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Fachinformation zu Bexsero:GlaxoSmithKline AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Rekombinantes Neisseria-Heparin-bindendes Antigen (NHBA)-Fusionsprotein, rekombinantes Neisseria-Adhäsin A (NadA)-Protein, rekombinantes Faktor-H-bindendes Protein (fHbp)-Fusionsprotein von Neisseria meningitidis der Serogruppe B, Vesikel der äusseren Membran (Outer Membrane Vesicle, OMV) von Neisseria meningitidis der Serogruppe B, Stamm NZ98/254, gemessen als Menge des Gesamtproteins mit PorA P1.4.
Hilfsstoffe
Aluminiumhydroxid, Natriumchlorid, Histidin, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bexsero kann zur aktiven Immunisierung gegen Neisseria meningitidis der Serogruppe B bei Personen im Alter von 11-24 Jahren im Rahmen epidemischer Situationen eingesetzt werden.
Der Impfstoff führt zu einem vorübergehenden Anstieg spezifischer bakterizider Antikörper. Ein klinischer Nutzen bei allgemein prophylaktischer Anwendung ist nicht belegt. Bei Kindern <11 Jahren bestehen zusätzlich Sicherheitssignale (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» sowie «Unerwünschte Wirkungen»); bei Erwachsenen >24 Jahren wurde er nicht ausreichend untersucht. Für Informationen zum Schutz vor spezifischen Stämmen der Serogruppe B siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen».
Die Anwendung von Bexsero sollte gemäss den offiziellen Empfehlungen erfolgen.

Dosierung/Anwendung

Bexsero ist für die Impfung von Personen im Alter von 11 bis 24 Jahren im Rahmen einer epidemischen Situation indiziert.
Dosierung bei verschiedenen Personengruppen
Tabelle 1: Übersicht über die Dosierung

Altersgruppe

Grundimmunisierung

Mindestabstand zwischen Grundimmunisierungsdosen

Auffrischimpfung

Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 11-24 Jahren*

Zwei Dosen zu je 0,5 ml

Nicht weniger als 1 Monat

Notwendigkeit nicht gezeigta)

* Für Erwachsene über 24 Jahre liegen keine ausreichenden Daten vor. Bei Kindern < 11 Jahre wurde die Wirksamkeit und Sicherheit nicht belegt.
a)siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen».
Art der Anwendung
Der Impfstoff wird durch tiefe intramuskuläre Injektion in den Bereich des Deltamuskels des Oberarms verabreicht.
Der Impfstoff darf nicht intravenös, subkutan oder intradermal verabreicht werden, und er darf nicht mit anderen Impfstoffen in derselben Spritze gemischt werden.
Zu den Hinweisen zur Handhabung von Bexsero vor der Anwendung siehe Rubrik «Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung oder nach einer vorhergehenden Dosis Bexsero.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie bei anderen Impfstoffen sollte die Impfung mit Bexsero bei Personen, die unter einer akuten schweren fiebrigen Erkrankung leiden, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschoben werden. Bei kleineren Infekten, beispielsweise bei einer Erkältung, sollte die Impfung nicht verschoben werden.
Nicht intravaskulär injizieren.
Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen muss für den Fall eines anaphylaktischen Ereignisses nach der Verabreichung des Impfstoffs eine angemessene medizinische Behandlung und Überwachung unmittelbar verfügbar sein.
Besonders bei Jugendlichen kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen. Diese kann während der Erholungsphase von verschiedenen neurologischen Symptomen wie vorübergehende Sehstörung, Parästhesie und tonisch-klonische Bewegungen der Gliedmassen begleitet sein. Es ist wichtig, Massnahmen zu ergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern.
Wie jeder andere Impfstoff kann auch Bexsero möglicherweise nicht allen Impflingen Impfschutz bieten.
Bexsero kann keinen Schutz vor allen zirkulierenden Meningokokkenstämmen der Serogruppe B bieten (siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen»).
Die Abdeckung der in der Schweiz vorkommenden Meningokokkenstämme der Serogruppe B durch Bexsero ist unbekannt. Klinische Wirksamkeitsdaten bezüglich invasiven Meningokokken B Infektionen liegen mit Bexsero nicht vor. In einer Studie in England hatte Bexsero bei ca. 3'000 Studenten im Alter von 18-24 Jahren keinen Einfluss auf die nasopharyngeale Besiedlung mit Meningokokken B (9% unter Bexsero versus 8% unter Kontrollvakzine). Dies wurde sowohl einen Monat nach der 2. Dosis als auch im Verlaufe des anschliessenden Jahrs bestätigt.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bexsero bei Kindern < 11 Jahren ist nicht belegt. Es wurden sehr häufiges (>60%) Fieber bis 38,5°C, sehr hohes Fieber bis 42,1°C, febrile und nicht-febrile Krämpfe sowie gehäufte Kawasaki Syndrome beobachtet.
Für die Anwendung von Bexsero bei Personen über 24 Jahren liegen ungenügende Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bexsero bei Personen mit geschwächter Immunabwehr wurde nicht untersucht. Bei immungeschwächten Personen bewirkt die Impfung unter Umständen keine schützende Antikörperantwort.
Bei Personen mit chronischen Erkrankungen liegen keine Daten vor.
Personen mit bestimmten Komplementdefizienzen und Personen, die eine Behandlung erhalten, welche die terminale Komplementaktivierung hemmt (zum Beispiel Eculizumab), haben ein erhöhtes Risiko für invasive Erkrankungen, die durch Neisseria meningitidis der Serogruppe B verursacht werden, selbst wenn sie nach der Impfung mit Bexsero Antikörper entwickeln.
In der Verschlusskappe der Spritze ist kein Naturlatex nachweisbar, die sichere Anwendung von Bexsero bei latexempfindlichen Personen wurde jedoch nicht untersucht.
Kanamycin kommt in einer frühen Produktionsphase zum Einsatz und wird in einer späteren Produktionsphase wieder entfernt. Die Konzentration von Kanamycin im fertigen Impfstoff, falls vorhanden, liegt unter 0,01 Mikrogramm pro Dosis. Die sichere Anwendung von Bexsero bei Kanamycin-empfindlichen Personen wurde nicht gezeigt.

Interaktionen

Anwendung mit anderen Impfstoffen
Die gleichzeitige Verabreichung mit anderen Impfstoffen wurde in der Altersgruppe 11-24 Jahre nicht untersucht. Die gleichzeitige Verabreichung anderer Impfstoffe wird nicht empfohlen.
Bei Kindern < 11 Jahren führte die gleichzeitige Verabreichung mit hexavalenten Kinderimpfstoffen, konjugierten Pneumokokken Impfstoffen und MMRV zu sehr ausgeprägten fieberhaften Reaktionen bis 42,1°C, sowie febrilen und nicht-febrilen Krämpfen.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor.
Das potenzielle Risiko für schwangere Frauen ist nicht bekannt.
Die Impfung sollte jedoch nicht unterlassen werden, wenn dies gemäss den offiziellen Empfehlungen als notwendig erachtet wird.
In einer Studie, bei der weiblichen Kaninchen Bexsero in einer Dosis verabreicht wurde, die der zehnfachen Dosis beim Menschen entspricht (bezogen auf das Körpergewicht), ergaben sich keine Hinweise auf eine maternale oder fetale Toxizität und es wurden keine Auswirkungen auf die Trächtigkeit, auf das Verhalten der Muttertiere, die weibliche Fertilität und die postnatale Entwicklung.
Stillzeit
Es liegen keine Daten zur Sicherheit des Impfstoffs für Mütter und deren Kinder während der Stillzeit vor. Vor der Entscheidung, die Impfung während der Stillzeit vorzunehmen, muss das Nutzen-Risiko-Verhältnis geprüft werden.
Bei geimpften Kaninchen-Muttertieren und ihren Jungen wurden bis zum 29. Tag der Laktation keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Bexsero wirkte immunogen bei Muttertieren, die vor der Laktation geimpft wurden, und bei den Jungtieren wurden Antikörper festgestellt. Die Antikörperspiegel in der Muttermilch wurden jedoch nicht ermittelt.
Fertilität
Es liegen keine Daten zur Fertilität beim Menschen vor.
In tierexperimentellen Studien zeigten sich keine Auswirkungen auf die weibliche Fertilität.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Bexsero hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Möglicherweise können sich jedoch einige der unter Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen» genannten Wirkungen vorübergehend auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen auswirken.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien
Die häufigsten abgefragten unerwünschten Wirkungen in klinischen Studien waren Schmerzen an der Injektionsstelle (≥83%), Myalgie (≥48%), Erythem (≥45%), Müdigkeit (≥35%), Kopfschmerzen (≥33%), Verhärtung (≥28%), Übelkeit (≥18%) und Arthralgie (≥13%).
In vier klinischen Studien erhielten 3058 Personen im Alter von 10 bis 25 Jahren mindestens eine Dosis Bexsero; 1436 Teilnehmer erhielten nur Bexsero und 2089 Teilnehmer erhielten nur Placebo oder einen Kontrollimpfstoff, während 1622 Teilnehmer mit einem Kombinationsregime (Placebo oder Kontrollimpfstoff und Bexsero) behandelt wurden.
In einer randomisierten kontrollierten Studie, die in den USA und in Polen durchgeführt wurde, erhielten 120 Teilnehmer zwischen 10 und 25 Jahren mindestens eine Dosis Bexsero, darunter 112 Teilnehmer, die mit 2 Dosen Bexsero im Abstand von 2 Monaten behandelt wurden; 97 Teilnehmer erhielten Placebo (Kochsalzlösung) und anschliessend Menveo [Meningokokken- (Gruppen A, C, Y und W-135) Oligosaccharid-Diphtherie-CRM197-Konjugatimpfstoff]. Das mediane Alter der Studienteilnehmer aller Gruppen lag bei 13 Jahren, 49% der Teilnehmer waren männlichen Geschlechts. 60% waren Weisse, 34% waren hispanischer Abstammung, 4% waren Schwarze, < 1% waren Asiaten und 2% wiesen eine andere ethnische Zugehörigkeit auf.
In einer zweiten randomisierten kontrollierten Studie, die in Chile durchgeführt wurde, erhielten sämtliche Teilnehmer (N=1622, Alter 11 bis 17 Jahre) mindestens eine Dosis Bexsero. In dieser Studie gab es eine Teilgruppe von 810 Teilnehmern, die 2 Dosen Bexsero im Abstand von 1 oder 2 Monaten erhielten. Die Kontrollgruppe umfasste 128 Teilnehmer, die mit mindestens einer Dosis Placebo (Aluminiumhydroxid) behandelt wurden. Bei einer Teilgruppe, bestehend aus 128 Teilnehmern, wurden 2 Dosen Bexsero im Abstand von 6 Monaten angewendet. Das mediane Alter in dieser Studie betrug 14 Jahre, der Anteil männlicher Teilnehmer lag bei 44%, 99% waren hispanischer Abstammung.
In einer dritten randomisierten kontrollierten Studie, durchgeführt in Grossbritannien, wurden 974 Universitätsstudenten im Alter von 18 bis 24 Jahren mit mindestens einer Dosis Bexsero behandelt, wobei 932 dieser Probanden 2 Dosen Bexsero im Abstand von 1 Monat erhielten. Teilnehmer der Vergleichsgruppen wurden mit 1 Dosis Menveo und anschliessend 1 Dosis Placebo in Form von Aluminiumhydroxid (N=956) oder mit 2 Dosen Ixiaro (inaktivierter, adsorbierter Japanische-Enzephalitis-Impfstoff) (N=947) behandelt. Das mediane Alter in den Studiengruppen lag bei 20 Jahren, der Anteil männlicher Studienteilnehmer betrug 46%. 88% waren Weisse, 5% waren Asiaten, 2% waren Schwarze, <1% waren hispanischer Abstammung und 4% wiesen eine andere ethnische Zugehörigkeit auf.
In einer unkontrollierten Studie in Kanada und Australien erhielten 342 Teilnehmer im Alter von 11 bis 17 Jahren mindestens eine Dosis Bexsero, davon wurden 338 Teilnehmer mit 2 Dosen Bexsero im Abstand von 1 Monat behandelt. Das mediane Alter betrug 13 Jahre, der Anteil männlicher Teilnehmer belief sich auf 55%. 80% waren Weisse, 10% waren Asiaten, 4% waren Ureinwohner Amerikas/Alaskas und 4% wiesen eine andere ethnische Zugehörigkeit auf.
Bei allen Teilnehmern der in Chile, USA/Polen, Kanada/Australien durchgeführten Studien sowie bei einer Teilgruppe der in Grossbritannien durchgeführten Studie wurden Daten zur lokalen und systemischen Reaktogenität abgefragt. In allen Studien wurden Meldungen zu nicht abgefragten unerwünschten Ereignissen gesammelt, die innerhalb der ersten 7 Tage nach jeder Impfung aufgetreten waren. In der in den USA/Polen durchgeführten Studie wurden Berichte über nicht abgefragte unerwünschte Ereignisse über einen Zeitraum von bis zu einem Monat nach der zweiten Impfung erfasst.
Berichte über alle schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, alle medizinisch behandelten unerwünschten Ereignisse sowie alle zum frühzeitigen Studienabbruch führenden unerwünschten Ereignisse wurden in den Studien in Chile (12 Monate), in Grossbritannien (12 Monate), in den USA/Polen (8 Monate) und in Kanada/Australien (2 Monate) über den gesamten Studienzeitraum gesammelt.
Jugendliche (ab 11 Jahre) und Erwachsene bis 24 Jahre
Prozentanteil von Teilnehmern in den USA und Polen im Alter von 10 bis 25 Jahren, die über abgefragte lokale und systemische unerwünschte Wirkungen innerhalb von 7 Tagen nach Gabe von Bexsero oder der Kontrolle berichteten, nach Dosis

Abgefragte Reaktiona

Dosis 1

Dosis 2b

Bexsero

Placebo (Kochsalz-Lösung)

Bexsero

Menveo

N =
110-114

N =
94-96

N =
107-109

N =
90-92

Lokale unerwünschte Wirkungen

Schmerzen

Jede

90

27

83

43

Leicht

27

20

18

26

Mittelschwer

44

5

37

9

Schwer

20

2

29

8

Erythem

Jede

50

13

45

26

1-25 mm

41

11

36

13

> 25-50 mm

6

1

5

6

> 50-100 mm

3

0

5

4

> 100 mm

0

0

0

2

Verhärtung

Jede

32

10

28

23

1-25 mm

24

9

22

16

> 25-50 mm

7

0

4

0

> 50-100 mm

1

1

2

4

> 100 mm

0

0

0

2

Systemische unerwünschte Wirkungen

Müdigkeit

Jede

37

22

35

20

Leicht

19

17

18

11

Mittelschwer

14

5

10

7

Schwer

4

0

6

2

Übelkeit

Jede

19

4

18

4

Leicht

12

3

10

3

Mittelschwer

4

1

5

1

Schwer

4

0

4

0

Myalgie

Jede

49

26

48

25

Leicht

21

20

16

14

Mittelschwer

16

5

19

7

Schwer

12

1

13

4

Arthralgie

Jede

13

4

16

4

Leicht

9

3

8

2

Mittelschwer

3

1

6

2

Schwer

2

0

2

0

Kopfschmerzen

Jede

33

20

34

23

Leicht

19

15

21

8

Mittelschwer

9

4

6

12

Schwer

4

1

6

3

Fieber

≥38°C

1

1

5

0

38,0-38,9°C

1

1

4

0

39,0-39,9°C

0

0

1

0

≥40°C

0

0

0

0

a Erythem und Verhärtung: Jede (≥1 mm). Schmerzen und systemische unerwünschte Wirkungen: leicht (vorübergehend ohne Einschränkung der normalen täglichen Aktivitäten); mittelschwer (gewisse Einschränkung der normalen täglichen Aktivitäten); schwer (keine Verrichtung normaler täglicher Aktivitäten möglich).
b Verabreichung 2 Monate nach Dosis 1.
Die Raten von abgefragten unerwünschten Wirkungen waren bei den Studienteilnehmern im Alter von 11 bis 24 Jahren, die in den anderen drei klinischen Studien Bexsero erhalten hatten, vergleichbar. Eine Ausnahme bildete schwere Myalgie, über die bei 3-7% der Studienteilnehmer berichtet wurde. 8% der Universitätsstudenten in Grossbritannien berichteten über starke Schmerzen.
Nicht-schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
In den 3 kontrollierten Studien (Bexsero N=2221, Kontrolle N=2204) wurde bei 439 (20%) Teilnehmern unter Bexsero und 197 (9%) Teilnehmern unter der Kontrollsubstanz über nicht-schwerwiegende, nicht-abgefragte unerwünschte Ereignisse berichtet, die innerhalb von 7 Tagen nach jeglicher Dosis auftraten. Bei nicht-abgefragten unerwünschten Ereignissen, die bei mindestens 2% der Teilnehmer und häufiger in den Bexsero -Gruppen als in den Kontrollgruppen gemeldet wurden, handelte es sich um Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Verhärtung an der Injektionsstelle, die innerhalb von 7 Tagen nicht abgeklungen war, sowie Nasopharyngitis.
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
Insgesamt wurde in den klinischen Studien mit 3058 Teilnehmern im Alter von 10 bis 25 Jahren, die mindestens eine Dosis Bexsero erhalten hatten, bei 66 (2,1%) Teilnehmern zu einem beliebigen Zeitpunkt im Studienverlauf über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse berichtet. In den 3 kontrollierten Studien (Bexsero N=2716, Kontrolle N=2078) wurde bei 23 (0,8%) Teilnehmern unter Bexsero bzw. bei 10 (0,5%) Teilnehmern unter der Kontrollsubstanz über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse innerhalb von 30 Tagen nach jeglicher Dosis berichtet.
Gelegentlich (≥1/1000, < 1/100): Appendizitis.
Selten (≥1/10'000, < 1/1000): juvenile Arthritis, reaktive Arthritis.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bexsero bei Kindern < 11 Jahren ist nicht belegt. Es wurden sehr häufiges (>60%) Fieber bis 38,5°C, sehr hohes Fieber bis 42,1°C, febrile und nicht-febrile Krämpfe sowie gehäufte Kawasaki Syndrome beobachtet.
Für die Anwendung von Bexsero bei Personen über 24 Jahren liegen ungenügende Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor.
Unerwünschte Wirkungen aus der Postmarketingphase
Neben Ergebnissen aus klinischen Studien sind nachfolgend unerwünschte Wirkungen aufgeführt, die seit der Markteinführung von Bexsero weltweit freiwillig gemeldet worden sind. Da diese unerwünschten Wirkungen freiwillig aus einer Population unbekannter Grösse gemeldet werden, lässt sich ihre Häufigkeit nicht immer zuverlässig abschätzen.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Lymphadenopathie.
Erkrankungen des Immunsystems
Allergische Reaktionen (einschliesslich anaphylaktischer Reaktionen), Augenschwellung, akute Thyreoiditis.
Erkrankungen des Nervensystems
Hypotonisch-hyporesponsive Episode, Synkope oder vasovagale Reaktionen auf die Injektion, Tremor.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Ausschlag (Jugendliche ab 11 Jahren und Erwachsene), inkl. generalisierter und schwerwiegender Verläufe (teilweise bei gleichzeitiger Verabreichung von anderen Medikamenten/Impfstoffen).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Fieber (Jugendliche ab 11 Jahren und Erwachsene), Reaktionen an der Injektionsstelle (einschliesslich einer starken Schwellung der Extremität, teilweise mit Schwellung der gesamten Extremität, an der die Impfung vorgenommen wurde; Blasenbildung an der Injektionsstelle oder in deren Nähe und Knötchen an der Injektionsstelle, die länger als einen Monat bestehen bleiben können).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Überdosierungen vor. Im Falle einer Überdosierung wird die Überwachung der Vitalfunktionen und gegebenenfalls eine symptomatische Behandlung empfohlen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J07AH09
Pharmakotherapeutische Gruppe: Meningokokkenimpfstoffe
Wirkungsmechanismus
Die Immunisierung mit Bexsero soll die Bildung bakterizider Antikörper stimulieren, die die Impfstoff-Antigene NHBA, NadA, fHbp und PorA P1.4 (immundominantes Antigen in der OMV-Komponente aus dem Meningokokken B Stamm Neuseeland NZ98/254) erkennen und möglicherweise vor invasiven Meningokokken-Erkrankungen (IME) schützen. Da diese Antigene von verschiedenen Stämmen veränderlich exprimiert werden, sind Meningokokken, die ausreichende Mengen dieser Antigene exprimieren, für eine Abtötung durch die Impfstoff-vermittelten Antikörper möglicherweise empfänglich.
Die Abdeckung der in der Schweiz vorkommenden Meningokokkenstämme der Serogruppe B durch Bexsero ist unbekannt. Klinische Wirksamkeitsdaten bezüglich invasiven Meningokokken B Infektionen liegen mit Bexsero nicht vor. In einer Studie in England hatte Bexsero bei ca. 3'000 Studenten im Alter von 18-24 Jahren keinen Einfluss auf die nasopharyngeale Besiedlung mit Meningokokken B (9% unter Bexsero versus 8% unter Kontrollvakzine). Dies wurde sowohl einen Monat nach der 2. Dosis als auch im Verlaufe des anschliessenden Jahrs bestätigt.
Pharmakodynamik
Siehe unter «Wirkungsmechanismus».
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Bexsero wurde nicht im Rahmen von klinischen Studien untersucht. Es wurde die Induktion von humanem Komplement bindenden bakteriziden Antikörpern (hSBA) auf jedes der Impfstoff-Antigene untersucht. (siehe Abschnitt «Immunogenität»). Für Meningokokken B sind keine definitiv schützenden Antikörpertiter für hSBA bekannt.
Immunogenität
Die bakterizide Antikörperantwort im Serum gegen jedes der Impfstoff-Antigene NadA, fHbp, NHBA und PorA P1.4 wurde gegen vier Meningokokken-Referenzstämme der Gruppe B untersucht. Die bakteriziden Antikörper gegen diese Stämme wurden mit dem Serum-Bakterizidie-Test mit humanem Serum als Komplementquelle (hSBA) gemessen. Es sind aus keinem Impfschema Daten vom Referenzstamm für NHBA verfügbar. Die hSBA zeigen in Abhängigkeit vom Labor eine gewisse Schwankungsbreite (vgl. immunologische Studien).
Die meisten Primärstudien zur Immunogenität wurden als randomisierte, kontrollierte, multizentrische klinische Studien durchgeführt.
Die Immunogenität von Bexsero nach 2 Dosisgaben wurde bei Personen zwischen 11 und 24 Jahren untersucht. Mittels hSBA-Assays wurden die bakteriziden Antikörper im Serum gemessen, wobei drei Stämme verwendet wurden, um die Antwort auf einen der drei Impfstoffantigene zu beurteilen, entweder fHbp, NadA oder PorA P1.4, die in den Stämmen in den USA prävalent sind. In den Studien wurde beurteilt, welcher Anteil von Personen einen mindestens vierfachen Anstieg des hSBA-Titers für jeden der drei Stämme erreichte und wie hoch der Anteil von Personen war, deren Titer für alle drei Stämme grösser oder gleich der unteren Bestimmungsgrenze (lower limit of quantitation, LLOQ) des Assays waren (kombinierte Antwort). Die LLOQ war dabei definiert als niedrigste Antikörpermenge in einer Probe, die zuverlässig bestimmt werden kann. Die vorliegenden Daten zeigten, dass die Ausgangstiter der Antikörper in den Populationen unterschiedlich ausfallen.
In einer in Kanada und Australien durchgeführten klinischen Studie erhielten Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren 2 Dosen Bexsero im Abstand von 1 Monat. Die hSBA-Antworten 1 Monat nach der 2. Dosis sind in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Raten der bakteriziden Antikörperantwort nach 2 Dosen Bexsero, verabreicht im Abstand von 1 Monat, bei kanadischen und australischen Jugendlichena

≥4fache hSBA-Antwort 1 Monat nach Dosis 2b,c

Stamm (Antigen)

N

%

95%-KI

H44/76 (fHbp)

298

98

95, 99

5/99 (NadA)

299

99

98, 100

NZ98/254 (PorA P1.4)

298

39

33, 44

Kombinierte hSBA-Antwortc,d

Zeitpunkt

N

%

95%-KI

Studienbeginn (vor Impfung)

299

0

1 Monat nach Dosis 2

298

63

57, 68

% hSBA ≥1:16 Antwort 1 Monat nach Dosis 2

Stamm (Antigen)

N

%

95%-KI

H44/76 (fHbp)

298

98

96, 99

5/99 (NadA)

298

100

99, 100

NZ98/254 (PorA P1.4)

298

39

33, 44

Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; hSBA = bakterizide Aktivität im Serum, gemessen mittels humanem Komplement; LLOQ = untere Bestimmungsgrenze
a Auswertbare Immunogenitätspopulation (Alter 11 bis 17 Jahre).
b ≥4fache hSBA-Antwort definiert als: hSBA nach der Impfung ≥1:16 bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung <1:4, Titer nach der Impfung von mindestens dem 4-Fachen der LLOQ bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung ≥1:4 aber < LLOQ und 4facher Anstieg nach der Impfung bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung ≥ LLOQ.
c LLOQ = 1:16 für H44/76; 1:16 für 5/99; 1:8 für NZ98/254.
d Kombinierte hSBA-Antwort bedeutet hSBA ≥ LLOQ für alle 3 Meningokokken-B-Indexstämme.
In einer randomisierten kontrollierten klinischen Studie mit Universitätsstudenten im Alter von 18 bis 24 Jahren in Grossbritannien wurden bei einer Teilgruppe der Studienteilnehmer, die Bexsero erhalten hatten, die hSBA-Antworten 1 Monat sowie und 11 Monate nach der zweiten Dosis bestimmt (Tabelle 2).
Tabelle 2: Raten der bakteriziden Antikörperantwort nach 2 Dosen Bexsero, verabreicht im Abstand von 1 Monat, bei Universitätsstudenten in Grossbritanniena

≥4fache hSBA-Antwort 1 Monat nach Dosis 2b,c

Stamm (Antigen)

N

%

95%-KI

H44/76 (fHbp)

148

78

71, 85

5/99 (NadA)

148

94

89, 97

NZ98/254 (PorA P1.4)

147

67

58, 74

Kombinierte hSBA-Antwortc,d

Zeitpunkt

N

%

95%-KI

Studienbeginn (vor Impfung)

186

24

18, 30

1 Monat nach Dosis 2

147

88

82, 93

11 Monate nach Dosis 2

136

66

58, 72

% hSBA ≥1:16 Antwort 1 Monat nach Dosis 2

Stamm (Antigen)

N

%

95%-KI

H44/76 (fHbp)

189

100

98, 100

5/99 (NadA)

189

99

96, 100

NZ98/254 (PorA P1.4)

189

88

82, 92

Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; hSBA = bakterizide Aktivität im Serum, gemessen mittels humanem Komplement; LLOQ = untere Bestimmungsgrenze
a Auswertbare Immunogenitätspopulation (Alter 18 bis 24 Jahre).
b ≥4fache hSBA-Antwort definiert als: hSBA nach der Impfung ≥1:16 bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung <1:4, Titer nach der Impfung von mindestens dem 4-Fachen der LLOQ bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung ≥1:4 aber < LLOQ und 4facher Anstieg nach der Impfung bei Teilnehmern mit hSBA vor der Impfung ≥ LLOQ.
c LLOQ = 1:16 für H44/76; 1:8 für 5/99; 1:16 für NZ98/254.
d Kombinierte hSBA-Antwort bedeutet hSBA ≥ LLOQ für alle 3 Meningokokken-B-Indexstämme.

Pharmakokinetik

Eine Untersuchung der pharmakokinetischen Eigenschaften ist für Impfstoffe nicht erforderlich.
Absorption
Nicht zutreffend.
Distribution
Nicht zutreffend.
Metabolismus
Nicht zutreffend.
Elimination
Nicht zutreffend.

Präklinische Daten

Basierend auf Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe sowie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die nicht-klinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In einer Studie zur embryofetalen Toxizität und Entwicklungstoxizität, in der Kaninchen 35, 21 und 7 Tage vor der Paarung sowie an Gestationstag 7 und 20 intramuskuläre Injektionen mit Bexsero erhielten, wurden keine Auswirkungen auf die Paarungsleistung oder auf die Fertilität bei weiblichen Tieren festgestellt. Die Fertilität von männlichen Tieren wurde nicht untersucht.
Das genotoxische und karzinogene Potential wurde nicht untersucht, weil derlei Studien für einen Impfstoff nicht geeignet sind.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Der Impfstoff darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Im Kühlschrank (2-8°C), vor Licht geschützt in der Originalpackung und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht einfrieren!
Hinweise für die Handhabung
Beim Lagern der Suspension kann sich eine feine, cremefarbene Ablagerung bilden. Den Impfstoff vor Gebrauch gut schütteln, bis eine homogene Suspension entstanden ist.
Der Impfstoff sollte vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Den Impfstoff nicht verabreichen, wenn fremde Partikel und/oder Veränderungen physikalischer Eigenschaften festgestellt werden. Wenn in einer Packung zwei Nadeln mit unterschiedlicher Länge enthalten sind, ist die geeignete Nadel zu wählen, um eine intramuskuläre Verabreichung zu gewährleisten. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sollten gemäss den nationalen Anforderungen entsorgt werden.

Zulassungsnummer

65730 (Swissmedic).

Packungen

Packung mit 1 Fertigspritze mit separater Nadel (B).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

Januar 2022

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