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Fachinformation zu MINJUVI®:Incyte Biosciences International Sàrl
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Dosierung/Anwendung

MINJUVI muss von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden, das Erfahrung in der Behandlung von Krebspatienten hat.
Prämedikation
Eine Prämedikation zur Verringerung des Risikos von infusionsbedingten Reaktionen sollte 30 Minuten bis 2 Stunden vor der MINJUVI-Infusion verabreicht werden. Bei Patienten, bei denen während der ersten 3 Infusionen keine infusionsbedingten Reaktionen auftreten, ist die Prämedikation bei nachfolgenden Infusionen optional.
Die Prämedikation kann Antipyretika (z.B. Paracetamol), Histamin-H1-Rezeptorenblocker (z.B. Diphenhydramin), Histamin-H2-Rezeptorenblocker (z.B. Cimetidin) oder Glukokortikosteroide (z.B. Methylprednisolon) umfassen.
Behandlung infusionsbedingter Reaktionen
Wenn eine infusionsbedingte Reaktion auftritt (Grad 2 und höher), ist die Infusion zu unterbrechen. Darüber hinaus ist eine angemessene medizinische Behandlung der Symptome durch die Verabreichung eines Antihistaminikums und/oder Paracetamol oder Methylprednisolon (oder einem Äquivalent) und, falls erforderlich, anderer Medikamente (z.B. Epinephrin, Bronchodilatator) einzuleiten. Nach dem Abklingen oder der Verringerung der Anzeichen und Symptome auf Grad 1 kann die MINJUVI-Infusion mit reduzierter Infusionsgeschwindigkeit wieder aufgenommen werden. Im Falle einer infusionsbedingten Reaktion vom Grad 4 sollte die Infusion sofort gestoppt und die Behandlung mit MINJUVI dauerhaft abgebrochen werden (siehe Tabelle 1).
Wenn bei einem Patienten eine infusionsbedingte Reaktion von Grad 1 bis 3 aufgetreten ist, sollte vor den nachfolgenden MINJUVI-Infusionen eine Prämedikation verabreicht werden.
Übliche Dosierung
Empfohlene Dosis für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL)
Die empfohlene Dosis beträgt 12 mg MINJUVI pro kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse Infusion gemäss dem folgenden Zeitplan. Jeder Zyklus dauert 28 Tage.
-Zyklus 1: Verabreichung der Infusion an Tag 1, 4, 8, 15 und 22 des Zyklus.
-Zyklen 2 und 3: Verabreichung der Infusion an Tag 1, 8, 15 und 22 jedes Zyklus.
-Zyklus 4 bis zur Krankheitsprogression: Verabreichung der Infusion an Tag 1 und 15 jedes Zyklus.
Zusätzlich sollten Patienten Lenalidomid in der empfohlenen Initialdosis von 25 mg täglich an den Tagen 1 bis 21 jedes 28-tägigen Zyklus einnehmen. Die Initialdosis und die nachfolgenden Dosen können gemäss der Fachinformation von Lenalidomid angepasst werden.
Empfohlene Dosis für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) nach mindestens einer vorherigen systemischen Behandlungslinie
Die empfohlene Dosis beträgt 12 mg MINJUVI pro kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse Infusion gemäss dem folgenden Dosierungsschema. Jeder Zyklus dauert 28 Tage.
-Zyklen 1 bis 3: Verabreichung der Infusion an den Tagen 1, 8, 15 und 22 jedes Zyklus.
-Zyklen 4 bis 12: Verabreichung der Infusion an den Tagen 1 und 15 jedes Zyklus.
MINJUVI wird in Kombination mit Lenalidomid 20 mg (Tage 1 bis 21 der Zyklen 1 bis 12) und Rituximab 375 mg/m² (Zyklen 1 bis 5) verabreicht (siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" ). Bitte beachten Sie die Fachinformationen zu Rituximab und Lenalidomid für die entsprechenden Dosierungsempfehlungen, insbesondere jene zu Lenalidomid bei Patientinnen und Patienten mit Niereninsuffizienz.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Therapiedauer
Für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) wird MINJUVI in Kombination mit Lenalidomid für bis zu zwölf Zyklen von je 28 Tagen verabreicht.
Nach maximal zwölf Zyklen der Kombinationstherapie ist die Behandlung mit Lenalidomid zu beenden und die MINJUVI-Infusionen als Einzelwirkstoff an den Tagen 1 und 15 jedes 28-tägigen Zyklus fortzusetzen, bis Krankheitsprogression oder inakzeptable Toxizität auftritt.
Für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) wird MINJUVI in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab verabreicht, die Kombinationstherapie umfasst bis zu zwölf Zyklen mit MINJUVI und Lenalidomid sowie fünf Zyklen mit Rituximab.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Tabelle 1 zeigt die Dosisanpassungen von MINJUVI im Fall von unerwünschten Wirkungen. Dosisanpassungen für Lenalidomid entnehmen Sie bitte auch der Fachinformation von Lenalidomid.
Tabelle 1: Dosisanpassungen im Fall von unerwünschten Wirkungen

Unerwünschte Wirkung  Schweregrad                              Anpassung der Dosierung
Reaktionen im         Grad 2 (mittelschwer)                    -Die MINJUVI-Infusion sofort
Zusammenhang mit                                               unterbrechen und Anzeichen und
einer Infusion                                                 Symptome behandeln. -Sobald die
[Siehe Warnhinweise                                            Anzeichen und Symptome abgeklungen
und Vorsichtsmassnah                                           sind oder sich auf Grad 1 verringert
men]                                                           haben, die MINJUVI-Infusion bei
                                                               einer Infusionsrate von nicht mehr
                                                               als 50 % der Rate, bei der die
                                                               Reaktion aufgetreten ist,
                                                               fortsetzen. Wenn bei dem Patienten
                                                               keine weitere Reaktion innerhalb von
                                                               1 Stunde auftritt und die
                                                               Vitalzeichen stabil sind, kann die
                                                               Infusionsrate alle 30 Minuten je
                                                               nach Verträglichkeit bis zu der Rate
                                                               erhöht werden, bei der die Reaktion
                                                               aufgetreten ist.
Grad 3 (schwer)       -Die MINJUVI-Infusion sofort
                      unterbrechen und Anzeichen und
                      Symptome behandeln. -Sobald die
                      Anzeichen und Symptome abgeklungen
                      sind oder sich auf Grad 1 verringert
                      haben, die MINJUVI-Infusion bei einer
                      Infusionsrate von nicht mehr als 25 %
                      der Rate, bei der die Reaktion
                      aufgetreten ist, fortsetzen. Wenn bei
                      dem Patienten keine weitere Reaktion
                      innerhalb von 1 Stunde auftritt und
                      die Vitalzeichen stabil sind, kann die
                      Infusionsrate alle 30 Minuten je nach
                      Verträglichkeit bis zu maximal 50 %
                      der Rate erhöht werden, bei der die
                      Reaktion aufgetreten ist. -Wenn nach
                      Reexposition die Reaktion erneut
                      auftritt, ist die Infusion sofort zu
                      beenden.
Grad 4 (lebensbedroh  -Die Infusion sofort beenden und
lich)                 MINJUVI dauerhaft absetzen.
Myelosuppression      Thrombozytenzahl geringer als 50'000/µl  -MINJUVI und Lenalidomid aussetzen
[siehe Warnhinweise                                            und das grosse Blutbild wöchentlich
und Vorsichtsmassnah                                           überwachen, bis die Thrombozytenzahl
men]                                                           50'000/µl oder höher beträgt.
                                                               -MINJUVI in der gleichen Dosis und
                                                               Lenalidomid in einer geringeren
                                                               Dosis wieder aufnehmen, wenn die
                                                               Thrombozytenzahl wieder ≥50'000/μl
                                                               beträgt. Entnehmen Sie Dosisanpassung
                                                               en der Fachinformation von
                                                               Lenalidomid.
Neutrophilenzahl      -MINJUVI und Lenalidomid aussetzen und
geringer als 1000/µl  das grosse Blutbild wöchentlich
 für mindestens 7     überwachen, bis die Neutrophilenzahl
Tage ODER Neutrophil  1000/µl oder höher beträgt. -MINJUVI
enzahl geringer als   in der gleichen Dosis und Lenalidomid
1000/µl mit einem     in einer geringeren Dosis wieder
Anstieg der Körperte  aufnehmen, wenn die Neutrophilenzahl
mperatur auf 38 °C    wieder ≥1000/μl beträgt. Entnehmen Sie
oder höher ODER       Dosisanpassungen der Fachinformation
Neutrophilenzahl      von Lenalidomid.
geringer als 500/µl   

 
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Die Auswirkung einer Leberfunktionsstörung wurden nicht formal in spezifischen klinischen Studien untersucht; es wurden jedoch keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Tafasitamab bei leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin ≤ normale Obergrenze [upper limit of normal, ULN] und Aspartataminotransferase [AST] > ULN, oder Gesamtbilirubin 1- bis 1,5-fache ULN und jegliche AST) beobachtet. Die Auswirkung einer mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > 1,5-fache ULN und jegliche AST) ist unbekannt.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Die Auswirkung einer Nierenfunktionsstörung wurden nicht formal in spezifischen klinischen Studien untersucht; es wurden jedoch keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Tafasitamab bei leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [creatinine clearance, CrCL] ≥30 und < 90 ml/min, geschätzt mittels Cockcroft-Gault-Formel) beobachtet. Die Auswirkung einer schweren Nierenfunktionsstörung oder terminalen Niereninsuffizienz (CrCL < 30 ml/min) ist unbekannt.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten (≥65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Von 81 Patienten, die in der L-MIND-Studie behandelt wurden, waren 56 (69 %) der Patienten > 65 Jahre alt. Bei Patienten > 65 Jahre lag eine zahlenmässig höhere Inzidenz von schwerwiegenden behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (treatment emergent adverse events, TEAEs) (55 %) vor, als bei Patienten ≤65 Jahre (44 %). Unter den 274 Patienten mit follikulärem Lymphom (FL), die in der inMIND-Studie mit Tafasitamab behandelt wurden, waren 50 % 65 Jahre oder älter und 20 % 75 Jahre oder älter.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von MINJUVI bei Kindern im Alter unter 18 Jahren ist nicht gezeigt. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
MINJUVI ist zur intravenösen Anwendung nach Rekonstitution und Verdünnung bestimmt.
-Bei der ersten Infusion von Zyklus 1 sollte die intravenöse Infusionsrate während der ersten 30 Minuten 70 ml/h betragen. Danach sollte die Rate erhöht werden, um die erste Infusion innerhalb eines Zeitraums von 2,5 Stunden abzuschliessen.
-Alle nachfolgenden Infusionen sollten innerhalb eines Zeitraums von 1,5 bis 2 Stunden verabreicht werden.
-MINJUVI darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln über dieselbe Infusionsleitung verabreicht werden.
MINJUVI darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion verabreicht werden.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung.

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