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Fachinformation zu Entonox®:PanGas AG
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Reg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe:Distickstoffoxid, Sauerstoff.
Hilfsstoffe: keine.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Inhalationsgas
Distickstoffoxid, Sauerstoff 50%mol/mol(unter 170 bar Druck bei 15 °C).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Analgesie undAnxiolysebei mässig schmerzhaften Eingriffen und bei schmerzhaften unter Lokalanästhesie durchgeführten Operationen wie:
·Notfalltherapie: in der Traumatologie, bei Verbrennungen, schmerzhafter Bergung und/oder eines schmerzhaften Transportes von Patienten.
·Schmerzhafte Eingriffe von kurzer Dauer: bei Erwachsenen und Kindern, insbesondere bei Lumbal-, Pleura-, Gelenk-, Knochenmark- und Venenpunktionen, Biopsien,Bronchoskopien,gastro-intestinalen Endoskopien, kleinen oberflächlichen chirurgischen Eingriffen, Wundversorgungen, Verbinden bei Verbrennungen,Repositionierenvon einfachen Frakturen und peripheren Luxationen undBlasenkatheterisierungbei Kindern.
·Zahnbehandlungen bei Kindern und ängstlichen Erwachsenen
·Geburtshilfe: wenn die Wirkung einerPeriduralanästhesieabgewartet werden muss, wenn diese verweigert wird oder nicht durchgeführt werden kann.

Dosierung/Anwendung

Alle Personen, dieEntonoxverabreichen und die Verabreichung überwachen, müssen entsprechend in der Anwendung dieses medizinischen Gases geschult und geübt sein.
Bei der Verabreichung vonEntonoxmüssen angemessene Geräte zur Freihaltung der Luftwege sowie zu sofortiger Reanimation bereitstehen.
Dosierungsschema
Der Fluss des Gasgemisches wird durch die Ventilation der spontanen Atmung des Patienten bestimmt. Der Patient muss während der Verabreichung ständig durch eine Person überwacht werden, die ausschliesslich für diese Aufgabe zuständig ist. Ist der Patient nicht mehr ansprechbar, ist die Verabreichung sofort abzubrechen. Die volle analgetische Wirksamkeit des Gasgemisches stellt sich nach etwa drei Minuten Inhalation ein. Das Gasgemisch ist solange nötig während des gesamten Eingriffs weiter zu verabreichen. Seine Wirkung klingt schon innerhalb von Minuten nach Ende der Verabreichung ab.
Entonoxdarf jedoch nicht über längere Zeiträume hinweg eingesetzt werden. Es sollte nicht länger als 60 Minuten pro Tag verabreicht werden. Die wiederholte Verabreichung innerhalbvon 14 Tagen ist sorgfältig abzuwägen, um das Risiko möglicher Nebenwirkungen zu minimieren. (siehe «Besondere Vorsichtsmassnahmen bei der Anwendung»).
Verabreichungsmethode
Übliche Anwendung
Die Verabreichung muss durch medizinisch geschulte Personen erfolgen.
Der Patientmuss für die Behandlung nicht nüchtern sein.
Entonoxwird mit Hilfe einer Maske verabreicht, die an die Morphologie des Patienten angepasst ist, und entweder mit einem automatisch gesteuerten Dosierventil oder einem Rückschlagventil ausgestattet ist.
Die automatisch kontrollierte Verabreichung ist vorzuziehen. Um eine vollständige Kooperation des Patienten zu erreichen, müssen ihm Ziel und Wirkung der Inhalation sowie die Art der Verabreichung erklärt werden. Vor der Durchführung des Eingriffes wird die Maske während einer Induktionsperiode von 3 Minuten aufgesetzt. Während dieser Zeit wird der verbale Kontakt mit dem Patienten aufrechterhalten. Die Person, die die Verabreichung überwacht, signalisiert Ihre Zustimmung für den Beginn des Eingriffes. Die Inhalation erfolgt während der gesamten Dauer des Eingriffes. Der Patient wird dazu aufgefordert, normal zu atmen.
Während der Verabreichung ist die Überwachung vor allem auf den Patienten ausgerichtet. Der Patient soll entspannt sein, normal atmen und auf einfache Anweisungen antworten. Bei Auftreten einer schweren Sedierung mit Verlust des verbalen Kontaktes wird die Maske bis zur Wiederaufnahme des Kontaktes abgenommen.
Zahnheilkunde
Je nach Art der Beatmung des Patienten kann eine Nasenmaske oder eine Nasen-Mundmaske verwendet werden.
Wenn eine Behinderung des Patienten es diesem nicht ermöglicht, die Maske an richtiger Stelle zu halten, wird sie von einer Hilfsperson unterstützend festgehalten.
Nach einer 3-minütigen Induktionsperiode kann der Eingriff beginnen. Wird eine Nasenmaske verwendet, kann der Eingriff kontinuierlich durchgeführt werden. Die Inhalation erfolgt während der gesamten Dauer des Eingriffes. Am Ende der Behandlungwird die Maske entfernt und der Patient wird für 5 Minuten im Behandlungsstuhl ruhen gelassen.
Geburtshilfe
Die Inhalation wird zu Beginn einer Wehe eingeleitet, bevor der Schmerz auftritt. Die Gebärende soll während der gesamten Dauer der Kontraktion normal atmen und die Inhalation, sobald der Kontraktionsschmerz abnimmt, unterbrechen. Wegen des Risikos einerSauerstoffentsättigungdarf zwischen den Kontraktionen nicht hyperventiliert werden und eine kontinuierliche Überwachung der Sauerstoffsättigung isterforderlich.

Kontraindikationen

Entonoxdarf in folgenden Fällen nicht eingesetzt werden:
·bei Patienten mit Gesichtstrauma im Bereich der Maske
·bei Patienten mit folgenden Erkrankungen/Symptomen: Pneumothorax, Gasembolie, nach Tauchgängen und wenn die Gefahr einer Dekompressionskrankheit besteht, in Verbindung mit einerPneumoenzephalographie, nach einem kardiopulmonalenBypass, mit Herz-Lungen-Maschine oder bei einem ernsten Schädeltrauma, da sich Luftblasen (Emboli)/luftgefüllte Räume aufgrund desDistickstoffoxidsausdehnen können
·bei Patienten, die in denletzen2 Monaten eineintraokuläreGasinjektion (z.B. SF6, C3F8) erhalten haben, da die Gefahr einer weiteren Ausdehnung derGasblasebesteht, die zur Erblindung führen kann
·bei Patienten mit Anzeicheneines Darmverschlusses (Ileus), da die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Darms besteht
·bei Patienten mit Herzversagen oder ernsten Funktionsstörungen des Herzens (z.B. nach einer Herzoperation), da aufgrund des leicht negativinotropischenEffekts dieGefahr einer Verschlechterung der Dekompensation besteht
·bei Patienten, die dauerhaft Zeichen von Verwirrung, Abweichungen der kognitiven Funktion oder andere Zeichen zeigen, die auf erhöhten Schädelinnendruck zurückzuführen sein könnten, daDistickstoffoxidden Schädelinnendruck noch weiter verstärken kann
·bei Patienten mit verringertem Bewusstsein und/oder verringerter Fähigkeit zur Mitarbeit, da dadurch Schutzreflexe nicht vorhanden sein könnten

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es ist dafür zu sorgen, dass dieDistickstoffoxidkonzentrationim Arbeitsbereich so gering wie möglich und im Rahmen der vor Ort geltenden Bestimmungen bleibt.
Zurzeit lässt sich kein klarer Kausalzusammenhang zwischenDistickstoffoxidund den Fällen verminderter Fruchtbarkeitdokumentieren, von denen bei medizinischem Personal und Sanitätern berichtet wurde, die dem Gas wiederholt in nicht richtig belüfteten Räumen ausgesetzt waren. Die Räume, in denenEntonoxhäufig eingesetzt wird, müssen ein ordnungsgemässes System für Lufterneuerung und Belüftung oder ein Absaugsystem besitzen, das dieDistickstoffoxidkonzentrationin der Umgebungsluft unterhalb der jeweiligen nationalen Richtlinien hält (zeitbezogene Durchschnittskonzentration, «TimeWeightedAverage», TWA).
Entonoxmuss indafür angepassten Räumen verabreicht werden, die eine Sauerstoffversorgung und eine Absaugung besitzen und in denen Apparate für die künstliche Beatmung bereitstehen. Es müssen Mitarbeiter anwesend sein, die in Notfallmassnahmen geschult sind.
Das Gasgemisch ist bei Temperaturen oberhalb 0 °C zu lagern und zu verabreichen. Bei niedrigeren Temperaturen können sich die beiden Gasbestandteile trennen, was zu Hypoxie führen kann.
Die Verabreichung an Kinder ist vom vierten Lebensjahr an möglich (da in diesem Alter aktive Mitarbeit möglich ist). Bei jüngeren Kindern muss die Verabreichung durch einen mit der Methode vertrauten Arzt erfolgen. Die Erfolgsquote liegt bei Kindern unter drei Jahren niedriger, da deren minimale wirksameAlveolarkonzentrationüber dervon älteren Kindern liegt.
Besondere Vorsichtsmassnahmen bei der Anwendung
Distickstoffoxidkann die Wirkung von Vitamin B12 beeinträchtigen.Entonoxdarf bei Risikopatienten mit Defiziten bei der Aufnahme oder Absorption von Vitamin B12 nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Ersatz- oder Substitutionstherapien sind zu erwägen.
DasinEntonoxenthalteneDistickstoffoxidkann zur Erhöhung des Mittelohrdrucks führen, mit entsprechenden Schmerzen durch das gespannte Trommelfell.
Entonoxdarf bei Patienten, die eineintraokuläreGasinjektion erhalten haben, nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Es ist sicherzustellen, dass diese ausreichend lange zurückliegt, da die Gefahr besteht, dass Sehstörungen auftreten.
Bei Patienten, die neurodepressiv wirksame Arzneimittel erhalten, im WesentlichenMorphineund Benzodiazepin, besteht ein erhöhtes Risiko von Somnolenz,Desaturierung, Erbrechen und Blutdruckabfall. Hier ist eine Bewertung und Überwachung durch einen Anästhesisten oder einen mit der Methode vertrauten Arzt erforderlich.
Nach Ende der Verabreichung vonEntonoxmüssen die Patienten ruhenund solange überwacht werden, bis alle möglicherweise aufgetretenen Nebenwirkungen abgeklungen sind und die Patienten ihre ursprüngliche Vigilanz wiedererlangt haben.

Interaktionen

Wechselwirkungen mit anderen medizinischen Produkten
WirdDistickstoffoxid(Entonox) zusammen mit Arzneimitteln verabreicht, die auf das zentrale Nervensystem wirken (z.B. Opiate, Benzodiazepine und andere Psychotropika), kann es zu additiven Wirkungen kommen.
Sonstige Wechselwirkungen
Die Anwendung vonDistickstoffoxidführt zur Inaktivierung des Vitamins B12 (einesKofaktorsbei derMethioninsysnthese), was denFolatstoffwechselbeeinträchtigt. Längere Verabreichung vonDistickstoffoxidbeeinträchtigt also die DNA-Synthese. Diese Störungen können zumegaloblastischenVeränderungen des Knochenmarks und möglicherweise zuMyeloneuropathieund subakuter kombinierter Degeneration des Rückenmarks führen.Entonoxdarf also nur zeitlich begrenzt verabreicht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Entonoxkann den Folsäuremetabolismus beeinträchtigen. Bei Tierversuchen wurden teratogene Wirkungen nachgewiesen.
In epidemiologischen Untersuchungen wurde eine erhöhte Rate von Fehlgeburten, Fötus-Fehlbildungen und verringerter Fruchtbarkeit bei Mitarbeitern festgestellt, dieDistickstoffoxidüber längere Zeiträume hinweg in Spurenkonzentrationen eingeatmet haben. Aufgrund methodologischer Probleme liefert jedoch keine dieser Untersuchungen formale Beweise für die genannten Auswirkungen.
Die epidemiologischen Daten reichen nicht aus, um mögliche schädliche Wirkungen auf die embryonale und fötale Entwicklung einzuschätzen.
Daher sollEntonoxwährend der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist absolut notwendig.
Stillzeit
Entonoxkann während des Stillens angewendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Bei längerer oder wiederholter Verabreichung vonEntonoxwurden neurologische Störungen wie Rückenmarks- oder Polyneuropathie sowiemegaloblastischeAnämie mitLeukopenieberichtet.
Bei Patienten, die Anzeichen eines Mangels an Vitamin B12 zeigen, sind Ersatz oder Substitutionstherapien zu erwägen.
Während der Behandlung können die folgenden Nebenwirkungen auftreten, die aber einige Minuten nach Ende der Verabreichung des Gasgemisches wieder verschwinden unter Berücksichtigung folgender Definitionen:
Häufig (<1/10, ≥1/100), Gelegentlich (<1/100, ≥1/1000):
Störungen des Nervensystems
Häufig:Schwindelgefühl, Benommenheit, sensorische Wahrnehmungsänderungen.
Gelegentlich:starke Sedierung.
Gastrointestinale Störungen
Häufig:Übelkeit und Erbrechen.

Überdosierung

Aufgrund der Verabreichungsmethode, bei der die Gasmenge durch die spontane Ventilation des Patienten bei Bewusstsein bestimmt wird, sind Überdosierungen vonEntonoxäusserst unwahrscheinlich.
Tritt eine ausgeprägte Sedierung ein, bei der der Patient nicht mehr ansprechbar ist, ist die Verabreichung solange zu unterbrechen, bis der Patient wieder ansprechbar ist.
Überdosierungen können auch eintreten, wenn das Gasgemisch unsachgemäss unterhalb von 0 °C gelagert wurde. Die beiden Gasbestandteile können sich dann entmischen, wodurch die Gefahr einerDistickstoffoxid-Überdosierung und darauf folgenderAnoxiebesteht.
Wird der Patient während der Verabreichungzyanotisch, muss die Behandlung unter allen Umständen sofort abgebrochen werden. Verschwindet die Zyanose nicht sehr schnell wieder, ist der Patient mit einem Handballon mit Umgebungsluft zu beatmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N01AX13
Pharmakodynamik
Distickstoffoxidhat in einer Konzentration von 50% analgetische Wirkung. Es steigert die Wahrnehmungsschwelle für verschiedene Schmerzstimuli. Die Stärke der analgetischenWirkung hängt von der psychischen Verfassung des Patienten ab.Distickstoffoxidhat in dieser Konzentration keinerlei anästhetische Wirkung. Es führt vielmehr zu einer Sedierung während der Patient bei Bewusstsein bleibt: Der Patient ist entspannt und fühlt sich von seiner Umgebung losgelöst.
Der 50%ige Volumenanteil Sauerstoff sorgt für richtige, optimale Sauerstoffsättigung des Hämoglobins.

Pharmakokinetik

Sowohl Aufnahme als auch Ausscheidung desDistickstoffoxidserfolgt aufgrund seiner geringen Löslichkeit in Blut und Körpergewebe sehr schnell über die Lunge. Diese Eigenschaft erklärt das schnelle Einsetzen der analgetischen Wirkung sowie schnelles Abklingen und Ende der analgetischen Wirkung und die schnelle Rückkehr zur ursprünglichen mentalen Verfassung nach dem Ende der Inhalation. DasGas wird in unveränderter Form über die Lunge ausgeschieden.
Die sehr starke Diffusionsrate vonDistickstoffoxidin luftgefüllte Körperhöhlen, mit entsprechenden physikalischen Konsequenzen, erklärt einige seiner Kontraindikationen und speziellen Warnungen.

Präklinische Daten

Eine neurologische Toxizität wurde ausschliesslich bei längerer Inhalation im Rahmen eines Suchtverhaltens sowie in einem Fall bei chronischer Anwendung beobachtet.
Unter den normalen Umständen der klinischen Anwendung tritt keine hämatologische Toxizität auf. Längere dauerhafte Anwendung über viele Stunden hinweg wurde als möglicher GrundmegaloblastischerKnochenmarkveränderungen beschrieben, die nach Ende der Behandlung reversibel sind.
An Ratten wurde eine teratogene Wirkung vonDistickstoffoxidfestgestellt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde jedoch beim Menschen keine teratogene Wirkung berichtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Entonoxist brandfördernd. Es unterstützt und beschleunigt die Verbrennung. Der Grad der Inkompatibilität anderer Stoffe mit äquimolaremDistickstoffoxid-Sauerstoff-Gasgemisch hängt von dem Druck ab, bei dem das Gas eingesetzt wird. In allen Fällen betrifft die Feuergefährlichkeit jedoch insbesondere folgendeStoffe: brennbare Stoffe wie fetthaltige (auch Öle, Schmiermittel) und organische Stoffe (Stoff, Holz, Papier, Kunststoffe), die sich bei Kontakt mit dem Gasgemisch entweder spontan oder in Anwesenheit einer Flamme, bei Erreichen der Zündtemperatur oder bei adiabatischem Druck entzünden können.
Besondere Lagerungshinweise
Lagerung von Gasflaschen mitEntonox
Das Produkt ist empfindlich auf tiefe Temperaturen. Das Gasgemisch ist bei Temperaturen unter minus 5 °C instabil.EineDistickstoffoxidreiche Flüssig-Phase kann aus der Mischung auskondensieren. Dadurch verschiebt sich das Mischungsverhältnis des eingeatmeten Gasgemisches, das dann zu Beginn der InhalationzuvielSauerstoff (Gemisch nicht ausreichend analgetisch) und am EndezuvielDistickstoffoxid(hypoxischesGemisch) enthält. Die Gasflaschen dürfen keinen Temperaturen unter 0 °C ausgesetzt werden.
Wird vermutet, dass Gasflaschen tieferen Temperaturen ausgesetzt worden sind, müssen diese Behälter vor ihrem Einsatz mindestens 48 Stunden lang bei Temperaturen zwischen 10 °C und 30 °C in einem Zwischenlager in der Apotheke und/oderBenützerbereichin HORIZONTALER POSITION gelagert werden.
In allen anderen Situationen (Lagerung von vollen Gasflaschen im Lagerbereich für medizinische Gase, volle Flaschen während der Benutzung, Transport voller Flaschen innerhalb der Gesundheitseinrichtung oder auf Fahrzeugen) ist die Lagerposition nicht qualitätsrelevant.
Lagerung voller Gasflaschen im Gasflaschen-Lagerbereich
Volle Gasflaschen müssen in einem sauberen, gutbelüfteten, von Regen geschütztem und frei von brennbaren Stoffen gehaltenem Bereich gelagert werden. Der Lagerbereich muss ausschliesslich der Lagerung medizinischer Gase vorbehalten sein und mit einem Schlüssel abschliessbar sein.
Volle Gasflaschen müssen gegen Stösse und Fallen gesichert sein und von Heiz- und Zündquellen ferngehalten werden. Sie sind vor Wettereinflüssen und Kälte zu schützen. Bei Anlieferung vom Hersteller müssen die Gasflaschen ordnungsgemäss versiegelt sein.
Leere und volle Gasflaschen sind voneinander getrennt zu lagern.
Transport voller Gasflaschen
Innerhalb der Gesundheitseinrichtung sind volle Gasflaschen aufrecht stehend und gesichert zu transportieren, um sie vor dem Umfallen zu schützen.
Die Rettungsteams sind darauf hinzuweisen, dass die Gasflaschen innerhalb der Fahrzeuge und beim Einsatz im Freien gegen Kälte geschützt werden müssen.
Lagerung leerer Gasflaschen
Leere Gasflaschen sind aufrecht stehend gut gesichert zu lagern. Die Ventilemüssen geschlossen sein.
Art und Inhalt der Gasflaschen
Die Gasflaschen enthalten 2; 5; 10 bzw. 20 Liter (Wasservolumen). Sie bestehen aus Aluminium mit Restdruckventil bzw. integriertem Ventil. Die Gasflaschen sind mit Standardfarben gekennzeichnet: weiss lackierter Flaschenkörper, Schulter mit horizontalem weissen und blauen Streifen.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Hinweise für die Handhabung
Die Gasflaschen mit medizinischem,äquimolarenDistickstoffoxid-Sauerstoff-Gasgemisch sind ausschliesslich für die medizinische Anwendung vorgesehen. Das FiO2 darf nie unter 21% liegen.
Um Unfälle zu vermeiden, sind die folgenden Vorschriften einzuhalten
Mitarbeiter, die mit dem Gas arbeiten, müssen in dessen Handhabung geschult sein. Verwenden Sie keine Gasflaschen, die möglicherweise Temperaturen unter 0 °C ausgesetzt waren.
Prüfen Sie, ob der Druckregler konform und mit diesem speziellen Gasgemisch kompatibel ist.
Prüfen Sie den ordnungsgemässen Zustand der Dichtung von Druck-/Durchflussregler.
Verwenden Sie einen Druck-/Durchflussregler, der speziell für das medizinische, äquimolareDistickstoffoxid-Sauerstoff-GasgemischEntonoxvorgesehen ist. Der Regler muss für mindestens den 1,5fachen maximalen Betriebsdruck der Gasflasche ausgelegt sein.
Arbeiten Sie nicht mit Anschluss-Zwischenstücken für Geräte, wenn diese nicht passen.
Fassen Sie die Anschlussteile nur mit sauberen, fettfreien Händen an und tragen Sie dabei keine Handschuhe.Verwenden Sie keine Zangen.
Ziehen Sie Druckminderer/Durchfluss-Messgerät nicht mit der Zange fest, da Sie sonst die Dichtung beschädigen können.
Sichern Sie die Gasflasche auf geeignete Art und Weise (Kette), um sie STEHEND zu halten und gegen Fallen zu schützen.
Setzen Sie Gasflaschen, die nicht leicht in eine Aufnahme passen, nicht mit Gewalt ein.
Halten Sie Gasflaschen nicht am Ventil.
Spülen Sie den Gasflaschenauslass vor dem Anschliessen des Druckreglers kurz durch, um möglicherweise vorhandenen Staubzu entfernen. Halten Sie die Anschlussstellen zwischen Gasflasche und Druckregler sauber.
Vor dem Öffnen des Flaschenventils ist zu prüfen, dass der Druckregler korrekt befestigt ist.
Öffnen Sie das Ventil immer stetig und langsam. So verhindern Sie, dasssich das Gasgemisch durch die Abkühlung entmischt.
Öffnen Sie Ventile nie mit Gewalt und öffnen Sie sie nie vollständig.
Versuchen Sie nicht, defekte Ventile selbst zu reparieren.
Setzen Sie nie mehrere Druckregler unter Druck.
Leiten Sie kein unter Druckstehendes Gas von einer Gasflasche in eine andere.
Stellen Sie sich nie vor den Ventilauslass, sondern immer auf die entgegengesetzte Seite oder daneben. Setzen Sie niemals Patienten ausströmendem Gas aus.
Rauchen Sie nicht.
Halten Sie Flammen fern.
Benutzen Sie kein Fett.
Und
1.Leiten SieEntonoxniemals in Geräte ein, die vermutlich brennbare Stoffe, insbesondere Fett, enthalten.
2.Verwenden Sie nie brennbare Reinigungsmittel und insbesondere keine fetthaltigen Stoffe mit Geräten, die dieses Gas enthalten, mit Ventilen, Dichtungen usw.
Tragen Sie keine fetthaltigen Stoffe (Cremes, Vaseline) auf das Gesicht des Patienten auf.
Verwenden Sie an den Geräten oder in deren Umgebung keine Aerosol-Erzeuger oder Lösungsmittel (Alkohol, Benzin).
Schliessen Sie nach Benutzung das Ventil der Gasflasche und lassen Sie den Druck am Druckminderer abfallen, indem Sie das Durchfluss-Messgerät geöffnet lassen. Schliessen Sie dann das Durchfluss-Messgerät und lösen Sie dann die Einstellschraube (nicht beiintegriertenDruckminderern) desDruckminderers.
Entleeren Sie Gasflaschen niemals vollständig, sondern nur bis zu einem Mindestdruck von 10 bar.
Schliessen Sie bei Leckagen das Ventil mit dem Dichtigkeitsproblem. Sorgen Sie für gründliche Belüftung der betreffenden Räume und evakuieren Sie diese. Verwenden Sie niemals Gasflaschen mit Dichtigkeitsproblemen.
Sollte sich auf einer Gasflasche Reif bilden, verwenden Sie sie nicht, sondern retournieren Sie sie dem Lieferanten. Sollte sich am Druckminderer Reif bilden, prüfen Sie, ob das System noch Gas abgibt (Ballon aufgeblasen). Es besteht die Gefahr, dass der Druckminderer verstopft ist. Sorgen Sie bei längerem Einsatz für ausreichende Belüftung der jeweiligen Benutzungsumgebung (Räume, Fahrzeug usw.) und stellen Sie sicher, dass sich die Gase bei Unfällen oder ungewolltem Entweichen verflüchtigen können. Der mittlere Expositionsgrenzwert fürDistickstoffoxidam Arbeitsplatz beträgt 25 ppm. Im Brandfall erhöht sich die Toxizität, da sich nitrathaltige Dämpfe bilden.

Zulassungsnummer

57574 (Swissmedic).

Packungen

Eine 2 L Flasche bei 170 bar gefüllt enthält 0.56 m3 Gas bei 1 bar und 15 °C (560 L) [B]
Eine 5 L Flasche bei 170 bar gefüllt enthält 1.4 m3 Gas bei 1 bar und 15 °C (1400 L) [B]
Eine 10 L Flasche bei 170bar gefüllt enthält 2.8 m3 Gas bei 1 bar und 15 °C (2800L) [B]
Eine 20 L Flasche bei 170 bar gefüllt enthält 5.6 m3 Gas bei 1 bar und 15 °C (5600L) [B]

Zulassungsinhaberin

PanGasAG, Industriepark 10,Dagmersellen.

Stand der Information

Oktober 2008.

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