InteraktionenGleichzeitige Verabreichung von Dacomitinib mit CYP2D6-Inhibitoren
Die gleichzeitige Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 45 mg Dacomitinib führte unter Anwesenheit von Paroxetin (30 mg), einem potenten CYP2D6-Inhibitor, zu einer um 37% erhöhten Dacomitinib-Exposition (Gesamtfläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve - area under the concentration-time curve [AUC]). Es ist unwahrscheinlich, dass die Veränderung der Dacomitinib-Disposition aufgrund der gleichzeitigen Verabreichung von Paroxetin klinisch relevant ist. Eine Dosisanpassung von Dacomitinib ist bei gleichzeitiger Verabreichung eines CYP2D6-Inhibitors nicht erforderlich.
Gleichzeitige Verabreichung von Dacomitinib mit CYP-Induktoren
Zur gleichzeitigen Verabreichung von Dacomitinib mit CYP-Induktoren liegen keine ausreichenden Daten vor. Eine verringerte Wirksamkeit kann in solchen Fällen nicht ausgeschlossen werden.
Gleichzeitige Verabreichung von Dacomitinib mit CYP2D6-Substraten
Bei gleichzeitiger Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 45 mg Dacomitinib wurde die Exposition (AUClast und Cmax) von Dextromethorphan, einem CYP2D6-Prüfsubstrat, im Vergleich zur alleinigen Gabe von Dextromethorphan um 855% bzw. 874% erhöht. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Dacomitinib die Exposition anderer Arzneimittel erhöhen (oder die Exposition gegenüber aktiven Metaboliten verringern) kann, die vorwiegend durch CYP2D6 metabolisiert werden. Die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite (wie zum Beispiel Procainamid*, Pimozid* und Thioridazin*), welche in hohem Masse vom CYP2D6 Metabolismus abhängig sind, sollte vermieden werden (* in der Schweiz nicht zugelassen). Arzneimittel mit aktiven, über CYP2D6 gebildeten Metaboliten, wie beispielsweise Codein und Tramadol, sollten durch ein alternatives Arzneimittel derselben therapeutischen Klasse ersetzt werden, da deren Exposition bei gleichzeitiger Gabe von Dacomitinib möglicherweise unterhalb der therapeutischen Grenze liegen kann. Es wird zudem empfohlen, verstärkte oder verringerte Arzneimittelwirkungen klinisch zu überwachen.
Gleichzeitige Verabreichung von Dacomitinib mit Substanzen, die den pH-Wert im Magen erhöhen
Die Wasserlöslichkeit von Dacomitinib ist pH-abhängig, wobei ein geringerer pH-Wert (azid) zu einer höheren Löslichkeit führt. Die Daten einer Studie an gesunden Probanden legen nahe, dass die gleichzeitige Verabreichung einer Einzeldosis von 45 mg Dacomitinib mit Mehrfachdosen von 40 mg des PPI Rabeprazol einmal täglich die Cmax und AUC0-96 (AUC vom Zeitpunkt 0 bis 96 h) von Dacomitinib gegenüber der alleinigen Verabreichung einer Einzeldosis von 45 mg Dacomitinib um etwa 51% bzw. 39% verringert. PPI sollten während der Behandlung mit Dacomitinib vermieden werden.
Basierend auf den Daten aus der Beobachtung von 8 Patienten in Studie A7471001, konnte kein offensichtlicher Effekt einer lokalen Antazida-Verabreichung auf Cmax und AUCinf von Dacomitinib festgestellt werden. Basierend auf gepoolten Daten von 11 klinischen Studien mit Dacomitinib bei Krebspatienten konnte kein offensichtlicher Effekt von Histamin-2 (H2)-Rezeptor-Antagonisten auf die Steady State Tal-Konzentration von Dacomitinib festgestellt werden (geometric mean ratio von 86% [90% CI: 73, 101]). Bei Bedarf können lokale Antazida und H2-Rezeptor-Antagonisten eingesetzt werden. Bei der Anwendung eines H2-Rezeptor-Antagonisten sollte Dacomitinib mindestens 6 h vor oder 10 h nach der Einnahme des H2-Rezeptor-Antagonisten eingenommen werden.
Wirkung von Dacomitinib und O-Desmethyl-Dacomitinib auf CYP-Enzyme
In-vitro haben Dacomitinib und sein Metabolit O-Desmethyl-Dacomitinib in klinisch relevanten Konzentrationen ein geringes Potenzial zur Hemmung von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder CYP3A4/5, aber sie können möglicherweise die Aktivität von CYP2D6 hemmen. In-vitro hat Dacomitinib in klinisch relevanten Konzentrationen ein geringes Potenzial zur Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4.
Wirkung von Dacomitinib auf Arzneimittel-Transporter
In-vitro hat Dacomitinib in klinisch relevanten Konzentrationen ein geringes Potenzial zur Hemmung der Arzneimittel-Transporter Pgp (systemisch), der organischen Anionentransporter (OAT)1 und OAT3, des organischen Kationentransporters (OCT)2, der organischen anionentransportierenden Polypeptide (OATP)1B1 und OATP1B3, sowie der Gallensalz Export Pumpe (BSEP), kann aber möglicherweise Pgp (im Magen-Darm-Trakt [GI]), BCRP (systemisch und GI-Trakt) und OCT1 hemmen.
Wirkung von Dacomitinib auf UGT-Enzyme
In-vitro hat Dacomitinib in klinisch relevanten Konzentrationen ein geringes Potenzial zur Hemmung von Uridindiphosphatglukuronyltransferase (UGT)1A4, UGT1A6, UGT1A9, UGT2B7 und UGT2B15, kann jedoch UGT1A1 hemmen.
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