ÜberdosierungAnzeichen und Symptome
Eine Überdosierung mit Fentanyl manifestiert sich in einer Ausweitung seiner pharmakologischen Wirkungen. Eine langanhaltende Atemdepression, deren Schweregrad von Bradypnoe bis Apnoe variieren kann, kann beobachtet werden.
Toxische Leukenzephalopathie wurde bei Überdosierung von Opioiden beobachtet.
Behandlung
Im Falle einer Hypoventilation oder Apnoe sollte Sauerstoff verabreicht und kontrolliert beatmet werden. Im Falle einer Atemdepression soll ein spezifischer Opioid-Antagonist (z.B. Naloxon) verabreicht werden. Dabei ist zu beachten, dass die Atemdepression länger als die Wirkung des Opiat-Antagonisten anhalten kann. Es kann deshalb notwendig sein, mehrere Dosen des Antagonisten zu verabreichen.
Bei gleichzeitig auftretender Muskelrigidität soll ein Muskelrelaxans intravenös verabreicht werden, um die Beatmung zu erleichtern.
Der Patient sollte sorgfältig überwacht werden, und es sollte auf eine ausreichende Körpertemperatur und eine genügende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Bei schwerer oder anhaltender Hypotonie sollte die Möglichkeit einer Hypovolämie in Betracht gezogen werden, welche mit einer geeigneten parenteralen Flüssigkeitsverabreichung korrigiert werden kann.
Chanter Syndrom
Nach einer Fentanyl-Überdosierung wurde über Hirnödeme berichtet, darunter auch Fälle eines CHANTER-Syndroms (Cerebellar-Hippocampal-Basal Nuclei Transient Edema with Restricted Diffusion). Mögliche klinische Symptome sind fehlende Ansprechbarkeit, Atemdepression, Bewusstseinsstörungen, Koma oder respiratorisches Versagen.
Eine verzögerte oder unvollständige Erholung trotz Verabreichung von Opioid-Antagonisten kann auf Kleinhirnödem und Hydrozephalus hinweisen. Eine unverzügliche neurologische Bildgebung (MRT) wird empfohlen. Die frühzeitige Erkennung eines Hirnödems und CHANTER-Syndroms kann zu einer intensiveren neurologischen Überwachung und neurochirurgischen Intervention führen, wodurch eine Dekompensation oder ein tödlicher Ausgang verhindert werden kann.
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