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Fachinformation zu Atazanavir-Mepha Kapseln:Mepha Pharma AG
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J05AE, HIV-Proteaseinhibitor
Wirkungsmechanismus
Atazanavir ist ein Azapeptid HIV-1 Proteaseinhibitor. Die Substanz hemmt selektiv den virus-spezifischen Umbau der viralen gag-pol Proteine in HIV-1 infizierten Zellen und verhindert damit die Bildung von reifen Viruspartikeln und die Infektion anderer Zellen.
Effekte auf das EKG
Die Effekte von Atazanavir auf das EKG wurden in einer klinischen Pharmakologie-Studie (AI 424-076) bei 72 gesunden Probanden untersucht. Bei einer Dosierung von 400 mg Atazanavir wurde ein durchschnittlicher Anstieg der Herzfrequenz um 3 Schläge/min (bpm) beobachtet und bei einer Dosierung von 800 mg ein durchschnittlicher Anstieg von 8 Schlägen/min. Zur Evaluierung der Veränderungen des QT-Intervalls bei Arzneimitteln, welche die Herzfrequenz erhöhen, wird die Fridericia-Formel gegenüber der Bazett-Formel bevorzugt.
Bei Anwendung der Fridericia-Formel wurden nach Dosierungen von 400 mg und 800 mg kein Anstieg der placebo-korrigierten QTc und keine konzentrationsabhängigen Effekte von Atazanavir auf das QTc-Intervall nachgewiesen. Bei keinem Probanden wurde eine Veränderung der QTc >60 msec oder QTc >500 msec festgestellt.
Bei Anwendung der Bazett-Formel ergaben sich Hinweise auf einen leichten konzentrationsabhängigen Effekt von Atazanavir auf die QTc. Die durchschnittliche QTc-Veränderung war bei einer Dosierung von 400 mg Atazanavir kleiner als unter Placebo und bei einer Dosierung von 800 mg grösser als unter Placebo. Bei keinem Probanden wurde eine QTc >500 msec festgestellt.
Unter Placebo wurde bei einer Person eine QTc-Veränderung >60 msec beobachtet, während bei 3 Probanden nach einer Dosierung von 800 mg Atazanavir eine Veränderung >60 msec festgestellt wurde. Diese QTc-Veränderungen gingen mit einem Anstieg der Herzfrequenz einher.
Die Aussagekraft dieser Studie wird dadurch limitiert, dass die Studienpopulation gesunde Probanden umfasste: 25% Frauen mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren. Bei 1793 HIV-infizierten Patienten unter antiretroviraler Therapie waren QTc-Veränderungen zwischen Atazanavir und Komparatoren vergleichbar.
Bei gesunden Probanden unter Atazanavir-Therapie wurde eine signifikante konzentrations- und dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls beobachtet. Die durchschnittliche (±SD) maximale Veränderung des PR-Intervalls vom Ausgangswert der Prädosis war nach oraler Dosierung mit 400 mg Atazanavir (n = 65) 24 (±15) msec und mit 800 mg Atazanavir (n = 66) 60 (±25) msec im Vergleich zu 13 (±11) msec unter Placebo (n = 67).
AV-Block Grad 1 (PR-Intervall >200 msec) wurde beobachtet: bei 1% (n = 1 von 67) unter Placebo, 14% (n = 9 von 65) unter 400 mg Atazanavir und 59% (n = 39 von 66) unter 800 mg Atazanavir.
Bei einem Probanden wurde nach einer Dosierung von 800 mg Atazanavir ein PR-Intervall von 295 msec beobachtet. Ein anderer Proband hatte ein PR-Intervall von 328 msec unter 800 mg Atazanavir (mehr als 2facher Anstieg im Vergleich zum Baseline-Wert).
Die Verlängerung der PR-Intervalle in dieser Studie waren asymptomatisch.
Bezüglich des Potentials einer pharmakodynamischen Interaktion zwischen Atazanavir und anderen Arzneimitteln, die das PR-Intervall verlängern, liegen nur limitierte Informationen beim Menschen vor.
Antivirale in-vitro Aktivität
Atazanavir zeigte in Zellkulturen eine Anti-HIV-1-Aktivität (bei allen getesteten Stämmen) und eine Anti-HIV-2-Aktivität.
Resistenz
Resistenz bei erwachsenen Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung
Bei Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung, die in klinischen Studien mit ungeboostetem Atazanavir behandelt wurden, war die I50L-Substitution, manchmal in Kombination mit einer A71-V-Mutation, die Schlüssel-Substitution für Resistenzen gegenüber Atazanavir.
Die Resistenzwerte gegenüber Atazanavir waren im Bereich vom 3,5- bis 29fachen, und es ergaben sich keine Hinweise auf phänotypische Kreuzresistenzen gegenüber anderen Proteaseinhibitoren. In klinischen Studien mit Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung, die mit geboostetem Atazanavir behandelt wurden, trat bei Patienten ohne Proteaseinhibitor-Substitution zu Studienbeginn (baseline) keine I50L-Substitution auf.
Die N88S-Substitution wurde nur selten bei Patienten mit virologischem Versagen unter Atazanavir (mit oder ohne Ritonavir) beobachtet. Diese Substitution kann zu einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber Atazanavir führen, wenn sie mit anderen Substitutionen im Protease-Gen auftritt.
In klinischen Studien zeigte sich, dass N88S selbst nicht immer zu einer phänotypischen Resistenz gegen Atazanavir führt oder einen konstanten Einfluss auf die klinische Wirksamkeit hat.

De novo Substitutionen: Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung und
mit Therapieversagen unterAtazanavir/Ritonavir (Studie AI 424-138, 96
Wochen)
Inzidenz                                                                    De novo Proteaseinhibit
                                                                            or-Substitution (n =
                                                                            26)a
>20%                                                                        Keine
10-20%                                                                      Keine

 
a Anzahl Patienten mit paarweise auftretenden Genotypen, eingestuft als virologische Versager (HIV-RNA ≥400 Kopien/ml).
Die M184I/V Substitution trat bei 5 von 26 Patienten mit virologischem Therapieversagen unter Behandlung mit Atazanavir/Ritonavir auf bzw. bei 7 von 26 Patienten mit virologischem Therapieversagen unter Behandlung mit Lopinavir/Ritonavir.
Resistenz bei erwachsenen Patienten mit antiretroviraler Vorbehandlung
Bei antiretroviral vorbehandelten Patienten wurde für 100 Isolate von Patienten (aus 3 Studien) die unter Therapie mit Atazanavir, Atazanavir/Ritonavir oder Atazanavir/Saquinavir als virologische Versager eingestuft wurden, eine Resistenz gegenüber Atazanavir nachgewiesen. Von den 60 Isolaten von Patienten, die entweder mit Atazanavir oder Atazanavir/Ritonavir behandelt wurden, zeigten 18 (30%) den zuvor bei Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung beschriebenen I50L-Phänotyp.

De novo Substitutionen: Patienten mit antiretroviraler Vorbehandlung
und mit Therapieversagen unterAtazanavir/Ritonavir (Studie AI 424-045,
48 Wochen)
Inzidenz                                                                  De novo Proteaseinhibitor
                                                                          -Substitution (n = 35)a,b
>20%                                                                      M36, M46, I54, A71, V82
10-20%                                                                    L10, I15, K20, V32, E35,
                                                                          S37, F53, I62, G73, I84,
                                                                          L90

 
a Anzahl Patienten mit paarweise auftretenden Genotypen, eingestuft als virologische Versager (HIV-RNA ≥400 Kopien/ml).
b 10 Patienten mit phänotypischer Resistenz (baseline) gegenüber Atazanavir/Ritonavir ( "fold change" <5,2). Die Empfindlichkeit in Zellkulturen im Verhältnis zum Wildtyp als Referenz wurde mit einem Resistenztest (Phenosense) ermittelt.
Keine der in der Tabelle erwähnten De novo Substitutionen sind spezifisch für Atazanavir; möglicherweise handelt es sich um ein Wiederauftreten früherer Resistenzen gegenüber Atazanavir und Ritonavir bei der vorbehandelten Population in der Studie AI 424-045.
Die Resistenz bei antiretroviral vorbehandelten Patienten entsteht hauptsächlich durch Akkumulation der bereits beschriebenen primären und sekundären Resistenz-Mutationen, welche mit Proteaseinhibitor-Resistenz assoziiert sind.
Pharmakodynamik
Keine Angaben.
Klinische Wirksamkeit
Erwachsene Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung
In der randomisierten, offenen Studie AI 424-138 mit 883 Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung wurde Atazanavir/Ritonavir (300 mg/100 mg 1× täglich) mit Lopinavir/Ritonavir (400 mg/100 mg 2× täglich) verglichen, wobei jedes dieser Behandlungsschemata mit der Fixkombination Tenofovir DF/Emtricitabin (300 mg/200 mg Tabletten 1× täglich) ergänzt wurde.
Der Behandlungsarm mit Atazanavir/Ritonavir zeigte im Vergleich zum Lopinavir/Ritonavir-Arm eine vergleichbare antivirale Wirksamkeit ( "non inferior" ); Beurteilungsgrundlage war der Anteil der Patienten mit einer HIV-RNA <50 Kopien/ml nach 48 Wochen. Eine Analyse der Daten über 96 Wochen ergab eine konstante antiretrovirale Wirksamkeit. Siehe nachstehende Tabelle.
Ergebnisse der Studie AI 424-138a:

Parameter             Atazanavir/Ritonavir  Lopinavir/Ritonavirc
                      b(300 mg/100 mg 1×    (400 mg/100 mg 2×
                      tägl.)n = 440         tägl.) n = 443
HIV-RNA <50 Kopien/m  Woche 48 %            Woche 96 %            Woche 48 %            Woche 96 %
l                                                                                       
alle Patientend       78                    74                    76                    68
Differenz geschätzt   Woche 48: 1,7%
(95% CI)d             (-3,8%, 7,1%)Woche
                      96: 6,1% (0,3%,
                      12,0%)
Analyse per Protokol  86 (n = 392)f         91(n = 352)           89(n = 372)           89(n = 331)
le                                                                                      
Differenz geschätzt   Woche 48: -3%
(95% CI)e             (-7,6%, 1,5%)Woche
                      96: 2,2% (-2,3%,
                      6,7%)
HIV-RNA und CD4-Zell  Woche 48 %            Woche 96 %            Woche 48 %            Woche 96 %
zahl gegenüber                                                                          
Baselined                                                                               
HIV-RNA<100'000       82(n = 217)           75(n = 217)           81(n = 218)           70(n = 218)
Kopien/ml                                                                               
HIV-RNA≥100'000       74(n = 223)           74(n = 223)           72(n = 225)           66(n = 225)
Kopien/ml                                                                               
CD4-Zellzahl<50       78(n = 58)            78(n = 58)            63(n = 48)            58(n = 48)
Zellen/mm3                                                                              
CD4-Zellzahl50 bis    76(n = 45)            71(n = 45)            69(n = 29)            69(n = 29)
<100 Zellen/mm3                                                                         
CD4-Zellzahl100 bis   75(n = 106)           71(n = 106)           78(n = 134)           70(n = 134)
<200 Zellen/mm3                                                                         
CD4-Zellzahl≥200      80(n = 222)           76(n = 222)           80(n = 228)           69(n = 228)
Zellen/mm3                                                                              
HIV-RNA, durchschnit  Woche 48log10Kopien/  Woche 96log10Kopien/  Woche 48log10Kopien/  Woche 96log10Kopien/
tliche Veränderung    ml                    ml                    ml                    ml
gegenüber Baseline                                                                      
alle Patienten        -3,09(n = 397)        -3,21(n = 360)        -3,13(n = 379)        -3,19(n = 340)
CD4 Zellzahl,         Woche 48Zellen/mm3    Woche 96Zellen/mm3    Woche 48Zellen/mm3    Woche 96Zellen/mm3
durchschnittliche                                                                       
Veränderung gegenübe                                                                    
r Baseline                                                                              
alle Patienten        203(n = 370)          268(n = 336)          219(n = 363)          290(n = 317)
by Baseline Characte
ristics:
HIV-RNA <100'000      179(n = 183)          243(n = 163)          194(n = 183)          267(n = 152)
Kopien/ml                                                                               
HIV-RNA ≥100'000      227(n = 187)          291(n = 173)          245(n = 180)          310(n = 165)
Kopien/ml                                                                               

 
a Die durchschnittliche CD4-Zellzahl (baseline) betrug 214 Zellen/mm3 (Bereich: 2 bis 810 Zellen/mm3); die durchschnittliche Plasma HIV-1RNA betrug 4,94 log10 Kopien/ml (Bereich: 2,6 bis 5,88 log10 Kopien/ml).
b Atazanavir/Ritonavir mit Tenofovir DF/Emtricitabin (in fixer Dosierung: 300 mg/200 mg Tabletten 1× tägl.)
c Lopinavir/Ritonavir mit Tenofovir DF/Emtricitabin (in fixer Dosierung: 300 mg/200 mg Tabletten 1× tägl.)
d "Intent-to-Treat" -Analyse: fehlende Werte = Therapieversager
e "Per Protocol" -Analyse: Behandlungsabbrüche und Patienten mit grösseren Protokoll-Abweichungen nicht eingeschlossen
f Anzahl evaluierbare Patienten
Die folgende Tabelle zeigt die Daten in Bezug auf das Lipidprofil (durchschnittliche Veränderung vom Ausgangswert).

Studie AI 424-138    48 Wochen1
                     Atazanavir/Ritonavir  Lopinavir/Ritonavir
Gesamt-Cholesterin2  12%3                  24%
LDL-Cholesterin2     12%                   15%
HDL-Cholesterin2     27%                   32%
Triglyzeride2        13%3                  51%

 
1 LOCF ( "Last Observation Carried Forward" ): Werte, die nach Verabreichung von Lipidsenkern gemessen wurden, sind in diesen Analysen nicht enthalten.
2 auf nüchternen Magen
3 p <0,0001; Atazanavir/Ritonavir vs. Lopinavir/Ritonavir
Erwachsene Patienten mit antiretroviraler Vorbehandlung
In einer randomisierten Multizenterstudie (AI 424-045) wurde Atazanavir (300 mg 1× täglich) und Ritonavir (100 mg, 1× täglich) mit Atazanavir (400 mg 1× täglich) und Saquinavir Weichgelatinekapseln (1200 mg 1× täglich) und mit der Fixkombination Lopinavir/Ritonavir (400 mg/100 mg 2× täglich) verglichen: alle drei Therapieschemata in Kombination mit Tenofovir_DF und einem Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI) bei 347 (von 358 randomisierten) Patienten, bei welchen mindestens zwei Vorbehandlungen mit HAART-Schemata (Proteaseinhibitoren, NRTIs und NNRTIs) virologisch versagt hatten. Die durchschnittliche Dauer der Vorbehandlung betrug 138 Wochen für Proteaseinhibitoren, 281 Wochen für NRTIs und 85 Wochen für NNRTIs. 34% der Patienten erhielten als Vorbehandlung einen Proteaseinhibitor und 60% ein NNRTI (Baseline-Werte). 15 (13%) von 120 Patienten in der Atazanavir/Ritonavir-Gruppe und 17 (14%) von 123 Patienten in der Lopinavir/Ritonavir-Gruppe hatten 4 oder mehr der Proteaseinhibitor-Substitutionen L10, M46, I54, V82, I84 und L90.
32% der Studienpatienten hatten einen Virusstamm mit weniger als 2 NRTI-Substitutionen.
Der primäre Endpunkt in dieser Studie war die Veränderung (time-averaged difference) der HIV-RNA vom Baseline-Wert über 48 Wochen. Siehe nachstehende Tabelle.
Ergebnisse der Studie AI 424-045 nach 48a und 96 Wochen:

Parameter             Atazanavir/Ritonavir  Lopinavir/Ritonavirc  Time-averaged
                      b(300 mg/100 mg 1×    (400 mg/100 mg 2×     differenceAtazanavir
                      tägl.)n = 120         tägl.)n = 123         /Ritonavir –Lopinavi
                                                                  r/Ritonavir[97,5%,
                                                                  CId]
HIV-RNA, durchschnit  Woche 48log10Kopien/  Woche 96log10Kopien/  Woche 48log10Kopien/  Woche 96log10Kopien/  Woche 48log10Kopien/  Woche 96log10Kopien/
tliche Veränderung    ml                    ml                    ml                    ml                    ml                    ml
gegenüber Baseline                                                                                                                  
alle Patienten        -1,93(n = 90)e        -2,29(n = 64)         -1,87(n = 99)         -2,08(n = 65)         0,13[-0,12, 0,39]     0,14[-0,13, 0,41]
HIV-RNA<50 Kopien/ml  Woche 48%             Woche 96%             Woche 48%             Woche 96%             Woche 48%             Woche 96%
f evaluierbare                                                                                                                      
Responder                                                                                                                           
alle Patienten        36 (43/120)           32 (38/120)           42 (52/123)           35 (41/118)           ---                   ---
HIV-RNA <50Kopien/ml  Woche 48%             Woche 96%             Woche 48%             Woche 96%             Woche 48%             Woche 96%
f,gPI-Mutationen,                                                                                                                   
baseline f,g evaluie                                                                                                                
rbare Responder                                                                                                                     
0-2                   44(28/63)             41(26/63)             56(32/57)             48(26/54)             ---                   ---
3                     18(2/11)              9(1/11)               38(6/16)              33(5/15)              ---                   ---
≥4                    27(12/45)             24(11/45)             28(14/50)             20(10/49)             ---                   ---
CD4-Zellzahl,         Woche 48Zellen/mm3    Woche 96Zellen/mm3    Woche 48Zellen/mm3    Woche 96Zellen/mm3    Woche 48Zellen/mm3    Woche 96Zellen/mm3
durchschnittliche                                                                                                                   
Veränderung gegenübe                                                                                                                
r Baseline                                                                                                                          
alle Patienten        110(n = 83)           122(n = 60)           121(n = 94)           154(n = 60)           ---                   ---

 
a Die durchschnittliche CD4-Zellzahl (baseline) war 337 Zellen/mm3 (Bereich: 14 bis 1'543 Zellen/mm3) und die durchschnittliche HIV-RNA (baseline) betrug 4,4 log10 Kopien/ml (Bereich: 2,6 bis 5,88 log10 Kopien/ml).
b Atazanavir/Ritonavir mit Tenofovir DF/Emtricitabin (in fixer Dosierung: 300 mg/200 mg Tabletten 1× tägl.)
c Lopinavir/Ritonavir mit Tenofovir DF/Emtricitabin (in fixer Dosierung: 300 mg/200 mg Tabletten 1× tägl.)
d Konfidenz-Intervall
e Anzahl evaluierbare Patienten
f "Intent-to-Treat" -Analyse: fehlende Werte = Therapieversager. Responder unter Behandlung mit Lopinavir/Ritonavir, welche die Behandlung vor 96 Wochen beendet haben, sind in dieser Analyse nicht berücksichtigt. Der Anteil der Patienten mit HIV-RNA <400 Kopien/ml in Woche 48 bzw. 96 betrug 53% bzw. 43% im Atazanavir/Ritonavir-Arm und 54% bzw. 46% im Lopinavir/Ritonavir-Arm.
g Selektierte Substitutionen (baseline) beinhalten jede Mutation an den Positionen L10, K20, L24, V32, L33, M36, M46, G48, I50, I54, L63, A71, G73, V82, I84 und L90 (0-2, 3, 4 oder mehr).
Nach 48 Behandlungswochen war die durchschnittliche Veränderung der HIV RNA für Atazanavir/Ritonavir und Lopinavir/Ritonavir gegenüber Baseline vergleichbar (non inferior).
Die "Last Observation Carried Forward" -Methode der Analyse zeigte konsistente Resultate ( "Time-Averaged Difference" 0,11; 97,5% CI [-0,15, 0,36]).
In der "As-Treated" -Analyse (exkl. fehlende Werte) war der Anteil der Patienten mit einer HIV-RNA <400 Kopien/ml (<50 Kopien/ml) in der Atazanavir/Ritonavir-Gruppe 55% (40%) und in der Lopinavir/Ritonavir-Gruppe 56% (46%).
Nach 96 Wochen Behandlung entsprach die durchschnittliche Veränderung der HIV RNA für Atazanavir/Ritonavir und Lopinavir/Ritonavir den Kriterien für "Non inferiority" auf der Grundlage der beobachteten Fälle.
Konsistente Resultate wurden mit der "Last Observation Carried Forward" -Methode der Analyse gewonnen. In der "As-treated" -Analyse, unter Ausschluss fehlender Werte, lag der Prozentsatz von Patienten mit HIV-RNA <400 Kopien/ml (<50 Kopien/ml) im Atazanavir + Ritonavir-Arm bei 84% (72%) bzw. bei 82% (72%) im Lopinavir + Ritonavir-Arm. Besonders zu erwähnen ist, dass zum Zeitpunkt der 96-Wochen-Analyse insgesamt 48% der Patienten in der Studie verblieben.
Die Kombination Atazanavir/Saquinavir war der Kombination Lopinavir/Ritonavir unterlegen.
Die folgende Tabelle zeigt die Daten in Bezug auf das Lipidprofil (durchschnittliche Veränderung vom Ausgangswert):

Studie AI 424-045     48 Wochen1            96 Wochen1
                      Atazanavir/Ritonavir  Lopinavir/Ritonavir   Atazanavir/Ritonavir  Lopinavir/Ritonavir
Gesamt-Cholesterin    -8%                   6%                    -7%                   9%
LDL-Cholesterin2      -11%                  1%                    -11%                  1%
HDL-Cholesterin2      -7%                   2%                    -5%                   7%
Triglyzeride          -3%                   30%                   -2%                   30%

 
1 Werte, die nach Verabreichung von Lipidsenkern gemessen wurden, sind in diesen Analysen nicht enthalten.
2 auf nüchternen Magen
Klinische Daten zum Absetzen von Ritonavir vom Atazanavir-Therapieschema in Kombination mit Ritonavir
In einer offenen, randomisierten Vergleichsstudie (AI 424-136) nach einer 26- bis 30-wöchigen Induktionsphase mit 300 mg Atazanavir in Kombination mit Ritonavir 100 mg 1× täglich (geboostet) und zwei NRTIs hatte die Anwendung von 400 mg Atazanavir 1× täglich ohne Ritonavir (ungeboostet) mit 2 NRTIs, angewendet während einer 48-wöchigen Erhaltungsphase (n = 87) vergleichbare antivirale Wirksamkeit wie Atazanavir und Ritonavir mit zwei NRTIs (n = 85) bei HIV-infizierten Patienten mit vollständig supprimierter HIV-Replikation, bewertet durch den Anteil an Patienten mit HIV RNA <50 Kopien/ml: 78% der Patienten unter Therapie mit 400 mg Atazanavir ohne Ritonavir und zwei NRTIs im Vergleich zu 75% unter Behandlung mit Atazanavir in Kombination mit Ritonavir und zwei NRTIs.
11 Patienten (13%) in der Gruppe mit ungeboostetem Atazanavir und 6 Patienten (7%) in der Gruppe mit geboostetem Atazanavir hatten einen virologischen Durchbruch. 4 Patienten in der Gruppe mit ungeboostetem Atazanavir und 2 Patienten in der Gruppe mit geboostetem Atazanavir hatten eine HIV-RNA >500 Kopien/ml während der Erhaltungsphase. Kein Patient in beiden Gruppen zeigte eine Resistenzentstehung gegenüber Proteaseinhibitoren. Die M184V-Substitution in der reversen Transkriptase, die Resistenz auf Lamivudin und Emtricitabin erzeugt, wurde bei 2 Patienten in der Gruppe mit ungeboostetem Atazanavir und bei 1 Patienten in der Gruppe mit geboostetem Atazanavir nachgewiesen.
In der Gruppe mit ungeboostetem Atazanavir kam es zu weniger Behandlungsabbrüchen (1 gegenüber 4 Patienten in der Gruppe unter Behandlung mit geboostetem Atazanavir). In der Gruppe mit ungeboostetem Atazanavir wurde weniger Hyperbilirubinämie und Ikterus im Vergleich zur Gruppe mit geboostetem Atazanavir beobachtet (18 bzw. 28 Patienten).
Die Atazanavir Exposition, bestimmt durch Cmin, war unter 400 mg Atazanavir ohne Ritonavir bis zu 90% tiefer als unter Atazanavir/Ritonavir 300/100 mg.
Siehe auch "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" .
Pädiatrische Patienten
Die Bewertung der Pharmakokinetik, Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Atazanavir basiert auf Daten einer multizentrischen, offenen klinischen Studie (PACTG 1020 A), die bei Patienten im Alter von 3 Monaten bis 21 Jahren durchgeführt wurde. Insgesamt erhielten in dieser Studie 182 pädiatrische Patienten (81 ohne antiretrovirale Vorbehandlung und 101 mit antiretroviraler Vorbehandlung) 1× tägl. Atazanavir (Kapseln oder Pulver), mit oder ohne Ritonavir, in Kombination mit 2 NRTIs.
Die klinischen Daten aus dieser Studie sind nicht geeignet, um die Anwendung von Atazanavir (mit oder ohne Ritonavir) bei Kindern <6 Jahren zu empfehlen.
Die Daten zur Wirksamkeit bei 41 pädiatrischen Patienten (6 Jahre bis <18 Jahre) unter Behandlung mit Atazanavir und Ritonavir sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Bei pädiatrischen Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung betrug die durchschnittliche CD4-Zellzahl (baseline) 344 Zellen/mm3 (Bereich: 2-800 Zellen/mm3) und die durchschnittliche HIV-RNA (baseline) 4,67 log10 Kopien/ml (Bereich: 3,70-5,00 log10 Kopien/ml). Bei antiretroviral vorbehandelten pädiatrischen Patienten betrug die durchschnittliche CD4-Zellzahl (baseline) 522 Zellen/mm3 (Bereich: 100-1157 Zellen/mm3) und die durchschnittliche HIV-RNA (baseline) 4,09 log10 Kopien/ml (Bereich: 3,28 bis 5,00 log10 Kopien/ml).
Ergebnisse der Studie PACTG 1020 A nach 48 Wochen:

Parameter                Pädiatrische Patienten (6 Jahre bis   Pädiatrische Patienten (6 Jahre bis
                         <18 Jahre) ohne antiretrovirale       <18 Jahre) mit antiretroviraler
                         Vorbehandlung Atazanavir              Vorbehandlung Atazanavir
                         Kapseln/Ritonavir (300 mg/100 mg 1×   Kapseln/Ritonavir (300 mg/100 mg 1×
                         tägl.) n = 16                         tägl.) n = 25
HIV-RNA <50 Kopien/ml,
%a
alle Patienten           81 (13/16)                            24 (6/25)
HIV-RNA <400 Kopien/ml,
 %a
alle Patienten           88 (14/16)                            32 (8/25)
CD4 Zellzahl, durchschn  Zellen/mm3                            Zellen/mm3
ittliche Veränderung                                           
gegenüber Baseline                                             
alle Patienten           293 (n = 14 b)                        229 (n = 14 b)
HIV-RNA <50 Kopien/ml    %                                     %
selektierte PI-Substitu                                        
tionen, baseline c, d                                          
(evaluierbare Responder                                        
)                                                              
0-2                      ---                                   27 (4/15)
3                        ---                                   ---
≥4                       ---                                   0 (0/13)

 
a "Intent-to-Treat" -Analyse: fehlende Werte = Therapieversager
b Anzahl evaluierbare Patienten
c Primäre (major) PI-Mutationen: L24I, D30N, V32I, L33F, M46IL, I47AV, G48V, I50LV, F53LY, I54ALMSTV, L76V, V82AFLST, I84V, N88DS, L90M.
Sekundäre (minor) PI-Mutationen: L10CFIRV, V11I, E35G, K43T, Q58E, A71ILTV, G73ACST, T74P, N83D, L89V.
d einschliesslich Patienten mit Resistenzen zu Studienbeginn
Es liegen nur limitierte Daten zu Kindern vor. Diese Informationen lassen darauf schliessen, dass Atazanavir in Kombination mit Ritonavir bei vorbehandelten Kindern möglicherweise auch bei sehr wenigen (<3) PI-Resistenzmutationen unwirksam ist.
Schwangerschaft/Neugeborene
Schwangerschaft: In einer klinischen Studie (AI 424-182) wurden 41 Patientinnen während des 2. oder 3. Trimesters der Schwangerschaft mit Atazanavir/Ritonavir (300/100 mg oder 400/100 mg) und Zidovudin/Lamivudin behandelt. Von den 39 Frauen, welche die Studie beendeten, wurde bei 38 Patientinnen eine HIV-RNA <50 Kopien/ml zum Zeitpunkt der Geburt gemessen. Bei 6 von 20 Patientinnen (30%) unter Behandlung mit Atazanavir/Ritonavir 300/100 mg und bei 13 von 21 Patientinnen (62%) unter Behandlung mit Atazanavir/Ritonavir 400/100 mg wurde eine Hyperbilirubinämie Grad 3-4 festgestellt. Laktatazidose wurde in dieser Studie nicht beobachtet.
Neugeborene: Die HIV-1-DNA-Testresultate waren bei 40 Kindern zum Zeitpunkt der Geburt und/oder während der ersten 6 Monate nach der Geburt negativ. Alle 40 Kinder erhielten prophylaktisch eine antiretrovirale Therapie mit Zidovudin. Bei 3 von 20 Kindern (15%), deren Mütter Atazanavir/Ritonavir 300/100 mg erhielten und bei 4 von 20 Kindern (20%), deren Mütter Atazanavir/Ritonavir 400/100 mg erhielten, wurde eine Hyperbilirubinämie Grad 3-4 festgestellt. Es zeigten sich keine Hinweise auf pathologischen Ikterus.
6 der 40 Kinder in dieser Studie erhielten eine Phototherapie während maximal 4 Tagen. Über Kernikterus bei Neugeborenen wurde nicht berichtet.

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