoren sollte in Zusammenarbeit oder in Absprache mit den Gerinnungslabors erfolgen.
Behandlungskontrolle
Die Faktor VIII:C-Konzentration muss regelmässig überwacht werden, da in einigen wenigen Fällen beobachtet wurde, dass die Wirkung bei wiederholter Verabreichung abnimmt.
Wegen der zur Steigerung der Faktor-VIII-Gerinnungsaktivität erforderlichen relativ hohen Dosierungen empfiehlt sich eine regelmässige Kontrolle der Osmolalität, des Plasmanatriums und des Körpergewichtes, um die Möglichkeit einer Wasserintoxikation auszuschliessen.
Im Zusammenhang mit der Verabreichung von Octostim muss der Blutdruck des Patienten sorgfältig überwacht werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit moderater und schwerer Niereninsuffizienz darf Octostim nicht angewendet werden (siehe "Kontraindikationen" ).
Kinder und Jugendliche
Die klinischen Erkenntnisse zur Anwendung von Octostim Injektions-/Infusionslösung bei Kindern sind begrenzt. Die intravenöse Verabreichung sollte gegenüber der ebenfalls erhältlichen nasalen Darreichungsform bevorzugt werden.
Bei kleineren Kindern (unter 35 kg) soll zur Selbsttherapie bei bedrohlichen Verletzungen eine subkutane Injektion von Octostim Injektions-/Infusionslösung (0,3 µg/kg, siehe "subkutane Anwendung" weiter oben) verabreicht werden.
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