Dosierung/AnwendungAllgemein
Patientenauswahl
Solide Tumoren
Für die Auswahl von Patienten mit NTRK-Fusion-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Tumor ist ein validierter Assay erforderlich. Der NTRK-Fusion-positive Status sollte vor Beginn der Therapie mit Rozlytrek festgestellt werden.
NSCLC
Für die Auswahl von erwachsenen Patienten mit ROS1-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC ist ein validierter Assay erforderlich. Der ROS1-positive Status sollte vor Beginn der Therapie mit Rozlytrek festgestellt werden.
Empfohlene Dosierung
Erwachsene
Die empfohlene Dosis von Rozlytrek bei Erwachsenen beträgt einmal täglich 600 mg oral (siehe "Pharmakokinetik" ).
Pädiatrische Patienten
Die empfohlene Dosis von Rozlytrek bei pädiatrischen Patienten im Alter von 12 Jahren und älter, die in der Lage sind, Kapseln zu schlucken, beträgt einmal täglich 300 mg/m2 Körperoberfläche (Body Surface Area, BSA) oral (siehe Tabelle 1) (siehe "Pharmakokinetik" ).
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung bei pädiatrischen Patienten
Körperoberfläche (Body Surface Area, BSA) Einmal tägliche Dosis
0,81-1,10 m2 300 mg
1,11-1,50 m2 400 mg
≥1,51 m2 600 mg
Therapiedauer
Es wird empfohlen, Patienten bis zum Fortschreiten der Krankheit oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität mit Rozlytrek zu behandeln.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Die Behandlung unerwünschter Ereignisse kann, je nach Einschätzung der Sicherheit des Patienten oder der Verträglichkeit, durch den verschreibenden Arzt bzw. die verschreibende Ärztin eine vorübergehende Unterbrechung, Dosisreduktion oder ein Absetzen der Behandlung mit Rozlytrek erfordern.
Erwachsene
Bei Erwachsenen kann die Dosis von Rozlytrek je nach Verträglichkeit bis zu zweimal reduziert werden. Tabelle 2 enthält Empfehlungen zur Dosisreduktion bei erwachsenen Patienten. Die Behandlung mit Rozlytrek sollte dauerhaft abgesetzt werden, wenn der Patient eine einmal tägliche Dosis von 200 mg nicht verträgt.
Tabelle 2: Dosisreduzierungsplan für erwachsene Patienten
Dosisreduzierungsplan Dosismenge
Anfangsdosis 600 mg einmal täglich
Erste Dosisreduktion 400 mg einmal täglich
Zweite Dosisreduktion 200 mg einmal täglich
Pädiatrische Patienten
Tabelle 3 enthält spezielle Empfehlungen zur Dosisreduktion bei pädiatrischen Patienten. Bei pädiatrischen Patienten kann die Dosis von Rozlytrek je nach Verträglichkeit bis zu zweimal reduziert werden.
Bei manchen Patienten ist ein intermittierendes Dosierungsschema erforderlich, um die empfohlene reduzierte wöchentliche pädiatrische Gesamtdosis zu erreichen. Die Behandlung mit Rozlytrek sollte dauerhaft abgesetzt werden, wenn der Patient die niedrigste reduzierte Dosis nicht verträgt.
Tabelle 3: Dosisreduzierungsplan für pädiatrische Patienten
Massnahme BSA von 0,81 m2 bis BSA von 1,11 m2 bis BSA ≥1,51 m2 (einmal
1,10 m2 1,50 m2 (einmal täglich) täglich)
Empfohlene Anfangsdosis 300 mg 400 mg 600 mg
Erste Dosisreduktion 200 mg 300 mg 400 mg
Zweite Dosisreduktion 100 mg 200 mg für 5 Tage pro 200 mg
Woche*
* 5 Tage pro Woche: Montag,
Mittwoch, Freitag, Samstag
und Sonntag
Dosisanpassungen bei speziellen unerwünschten Wirkungen
In Tabelle 4 sind Empfehlungen zur Anpassung der Dosis von Rozlytrek bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten bei Auftreten von speziellen unerwünschten Wirkungen aufgeführt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Unerwünschte Wirkungen" ).
Tabelle 4: Empfohlene Dosisanpassungen bei Auftreten von speziellen unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten
Unerwünschte Arzneim Schweregrad* Dosisanpassung
ittelwirkung
Anämie oder Neutrope Grad 3 oder Grad 4 Die Gabe von Rozlytrek unterbrechen,
nie bis eine Verbesserung bis auf ≤ Grad
2 oder bis zum Anfangswert
eingetreten ist, danach die
Behandlung in derselben Dosisstufe
fortsetzen oder, sofern klinisch
erforderlich, um 1 Dosisstufe
reduzieren.
Kognitionsstörungen Grad ≥2 Die Gabe von Rozlytrek unterbrechen,
bis eine Verbesserung bis auf ≤ Grad
1 oder bis zum Anfangsbefundeingetrete
n ist, danach die Behandlung mit
einer um 1 Stufe reduzierten Dosis
fortsetzen. Wenn das Ereignis erneut
auftritt, die Dosis noch einmal um 1
Stufe reduzieren. Bei länger
anhaltenden, schweren oder nicht
tolerierbaren Ereignissen die
Behandlung, soweit klinisch
angemessen, absetzen.
Stauungsinsuffizienz Grad 2 oder 3 Die Gabe von Rozlytrek unterbrechen,
bis eine Verbesserung bis auf ≤ Grad
1 eingetreten ist, danach die
Behandlung mit einer reduzierten
Dosis fortsetzen
Grad 4 Rozlytrek bis zum Abklingen
mindestens auf Grad 1 absetzen.
Danach, soweit klinisch angemessen,
die Behandlung mit einer reduzierten
Dosis fortsetzen oder absetzen.
Hyperurikämie Symptomatisch oder Grad 4 Uratsenkende Medikation einleiten.
Rozlytrek bis zur Verbesserung der
Werte oder Symptome absetzen.
Rozlytrek-Therapie in derselben oder
in geringerer Dosierung fortsetzen.
Verlängerung des QTc 481 bis 500 ms Die Gabe von Rozlytrek unterbrechen,
QT-Intervalls bis eine Verbesserung bis zum
Anfangswert eingetreten ist, danach
die Behandlung in derselben
Dosisstufe fortsetzen.
QTc über 500 ms Die Gabe von Rozlytrek unterbrechen,
bis eine Verbesserung des QTc
Intervalls zum Anfangswert
eingetreten ist, danach die
Behandlung mit derselben Dosisstufe
fortsetzten falls die Faktoren der
QT Verlängerung identifiziert und
korrigiert wurden oder die
Behandlung mit einer um 1 Stufe
reduzierten Dosis fortsetzen falls
die Faktoren der QT Verlängerung
nicht identifiziert wurden.
Grad 4 (Torsade de Rozlytrek ist dauerhaft abzusetzen.
pointes, schwere
Arrhythmien, polymor
phe ventrikuläre
Tachykardie)
Hepatotoxizität Grad 3 Rozlytrek bis zum Abklingen auf Grad
1 oder auf den Ausgangswert absetzen.
In derselben Dosierung fortsetzen,
falls Hepatotoxizität innert 4 Wochen
abklingt. Dauerhaft absetzen, falls
die unerwünschte Wirkung nicht innert
4 Wochen abklingt. In geringerer
Dosierung fortsetzen, falls
wiederholt Ereignisse mit Grad 3
auftreten, die innert 4 Wochen
abklingen.
Grad 4 Rozlytrek bis zum Abklingen auf Grad
1 oder zum Ausgangswert absetzen. In
geringerer Dosierung fortsetzen,
falls Hepatotoxizität innert 4
Wochen abklingt. Dauerhaft absetzen,
falls die unerwünschte Wirkung nicht
innert 4 Wochen abklingt. Dauerhaft
absetzen, falls wiederholt
Ereignisse mit Grad 4 auftreten.
ALT oder AST mehr Rozlytrek dauerhaft absetzen.
als das Dreifache
des oberen Grenzwert
s des Normbereichs
(ULN), Gesamtbilirub
in Erhöhung um mehr
als das 2-Fache des
ULN (in Abwesenheit
von Cholestase und
Hämolyse).
Sehstörungen Grad 2 oder darüber Rozlytrek absetzen, bis Verbesserung
oder Stabilisierung eintritt. In
derselben oder in geringerer
Dosierung fortsetzen, je nach
klinischer Einschätzung.
Andere klinisch Grad 3 oder 4 Rozlytrek absetzen, bis die
relevante unerwünsch unerwünschte Reaktion abgeklungen
te Wirkungen ist, oder sich auf Grad 1 verbessert
hat. In derselben oder geringerer
Dosierung fortsetzen, falls die
unerwünschte Wirkung innerhalb von 4
Wochen abklingt. Dauerhaft absetzen,
falls die unerwünschte Wirkung nicht
innerhalb von 4 Wochen abklingt.
Dauerhaft absetzen, falls wiederholt
Ereignisse mit Grad 4 auftreten.
* Schwere definiert
nach den allgemeinen
Kriterien zur
Terminologie für
unerwünschte Ereigni
sse des National
Cancer Institute
(National Cancer
Institute Common
Terminology Criteria
for Adverse Events,
NCI CTCAE)
Dosisanpassungen bei speziellen Arzneimittelinteraktionen
Gleichzeitig angewendete starke oder mittelstarke CYP3A-Inhibitoren:
Erwachsene und Kinder von 12 Jahren und älter und einen BSA grösser als oder gleich 1.50 m2
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder mittelstarken CYP3A-Inhibitoren und von Rozlytrek erhöht die Wirkstoffspiegel von Entrectinib und sollte vermieden werden. Wenn die gleichzeitige Anwendung starker oder mittelstarker CYP3A-Inhibitoren nicht vermieden werden kann, sollte die Dosis von Rozlytrek bei Anwendung mit starken CYP3A-Inhibitoren auf einmal täglich 100 mg und bei Anwendung mit mittelstarken CYP3A-Inhibitoren auf einmal täglich 200 mg reduziert werden.
Nach dem Absetzen der begleitend angewendeten starken oder mittelstarken CYP3A-Inhibitoren für 3 bis 5 Eliminations-Halbwertszeiten kann wieder die Rozlytrek-Dosis gegeben werden, die vor Beginn der Anwendung des starken bzw. mittelstarken CYP3A-Inhibitors eingenommen wurde (siehe "Interaktionen" ).
Pädiatrische Patienten von 12 Jahren und älter mit einem BSA von weniger als 1.5 m2
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder mittelstarken CYP3A-Inhibitoren ist zu vermeiden (siehe "Interaktionen" ).
Die Gabe von Grapefruit-haltigen Produkten, da diese CYP3A Inhibitoren enthalten, sollte während der Anwendung von Rozlytrek vermieden werden.
Gleichzeitig angewendete CYP3A-Induktoren:
Die gleichzeitige Anwendung von Rozlytrek und CYP3A-Induktoren bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten führt zu einer Verringerung der Entrectinib Spiegel und ist zu vermeiden (siehe "Interaktionen" ).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Ausgehend von einer Studie bei Patienten mit Leberfunktionsstörung sind bei Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe "Pharmakokinetik: Kinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Ausgehend von der Analyse der populationsbasierten Pharmakokinetik ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rozlytrek bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wurden nicht untersucht.
Ältere Patienten
Es wurden keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen Patienten ≥65 Jahren und jüngeren Patienten festgestellt. Bei Patienten ≥65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (Siehe "Pharmakokinetik: Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Kinder und Jugendliche
Die Dosierung für die Patienten basiert auf der Körperoberfläche (mg/m2), wobei die maximale Tagesdosis 600 mg beträgt (siehe Tabelle 1 bzgl. der Dosierung bei pädiatrischen Patienten).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rozlytrek wurden bei pädiatrischen Patienten und jungen Erwachsenen untersucht (siehe "Unerwünschte Wirkungen" und "Eigenschaften/Wirkungen" ). Da die Daten zur populationsbasierten Pharmakokinetik eine ähnliche Arzneimittelexposition bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ≥12 Jahren zeigen (siehe "Eigenschaften/Wirkungen: Klinische Studien" und "Pharmakokinetik: Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen" ), spricht darüber hinaus die Extrapolation von Evidenz aus klinischen Studien bei Erwachsenen auf die pädiatrische Population für die Anwendung von Rozlytrek bei pädiatrischen Patienten. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten < 12 Jahren ist nicht untersucht, derzeit vorliegende Daten sind in der Rubrik "Klinische Wirksamkeit" beschrieben.
Rozlytrek war bei pädiatrischen Patienten im Vergleich zu erwachsenen Patienten mit einer höheren Inzidenz von Skelettfrakturen assoziiert. Siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" sowie "Unerwünschte Wirkungen" , "Klinische Wirksamkeit" .
Genotyp/Genetische Polymorphismen
Bei Patienten unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe "Pharmakokinetik: Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Verspätete Dosisgabe
Wenn eine geplante Dosis von Rozlytrek ausgelassen wird, kann diese Dosis nachgeholt werden, es sei denn, die nächste Dosis ist innerhalb von 12 Stunden fällig. Falls es unmittelbar nach der Einnahme von Rozlytrek zu Erbrechen kommt, kann die betreffende Dosis wiederholt werden.
Art der Anwendung
Rozlytrek-Hartkapseln können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Sie sind ganz zu schlucken und dürfen nicht geöffnet oder aufgelöst werden.
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