Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils
In 8 klinischen Studien erhielten 4'792 Patienten Ozempic allein oder in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln. Die Dauer der Behandlung reichte von 30 Wochen bis zu 2 Jahren.
Die in klinischen Studien am häufigsten gemeldeten unerwünschten Wirkungen waren gastrointestinale Störungen, einschliesslich Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Im Allgemeinen war der Schweregrad dieser Reaktionen leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer.
In einer 40-wöchigen Phase-3b-Studie erhielten 959 Patienten Semaglutide 1 mg oder 2 mg. Das Sicherheitsprofil von Semaglutide 2 mg war konsistent mit dem Sicherheitsprofil von Semaglutide, das in Phase-3a-Studien beobachtet wurde. Die Häufigkeit gastrointestinaler Störungen war mit Semaglutide 2 mg gegenüber Semaglutide 1 mg nur geringfügig erhöht (34.0 % vs. 30.8 %).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
In Tabelle 1 sind unerwünschte Wirkungen aufgeführt, die in klinischen Phase-3-Studien (einschliesslich der Langzeitstudie zu kardiovaskulären Endpunkten) und Berichten nach der Markteinführung bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 berichtet wurden (weitere Informationen siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ). Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen (ausgenommen Komplikationen der diabetischen Retinopathie, siehe Fussnote in Tabelle 1) basieren auf den gepoolten Daten der klinischen Studien, ausgenommen der Studie zu den kardiovaskulären Ereignissen.
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen sind untenstehend nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000) nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der bekannten Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1: Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen von Ozempic
Systemorganklassen Häufigkeit Unerwünschte Wirkung
gemäss MedDRA
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeit
Immunsystems
Selten Anaphylaktische Reaktion
Stoffwechsel- und Sehr häufig Hypoglykämiea) bei
Ernährungsstörungen Anwendung mit Insulin
oder Sulfonylharnstoffen
Häufig Hypoglykämiea) bei Anwendung mit anderen oralen
Antidiabetika (OAD) Verminderter Appetit
Erkrankungen des Häufig Schwindelgefühl
Nervensystems Kopfschmerzen
Gelegentlich Dysgeusie
Nicht bekannt Dysästhesiec)
Augenerkrankungen Häufig Komplikationen der
diabetischen Retinopathi
eb)
Sehr selten Nichtarteriitische anteriore ischämische
Optikusneuropathie (NAION)
Herzerkrankungen Gelegentlich Erhöhte Herzfrequenz
Erkrankungen des Sehr häufig Übelkeit Durchfall
Gastrointestinaltrakts
Häufig Erbrechen Bauchschmerzen Abdominelles
Spannungsgefühl Obstipation Dyspepsie Gastritis
Gastroösophagealer Reflux Aufstossen Flatulenz
Gelegentlich Akute Pankreatitis Verzögerte Magenentleerung
Nicht bekannt Darmobstruktionc), d)
Leber- und Gallenerkra Häufig Cholelithiasis
nkungen
Gelegentlich Cholezystitis
Erkrankungen der Haut Nicht bekannt Angioedemac)
und des Unterhautgeweb
es
Allgemeine Erkrankunge Häufig Erschöpfung
n und Beschwerden am
Verabreichungsort
Gelegentlich Reaktionen an der Injektionsstelle
Untersuchungen Häufig Erhöhte Lipase Erhöhte
Amylase Gewichtsabnahme
a) Hypoglykämie definiert als schwer (erfordert die Hilfe einer anderen Person) oder symptomatisch in Kombination mit einem Blutzuckerspiegel <3.1 mmol/l
b) Komplikationen der diabetischen Retinopathie umfassen: Notwendigkeit der Photokoagulation der Netzhaut, Notwendigkeit der Behandlung mit intravitrealen Wirkstoffen, Glaskörperblutung, Einsetzen der Diabetes-bedingten Erblindung. Die Häufigkeit basiert auf der Studie zu kardiovaskulären Ergebnissen.
c) Aus Meldungen nach Markteinführung
d) Die zusammengefasste Bezeichnung umfasst die unerwünschten Ereignisse Darmobstruktion, Ileus und Dünndarmobstruktion
2-jährige Studie zu kardiovaskulären Ergebnissen und Sicherheit
In der kardiovaskulären Risikopopulation war das Nebenwirkungsprofil ähnlich dem in anderen klinischen Studien beobachteten (beschrieben in "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr häufig – Hypoglykämie bei Anwendung mit Insulin (10.7 %) oder Sulfonylharnstoffen (10.4 %)
Häufig – Hypoglykämie bei Anwendung mit anderen oralen Antidiabetika (OAD)
Bei der Anwendung von Ozempic als Monotherapie wurden keine schweren Hypoglykämien beobachtet. Schwere Hypoglykämie wurde vorwiegend beobachtet, wenn Ozempic zusammen mit einem Sulfonylharnstoff (1.2 % der Teilnehmer, 0.03 Ereignisse/Patientenjahr) oder Insulin (1.5 % der Teilnehmer, 0.02 Ereignisse/Patientenjahr) verwendet wurde. Es wurden wenige Episoden (0.1 % der Teilnehmer, 0.001 Ereignisse/Patientenjahr) bei der Anwendung von Ozempic in Kombination mit anderen (als Sulfonylharnstoff) oralen Antidiabetika beobachtet.
Augenerkrankungen
Häufig – Komplikationen der diabetischen Retinopathie
In einer 2-jährigen klinischen Studie mit 3'297 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und hohem kardiovaskulären Risiko waren die Komplikationen der diabetischen Retinopathie ein Endpunkt. In dieser Studie traten Komplikationen der diabetischen Retinopathie bei Patienten, die mit Ozempic behandelt wurden, häufiger auf (3.0 %) als unter Placebo (1.8 %). Über 80 % der Patienten mit einer Komplikation der diabetischen Retinopathie hatten vor Behandlungsbeginn eine dokumentierte diabetische Retinopathie. Bei Patienten, die keine diabetische Retinopathie in der Vorgeschichte (dokumentiert) hatten, war die Anzahl der Ereignisse unter Ozempic und Placebo ähnlich.
In klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu 1 Jahr mit 4'807 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 traten unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der diabetischen Retinopathie unter Ozempic in 1.7 % der Patienten auf, unter den Vergleichspräparaten in 2.0 % der Patienten.
Sehr selten – Nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)
Die Ergebnisse mehrerer grosser epidemiologischer Studien deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber Semaglutide bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 mit einem etwa zweifachen Anstieg des relativen Risikos für die Entwicklung einer NAION verbunden ist, was etwa einem zusätzlichen Fall pro 10'000 Behandlungsjahre entspricht.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Bei Patienten mit Gastroparese können unter Behandlung mit Semaglutide schwerere oder schwerwiegendere gastrointestinale Auswirkungen auftreten.
Sehr häufig – Übelkeit (19.9 %), Diarrhö (13.3 %)
Häufig – Erbrechen, Bauchschmerzen, abdominelles Spannungsgefühl, Obstipation, Dyspepsie, Gastritis, Gastroösophageale Refluxkrankheit, Aufstossen, Flatulenz.
Bei Patienten, die mit Ozempic 0.5 mg und 1 mg behandelt wurden, trat bei 17.0 % und 19.9 % Übelkeit, bei 12.2 % und 13.3 % Diarrhö und bei 6.4 % und 8.4 % Erbrechen auf. Die meisten Ereignisse waren leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer. Die Ereignisse führten bei 3.9 % und 5 % der Patienten zum Behandlungsabbruch. Die Ereignisse wurden am häufigsten in den ersten Monaten der Behandlung berichtet.
Gelegentlich – akute Pankreatitis
Die Häufigkeit von bestätigten Fällen akuter Pankreatitis, die in klinischen Phase 3a Studien gemeldet wurden, lag bei 0.3 % für Semaglutide beziehungsweise bei 0.2 % für das Vergleichspräparat. In der 2-jährigen Studie zu kardiovaskulären Endpunkten lag die Häufigkeit der bestätigten Pankreatitis Fälle bei 0.5 % für Semaglutide und 0.6 % für Placebo (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Gelegentlich – Überempfindlichkeit
In den klinischen Phase 3a Studien wurden bei 0.3 % der Patienten, die Semaglutide erhielten, Überempfindlichkeitsereignisse (z.B. Nesselsucht, Hautausschlag) berichtet, die nach Einschätzung des Prüfarztes in kausalem Zusammenhang mit der Behandlung stehen.
Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung
Erkrankungen der Nieren- und Harnwege: Akute Nierenschädigung (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Behandlungsabbruch aufgrund einer Nebenwirkung
Die Inzidenz der Behandlungsabbrüche aufgrund von unerwünschten Wirkungen lag bei Patienten, die mit 1 mg Ozempic behandelt wurden, bei 8.7 %. Die am häufigsten zum Abbruch führenden unerwünschten Wirkungen waren gastrointestinale Störungen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
|