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Fachinformation zu Columvi®:Roche Pharma (Schweiz) AG
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Dosierung/Anwendung

Allgemein
Columvi darf nur unter Aufsicht einer medizinischen Fachperson, die für die Anwendung von Krebstherapien qualifiziert ist, und in einer medizinischen Einrichtung mit sofortigem Zugang zu medizinischer Unterstützung zur Behandlung schwerer Reaktionen wie dem Zytokinfreisetzungssyndrom (ZFS) und von neurologischen Toxizitäten inklusive Immuneffektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) angewendet werden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Überwachung
-Patienten müssen während der Infusion der Titrations-Dosis 1 (2,5 mg an Tag 8 Zyklus 1) und in den 24 Stunden danach stationär überwacht werden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
-Patienten, bei denen während der Titrations-Dosis 1 ein ZFS jeglichen Grades auftrat, müssen während der Infusion der Titrations-Dosis 2 (10 mg an Tag 15 Zyklus 1) und in den 24 Stunden danach stationär überwacht werden. Ein ZFS kann bei Gabe der Titrations-Dosis 2 auch bei Patienten auftreten, bei denen bei der Titrations-Dosis 1 kein ZFS aufgetreten ist (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
-Bei nachfolgenden Dosen (30 mg am Tag 1 vom Zyklus 2 oder folgende Zyklen) müssen Patienten, bei denen bei der vorgängigen Infusion ein ZFS Grad ≥2 auftrat, während der jeweils nächsten Infusion von Columvi und in den 24 Stunden danach stationär überwacht werden.
Darüber hinaus sollen Patienten während bis zu 7 Tagen nach der Verabreichung von Columvi täglich auf Anzeichen und Symptome eines ZFS, sowie neurologischer und anderer Toxizitäten überwacht werden (siehe "Dosierung/Anwendung - Massnahmen bei unerwünschten Wirkungen" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Zusätzlich sind die Patienten anzuweisen, sich in diesem Zeitraum in der Nähe eines Behandlungszentrums aufzuhalten. Eine allfällige weitergehende Überwachung erfolgt im Ermessen der Ärztin bzw. des Arztes.
Alle Patienten sind über das Risiko, die Anzeichen und die Symptome eines ZFS zu informieren und anzuweisen, sofort die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt zu kontaktieren, wenn sie Anzeichen und Symptome eines ZFS bemerken.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Vorbehandlung mit Obinutuzumab
Alle Patienten müssen an Tag 1 von Zyklus 1 (7 Tage vor Einleitung der Behandlung mit Columvi) eine Einzeldosis von 1000 mg Obinutuzumab erhalten (siehe Tabelle 2 und "Verspätete oder ausgelassene Dosen" ). Dies dient der Depletion der B-Zellen im Blutkreislauf und im lymphoiden Gewebe. Die Empfehlungen zur Vorbehandlung mit Obinutuzumab beruhen auf nicht-klinischen Daten und es liegen keine Daten vor für Columvi ohne Obinutuzumab-Vorbehandlung.
Obinutuzumab ist intravenös mit 50 mg/Stunde zu infundieren. Die Infusionsrate kann alle 30 Minuten um jeweils 50 mg/Stunde bis auf maximal 400 mg/Stunde gesteigert werden.
Es ist auch die vollständige Fachinformation von Obinutuzumab zu beachten.
Prämedikation und Prophylaxe-Medikation
Prophylaxe gegen das Zytokinfreisetzungssyndrom
Vor der Anwendung von Columvi sollte eine gute Hydratation der Patienten sichergestellt sein. Tabelle 1 enthält Angaben zur Prämedikation zur Reduzierung des ZFS-Risikos (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Tabelle 1: Prämedikation vor der Infusion von Columvi

       Behandlungszyklus (Tag)       Patienten, bei        Prämedikation           Anwendung
                              denen Prämedikation                           
                              erforderlich ist                              
Zyklus 1 (Tag 8, Tag 15);     Alle Patienten        Intravenöses Dexametha  Abschluss mindestens
Zyklus 2 (Tag 1); Zyklus 3                          son 20 mgb              1 Stunde vor der
(Tag 1)                                                                     Infusion von Columvi.
Orales Paracetamol 500 mg –   Mindestens 30
1000 mg                       Minuten vor der
                              Infusion von Columvi
                              .
Antihistaminikuma
Alle anschliessenden          Alle Patienten        Orales Paracetamol      Mindestens 30 Minuten
Infusionen                                          500 mg – 1000 mg        vor der Infusion von
                                                                            Columvi.
Antihistaminikuma
Patienten, bei denen nach     Intravenöses Dexamet  Abschluss mindestens
einer vorgängigen Dosis ein   hason 20 mgb          1 Stunde vor der
ZFS aufgetreten ist                                 Infusion von Columvi.

a Zum Beispiel 50 mg Diphenhydramin.
b Wenn Dexamethason nicht verfügbar ist, intravenös 100 mg Prednison, 100 mg Prednisolon oder 80 mg Methylprednisolon geben.
Infektionsprophylaxe
Antivirale Prophylaxe
Zur Verringerung des Infektionsrisikos ist eine Prophylaxe empfohlen.
Eine Prophylaxe sollte für Patienten mit erhöhtem Risiko erwogen werden gegen Cytomegalie, Herpes und andere opportunistische Infektionen (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PJP)
Bei Patienten mit erhöhtem Risiko ist vor Beginn der Anwendung von Columvi eine PJP-Prophylaxe zu erwägen (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Tumorlysesyndrom-Prophylaxe
Bei Patienten, bei denen das Risiko eines Tumorlysesyndroms besteht, ist vor Beginn der Anwendung von Columvi eine Prophylaxe mit Antihyperurikämika erforderlich. Darüber hinaus ist ein ausreichender Flüssigkeitsstatus sicherzustellen, und die Patienten sind soweit erforderlich zu überwachen (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Empfohlene Dosierung
Die Behandlung mit Columvi beginnt mit einem Titrationsschema.
Titrationsschema von Columvi
Columvi wird nach Abschluss der Vorbehandlung mit Obinutuzumab an Tag 1 Zyklus 1 im Rahmen eines Titrationsschemas als intravenöse Infusion gegeben, bis die empfohlene Dosierung von 30 mg erreicht ist (siehe Tabelle 2). Jeder Zyklus dauert 21 Tage.
Tabelle 2: Titrationsschema von Columvi als Monotherapie bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL

      Behandlungszyklus, Taga  Columvi-Dosis             Infusionsdauer
Zyklus 1                 Tag 1                     Obinutuzumabb
Tag 8                    Titrationsdosis 1 2,5 mg  4 Stundenc
Tag 15                   Titrationsdosis 2 10 mg
Zyklus 2                 Tag 1                     30 mg
Zyklus 3 bis 12          Tag 1                     30 mg           2 Stundend

a Jeder Behandlungszyklus dauert 21 Tage.
b Siehe Vorbehandlung mit Obinutuzumab oben.
c Bei Patienten, bei denen im Rahmen der vorgängigen Dosis von Columvi ein ZFS aufgetreten ist, kann die Dauer der Infusion auf bis zu 8 Stunden ausgedehnt werden (siehe Tabelle 4 und Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
d Wenn bei einer Patientin/einem Patienten im Rahmen der vorgängigen Dosis ein ZFS aufgetreten ist, sollte eine Infusionsdauer von 4 Stunden beibehalten werden.
Behandlungsdauer
Columvi sollte bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität, für maximal 12 Zyklen (inklusive Zyklus 1 des Titrationsschemas) verabreicht werden.
Verspätete oder ausgelassene Dosen
Tabelle 3: Empfehlungen zur Fortsetzung von Columvi nach verspäteter Dosierung

           Letzte angewendete    Zeit seit der letzten angewendeten Dosis                Vorgehensweise bei
Dosis                                                                         der nächsten Dosis/den
                                                                               nächsten Dosena
Obinutuzumab-Vorbeha  ≤2 Wochen                                               -Gabe der 2,5-mg-Dosis
ndlung (Zyklus 1                                                               von Columvi (Zyklus
Tag 1)                                                                        1 Tag 8)b, dann mit
                                                                              dem vorgesehenen
                                                                              Behandlungsplan
                                                                              fortfahren.
> 2 Wochen            -Vorbehandlung mit 1'000 mg Obinutuzumab (Zyklus 1
                      Tag 1) wiederholen. -Dann Gabe der 2,5-mg-Dosis von
                      Columvi (Zyklus 1 Tag 8)b und mit dem vorgesehenen
                      Behandlungsplan fortfahren.
Columvi 2,5 mg        ≤2 Wochen                                               -Gabe der 10-mg-Dosis
(Zyklus 1 Tag 8)                                                              von Columvi (Zyklus 1
                                                                              Tag 15)c, dann mit
                                                                              dem vorgesehenen
                                                                              Behandlungsplan
                                                                              fortfahren.
> 2 bis ≤4 Wochen     -Gabe der 2,5-mg-Dosis von Columvi (Zyklus 1 Tag 8)b
                      wiederholen. -Dann Gabe der 10-mg-Dosis von Columvi
                      (Zyklus 1 Tag 15)c und mit dem vorgesehenen
                      Behandlungsplan fortfahren.
> 4 Wochen            -Vorbehandlung mit 1'000 mg Obinutuzumab (Zyklus 1
                      Tag 1) und Gabe der 2,5-mg-Dosis von Columvi (Zyklus
                      1 Tag 8)b wiederholen. -Dann Gabe der 10-mg-Dosis von
                      Columvi (Zyklus 1 Tag 15)c und mit dem vorgesehenen
                      Behandlungsplan fortfahren.
Columvi 10 mg         ≤2 Wochen                                               -Gabe der 30-mg-Dosis
(Zyklus 1 Tag 15)                                                             von Columvi (Zyklus 2
                                                                              Tag 1), dann mit dem
                                                                              vorgesehenen Behandlun
                                                                              gsplan fortfahren.
> 2 bis ≤6 Wochen     -Gabe der 10-mg-Dosis von Columvi (Zyklus 1 Tag 15)c
                      wiederholen. -Dann Gabe der 30-mg-Dosis von Columvi
                      (Zyklus 2 Tag 1) und mit dem vorgesehenen
                      Behandlungsplan fortfahren.
> 6 Wochen            -Vorbehandlung mit 1'000 mg Obinutuzumab (Zyklus 1
                      Tag 1), Gabe der 2,5-mg-Dosis von Columvi (Zyklus 1
                      Tag 8)b und Gabe der 10-mg-Dosis von Columvi (Zyklus
                      1 Tag 15)c wiederholen. -Dann Gabe der 30-mg-Dosis
                      von Columvi (Zyklus 2 Tag 1) und mit dem vorgesehenen
                      Behandlungsplan fortfahren.
Columvi 30 mg (ab     ≤6 Wochen                                               -Gabe der 30-mg-Dosis
Zyklus 2)                                                                     von Columvi, dann mit
                                                                              dem vorgesehenen
                                                                              Behandlungsplan
                                                                              fortfahren.
> 6 Wochen            -Das in Tabelle 2 beschriebene Zyklus-1-Regime
                      wiederholen: Vorbehandlung mit 1'000 mg Obinutuzumab
                      (Tag 1), 2,5-mg-Dosis von Columvi (Tag 8)b und
                      10-mg-Dosis von Columvi (Tag 15)c. -Dann Gabe der
                      30-mg-Dosis von Columvi (Tag 1 des nächsten Zyklus)
                      und mit dem vorgesehenen Behandlungsplan fortfahren.

a Vorbehandlung nach Tabelle 1 bei allen Patienten durchführen.
b Die Patienten sollten sich während der Infusion der 2,5-mg-Dosis und in den 24 Stunden danach im Spital befinden.
c Die Patienten sollten sich während der Infusion der 10-mg-Dosis und in den 24 Stunden danach im Spital befinden, wenn bei Gabe der letzten 2,5-mg-Dosis ein ZFS auftrat.
Eine Dosisreduktion von Columvi wird nicht empfohlen.
Massnahmen bei unerwünschten Wirkungen
Behandlung eines Zytokinfreisetzungssyndroms
Ein Zytokinfreisetzungssyndrom ist anhand des klinischen Bildes zu identifizieren (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Die Patienten sind auf andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie (beispielsweise Infektionen oder Sepsis) zu untersuchen. Bei Vermutung eines ZFS, sind die Patienten gemäss den Empfehlungen in Tabelle 4 und darüber hinaus gemäss den geltenden Praxisleitlinien zu behandeln. Wenn das ZFS gegenüber der jeweiligen Behandlung refraktär ist, sind andere Ursachen, beispielsweise eine hämophagozytische Lymphohistiozytose in Betracht zu ziehen.
Tabelle 4: ZFS-Schweregrade und Behandlungsempfehlungen

     Grada                   ZFS-Behandlung                       Massnahmen bei der nächsten
                                                             geplanten Infusion von Columvi
Grad 1 Fieber ≥ 38 °C   Bei Auftreten eines ZFS während      -Vor der nächsten Infusion sollten
                        der Infusion: -Infusion              die Symptome seit mindestens 72
                        unterbrechen und Symptome            Stunden abgeklungen sein*
                        behandeln -Infusion nach Abklingen   -Verlangsamung der Infusionsgeschwind
                        der Symptome in einer langsameren    igkeit erwägenb
                        Geschwindigkeit fortsetzen -Bei      
                        erneutem Auftreten von Symptomen     
                        die aktuelle Infusion beenden        
                        Bei Auftreten eines ZFS nach der     
                        Infusion: -Symptome behandeln        
                        Bei Anhalten des ZFS für mehr als    
                        48 Stunden nach der symptomatischen  
                         Behandlung: -Das ZFS gemäss den     
                        geltenden Praxisleitlinien           
                        behandeln                            
Grad 2 Fieber ≥ 38 °C   Bei Auftreten eines ZFS während      -Vor der nächsten Infusion sollten
und/oder Hypotonie,     der Infusion: -Aktuelle Infusion     die Symptome seit mindestens 72
die keine Vasopressore  abbrechen und Symptome behandeln     Stunden abgeklungen sein*
n erfordert, und/oder   -Das ZFS gemäss den geltenden        -Verlangsamung der Infusionsgeschwind
Hypoxie, die Low-Flow-  Praxisleitlinien behandeln   Bei     igkeit erwägenb -Bei der nächsten
Sauerstoffc durch       Auftreten eines ZFS nach der         Infusion sollte über mindestens 24
eine Nasenkanüle oder   Infusion: -Symptome behandeln -Das   Stunden eine stationäre Überwachung
Blow-by erfordert       ZFS gemäss den geltenden             erfolgen (siehe Rubrik "Dosierung/Anw
                        Praxisleitlinien behandeln           endung, Überwachung" ) -Die
                                                             Prämedikation, soweit angemessen,
                                                             maximierend -Bei wiederkehrendem
                                                             Auftreten von ZFS Grad 2 sind
                                                             Massnahmen gemäss ZFS Grad 3 zu
                                                             befolgen
Grad 3 Fieber ≥ 38 °C   Bei Auftreten eines ZFS während      -Vor der nächsten Infusion sollten
und/oder Hypotonie,     der Infusion: -Aktuelle Infusion     die Symptome seit mindestens 72
welche die Gabe eines   abbrechen und Symptome behandeln     Stunden abgeklungen sein*
Vasopressors (mit       -Das ZFS gemäss den geltenden        -Verlangsamung der Infusionsgeschwind
oder ohne Vasopressin)  Praxisleitlinien behandeln   Bei     igkeit erwägenb -Bei der nächsten
 erfordert, und/oder    Auftreten eines ZFS nach der         Infusion sollte über mindestens 24
Hypoxie, die High-Flow  Infusion: -Symptome behandeln -Das   Stunden eine stationäre Überwachung
-Sauerstoffe durch      ZFS gemäss den geltenden             erfolgen (siehe Rubrik "Dosierung/Anw
eine Nasenkanüle,       Praxisleitlinien behandeln           endung, Überwachung" ) -Die
eine Gesichtsmaske,                                          Prämedikation, soweit angemessen,
eine Hochkonzentration                                       maximierend -Bei Auftreten eines ZFS
smaske (Non-Rebreather                                       Grad ≥ 3 bei einer anschliessenden
-Maske) oder eine                                            Infusion die Infusion sofort beenden
Venturi-Maske erforder                                       und Columvi dauerhaft absetzen
t                                                            
Grad 4 Fieber ≥ 38 °C   Bei Auftreten eines ZFS während
und/oder Hypotonie,     oder nach einer Infusion: -Columvi
welche die Gabe         dauerhaft absetzen und die
mehrerer Vasopressoren  Symptome behandeln -Das ZFS gemäss
 (ausser Vasopressin)   den geltenden Praxisleitlinien
erfordert, und/oder     behandeln
Hypoxie, die eine       
Sauerstoffzufuhr        
unter Überdruck         
erfordert (z.B. CPAP,   
BiPAP, Intubation und   
mechanische Beatmung)   

a Einstufungskriterien nach den Konsensempfehlungen der American Society for Transplantation and Cellular Therapy (ASTCT).
b Die Dauer der Infusion kann auf bis zu 8 Stunden verlängert werden, sofern dies in dem jeweiligen Zyklus geeignet ist (siehe Tabelle 2).
c Low-Flow-Sauerstoff ist definiert als Zufuhr von < 6 l Sauerstoff/Minute.
d Siehe Tabelle 1 für zusätzliche Informationen.
e High-Flow-Sauerstoff ist definiert als Zufuhr von ≥6 l Sauerstoff/Minute.
* Siehe Tabelle 3 (Empfehlungen zur Fortsetzung von Columvi nach verspäteter Dosierung).
Neurologische Toxizitäten und ICANS
Bei den ersten Anzeichen einer neurologischen Toxizität, einschliesslich ICANS, müssen ausgehend von der Art und Schwere der Neurotoxizität eine neurologische Untersuchung und ein Aussetzen der Anwendung von Columvi in Betracht gezogen werden. Andere Ursachen für neurologische Symptome müssen ausgeschlossen werden. Bei schweren oder lebensbedrohlichen neurologischen Toxizitäten sind eine intensivmedizinische Versorgung und eine unterstützende Behandlung erforderlich (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Neurologische Ereignisse" ). Die Empfehlungen gemäss Tabelle 5 sind bezüglich den zu treffenden Massnahmen zu berücksichtigen.
Tabelle 5: Empfehlungen zur Behandlung neurologischer Ereignisse (einschliesslich ICANS)

     Unerwünschte Wirkung  Schwere1, 2                                               Massnahmen
Neurologische         Grad 1                                                    -Behandlung mit
Nebenwirkung1                                                                   Columvi fortsetzen
(einschliesslich                                                                und die Symptome
ICANS2) (siehe                                                                  der neurologischen
Rubrik "Warnhinweise                                                            Nebenwirkung überwac
 und Vorsichtsmassna                                                            hen.   -Bei Auftrete
hmen" )                                                                         n eines ICANS
                                                                                dieses nach den
                                                                                aktuellen Praxisleit
                                                                                linien behandeln.
Grad 2                -Behandlung mit Columvi aussetzen, bis Symptome der
                      neurologischen Nebenwirkung bis auf Grad 1 oder
                      Ausgangszustand zurückgegangen sind.3, 4 -Supportive
                      Therapiemassnahmen durchführen und neurologische
                      Beurteilung erwägen. -Bei Auftreten eines ICANS dieses
                      nach den aktuellen Praxisleitlinien behandeln.
Grad 3                -Behandlung mit Columvi aussetzen, bis Symptome der
                      neurologischen Nebenwirkung für eine Dauer von
                      mindestens 7 Tagen bis auf Grad 1 oder den
                      Ausgangszustand zurückgegangen sind.4, 5 -Bei
                      neurologischen Nebenwirkungen Grad 3, die länger als 7
                      Tage bestehen bleiben, ein dauerhaftes Absetzen von
                      Columvi erwägen. -Im Falle eines Wiederauftretens
                      Columvi dauerhaft absetzen. -Supportive
                      Therapiemassnahmen durchführen und neurologische
                      Beurteilung erwägen.   -Bei Auftreten eines ICANS
                      dieses nach den aktuellen Praxisleitlinien behandeln.
Grad 4                -Columvi dauerhaft absetzen. -Supportive
                      Therapiemassnahmen durchführen, gegebenenfalls mit
                      intensivmedizinischer Versorgung, und neurologische
                      Beurteilung erwägen.   -Bei Auftreten eines ICANS
                      dieses nach den aktuellen Praxisleitlinien behandeln.

1 Basierend auf den National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events (NCI CTCAE), Version 4.03.
2 Basierend auf dem ICANS-Einstufungssystem gemäss ASTCT 2019.
3 Die Art der neurologischen Nebenwirkung berücksichtigen, bevor die Entscheidung getroffen wird, Columvi auszusetzen.
4 Siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" bezüglich der Fortsetzung der Behandlung mit Columvi nach Verspätung der Dosierung.
5 Vor der Fortsetzung der Behandlung mit Columvi das Nutzen-Risiko-Verhältnis beurteilen.
Andere unerwünschte Wirkungen
Tabelle 6: Empfehlungen zur Behandlung anderer unerwünschter Wirkungen

       Unerwünschte Wirkung  Schwere1                                            Massnahmen
1                                                                         
Infektionen [siehe    Grad 1 – 4                                          -Columvi bei Patienten
Rubrik "Warnhinweise                                                      mit aktiver Infektion
 und Vorsichtsmassna                                                      aussetzen, bis die
hmen" ]                                                                   Infektion abgeklungen
                                                                          ist.2 -Bei Grad 4 ein
                                                                          dauerhaftes Absetzen von
                                                                          Columvi erwägen.
Hyperprogression      Grad 1                                              -Auf Anzeichen und
(Tumor-Flare-Reaktio                                                      Symptome einer Kompression
n) [siehe Rubrik                                                           oder Obstruktion
"Warnhinweise und                                                         aufgrund eines Raumforderu
Vorsichtsmassnahmen"                                                      ngseffekts als Folge der
 ]                                                                        Hyperprogression
                                                                          überwachen.
Grad 2 – 4            -Auf Anzeichen und Symptome einer Kompression
                      oder Obstruktion aufgrund eines
                      Raumforderungseffekts als Folge der
                      Hyperprogression überwachen und eine geeignete
                      Behandlung mit einem Antihistaminikum und
                      Kortikosteroiden einleiten. -Columvi aussetzen,
                      bis die Hyperprogression abgeklungen ist.2
Neutropenie           Absolute Neutrophilenzahl unter 0,5 × 109/l         -Columvi aussetzen, bis
                                                                          die absolute Neutrophilenz
                                                                          ahl mindestens 0,5 ×
                                                                          109/l beträgt.2
Thrombozytopenie      Thrombozytenzahl unter 50 × 109/l                   -Columvi aussetzen, bis
                                                                          die Thrombozytenzahl
                                                                          mindestens 50 × 109/l
                                                                          beträgt.2
Sonstige unerwünscht  Grad 3 oder höher                                   -Columvi bis zum
e Wirkungen [siehe                                                        Abklingen der Toxizität
Rubrik "Unerwünschte                                                      bis auf Grad 1 oder
 Wirkungen" ]                                                             Baseline aussetzen.2

1 Basierend auf den NCI CTCAE, Version 4.03.
2 Siehe Tabelle 3 (Empfehlungen zur Fortsetzung von Columvi nach verspäteter Dosierung).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > Obergrenze des Normalbereichs [ULN] bis ≤1,5 × ULN oder Aspartattransaminase [AST] > ULN) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es sind mit Columvi keine speziellen Studien bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung durchgeführt worden (siehe die Rubriken "Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen" und "Pharmakokinetik, Kinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (CrCL 30 bis < 90 ml/min) ist keine Anpassung der Dosis von Columvi erforderlich. Bei Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion sind keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Columvi durchgeführt worden (siehe die Rubriken "Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen" und "Pharmakokinetik, Kinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Ältere Patienten
Es wurden keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit von Columvi zwischen Patienten ≥65 Jahren und solchen unter 65 Jahren festgestellt. Bei Patienten ≥65 Jahren ist keine Anpassung der Dosis von Columvi erforderlich (siehe die Rubriken "Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen" und "Pharmakokinetik, Kinetik bei speziellen Patientengruppen" ).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Columvi bei pädiatrischen Patienten wurde nicht untersucht.
Vorbereitung und Anwendung von Columvi
Vorbereitung
Columvi muss vor der intravenösen Gabe von einer medizinischen Fachperson unter aseptischen Bedingungen verdünnt werden (siehe Rubrik "Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung" ).
Anwendung
-Columvi ist als intravenöse Infusion über eine eigene Infusionsleitung unter Verwendung einer Pumpe für intravenöse Infusionen oder einer Spritzenpumpe über einen Zeitraum von maximal 8 Stunden zu verabreichen.
-Columvi darf nicht als schnelle i.v. Injektion oder Bolus gegeben werden.
-Columvi darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
-Sobald der Columvi-Infusionsbeutel oder die Spritze leer ist, stellen Sie sicher, dass die gesamte Columvi-Dosis verabreicht wird, indem Sie die Infusionsleitung mit 0,9-%iger oder 0,45-%iger Natriumchloridlösung in derselben Infusionsgeschwindigkeit spülen, bis die empfohlene Infusionsdauer erreicht ist (siehe Tabelle 2).

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