Dosierung/AnwendungZur Verhinderung von Medikationsfehlern sind unbedingt die Etiketten der Durchstechflaschen zu kontrollieren, damit sichergestellt ist, dass es sich bei dem vorbereiteten und applizierten Arzneimittel um Kadcyla (Trastuzumab-Emtansin) und nicht um Trastuzumab handelt.
Die Therapie mit Kadcyla sollte nur unter Aufsicht einer medizinischen Fachperson durchgeführt werden, die in der Behandlung von Krebspatienten erfahren ist.
Patienten, die mit Kadcyla behandelt werden, sollten einen HER2-positiven Tumorstatus haben, definiert als immunohistochemischer Score (IHC) von 3+ oder einen mit einem validierten Test bestimmten, Verhältniswert bei der In-situ- oder Fluoreszenz-In-situ-Hybridisierung (ISH bzw. FISH) von ≥2,0.
Kadcyla ist von einer medizinischen Fachperson zu rekonstituieren und zu verdünnen (siehe "Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung und Entsorgung" ). Das Präparat sollte als intravenöse Infusion und nicht als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Die empfohlene Dosis von Kadcyla beträgt 3,6 mg/kg als intravenöse Infusion alle drei Wochen (Zyklus aus 21 Tagen).
Die Anfangsdosis ist als intravenöse Infusion über 90 Minuten zu applizieren. Die Patienten sollten während der Infusion und nach der ersten Dosis mindestens 90 Minuten lang auf Fieber, Schüttelfrost bzw. andere infusionsbedingte Reaktionen beobachtet werden. Die Infusionsstelle sollte während der Applikation des Arzneimittels auf mögliche subkutane Infiltration aufmerksam überwacht werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen: Extravasation" ).
Sofern die vorherigen Infusionen gut vertragen wurden, können anschliessende Kadcyla-Dosen als Infusion über 30 Minuten appliziert werden. Wiederum sind die Patienten während der Infusionen und danach mindestens 30 Minuten lang zu beobachten.
Die Infusionsgeschwindigkeit von Kadcyla sollte verlangsamt bzw. die Infusion sollte unterbrochen werden, falls der Patient infusionsbedingte Symptome entwickelt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Bei Auftreten lebensbedrohlicher infusionsbedingter Reaktionen ist Kadcyla abzusetzen.
Behandlungsdauer
Patienten mit EBC sollten über insgesamt 14 Zyklen behandelt werden, sofern kein Rezidiv der Krankheit und keine nicht beherrschbare Toxizität auftritt.
Patienten mit MBC sollten bis zum Eintreten einer Progression der Krankheit oder nicht beherrschbarer Toxizität behandelt werden.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Das Management symptomatischer unerwünschter Ereignisse kann je nach den in Tabellen 1 und 2 angegebenen Richtlinien eine vorübergehende Therapieunterbrechung, Dosisreduktion oder ein Absetzen der Therapie mit Kadcyla erforderlich machen.
Nachdem eine Dosisreduktion vorgenommen wurde, sollte die Kadcyla-Dosis nicht wieder erhöht werden.
Tabelle 1: Dosisreduktionsplan
Dosisreduktionsplan Dosisstufe
Anfangsdosis 3,6 mg/kg
Erste Dosisreduktion 3 mg/kg
Zweite Dosisreduktion 2,4 mg/kg
Notwendigkeit einer weiteren Dosisreduktion Behandlung abbrechen
Tabelle 2: Richtlinien zur Anpassung der Kadcyla-Dosis
Richtlinien zur
Dosisanpassung bei
EBC
Unerwünschte Wirkung Schweregrad Anpassung der Behandlung
Erhöhte Alanintransa Grad 2-3(> 3,0 bis ≤20× ULN am Kadcyla nicht applizieren, bis sich der
minase (ALT) Tag der geplanten Behandlung) ALT-Wert auf Grad ≤1 verbessert hat, und
anschliessend um eine Dosisstufe
reduzieren.
Grad 4(> 20× ULN zu Kadcyla absetzen.
einem beliebigen
Zeitpunkt)
Erhöhte Aspartattran Grad 2 (> 3,0 bis ≤5× ULN am Tag Kadcyla nicht applizieren, bis sich der
saminase (AST) der geplanten Behandlung) AST-Wert auf Grad ≤1 verbessert hat, und
anschliessend die Behandlung mit
derselben Dosisstufe fortsetzen.
Grad 3 (> 5 bis Kadcyla nicht applizieren, bis
≤20× ULN am Tag der sich der AST-Wert auf Grad ≤1
geplanten Behandlung verbessert hat, und anschliessend
) um eine Dosisstufe reduzieren.
Grad 4 (> 20× ULN Kadcyla absetzen.
zu einem beliebigen
Zeitpunkt)
Hyperbilirubinämie TBILI > 1,0 bis ≤2,0× ULN am Tag Kadcyla nicht applizieren, bis sich das
der geplanten Behandlung Gesamtbilirubin auf ≤1,0× ULN verbessert
hat, und anschliessend um eine Dosisstufe
reduzieren.
TBILI > 2× ULN zu Kadcyla absetzen.
einem beliebigen
Zeitpunkt
Noduläre regenerativ Alle Grade Kadcyla dauerhaft absetzen.
e Hyperplasie (NRH)
Thrombozytopenie Grad 2-3 am Tag der geplanten Kadcyla nicht applizieren, bis sich die
Behandlung(25'000 bis < Thrombozytenzahl auf ≤ Grad 1
75'000/mm3) (≥75'000/mm3) erholt hat. Anschliessend
die Behandlung in derselben Dosisstufe
fortsetzen. Wenn ein Patient aufgrund von
Thrombozytopenie zwei Behandlungspausen
benötigt, sollte eine Reduzierung der
Dosis um eine Stufe erwogen werden.
Grad 4 zu einem Kadcyla nicht applizieren, bis
beliebigen Zeitpunkt sich die Thrombozytenzahl auf ≤
< 25'000/mm3 Grad 1 (≥75'000/mm3) erholt hat,
und anschliessend um eine
Dosisstufe reduzieren.
Linksventrikuläre LVEF < 45 % Kadcyla nicht applizieren. Die
Dysfunktion Beurteilung der LVEF innerhalb von 3
Wochen wiederholen. Wenn eine LVEF < 45 %
bestätigt wird, Kadcyla absetzen.
LVEF 45 % bis < 50 Kadcyla nicht applizieren. Die
% und Abnahme um Beurteilung der LVEF innerhalb
≥10 %-Punkte gegenüb von 3 Wochen wiederholen. Wenn
er dem Ausgangswert* die LVEF bei < 50 % bleibt und
sich nicht bis auf < 10 %-Punkte
gegenüber dem Ausgangswert
verbessert hat, Kadcyla absetzen.
LVEF 45 % bis < 50 Die Behandlung mit Kadcyla
% und Abnahme um < fortsetzen. Die Beurteilung der
10 %-Punkte gegenübe LVEF innerhalb von 3 Wochen
r dem Ausgangswert* wiederholen.
LVEF ≥50 % Die Behandlung mit Kadcyla
fortsetzen.
Herzinsuffizienz Symptomatische CHF, LVSD Grad 3-4 Kadcyla absetzen.
oder Herzinsuffizienz Grad 3-4
oder Herzinsuffizienz Grad 2
einhergehend mit LVEF < 45 %
Periphere Neuropathi Grad 3-4 Kadcyla erst applizieren, wenn eine
e Verbesserung bis auf ≤ Grad 2 eingetreten
ist.
Pulmonale Toxizität Interstitielle Lungenerkrankung Kadcyla dauerhaft absetzen.
(ILD) oder Pneumonitis
Bestrahlungspneumoni Grad 2 Kadcyla absetzen, wenn unter
tis Standardbehandlung nicht reversibel.
Grad 3-4 Kadcyla absetzen.
Dosisanpassung bei
Patienten mit MBC
Unerwünschte Wirkung Schweregrad Anpassung der Behandlung
Erhöhte Transaminase Grad 2(> 2,5 bis ≤5× ULN) In derselben Dosisstufe weiterbehandeln.
(AST/ALT)
Grad 3(> 5 bis ≤20× Kadcyla nicht applizieren, bis
ULN) sich der AST/ALT-Wert auf Grad ≤2
verbessert hat, und anschliessend
um eine Dosisstufe reduzieren.
Grad 4(> 20× ULN) Kadcyla absetzen.
Hyperbilirubinämie Grad 2(> 1,5 bis ≤3× ULN) Kadcyla nicht applizieren, bis sich das
Gesamtbilirubin auf Grad ≤1 verbessert
hat, und anschliessend in derselben
Dosisstufe weiterbehandeln.
Grad 3(> 3 bis ≤10× Kadcyla nicht applizieren, bis
ULN) sich das Gesamtbilirubin auf Grad
≤1 verbessert hat, und
anschliessend um eine Dosisstufe
reduzieren.
Grad 4(> 10× ULN) Kadcyla absetzen.
Arzneimittelinduzier Serumtransaminasen > 3x ULN sowie Kadcyla dauerhaft absetzen, wenn keine
te Leberschädigung gleichzeitig Gesamtbilirubin > 2× andere wahrscheinliche Ursache für die
(DILI) ULN Erhöhung der Leberenzyme und des
Bilirubins vorliegt, z.B. Lebermetastasen
oder Begleitmedikationen.
Noduläre regenerativ Alle Grade Kadcyla dauerhaft absetzen.
e Hyperplasie (NRH)
Thrombozytopenie Grad 3 (25'000 bis < 50'000/mm3) Kadcyla nicht applizieren, bis sich die
Thrombozytenzahl auf ≤ Grad 1
(≥75'000/mm3) erholt hat, und
anschliessend in derselben Dosisstufe
weiterbehandeln.
Grad 4 (< 25'000/mm3 Kadcyla nicht applizieren, bis
) sich die Thrombozytenzahl auf ≤
Grad 1 (≥75'000/mm3) erholt hat,
und anschliessend um eine
Dosisstufe reduzieren.
Linksventrikuläre Symptomatische CHF Kadcyla absetzen.
Dysfunktion
LVEF < 40 % Kadcyla nicht applizieren. Die
Beurteilung der LVEF innerhalb
von 3 Wochen wiederholen. Wenn
eine LVEF < 40 % bestätigt wird,
Kadcyla absetzen.
LVEF 40 % bis ≤45 % Kadcyla nicht applizieren. Die
und Abnahme um ≥10 Beurteilung der LVEF innerhalb
%-Punkte gegenüber von 3 Wochen wiederholen. Wenn
dem Ausgangswert sich die LVEF nicht bis auf
innerhalb von 10 %-Punkte
gegenüber dem Ausgangswert
verbessert hat, Kadcyla absetzen.
LVEF 40 % bis ≤45 % Die Behandlung mit Kadcyla
und Abnahme um < 10 fortsetzen. Die Beurteilung der
%-Punkte gegenüber LVEF innerhalb von 3 Wochen
dem Ausgangswert wiederholen.
LVEF > 45 % Die Behandlung mit Kadcyla
fortsetzen.
Pulmonale Toxizität Interstitielle Lungenerkrankung Kadcyla dauerhaft absetzen.
(ILD) oder Pneumonitis
Periphere Neuropathi Grad 3-4 Kadcyla erst applizieren, wenn eine
e Verbesserung bis auf ≤ Grad 2 eingetreten
ist.
ALT = Alanintransaminase; AST = Aspartattransaminase, CHF = Congestive Heart Failure (Stauungsinsuffizienz), DILI = Drug-Induced Liver Injury (arzneimittelinduzierte Leberschädigung); LVEF = linksventrikuläre Ejektionsfraktion, LVSD = linksventrikuläre systolische Dysfunktion, TBILI = Total Bilirubin (Gesamtbilirubin), ULN = Upper Limit of Normal (Obere Normgrenze).
* Vor Beginn der Behandlung mit Kadcyla.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leicht oder mittelstark beeinträchtigter Leberfunktion ist keine Anpassung der Anfangsdosis notwendig (siehe "Pharmakokinetik: Kinetik spezieller Patientengruppen" ). Bei Patienten mit stark beeinträchtigter Leberfunktion wurde Kadcyla nicht untersucht. Aufgrund der bekannten, unter der Gabe von Kadcyla beobachteten, Hepatotoxizität sollte die Behandlung von Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion mit Vorsicht erfolgen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen: Allgemein, Hepatotoxizität" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leicht oder mittelstark beeinträchtigter Nierenfunktion ist keine Anpassung der Anfangsdosis von Kadcyla notwendig (siehe "Pharmakokinetik: Kinetik spezieller Patientengruppen" ). Aufgrund unvollständiger Daten ist keine Feststellung der potenziellen Notwendigkeit einer Dosisanpassung bei Patienten mit stark beeinträchtigter Nierenfunktion möglich.
Ältere Patienten
Bei Patienten der Altersgruppe ≥ 65 Jahre ist keine Anpassung der Kadcyla-Dosis erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Es wurden keine Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Kadcyla bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahren) durchgeführt.
Verspätete Dosisgabe
Wenn eine geplante Dosis von Kadcyla ausgelassen wird, ist diese so rasch wie möglich zu applizieren; es sollte nicht bis zum nächsten geplanten Zyklus gewartet werden. Der Applikationsplan ist so anzupassen, dass zwischen den Dosen ein Zeitabstand von drei Wochen eingehalten wird. Die Infusion kann in der Geschwindigkeit appliziert werden, die der Patient zuletzt vertragen hat.
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