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Fachinformation zu TECVAYLI:Janssen-Cilag AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
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Dosierung/Anwendung

Die Anwendung von TECVAYLI soll nur unter der Anleitung von ärztlichem Personal mit Erfahrung in der Behandlung von malignen hämatologischen Erkrankungen, des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) und von neurologischen Toxizitäten inklusive Immuneffektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) durchgeführt werden.
Überwachung
Eine intensive Überwachung der Patienten ist in folgenden Fällen empfohlen:
-Nach jeder Dosis des TECVAYLI Titrationsschemas (Titrationsdosis 1, Titrationsdosis 2 und erste Behandlungsdosis, siehe Tabelle 1, Titrationsschema).
-Für anschliessende TECVAYLI-Injektionen, wenn bei der vorhergehenden Verabreichung ein CRS (Grad ≥2) oder klinisch relevante neurologische Toxizitäten im Zusammenhang mit der TECVAYLI-Verabreichung beobachtet wurden.
In diesen Fällen soll eine stationäre Überwachung über mindestens 48 Stunden in entsprechend ausgerüsteten Zentren erfolgen, die über multidisziplinäre Teams mit genügend Erfahrung verfügen, um auch schwerste Komplikationen intensiv-medizinisch behandeln zu können. Darüber hinaus sollen Patienten während bis zu 7 Tagen nach der Verabreichung von TECVAYLI täglich auf Anzeichen und Symptome eines Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS), sowie neurologischer und anderer Toxizitäten überwacht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Massnahmen bei schweren unerwünschten Wirkungen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Zusätzlich sind die Patienten anzuweisen, sich in diesem Zeitraum in der Nähe eines Behandlungszentrums aufzuhalten. Eine allfällige weitergehende Überwachung erfolgt im Ermessen der Ärztin bzw. des Arztes.
TECVAYLI darf nur als subkutane Injektion verabreicht werden.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Im Rahmen des Titrationsschemas soll vor jeder Dosis TECVAYLI eine Prämedikation verabreicht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Prämedikation).
Empfohlenes Dosierungsschema
Das empfohlene Dosierungsschema für die Verabreichung von TECVAYLI ist in Tabelle 1 dargestellt. Die empfohlene Dosierung von TECVAYLI besteht aus Titrationsdosen von 0.06 mg/kg und 0.3 mg/kg, gefolgt von Behandlungsdosen von 1.5 mg/kg einmal wöchentlich bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität. Bei Patienten mit mindestens einem vollständigen Therapieansprechen (CR oder besser) über mindestens 6 Monate kann eine reduzierte Dosierungshäufigkeit von 1.5 mg/kg alle zwei Wochen bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität in Betracht gezogen werden (siehe Klinische Wirksamkeit).
Die Initiierung von TECVAYLI erfolgt gemäss dem Titrationsschema in Tabelle 1, um die Häufigkeit und den Schweregrad des Zytokinfreisetzungssyndroms (Cytokine Release Syndrome, CRS) zu verringern.
Bei Nichteinhaltung der empfohlenen Dosierung bzw. des Dosierungsschemas zu Therapiebeginn oder bei Wiederaufnahme der Therapie nach Dosisverzögerungen kann es zu einer erhöhten Häufigkeit und Schwere von unerwünschten Ereignissen aufgrund des Wirkmechanismus von TECVAYLI kommen, insbesondere zum Zytokinfreisetzungssyndrom (siehe Dosierung/Anwendung - Dosisanpassungen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom).

Tabelle 1: TECVAYLI Dosierungssche
ma
Dosiserungsschema                   Tag                   Dosis
Alle Patienten
Titrationsschemaa                   Tag 1                 Titrationsdosis 1     0.06 mg/kg
Tag 4b                              Titrationsdosis 2     0.3 mg/kg
Tag 7c                              Erste Behandlungsdos  1.5 mg/kg
                                    is                    
Wöchentliches Dosierungsschemaa     Eine Woche nach der   Nachfolgende Behandl  1.5 mg/kg einmal
                                    ersten Behandlungdos  ungsdosen             wöchentlich
                                    is und danach                               
                                    wöchentlich                                 
Patienten mit mindestens einem
vollständigen Therapieansprechen
(CR oder besser) über mindestens
6 Monate
Zweiwöchentliches Dosierungsschema  Reduzierte Dosierung
a (alle 2 Wochen)                   shäufigkeit von 1.5
                                    mg/kg alle zwei
                                    Wochen erwägen
a Siehe Tabelle 2 für
Empfehlungen zur Wiederaufnahme
der Behandlung mit TECVAYLI nach
Dosisverzögerungen (siehe
Dosierung/Anwendung -
Wiederaufnahme der Behandlung mit
TECVAYLI nach Dosisverzögerungen).
 b Titrationsdosis 2 kann zwei
bis vier Tage nach Titrationsdosis
 1 und, um ein Abklingen von
unerwünschten Wirkungen zu
ermöglichen, bis zu 7 Tage nach
Titrationsdosis 1 verabreicht
werden. c Die erste Behandlungsdos
is kann zwei bis vier Tage nach
Titrationsdosis 2 und, um ein
Abklingen von unerwünschten
Wirkungen zu ermöglichen, bis zu
7 Tage nach Titrationsdosis 2
verabreicht werden.

 
In den Tabellen 10, 11 und 12 ist die Dosierung basierend auf vorgegebenen Bereichen des Körpergewichts angegeben (siehe Sonstige Hinweise –Art der Anwendung).
Prämedikation
Die folgende Prämedikation soll jeweils 1 bis 3 Stunden vor jeder Dosis des Titrationsschemas von TECVAYLI verabreicht werden, um das Risiko des Auftretens eines Zytokinfreisetzungssyndroms möglichst gering zu halten (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom und Unerwünschte Wirkungen).
-Kortikosteroid (orales oder intravenöses Dexamethason, 16 mg)
-H1-Antihistaminikum (orales oder intravenöses Diphenhydramin, 50 mg oder gleichwertig)
-Antipyretika (Paracetamol, oral oder intravenös, 650 mg bis 1000 mg oder gleichwertig)
Die Verabreichung der Prämedikation kann für folgende Patienten vor der Verabreichung von nachfolgenden Dosen von TECVAYLI erforderlich sein:
-Patienten, die im Rahmen des TECVAYLI Titrationsschemas eine Dosis aufgrund einer Dosisverzögerung wiederholen (siehe Dosierung/Anwendung - Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen)
-Patienten, bei denen nach der vorherigen Dosis von TECVAYLI ein CRS aufgetreten ist (siehe Dosierung/Anwendung - Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen)
Prophylaxe einer Herpes-zoster-Virusreaktivierung
Vor Beginn der Behandlung mit TECVAYLI sollte eine antivirale Prophylaxe zur Vorbeugung einer Reaktivierung des Herpes-zoster-Virus gemäss den örtlich geltenden Behandlungsprotokollen/Leitlinien in Betracht gezogen werden.
Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen
Wenn eine Dosis von TECVAYLI verspätet verabreicht wird, soll die Therapie gemäss den Empfehlungen in Tabelle 2 wieder aufgenommen und der Behandlungsplan entsprechend fortgesetzt werden (siehe Dosierung/Anwendung - Empfohlenes Dosierungsschema). Eine Prämedikation soll wie in Tabelle 2 angegeben verabreicht und die Patienten nach der Verabreichung von TECVAYLI entsprechend Abschnitt "Überwachung" intensiv überwacht werden (siehe Dosierung/Anwendung - Prämedikation und Überwachung).

Tabelle 2: Empfehlungen zur Wiederaufnahme der
Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen
Letzte verabreichte Dosis                               Dauer der Verzögerun  Massnahme
                                                        g seit der letzten    
                                                        verabreichten Dosis   
Titrationsdosis 1                                       Mehr als 7 Tage       Wiederaufnahme des
                                                                              Titrationsschemas von
                                                                              TECVAYLI bei Titration
                                                                              sdosis 1 (0.06
                                                                              mg/kg).a
Titrationsdosis 2                                       8 Tage bis 28 Tage    Wiederholen von
                                                                              Titrationsdosis 2
                                                                              (0.3 mg/kg)a und
                                                                              Weiterfahren mit dem
                                                                              Titrationsschema.
Mehr als 28 Tageb                                       Wiederaufnahme des
                                                        Titrationsschemas
                                                        von TECVAYLI bei
                                                        Titrationsdosis 1
                                                        (0.06 mg/kg).a
Beliebige Behandlungsdosis                              62 Tage oder weniger  Weiterfahren mit der
                                                                              zuletzt angewendeten
                                                                              Behandlungsdosis und
                                                                              dem zuletzt angewendet
                                                                              en Dosierungsschema
                                                                              von TECVAYLI (1.5
                                                                              mg/kg einmal wöchentli
                                                                              ch oder 1.5 mg/kg
                                                                              alle zwei Wochen,
                                                                              siehe Tabelle 1).
63 Tage bis 111 Tage                                    Wiederaufnahme des
                                                        Titrationsschemas
                                                        von TECVAYLI bei
                                                        Titrationsdosis 2
                                                        (0.3 mg/kg)
Mehr als 111 Tagec                                      Wiederaufnahme des
                                                        Titrationsschemas
                                                        von TECVAYLI bei
                                                        Titrationsdosis 1
                                                        (0.06 mg/kg).a
a Verabreichung einer Prämedikation vor der TECVAYLI
Dosis und Überwachung (siehe Dosierung/Anwendung -
Prämedikation und Dosierung/Anwendung - Überwachung).
b Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses für die
Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI bei
Patienten, die aufgrund von unerwünschten Wirkungen
eine Dosisverzögerung von mehr als 28 Tagen
benötigen. c Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses
für die Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI
bei Patienten, die aufgrund von unerwünschten
Wirkungen eine Dosisverzögerung von mehr als 111
Tagen benötigen.

 
Dosisanpassungen
Es sollen keine Titrationsdosen von TECVAYLI ausgelassen werden. Eine Verringerung der Dosis von TECVAYLI wird nicht empfohlen. Zur Kontrolle der auftretenden Toxizitäten können Dosisverzögerungen erforderlich sein (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Siehe Tabellen 3, 4 und 5 für empfohlene Massnahmen bei den unerwünschten Wirkungen CRS, neurologische Toxizität und ICANS (siehe Massnahmen bei schweren unerwünschten Wirkungen). Siehe Tabelle 6 für empfohlene Massnahmen bei anderen unerwünschten Wirkungen nach Verabreichung von TECVAYLI (siehe Andere unerwünschte Wirkungen).
Massnahmen bei schweren unerwünschten Wirkungen
Zytokinfreisetzungssyndrom (Cytokine Release Syndrome, CRS)
In der klinischen Studie MajesTEC-1 mit TECVAYLI betrug die mediane Zeit bis zum Auftreten eines CRS nach der letzten Injektion von TECVAYLI 2 Tage (Bereich: 1 bis 6 Tage). Das Zytokinfreisetzungssyndrom soll anhand des klinischen Erscheinungsbildes identifiziert werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Zytokinfreisetzungssyndrom). Andere Ursachen für Fieber, Hypoxie und Hypotonie sollen evaluiert und entsprechend behandelt werden.
Bei Verdacht auf das Zytokinfreisetzungssyndrom ist TECVAYLI so lange abzusetzen, bis die unerwünschte Wirkung abklingt (siehe Tabelle 3). Die Empfehlungen in Tabelle 3 sind bezüglich den zu treffenden Massnahmen zu berücksichtigen. Gegebenenfalls ist eine unterstützende Behandlung für das Zytokinfreisetzungssyndrom (wie fiebersenkende Mittel, intravenöse Flüssigkeitszufuhr, Vasopressoren, Sauerstoffzufuhr usw.) zu verabreichen. Laboruntersuchungen zur Überwachung der disseminierten intravasalen Koagulopathie (DIC), der hämatologischen Parameter sowie der Lungen-, Herz-, Nieren- und Leberfunktion sind in Erwägung zu ziehen.

Tabelle 3: Empfohlene Massnahmen beim
Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS)
Grada                                   Symptome              Massnahmen
Grad 1                                  Temperatur ≥38°Cb     -Setzen Sie TECVAYLI bis zum
                                                              Abklingen des CRS ab. -Behandlung des
                                                              CRS gemäss konsensbasierten
                                                              Leitlinien. -Verabreichen Sie die
                                                              Prämedikation vor der nächsten Dosis
                                                              von TECVAYLI.c
Grad 2                                  Temperatur ≥38°Cb     -Setzen Sie TECVAYLI bis zum
                                        mit entweder:         Abklingen des CRS ab. -Behandlung des
                                        Hypotonie, die auf    CRS gemäss konsensbasierten
                                        Flüssigkeitsgabe      Leitlinien. -Verabreichen Sie die
                                        anspricht und keine   Prämedikation vor der nächsten Dosis
                                        Vasopressoren         von TECVAYLI.c -Patienten sollen nach
                                        erfordert und/oder,   Verabreichung der nachfolgenden Dosis
                                        Sauerstoffbedarf      von TECVAYLI für mindestens 48
                                        über Low-Flow-Nasenk  Stunden stationär überwacht werdenc
                                        anüled oder Blow-by   (siehe Dosierung/Anwendung -
                                                              Überwachung).
Grad 3                                  Temperatur ≥38°Cb     Erstes Auftreten eines CRS Grad 3 mit
                                        mit entweder:         einer Dauer von weniger als 48
                                        Hypotonie, die        Stunden: -Setzen Sie TECVAYLI bis zum
                                        einen Vasopressor     Abklingen des CRS ab. -Behandlung des
                                        mit oder ohne         CRS gemäss konsensbasierten
                                        Vasopressin erforder  Leitlinien. -Verabreichen Sie eine
                                        t und/oder, Sauersto  unterstützende Therapie, die auch
                                        ffbedarf über         eine intensivmedizinische Versorgung
                                        High-Flow-Nasenkanül  umfassen kann. -Verabreichen Sie die
                                        ed, Sauerstoffmaske,  Prämedikation vor der nächsten Dosis
                                         Maske ohne Rückatmu  von TECVAYLI.c -Patienten sollen nach
                                        ng oder Venturi-Mask  Verabreichung der nachfolgenden Dosis
                                        e                     von TECVAYLI für mindestens 48
                                                              Stunden stationär überwacht werden
                                                              werdenc (siehe Dosierung/Anwendung -
                                                              Überwachung).
Wiederholtes Auftreten eines CRS Grad
3 oder eines CRS Grad 3 mit einer
Dauer von 48 Stunden oder länger:
-Setzen Sie TECVAYLI permanent ab.
-Behandlung des CRS gemäss
konsensbasierten Leitlinien.
-Verabreichen Sie eine unterstützende
Therapie, die auch eine
intensivmedizinische Versorgung
umfassen kann.
Grad 4                                  Temperatur ≥38°Cb     -Setzen Sie TECVAYLI permanent ab.
                                        mit entweder:         -Behandlung des CRS gemäss
                                        Hypotonie, die        konsensbasierten Leitlinien.
                                        mehrere Vasopressore  -Verabreichen Sie eine unterstützende
                                        n (ausser Vasopressi  Therapie, die auch eine
                                        n) erfordert und/ode  intensivmedizinische Versorgung
                                        r, Sauerstoffbedarf   umfassen kann.
                                        mit positivem Druck   
                                        (z.B. CPAP, BiPAP,    
                                        Intubation und        
                                        mechanische Beatmung  
                                        )                     
a Entsprechend der Einstufung von CRS
der American Society for
Transplantation and Cellular Therapy
(ASTCT) 2019. b Auf das CRS
zurückzuführen. Fieber muss nicht
immer gleichzeitig mit Hypotonie oder
Hypoxie auftreten, da es durch die
gegebenen Medikamente wie
Antipyretika oder Antizytokine
maskiert werden kann. c Siehe Tabelle
2 für Empfehlungen zur Wiederaufnahme
der Behandlung mit TECVAYLI nach
Dosisverzögerungen (siehe
Dosierung/Anwendung - Wiederaufnahme
der Behandlung mit TECVAYLI nach
Dosisverzögerungen). d Eine
Low-Flow-Nasenkanüle entspricht ≤6
l/min, eine High-Flow-Nasenkanüle
entspricht > 6 l/min.

 
Neurologische Toxizitäten und ICANS
In der klinischen Studie MajesTEC-1 mit TECVAYLI betrug die mediane Zeit bis zum Auftreten einer neurologischen Toxizität (ohne ICANS) 2 Tage (Bereich: 1 bis 38 Tage) nach der letzten Dosis. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von ICANS betrug 3 Tage (Bereich: 2 bis 5 Tage) nach der letzten Dosis. Empfohlene Massnahmen bei neurologischen Toxizitäten und ICANS sind in Tabelle 4 und 5 zusammengefasst.
Bei den ersten Anzeichen einer neurologischen Toxizität, einschliesslich ICANS, muss TECVAYLI abgesetzt und eine neurologische Untersuchung in Betracht gezogen werden. Andere Ursachen für neurologische Symptome müssen ausgeschlossen werden. Bei schweren oder lebensbedrohlichen neurologischen Toxizitäten sind eine intensivmedizinische Versorgung und eine unterstützende Behandlung erforderlich (siehe Warnungen und Vorsichtsmassnahmen - Neurologische Toxizitäten). Die Empfehlungen gemäss Tabelle 4 und 5 sind bezüglich den zu treffenden Massnahmen zu berücksichtigen. Bezüglich einer progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) sind die Vorgaben in der Rubrik Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Infektionen zu beachten.

Tabelle 4: Empfohlene Massnahmen bei
neurologischen Toxizitäten (ausser ICANS)
Unerwünschte Wirkung                                 Schweregrada               Massnahmen
Neurologische Toxizitätena (ausser ICANS)            Grad 1                     -Setzen Sie TECVAYLI
                                                                                 bis zum Abklingen
                                                                                oder bis zur Stabili
                                                                                sierung der Symptome
                                                                                 der neurologischen
                                                                                Toxizität ab.b
Grad 2 Grad 3 (erstes Auftreten)                     -Setzen Sie TECVAYLI ab
                                                     bis sich die Symptome
                                                     der neurologischen
                                                     Toxizität auf Grad 1
                                                     oder weniger verbessert
                                                     haben.b -Verabreichen
                                                     Sie eine unterstützende
                                                     Therapie.
Grad 3 (rezidivierend)Grad 4                         -Setzen Sie TECVAYLI
                                                     dauerhaft ab. -Verabreich
                                                     en Sie eine unterstützend
                                                     e Therapie, die auch
                                                     eine intensivmedizinische
                                                      Versorgung umfassen
                                                     kann.
a Basierend auf den allgemeinen Begriffskriterien
für unerwünschte Wirkungen des National Cancer
Institute (NCI CTCAE), Version 4.03. b Siehe
Tabelle 2 für Empfehlungen zur Wiederaufnahme der
Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen
(siehe Dosierung/Anwendung - Wiederaufnahme der
Behandlung mit TECVAYLI nach Dosisverzögerungen).

 
 

Tabelle 5: Empfohlene Massnahmen beim
Immuneffektorzellen-assoziierten
Neurotoxizitätssyndroms (ICANS)
Grada                                          Symptomeb                 Massnahmen
Grad 1                                         ICE Score 7-9c, oder      -Setzen Sie TECVAYLI bis
                                               getrübter Bewusstseinszu  zum Abklingen des ICANS
                                               standd: wacht spontan     ab.e -Neurologische
                                               auf.                      Symptome überwachen und
                                                                         die Konsultation durch
                                                                         einen Neurologen oder
                                                                         andere Fachärzte für die
                                                                         weitere Untersuchung und
                                                                         Massnahmen, inklusive der
                                                                         Gabe nicht-sedierender
                                                                         Antiepileptika zur
                                                                         Vorbeugung von Krampfanfäl
                                                                         len, in Betracht ziehen.
                                                                         -Verabreichung einer
                                                                         unterstützenden Therapie
                                                                         gemäss konsensbasierten
                                                                         Leitlinien.
Grad 2                                         ICE Score 3-6c, oder      -Setzen Sie TECVAYLI bis
                                               getrübter Bewusstseinszu  zum Abklingen des ICANS
                                               standd: wacht auf         ab. -10 mg Dexamethasonf
                                               Ansprache auf.            alle 6 Stunden i.v.
                                                                         verabreichen und bis zur
                                                                         Besserung auf ≤ Grad 1
                                                                         fortsetzen, dann
                                                                         auszuschleichen.
                                                                         -Neurologische Symptome
                                                                         überwachen und die
                                                                         Konsultation durch einen
                                                                         Neurologen oder andere
                                                                         Fachärzte für die weitere
                                                                         Untersuchung und
                                                                         Massnahmen, inklusive der
                                                                         Gabe nicht-sedierender
                                                                         Antiepileptika zur
                                                                         Vorbeugung von Krampfanfäl
                                                                         len, in Betracht ziehen.
                                                                         -Verabreichung einer
                                                                         unterstützenden Therapie
                                                                         gemäss konsensbasierten
                                                                         Leitlinien. -Patienten
                                                                         sollen nach Verabreichung
                                                                         der nachfolgenden Dosis
                                                                         von TECVAYLI für
                                                                         mindestens 48 Stunden
                                                                         stationär überwacht
                                                                         werden (siehe Dosierung/An
                                                                         wendung - Überwachung).e
Grad 3                                         ICE Score 0-2c, oder      Erstes Auftreten eines
                                               getrübter Bewusstseinszu  Grad 3 ICANS: -Setzen Sie
                                               standd: erwacht nur bei   TECVAYLI bis zum
                                               taktilem Reiz, oder       Abklingen des ICANS ab.
                                               Krampfanfälled,           -10 mg Dexamethasonf alle
                                               entweder: -jeder          6 Stunden i.v. verabreiche
                                               klinische Krampfanfall,   n und bis zur Besserung
                                               fokal oder generalisiert  auf ≤ Grad 1 fortsetzen,
                                               , der sich rasch          dann ausschleichen.
                                               zurückbildet, oder        -Neurologische Symptome
                                               -nicht konvulsive         überwachen und die
                                               Krampfanfälle im EEG,     Konsultation durch einen
                                               die bei Intervention      Neurologen oder andere
                                               abklingen, oder           Fachärzte für die weitere
                                               erhöhter intrakranieller  Untersuchung und
                                                Druck (ICP): fokales/lo  Massnahmen, inklusive der
                                               kales Ödem in der         Gabe nicht-sedierender
                                               Neurobildgebungd.         Antiepileptika zur
                                                                         Vorbeugung von Krampfanfäl
                                                                         len, in Betracht ziehen.
                                                                         -Verabreichung einer
                                                                         unterstützenden Therapie,
                                                                         die auch eine intensivmedi
                                                                         zinische Versorgung
                                                                         umfassen kann, gemäss
                                                                         konsensbasierten
                                                                         Leitlinien. -Patienten
                                                                         sollen nach Verabreichung
                                                                         der nachfolgenden Dosis
                                                                         von TECVAYLI für
                                                                         mindestens 48 Stunden
                                                                         stationär überwacht
                                                                         werden (siehe Dosierung/An
                                                                         wendung - Überwachung).e
Rezidivierendes Grad 3 ICANS: -Setzen Sie
TECVAYLI dauerhaft ab. -10 mg Dexamethasonf
alle 6 Stunden i.v. verabreichen und bis zur
Besserung auf ≤ Grad 1 fortsetzen, dann
ausschleichen. -Neurologische Symptome
überwachen und die Konsultation durch einen
Neurologen oder andere Fachärzte für die
weitere Untersuchung und Massnahmen,
inklusive der Gabe nicht-sedierender
Antiepileptika zur Vorbeugung von
Krampfanfällen, in Betracht ziehen.
-Verabreichung einer unterstützenden
Therapie, die auch eine intensivmedizinische
Versorgung umfassen kann, gemäss
konsensbasierten Leitlinien.
Grad 4                                         ICE Score 0c, oder        -Setzen Sie TECVAYLI
                                               getrübter Bewusstseinszu  dauerhaft ab. -10 mg
                                               standd, entweder: -der    Dexamethasonf alle 6
                                               Patient ist nicht         Stunden i.v. verabreichen
                                               erweckbar oder benötigt   und bis zur Besserung auf
                                               starke oder sich          ≤ Grad 1 fortsetzen, dann
                                               wiederholende taktile     ausschleichen. -Oder
                                               Reize, um zu erwachen,    alternativ die Verabreichu
                                               oder -Stupor oder Koma,   ng von Methylprednisolon
                                               oder Krampfanfälled,      1000 mg täglich intravenös
                                               entweder: -lebensbedrohl   erwägen und Methylprednis
                                               icher prolongierter       olon 1000 mg täglich
                                               Krampfanfall (Dauer > 5   intravenös für mindestens
                                               min) oder -repetitive     zwei Tage fortsetzen.
                                               klinische oder elektrisc  -Neurologische Symptome
                                               he Anfälle ohne           überwachen und die
                                               zwischenzeitliche         Konsultation durch einen
                                               Rückkehr zum Ausgangszus  Neurologen oder andere
                                               tand, oder motorische     Fachärzte für die weitere
                                               Befunded: -tiefgreifende  Untersuchung und
                                                fokale motorische        Massnahmen, inklusive der
                                               Schwäche wie Hemiparese   Gabe nicht-sedierender
                                               oder Paraparese, oder     Antiepileptika zur
                                               erhöhter ICP/zerebrales   Vorbeugung von Krampfanfäl
                                               Ödemd mit Anzeichen/Symp  len, in Betracht ziehen.
                                               tomen wie: -diffuses      -Verabreichung einer
                                               Hirnödem in der           unterstützenden Therapie,
                                               Neurobildgebung           die auch eine intensivmedi
                                               -dezerebrale oder         zinische Versorgung
                                               dekortikale Körperhaltun  umfassen kann, gemäss
                                               g oder -Lähmung des VI.   konsensbasierten
                                               Hirnnervs oder -Papillen  Leitlinien.
                                               ödem oder -Cushing-Refle  
                                               x                         
a Entsprechend der Einstufung von ICANS der
American Society for Transplantation and
Cellular Therapy (ASTCT) 2019. b Die
Behandlung richtet sich nach dem
schwerwiegendsten Ereignis, das nicht auf
eine andere Ursache zurückzuführen ist. c
Ist der Patient erweckbar und kann eine
Beurteilung der Immuneffektorzellen-assoziier
ten Enzephalopathie (ICE) durchgeführt
werden, ist Folgendes zu beurteilen:
Orientierung (Orientierung bezüglich Jahr,
Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte);
Benennen (auf 3 Objekte zeigen/diese
benennen, z.B. Uhr, Stift, Knopf = 3
Punkte); Befolgen von Anweisungen (z.B.
"Zeigen Sie mir 2 Finger" oder "Schliessen
Sie Ihre Augen und strecken Sie die Zunge
heraus" = 1 Punkt); Schreibfähigkeit, einen
Standardsatz schreiben = 1 Punkt; und
Konzentrationsvermögen (von 100 in
Zehnerschritten rückwärts zählen = 1 Punkt).
Wenn der Patient nicht erweckbar und nicht
imstande ist, die ICE-Beurteilung
durchzuführen (ICANS Grad 4) = 0 Punkte d
Keiner anderen Ursache zuzuschreiben. e
Siehe Tabelle 2 für Empfehlungen zur
Wiederaufnahme der Behandlung mit TECVAYLI
nach Dosisverzögerungen (siehe
Dosierung/Anwendung - Wiederaufnahme der
Behandlung mit TECVAYLI nach
Dosisverzögerungen). f Alle Hinweise zur
Verabreichung von Dexamethason beziehen sich
auf Dexamethason oder ein gleichwertiges
Medikament.

 
Andere unerwünschte Wirkungen

Tabelle 6: Empfohlene Massnahmen bei
anderen unerwünschten Wirkungen
Unerwünschte Wirkung                    Schweregrad                             Massnahmen
Infektionena (siehe Warnhinweise und    Alle Grade                              -Setzen Sie TECVAYLI
Vorsichtsmassnahmen)                                                             bei Patienten mit
                                                                                aktiver Infektion
                                                                                während des Titratio
                                                                                nsschemas ab.b
Grad 3                                  -Setzen Sie die nachfolgenden
                                        Behandlungsdosen von TECVAYLI aus
                                        (d.h. Dosen, die anschliessend an das
                                        TECVAYLI Titrationsschema verabreicht
                                        werden), bis sich die Infektion auf
                                        Grad 1 oder weniger verbessert hat.b
Grad 4                                  -Erwägen Sie ein dauerhaftes Absetzen
                                        von TECVAYLI. -Wenn TECVAYLI nicht
                                        dauerhaft abgesetzt wird, die
                                        nachfolgenden Behandlungsdosen von
                                        TECVAYLI aussetzen (d.h. Dosen, die
                                        anschliessend an das TECVAYLI
                                        Titrationsschema verabreicht werden),
                                        bis sich die Infektion auf Grad 1
                                        oder weniger verbessert hat.b
Hämatologische Toxizitäten (siehe       Absolute Neutrophilenzahl unter 0.5 x   -Setzen Sie TECVAYLI
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen    109/Liter                                ab, bis eine
sowie Unerwünschte Wirkungen)                                                   absolute Neutrophile
                                                                                nzahl von mindestens
                                                                                 0.5 x 109/Liter
                                                                                erreicht ist.b
Febrile Neutropenie                     -Setzen Sie TECVAYLI ab, bis eine
                                        absolute Neutrophilenzahl von
                                        mindestens 1.0 x 109/Liter erreicht
                                        ist und das Fieber abklingt.b
Hämoglobin unter 8 g/dl                 -Setzen Sie TECVAYLI ab, bis der
                                        Hämoglobinwert mindestens 8 g/dl
                                        beträgt.b
Thrombozytenzahl unter 25'000/µl        -Setzen Sie TECVAYLI ab, bis die
Thrombozytenzahl zwischen 25'000/µl     Thrombozytenzahl mindestens 25'000/µl
und 50'000/µl mit Blutungen             beträgt und keine Anzeichen von
                                        Blutungen mehr vorliegen. b
Andere Nicht-hämatologische             Grad 3                                  -Setzen Sie TECVAYLI
unerwünschte Wirkungena (siehe                                                   ab bis sich die
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen                                            unerwünschte Wirkung
sowie Unerwünschte Wirkungen)                                                    auf Grad 1 oder
                                                                                weniger verbessert
                                                                                hat.b
Grad 4                                  -Erwägen Sie ein dauerhaftes Absetzen
                                        von TECVAYLI. -Wenn TECVAYLI nicht
                                        dauerhaft abgesetzt wird, die
                                        nachfolgenden Behandlungsdosen von
                                        TECVAYLI aussetzen (d.h. Dosen, die
                                        anschliessend an das TECVAYLI
                                        Titrationsschema verabreicht werden),
                                        bis sich die unerwünschte Wirkung auf
                                        Grad 1 oder weniger verbessert hat.b
a Basierend auf den allgemeinen
Begriffskriterien für unerwünschte
Wirkungen des National Cancer
Institute (NCI CTCAE), Version 4.03.
b Siehe Tabelle 2 für Empfehlungen
zur Wiederaufnahme der Behandlung mit
TECVAYLI nach Dosisverzögerungen
(siehe Dosierung/Anwendung -
Wiederaufnahme der Behandlung mit
TECVAYLI nach Dosisverzögerungen).

 
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TECVAYLI durchgeführt.
Aufgrund einer pharmakokinetischen (PK) Populationsanalyse ist bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wurden keine formalen Studien mit TECVAYLI durchgeführt.
Aufgrund einer pharmakokinetischen (PK) Populationsanalyse ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
Von den 203 Patienten, die in der MajesTEC-1-Studie mit TECVAYLI in der empfohlenen Dosis behandelt wurden, waren 47 % 65 Jahre oder älter und 13 % 75 Jahre oder älter. Im Allgemeinen wurde kein Unterschied in Bezug auf die Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen Patienten im Alter von ≥65 Jahren und jüngeren Patienten festgestellt. Allerdings war die Anzahl Patienten 75 Jahre oder älter unzureichend, um Unterschiede bezüglich Sicherheit oder Wirksamkeit festzustellen.
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Pharmakokinetik).
Pädiatrische Population
TECVAYLI ist für die Anwendung in der pädiatrischen Population nicht zugelassen.

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