ZusammensetzungWirkstoffe
Morphinisulfaspentahydricus
Hilfsstoffe
Natriichloridum, Acidumhydrochloridum, Aqua adiniectabiliaq.s. adsolutionem.
Morphin Sulfate SinteticaInfLös 1 mg/ml PP-Beutel100 ml enthält 354 mg Natrium.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 10 mg/mlStechamp1 ml enthält 3,15 mg Natrium.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp4 ml enthält 7,88 mg Natrium.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp10 ml enthält 19,7 mg Natrium
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitInfusionslösung
Infusionsbeutel zu 1 mg/mlMorphinisulfaspentahydricus(corresp.Morphinum0,75 mg/ml) enthältmorphinisulfaspentahydricus100 mg/100 ml.
Injektionslösungen
Stechampulle zu 10 mg/mlMorphinisulfaspentahydricus(corresp.Morphinum7,5 mg/ml) enthältmorphinisulfaspentahydricus10 mg/1 ml.
Stechampulle zu 50 mg/mlMorphinisulfaspentahydricus(corresp.Morphinum37,6 mg/ml) enthältmorphinisulfaspentahydricus200 mg/4 ml, 500 mg/10 ml.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenMittelstarke bis starke akute und prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nichtopioiderAnalgetika und/oder schwacher Opioide.
Dosierung/AnwendungKann subkutan, intramuskulär oder intravenös verabreicht werden.
Kann durch intermittierende Injektionen oder intermittierende oder kontinuierliche Infusionen, nach individuellen analgetischen Anforderungen verabreicht werden.
Die Dosierung ist abhängig von der Stärke der Schmerzen, der vorausgegangenen analgetischen Therapie sowie dem Alter und Gewicht des Patienten. Wichtig ist eine individuelle Dosisanpassung.
Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.
Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben. Bei Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z.B. Operation,Plexusblockade) unterzogen werden, ist nach derMassnahmedie Dosis neu einzustellen.
Besonders bei deri.v.Injektion ist das Risiko einer Atemdepression zu berücksichtigen. Die Verabreichung muss langsam erfolgen. Mittel zur Behandlung einer Überdosierung (Beatmungsbereitschaft, Naloxon) sollen griffbereit sein.
Behandlungsziele und Behandlungsunterbrechung
Vor Beginn der Behandlung mit Morphinsulfat Sintetica sollte mit dem Patienten eine Behandlungsstrategieeinschliesslichder Dauer und der Ziele der Behandlunggemässden Leitlinien für die Schmerztherapie vereinbart werden. Während der Behandlung sollten Arzt und PatientregelmässigenKontakt halten, um die Notwendigkeit einer fortgesetzten Behandlung zu beurteilen, das Absetzen des Arzneimittels in Betracht zu ziehen und möglicherweise die Dosierung anzupassen. Wenn ein Patient keine Behandlung mit Morphinsulfat Sintetica mehr benötigt, ist es ratsam, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden (siehe Abschnitt „Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen“). Wenn die Schmerzen nicht ausreichend kontrolliert werden, sollte die Möglichkeit einer Gewöhnung (Toleranz) oder eines Fortschreitens der Grunderkrankung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt „Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen“).
Die folgende Dosierungen werden in mg Morphinsulfat Pentahydrat ausgedrückt:
Dosierung fürErwachsene
Akuter Schmerz
i.v.:Alle 5 Minuten 2,5 mg bis Schmerzkontrolle erreicht ist. Verabreichung durch langsame Injektion.
Kontinuierliche Infusion:5 bis 15 mg als Ladedosis über 30 Minuten,anschliessend2,5 bis 5 mg pro Stunde.
Pumpengesteuerte Analgesie:1,0 bis 1,5 mg, Intervall: 5 bis 15 Minuten.
i.m.:5 bis 15 mg alle 2 bis 4 Stunden.
Chronischer Schmerz
i.v./i.m.:10 bis 100 mg alle 2 bis 4 Stunden.
Kontinuierliche Infusion:5 bis 200 mg pro Stunde.
Prämedikation in der Chirurgie
5 bis 15 mgi.m. mindestens 1 Stunde vor Operationsbeginn.
5 bis 10 mgi.v.weniger als 1 Stunde vor Operationsbeginn.
Sedation mit gleichzeitiger Schmerzbekämpfung
1,25 bis 10 mg alsi.v.Bolus bzw. pro Stunde über eine kontinuierliche Infusion.
Dosierung beiKindernund Jugendlichen
Intramuskulär oder subkutan:0,05–0,2 mg/kg Körpergewicht; die Einzeldosis sollte 15 mg nicht überschreiten.
Intravenös:Nur wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erforderlich ist.
0,05–0,1 mg/kg Körpergewicht (eine Verdünnung mit isotonischer Natriumchloridlösung oderGlucoselösung5% ist zu empfehlen).
Kontinuierliche Infusion:Anfangsdosis 0,01–0,03 mg/kg Körpergewicht pro Stunde.
Eine Tagesdosis von 0,5–1 mg/kg Körpergewicht sollte nicht überschritten werden.
Bei Neugeborenen sollte generell eine Infusionsrate von 0,015–0,02 mg/kg Körpergewicht pro Stunde nicht überschritten werden, weil die Elimination des Arzneimittels langsamer erfolgen könnte.Ausserdemkönnten Neugeborene anfälliger für Wirkungen des Arzneimittels am Zentralnervensystem sein.
KontraindikationenAteminsuffizienz, paralytischer Ileus, akutes Abdomen-Syndrom unbekannter Genese, schwere Leber- und Niereninsuffizienz, Gehirntrauma und intrakranielle Hypertension, Morphin-Überempfindlichkeit.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenGrössteVorsicht und Verabreichung nur bei zwingenden Gründenwerden in folgenden Fällen empfohlen:Bei älteren Patienten, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Schilddrüsen- undNebenniereninsuffizienz, Prostatahypertrophie, Schock, akuten Lebererkrankungen, schwerer Leber – und Niereninsuffizienz, Atemdepression, obstruktiven Erkrankungen der Atemwege, paralytischem Ileus, akutem Abdomen,Schädel-Hirn-Trauma und erhöhtem intrakraniellem Druck, eingeschränkter Atmung, Hypotension bei Hypovolämie,Corpulmonale, Phäochromozytom, Gallenwegserkrankungen, Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege, Pankreatitis, entzündlichen Darmerkrankungen.Patienten mit konvulsiven Störungen, beiopioid-abhängigen Patienten oder akutem Alkoholismus dürfen Opioide nur mitgrössterVorsicht und bei zwingenden Gründen verabreicht werden.
Morphin sollte während der Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb zwei Wochen nach deren Absetzen nur mitgrössterVorsicht angewendet werden.
Auf eine mögliche Maskierung von Hirndruck-Symptomen ist zu achten.Bei der prä-, intra- und postoperativen Anwendung vonMorphinsulfat Sinteticaist wegen des gegenüber Nicht-Operierten in der postoperativen Phase erhöhten Risikos eines Ileus oder einer Atemdepression besondere Vorsicht geboten.
Bei Verdacht auf paralytischen Ileus oder bei Auftreten während der Behandlung mussMorphinsulfat Sinteticasofort abgesetzt werden.Patienten, die sich einerChordotomieoder einem anderen schmerzlindernden Eingriff unterziehen müssen, dürfen während 4 Stunden vor der Operation keinMorphinsulfat Sinteticaerhalten.Wenn danach eine weitere Behandlung mitMorphinsulfat Sinteticaangezeigt ist,muss die Dosierung neu angepasst werden.
Aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin können schwerwiegende intraabdominelle Komplikationen wie z.B. eine Darmperforation maskiert werden.
Arzneimittelabhängigkeit und Missbrauchspotenzial
Der wiederholte Konsumvon Opioidenkann zur Entwicklung von Toleranz und physischer und/oder psychischer Abhängigkeit führen. Nach der Einnahmevon Opioiden kann die Entwicklung einer iatrogenen Abhängigkeit beobachtet werden.Wie andere Opioide kannMorphinsulfat Sinteticamissbraucht werden und alle Patienten, die Opioide erhalten, sollten auf Anzeichen von Missbrauch und Abhängigkeit überwacht werden. Patienten mit einem erhöhten Risiko fürOpioidmissbrauchkönnen zwar angemessen mitOpioidenbehandelt werden, sollten jedoch zusätzlich auf Anzeichen vonunsachgemässemGebrauch, Missbrauch oder Abhängigkeit überwacht werden. Die wiederholte Anwendung vonMorphinsulfat SinteticakanneineOpioidkonsumstörung( OUD) auslösen. Der Missbrauch oder absichtlicheunsachgemässeGebrauch vonMorphinsulfat Sinteticakann zu einer Überdosierung und/oder zum Tod führen. Das Risiko, eine OUD zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister) von Substanzkonsumstörungen (einschliesslichAlkohol), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen (z. B. schwere Depressionen, Angstzustände und Persönlichkeitsstörungen) in der Anamnese erhöht. Anzeichen von Drogensuchverhalten (z. B.vorzeitige Aufforderung zur Nachfüllung von Rezepten) sollten überwacht werden. Dazu gehört die Kontrolle der gleichzeitigen Einnahme vonOpioidenund psychoaktiven Medikamenten (wie Benzodiazepinen). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einerOpioidkonsumstörungsollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Atemdepression
Wie bei allen Opioiden birgt die Anwendung von Morphinsulfat Sintetica das Risiko einer klinisch signifikanten Atemdepression. Wenn die Atemdepression nicht sofort erkannt und behandelt wird, kann sie zu Atemstillstand und Tod führen. Abhängig vom klinischen Zustand des Patienten kann die Behandlung der Atemdepression eine engmaschige Überwachung, unterstützendeMassnahmenund die Verabreichung von Opioidantagonisten umfassen. Schwere, lebensbedrohliche oder tödliche Atemdepressionen können jederzeit während der Behandlung auftreten, aber das Risiko ist zu Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung amgrössten.
Bei der Applikation von hohen Morphin-Dosen müssen Atmung und Blutdruck überwacht werden. Bei älteren Patienten nimmt die Morphin-Clearance ab und die Plasmahalbwertszeit steigt.
Vorsicht bei Leber- und Niereninsuffizienz, Hypotonie, Gallenkolik, akuter Alkoholvergiftung und epileptischen Patienten.
Bei Myxödem, Prostatahypertrophie, Schock, Atemdepression, Hypotonie aufgrund von Hypovolämie, Erkrankungen der Gallenwege, Pankreatitis, entzündlichen Darmerkrankungen, bei älteren Menschen und opiatabhängigen Patienten dürfen Opiate nur mitgrössterVorsicht und bei zwingenden Gründen verabreicht werden.
Schlafbedingte Atmungsstörungen
Opioide können schlafbedingte Atmungsstörungen verursachen,einschliesslichzentraler Schlafapnoe (CSA) und schlafbedingter Hypoxämie. Opioidkonsum erhöht das Risiko für SCA dosisabhängig. Bei Patienten mit SCA sollte eine Verringerung der Gesamtdosis von Opioiden in Betracht gezogen werden.
Gleichzeitige Einnahme von Substanzen mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Benzodiazepinen oder anderen Substanzen mit einer dämpfenden Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS) kann zu erheblicher Sedierung, Atemdepression, Koma oder Tod führen. Angesichts dieser Risiken sollten Opioide nur bei Patienten, für die keine andere Behandlungsoption verfügbar ist, gleichzeitig mit Benzodiazepinen oder anderen ZNS-dämpfenden Medikamenten verabreicht werden. Wenn die Entscheidung getroffen wird, Morphinsulfat Sintetica gleichzeitig mit Benzodiazepinen oder anderen ZNS-depressiven Arzneimitteln zu verschreiben, sollte die minimale wirksame Dosierung und diekürzestmöglicheDauer der Begleittherapie gewählt werden.Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung überwacht werden (siehe Abschnitt „Interaktionen“).
Versehentliche Exposition
Patienten undihreBetreuungspersonensollten gewarnt werden, dass Morphinsulfat Sintetica einen Wirkstoff in einer Konzentration enthält, die insbesondere für Kinder tödlich sein kann. Daher sollten sie aufgefordert werden, alle Dosiereinheitenausserhalbder Reichweite von Kindern aufzubewahren und geöffnete oder nicht verwendete Einheitenordnungsgemässzu entsorgen.
Opioid-Entzugssyndrombei Neugeborenen
Eine längere Anwendung von Morphinsulfat Sinteticawährend der Schwangerschaft kann zu einemOpioid-Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen, das lebensbedrohlich sein kann, wenn es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Behandlung solltegemässden von Neonatologie-Spezialisten erstellten Protokollen durchgeführt werden. Wenn es notwendig ist,Opioidebei einer schwangeren Frau über einen längeren Zeitraum anzuwenden, sollte die Patientin über das Risiko einesOpioid-Entzugssyndroms beim Neugeborenen informiert werden und dass gegebenenfalls eine geeignete Behandlung verfügbar ist.
Hyperalgesie
Opioid-induzierte Hyperalgesie tritt auf, wenn ein Analgetikum aufOpioidbasisparadoxerweise zu erhöhten Schmerzen oder Schmerzempfindlichkeit führt. Dies unterscheidet sich von der Entwicklung einer Toleranz, die höhere Dosen vonOpioidenerfordert, um eine bestimmte Wirkung aufrechtzuerhalten. Zu den Symptomen eineropioidinduziertenHyperalgesie gehören erhöhte Schmerzen bei Erhöhung derOpioiddosis, abnehmende Schmerzen bei reduzierterOpioiddosisoder Schmerzen bei normalerweise nicht schmerzhaften Reizen (Allodynie). Bei Verdacht auf eineopioidinduzierteHyperalgesie sollte eine Reduzierung derOpioiddosisoder eine rotierendeOpioidein Betracht gezogen werden.
Nebenniereninsuffizienz
Opioidekönnen eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Überwachung undGlukokortikoidersatztherapieerfordert. Symptome einer Nebenniereninsuffizienz können Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedriger Blutdruck sein.
Verminderte Sexualhormone und erhöhtes Prolaktin
LangfristigerOpioidkonsumkann mit einem verringerten Sexualhormonspiegel und einem erhöhtenProlaktinspiegelverbunden sein. Zu den Symptomen gehören geringe Libido, Impotenz oder Amenorrhoe.
Schwere unerwünschte Hautreaktionen
Im Zusammenhang mit einer Morphinbehandlung wurde über eine akute generalisierte exanthematischePustulose(AGEP) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich sein kann. Die meisten dieser Reaktionen traten in den ersten 10 Tagen der Behandlung auf. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome einer AGEP aufgeklärt werden und einen Arzt aufsuchen, wenn sie solche Symptome aufweisen.
Wenn Anzeichen oder Symptome auftreten, die auf eine dieser Hautreaktionen hindeuten, sollte Morphin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Thrombozytenaggregationshemmende Behandlung mit oralen P2Y12-Inhibitoren:
Ab dem ersten Tag der gleichzeitigen Behandlung mit einem P2Y12-Hemmer und Morphin wurde eine Verringerung der Wirksamkeit der P2Y12-Hemmer-Behandlung beobachtet (siehe Abschnitt „Interaktionen“).
AkutesThoraxsyndrom(ATS) bei /Patienten mit Sichelzellenkrankheit
Aufgrund eines möglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei Patienten mit Sichelzellkrankheit, die während einervasookklusivenKrise mit Morphin behandelt werden, ist eine engmaschige Überwachung auf ATS-Symptome angezeigt.
Oddi-Schliessmuskelkrampf/Pankreatitis
Opioide können Funktionsstörungen und Krämpfe desSchliessmuskelsvonOddiverursachen, was denintrabiliärenDruck und das Risiko vonGallengangssymptomenund Pankreatitis erhöht.
Hilfsstoffe von besonderem Interesse
Morphin Sulfate SinteticaInfLös 1 mg/ml PP-Beutel 100 ml enthält 354,45 mg Natrium, entsprechend 17,72% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 10 mg/mlStechamp1 ml enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp4 ml enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp10 ml enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
InteraktionenDie gleichzeitige Anwendung anderer ZNS-beeinflussender Medikamente, z. B. anderer Opioide, Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder Hypnotika, Vollnarkosemittel,Phenothiazin, Beruhigungsmittel, Muskelrelaxanzien, beruhigende Antihistaminika,Gabapentinoide(Gabapentin und Pregabalin) und Alkohol, kann additive dämpfende Wirkungen haben, die zu Atemdepression, Hypotonie, schwerer Sedierung oder Koma führen und manchmal sogar tödlich sein können (siehe Abschnitt „Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen“).Sowohldie Dosisals auch dieDauer der gleichzeitigen Anwendungsollten begrenzt sein(siehe Abschnitt „Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen“).
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika, Arzneimittel bei Morbus Parkinson) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opiaten verstärken (z.B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).
Cimetidinund andere Arzneimittel mit Auswirkungen auf den Lebermetabolismus können angesichts der Hemmung des Abbaus von Morphin erhöhte Morphinkonzentrationen im Plasma induzieren.
Durch Morphin können die Muskelrelaxantien verstärkt werden.
Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden.Diese Wirkungen können bei Einnahme von Morphin nicht ausgeschlossen werden.
Die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin kann die Wirkung von Morphin verringern.
Das Serotonin-Syndrom kann auftreten, wennOpioidegleichzeitig mitMonoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) oder serotonergen Wirkstoffen wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern(SSRIs), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern(SNRIs) oder trizyklischen Antidepressiva verabreicht werden. Zu den Symptomen eines Serotonin-Syndroms gehören Bewusstseinsveränderungen, Instabilität des autonomen Nervensystems, neuromuskuläre Anomalien und/oder gastrointestinale Symptome.
Die Interaktion mit MAO-Hemmern kann eine Atemdepression, einen Abfall bzw. Anstieg des Blutdrucks, Hyperthermie induzieren.
Durch Cimetidin und andere den Leberstoffwechselbelastende Arzneimittel können durch Hemmung des Abbaus erhöhte Plasmakonzentrationen von Morphin auftreten.
Durch Morphin können die Muskelrelaxantien verstärkt werden.
Oral eingenommene P2Y12-Inhibitoren
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzögerte und verringerte Exposition gegenüber der Thrombozytenaggregationshemmung durch einen oralen P2Y12-Inhibitor beobachtet. Diese Wechselwirkung kann mit einer verminderten gastrointestinalen Motilität zusammenhängen und gilt auch für andere Opioide. Auch wenn die klinischen Folgen nicht bekannt sind, deuten die Daten auf eine potenzielle Verringerung der Wirksamkeit von P2Y12-Hemmern bei Patienten hin, die mit Morphin und P2Y12-Hemmernko-behandelt werden (siehe Abschnitt „Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen“). Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen das Morphin nicht abgesetzt werden kann und bei denen eine schnelle Hemmung von P2Y12 als entscheidend angesehen wird, kann die Verwendung eines parenteralen P2Y12-Hemmers in Betracht gezogen werden.
Rifampicin
Die Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden. Die analgetische Wirkung von Morphin sollte während und nach der Behandlung mit Rifampicin überwacht und die Dosierungen von Morphin sollten angepasst werden.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Während der Schwangerschaft darf Morphin Sulfate Sintetica nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Es gibt klare Hinweise zu Risiken für den menschlichen Fötus und das Neugeborene.
Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen.
Eine längere Anwendung von Morphinsulfat Sinteticawährend der Schwangerschaft kann zu einem Opioid-Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen, das lebensbedrohlich sein kann, wenn es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Behandlung solltegemässden von Neonatologie-Spezialisten erstellten Protokollen durchgeführt werden. Wenn es notwendig ist, Opioide bei einer schwangeren Frau über einen längeren Zeitraum anzuwenden, sollte die Patientin über das Risiko eines Opioid-Entzugssyndroms beim Neugeborenen informiert werden und dass gegebenenfalls eine geeignete Behandlung zurVerfügung steht (siehe auch Abschnitt "Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen").
Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Opioidanalgetika behandelt wurden, sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugssyndroms (Abstinenzsyndrom) überwacht werden.
Nach Behandlung der Mutter können beim Neugeborenen Atemdepression sowie Entzugssymptome auftreten.
Stillen
Morphin wird mit der Muttermilch ausgeschieden. Vom Stillen ist dringend abzuraten, da die Effekte auf den Säugling nicht untersucht sind.
Fertilität
Studien am Tier haben gezeigt, dass Morphin dieFertilität reduzieren kann (siehe «Präklinische Daten»).
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenMorphin Sulfate Sintetica hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme amStrassenverkehroder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben ist.
Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung undPräparatwechselsowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.
Unerwünschte WirkungenDie unerwünschten Arzneimittelwirkungensind nachihrer klinischen Bedeutung für den PatientenunddenMedDRA-Systemorganklassengeordnet.Die den unerwünschten Wirkungen zugewiesene Kategorie der Häufigkeit beruht auffolgender Konvention:sehr häufig(≥1/10),häufig(≥1/100 à <1/10),gelegentlich(≥1/1000 à <1/100),selten(≥1/10 000 à <1/1000),sehr selten(<1/10 000);Häufigkeit unbestimmt(Häufigkeit kann aufgrund der Erfahrungen nach der Zulassung nicht eingeschätzt werden).
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschliesslichZysten und Polypen)
Bei Patienten mit Phäochromozytom kann Morphin über die Freisetzung von endogenem Histamin und die damit verbundene Freisetzung vonCatecholamineneine hypertensive Krise auslösen.
Erkrankungen des Immunsystems
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Pruritus, Exantheme und Ödeme wurden gelegentlich beobachtet. Bedingt durch eine Histaminfreisetzung kann es zu anaphylaktischen Reaktionen und bei entsprechender Prädisposition in seltenen Fällen zur Auslösung eines Asthmaanfalles kommen.
Endokrine Erkrankungen
Stimulation derProlaktinfreisetzung.
Morphin kann eine Hyperglykämie verursachen.
Syndrom einer inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH). Das Syndrom geht aufgrund einer verminderten Ausscheidung mit einer Hyponatriämie einher (Überwachen der Elektrolyte kann nötig sein).
Psychiatrische Erkrankungen
Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unterschiedlich in Erscheinung treten. Häufig zu beobachten sind Stimmungsveränderungen (meist Euphorie, gelegentlich Dysphorie), Depression, Veränderungen der Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung), Schlaflosigkeit und Veränderung der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit wie z.B. Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Erregungszustände.Die Einnahme von Morphin kann zu Euphorie und der Entwicklung einer Abhängigkeit führen. Das Absetzen der Substanz oder eines anderenOpiatagonistennach wiederholter Anwendung löst ein typisches Entzugssyndrom aus.Das Absetzen sollte deshalbschrittweise erfolgen.
Häufigkeitunbestimmt: Abhängigkeit, Angst.
Erkrankungen des Nervensystems
Morphin führt dosisabhängig zu Atemdepression und Sedierung unterschiedlichenAusmassesvon leichter Müdigkeit bis zu Benommenheit. Mit einer Sedierung ist vor allem bei systemischer Gabe zu rechnen.
Gelegentlich können Kopfschmerzen, Schwindel und Schwitzen auftreten. In hohen Dosen kann es sehr selten zu zerebralen Krämpfen kommen.
Häufigkeitunbestimmt: Allodynie, Hyperalgesie, Hyperhidrose.
Augenerkrankungen
Gelegentlich kann es zu Sehstörungen, Doppeltsehen und Nystagmus kommen. Miosis ist ein typischer Begleiteffekt.
Herzerkrankungen
Selten sind Bradykardie und sowohl klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg der Herzfrequenz aufgetreten. Es wurde über Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall und Herzversagen berichtet.
Gefässerkrankungen
Selten ist ein klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg des Blutdrucks aufgetreten. Über Gesichtsrötungen wurde berichtet.
Anstieg des intrakraniellen Drucks, der vorrangig zu behandeln ist.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufigkeitúnbestimmt: dosisabhängige Atemdepression, zentrales Schlafapnoe-Syndrom.
Gelegentlich wurden Bronchospasmen undLaryngospasmenbeobachtet.
Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten wurde gelegentlich übernichtkardiogeneLungenödeme berichtet.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Dosisabhängig können Übelkeit und Mundtrockenheit auftreten. Gelegentlich wurden Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit und Geschmacksveränderungen beobachtet.Bei Dauermedikation ist Obstipation – im Einzelfall bis hin zum Darmverschluss – ein typischer Begleiteffekt.
Bei Anwendung der üblichen Dosen sind Übelkeit und Erbrechen in der Regel vorübergehender Natur. Bei anhaltender Symptomatik muss nach der jeweiligen Ursache gesucht werden. Alle diese Wirkungen, insbesondere Obstipation, sind vorhersehbar und müssen daher antizipiert werden, um die Behandlung zu optimieren. Sie können korrektive therapeutischeMassnahmenerforderlich machen.
Im Fall einer chronischen Anwendung bildet sich die Obstipation nicht spontan zurück und muss daher behandelt werden.
Gelegentlich wurden Koliken beobachtet.
Häufigkeitunbestimmt:Pankreatitis.
HepatobiliäreStörungen
Häufigkeitunbestimmt:Krampf desSchliessmuskelsvonOddi.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufigkeitunbestimmt:Akute generalisierte exanthematischePustulose(AGEP).
Erkrankungen der Skelettmuskulatur
Muskelspasmen. Muskelsteifigkeit nach höheren Dosen.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich wurden Miktionsstörungen wie Dysurie und Harnretention, vor allem bei Vorliegen eines Prostataadenoms oder Harnröhrenstriktur.
Erkrankungen während der Schwangerschaft
Wenn Morphin vor oder während der Entbindung angewendet wird, kann dies zu einer Atemdepression beim Neugeborenen führen.
Erkrankungen der Geschlechtsorganeund der Brust
Häufig tritt eine Verminderung der Libido oder eine Potenzschwäche auf.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Es wurde über Schüttelfrost berichtet.
Nach intravenöser Injektion kann es entlang der entsprechenden Vene zu Schmerzen und Schwellungen (mit Rötungen) kommen.
Häufigkeit nicht bekannt: Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom).
Arzneimittelabhängigkeit und Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom)
Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung einer körperlichen und/oder psychischen Abhängigkeit oder Toleranz verbunden sein. Das abrupte Absetzen von Opioiden oder die Gabe von Opioidantagonisten kann ein Abstinenzsyndrom auslösen. In manchen Fällen kann das Syndrom auch zwischen zwei Dosen auftreten.
Zu den körperlichen Entzugssymptomen gehören Muskel-/Gliederschmerzen, Tremor, Restless-Legs-Syndrom, Diarrhö, Bauchkoliken, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis. Psychische Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angst und Reizbarkeit. Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit «Drogenhunger» einher. Behandlungsempfehlungen siehe «Warnhinweise undVorsichtsmassnahmen».Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist vongrosserWichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-PortalElViS(ElectronicVigilanceSystem) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungAnzeichen und Symptome
Zu den Anzeichen einer Intoxikation oder Morphin-Überdosierung gehörenMiosis,AtemlähmungundarterielleHypotonie.In schweren Fällen können kardiovaskulärer Kollapsund Koma eintreten.Es kann zum Tod infolge von respiratorischer Insuffizienz kommen.Aspirationspneumonie..
Fälle von toxischer Leukenzephalopathie wurden beiOpioid-Überdosierung beobachtet.
Behandlung
Wichtig ist, dass die Atemwege frei gehalten werden und die Atmung entsprechend unterstützt und kontrolliert wird.
Je nach Schweregrad der Überdosierung: intravenöse Verabreichung von 0,4–2 mgNaloxonhydrochlorid(Kinder: 0,01 mg/kg Körpergewicht). Falls notwendig 2–3× jeweils nach 2–3 Minuten wiederholen (siehe entsprechende Fachinformation), oder Verabreichung einer Infusion von 2 mgNaloxonhydrochloridin 500 ml 0,9% NaCl bzw. in 5% Dextrose (0,004 mgNaloxonhydrochlorid/ml). Die Infusions-Geschwindigkeit soll entsprechend derBolusinjektioneingestellt und der Reaktion des Patienten angepasst werden.
Die Wirkungsdauer von Naloxon ist relativ kurz (Plasmahalbwertszeit: t½Naloxon = 60–90 Minuten, t½Morphin = 2–4 Stunden). Der Patient ist deshalb auch nach Naloxon-Gabe längerfristig zu überwachen (Atmung, u.a.) und wiederholte Naloxon-Gaben können notwendig sein.
Naloxon sollte bei Nichtvorhandensein von klinisch signifikanter Atemdepression oder Kreislaufstörung nicht verabreicht werden. Naloxon sollte mit Vorsicht bei Personen verwendet werden, die möglicherweise physisch von Morphin abhängig sind. Eine abrupte oder vollständige Aufhebung der Opioideffekte kann zu einem akuten Entzugssyndrom führen.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
N02AA01
Wirkungsmechanismus
Der Wirkstoff Morphin ist ein Opiat-Rezeptoren-Agonist mit höchster Affinität gegenüber dem µ-Rezeptorentypusund geringerer Affinität gegenüber κ-Rezeptoren.
Pharmakodynamik
Über die im ZNS und in der Peripherie liegenden Rezeptoren entfaltet Morphin seine supraspinale (µ) und spinale (κ), analgetische und schmerzdistanzierende Wirkung.
Klinische Wirksamkeit
Es liegen keine Daten vor.
PharmakokinetikAbsorption
Nach i.m. oderi.v.Verabreichungist die Bioverfügbarkeitnahezu100%.
Bei intravenöser Verabreichung tritt die Wirkung nach einigen Minuten ein,nach intramuskulärer oder subkutanerGabenach15 – 30Minuten.Der maximale analgetische Effekt wird nachi.v.Verabreichung in 20 Min., nachi.m. Verabreichung innerhalb von 30–60 Min. und nachs.c. Verabreichung in 45–90 Min. erreicht.Die Wirkungsdauer beträgt unabhängig von diesenApplikationsartenungefähr4 – 6Stunden.
Distribution
Das Verteilungsvolumen von Morphin beträgt 3–4 l/kg. Die Proteinbindung im Plasma beträgt ca. 35%.
Metabolismus
Bei der Metabolisierung in der Leber wird Morphin vor allem in Morphin-3-Glukuronid (nicht analgetisch wirksam) umgewandelt. Weitere Metaboliten, die in geringerer Menge gebildet werden, sind Morphin-6-Glukuronid (stärker und länger wirksam als Morphin) undNormorphin.
Elimination
Die Halbwertszeit von Morphin im Plasma beträgt 2–4 Stunden, die totale Plasma-Clearance 15–30 ml/min/kg. Die Ausscheidung erfolgt über die Galle mitanschliessenderSekretion in denIntestinaltrakt. Dort werden die Konjugate hydrolysiert und das freie Morphin erneut resorbiert (enterohepatischer Kreislauf). Die finale Exkretion erfolgt neben der Galle (7–10% in den Fäzes) über die Nieren.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Es ist bekannt, dass bei älteren Patienten der Morphin-Metabolismus verlangsamt sein kann, so dass höhere Maximalkonzentrationen und längere Halbwertszeiten resultieren.
Bei Neugeborenen ist die Clearance stark vermindert mit Werten um 5 ml/kg/min.Die Morphin-Clearance von Kleinkindern erreicht Werte wie bei Erwachsenen zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat. In jedem Fall ist eine Dosistitration notwendig wegen hoher interindividueller Unterschiede.
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde in Einzelfällen über hohe Konzentrationen von Morphin-6-Glukuronid berichtet, welche komatöse Zustände verursachen können.
Präklinische DatenEs liegen zur Mutagenität klar positive Befunde vor, die darauf hindeuten, dass Morphinklastogenwirkt und eine solche Wirkung auch auf Keimzellen ausübt. Aufgrund der Ergebnisse mehrererMutagenitätstestsist Morphin als mutagen wirkende Substanz anzusehen; eine derartige Wirkung muss auch im Menschen angenommen werden.
Langzeituntersuchungen am Tier zum kanzerogenen Potenzial von Morphin liegen nicht vor.
Reproduktionstoxizität
Bei männlichen Ratten wurde über eine reduzierte Fertilität und Chromosomenschäden in Keimzellen berichtet.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Morphinsulfatist empfindlich gegenüber pH-Wert-Schwankungen und fällt in alkalischem Milieu aus. Der Stoff ist inkompatibel mit:Aminophyllin, Barbituraten (Na-Salzen), Phenytoin,Acyclovir(-Na),Fluoruracil, Furosemid,Natriumheparinat(mit Morphinlösungen mit höherer Konzentration als 5 mg/ml),Pethidinhydrochlorid,Promethazinhydrochloridund Tetrazyklinen.Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Nach Anbruch sofort verwenden. Jegliche Restlösung muss verworfen werden.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.AusserReichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Die Stechampullen Morphin Sulfate Sintetica können mit NaCl 0,9% verdünnt werden.
Zulassungsnummer56400, 56401 (Swissmedic).
PackungenMorphin Sulfate SinteticaInfLös 1 mg/ml PP-Beutel 1, 10 × 100 ml. (A)
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 10 mg/mlStechamp1 ml. (A)
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp4 ml. (A)
Morphin Sulfate SinteticaInjLös 50 mg/mlStechamp10 ml. (A)
ZulassungsinhaberinSintetica SA, 6850 Mendrisio.
Stand der InformationMärz2024
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