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Information for professionals for Haldol®:Janssen-Cilag AG
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Haloperidol.
Hilfsstoffe
Injektionslösung: Milchsäure, Wasser für Injektionszwecke.
Tabletten zu 1 mg: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Saccharose, Talk, gehärtetes Baumwollsamenöl (aus gentechnisch veränderten Baumwollsamen hergestellt).
Tabletten zu 10 mg: Maisstärke, Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Calciumstearat, Color.: E 104.
Tropfen zu 2 mg/ml: Milchsäure, Conserv.: E 218, gereinigtes Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: Haloperidolum 5 mg pro 1 ml.
Tabletten zu 1 mg (weiss, rund, bikonvex, mit Kreuzbruchrille*, mit einseitigem Aufdruck «JANSSEN»): Haloperidolum 1 mg.
Tabletten zu 10 mg (gelb, rund, bikonvex, mit Bruchrille*, mit Aufdruck «JANSSEN» auf einer Seite und «H/10» auf der anderen Seite): Haloperidolum 10 mg.
Tropfen zu 2 mg/ml (klar, farblos): Haloperidolum 2 mg pro 1 ml corresp. 20 guttae.
* Die Bruchrillen auf den Tabletten sollen das Brechen der Tabletten und damit das Schlucken erleichtern; sie dienen nicht dazu, die Tablette in exakt gleiche Dosen zu teilen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Haloperidol orale Darreichungsformen
Erwachsene Patienten ab 18 Jahren
·Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung.
·Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben.
·Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit Bipolar-I-Störung.
·Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände bei psychotischer Störung oder manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung.
·Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung.
·Behandlung von Tics einschliesslich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Patienten nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien.
·Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind.
Pädiatrische Patienten
Behandlung von:
·Schizophrenie bei Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren, wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind.
·Schwerer persistierender Aggression bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind.
·Tics einschliesslich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien.
Haloperidol Injektion
Erwachsene Patienten ab 18 Jahren
·Schnelle Kontrolle schwerer akuter psychomotorischer Erregungszustände bei psychotischer Störung oder manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung, wenn eine orale Therapie nicht geeignet ist.
·Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben.
·Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind und eine orale Therapie nicht geeignet ist.
·Mono- oder Kombinationsprophylaxe bei Patienten mit mässigem bis hohem Risiko für postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind.
·Kombinationsbehandlung bei postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind.

Dosierung/Anwendung

Es wird eine niedrige Anfangsdosis empfohlen, die schrittweise an das Ansprechen des Patienten angepasst werden kann. Patienten müssen immer auf die niedrigste wirksame Dosis eingestellt sein (siehe Pharmakokinetik).
Haldol Tabletten und Tropfen sind zur peroralen Anwendung bestimmt.
Haldol Tropfen können mit Wasser gemischt werden, um die Einnahme einer Dosis zu erleichtern, dürfen jedoch nicht mit anderen Flüssigkeiten gemischt werden. Die verdünnte Lösung muss sofort eingenommen werden.
Die Haldol Injektionslösung ist nur zur intramuskulären Anwendung bestimmt (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Kardiovaskuläre Wirkungen und Hinweise zur Anwendung und Handhabung).
Erwachsene – Haloperidol orale Darreichungsformen
Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung
·2 bis 10 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen. Bei der ersten schizophrenen Episode sprechen die Patienten normalerweise auf 2 bis 4 mg/Tag an, während Patienten mit mehrfachen schizophrenen Episoden unter Umständen Tagesdosen bis zu 10 mg benötigen.
·Die Dosis kann in Intervallen von 1 bis 7 Tagen angepasst werden.
·Tagesdosen über 10 mg haben bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit gezeigt und können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen. Wenn Tagesdosen über 10 mg erwogen werden, sollte das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis bewertet werden.
·Die Höchstdosis beträgt 20 mg/Tag, da die Sicherheitsbedenken den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen überwiegen.
Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
·1 bis 10 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 bis 3 Dosen.
·Die Behandlung sollte mit der niedrigst möglichen Dosis begonnen werden. Wenn die Erregungszustände anhalten, sollte die Dosis schrittweise in 2- bis 4stündigen Intervallen bis zu einer maximalen Tagesdosis von 10 mg angepasst werden.
Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit Bipolar-I-Störung
·2 bis 10 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen.
·Die Dosis kann in Intervallen von 1 bis 3 Tagen angepasst werden.
·Tagesdosen über 10 mg haben bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit gezeigt und können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen. Wenn Tagesdosen über 10 mg erwogen werden, sollte das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis bewertet werden.
·Die Höchstdosis beträgt 15 mg/Tag, da die Sicherheitsbedenken den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen überwiegen.
·Die Weiterführung der Haldol-Therapie sollte in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilt werden.
Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände bei psychotischer Störung oder manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung
·5 bis 10 mg oral, wenn notwendig nach 12 Stunden wiederholen, bis zu einer maximalen Tagesdosis von 20 mg.
·Die Weiterführung der Haldol-Therapie sollte in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilt werden.
·Bei der Umstellung von intramuskulär injiziertem Haloperidol auf Haldol zum Einnehmen sollte mit einer 1:1 Dosis-Konversionsrate begonnen werden; danach erfolgt die Dosisanpassung gemäss dem klinischen Ansprechen.
Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
·0,5 bis 5 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen.
·Die Dosis kann in Intervallen von 1 bis 3 Tagen angepasst werden.
·Die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung ist nach spätestens 6 Wochen zu überprüfen.
Behandlung von Tics einschliesslich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Patienten nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
·0,5 bis 6 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen.
·Die Dosis kann in Intervallen von 1 bis 7 Tagen angepasst werden.
·Die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung ist alle 6 bis 12 Monate zu überprüfen.
Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
·2 bis 10 mg/Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen.
·Die Dosis kann in Intervallen von 1 bis 3 Tagen angepasst werden.
Erwachsene – Haloperidol Injektion
Schnelle Kontrolle schwerer akuter psychomotorischer Erregungszustände bei psychotischer Störung oder manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung, wenn eine orale Therapie nicht geeignet ist
·5 mg intramuskulär.
·Kann stündlich wiederholt werden, bis die Symptome zufriedenstellend kontrolliert sind.
·Bei den meisten Patienten sind Dosen bis zu 15 mg/Tag ausreichend. Die maximale Tagesdosis beträgt 20 mg.
·Die Weiterführung der Haldol-Therapie sollte in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilt werden.
·Die Behandlung mit Haloperidol muss abgebrochen werden, sobald dies klinisch angezeigt ist; falls eine weitere Therapie erforderlich ist, sollte mit Haloperidol zum Einnehmen mit einer Dosiskonversionsrate von 1:1 begonnen werden; danach erfolgt die Dosisanpassung gemäss dem klinischen Ansprechen.
Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
·1 bis 10 mg intramuskulär.
·Die Behandlung sollte mit der niedrigst möglichen Dosis begonnen werden. Wenn die Erregungszustände anhalten, sollte die Dosis schrittweise in 2- bis 4-stündigen Intervallen bis zu einer maximalen Tagesdosis von 10 mg angepasst werden.
Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind und eine orale Therapie nicht geeignet ist
·2 bis 5 mg intramuskulär.
·Kann stündlich wiederholt werden, bis die Symptome zufriedenstellend kontrolliert sind oder die maximale Tagesdosis von 10 mg erreicht ist.
Mono- oder Kombinationsprophylaxe bei Patienten mit mässigem bis hohem Risiko für postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
·1 bis 2 mg intramuskulär, bei Einleitung oder 30 Minuten vor Beendigung der Anästhesie.
Kombinationsbehandlung bei postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
·1 bis 2 mg intramuskulär.
Therapieabbruch
Bei Therapieabbruch wird ein allmähliches Absetzen empfohlen (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Therapieansprechen und -abbruch).
Versäumte Einnahme – orale Darreichungsformen von Haloperidol
Wenn der Patient die Einnahme vergisst, sollte die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt eingenommen werden. Es darf nicht die doppelte Dosis eingenommen werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Pädiatrie – orale Darreichungsformen von Haloperidol
Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren, wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind
·Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,5 bis 3 mg und wird bevorzugt auf mehrere Dosen aufgeteilt (2- bis 3mal täglich) oral gegeben.
·Es wird empfohlen, das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis zu bewerten, wenn Tagesdosen über 3 mg erwogen werden.
·Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt 5 mg oral verabreicht.
·Die Behandlungsdauer muss individuell ermittelt werden.
Behandlung einer schweren persistierenden Aggression bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind
·Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,5 bis 3 mg für Kinder von 6 bis 11 Jahren bzw. 0,5 bis 5 mg für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren und wird bevorzugt auf mehrere Dosen aufgeteilt (2- bis 3mal täglich) oral gegeben.
·Die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung ist nach 6 Wochen zu überprüfen.
Behandlung von Tics einschliesslich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
·Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,5 bis 3 mg und wird bevorzugt auf mehrere Dosen aufgeteilt (2- bis 3mal täglich) oral gegeben.
·Die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung ist alle 6 bis 12 Monate zu überprüfen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der oralen Darreichungsformen von Haloperidol bei Kindern unter dem in den Indikationen angegebenen Alter ist nicht erwiesen.
Pädiatrie – Haloperidol Injektion
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Haloperidol Injektionslösung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Ältere Patienten – orale Darreichungsformen von Haloperidol
In klinischen Studien mit oralem Haloperidol zur Behandlung von Tics einschliesslich Tourette-Syndrom waren Patienten im Alter von 65 Jahren und darüber nicht eingeschlossen.
Für ältere Patienten werden folgende Anfangsdosen von Haloperidol empfohlen:
·Behandlung von persistierender Erregung, Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung – 0,5 mg/Tag.
·Alle anderen Indikationen – die Hälfte der niedrigsten Erwachsenendosis.
Die Dosis von Haloperidol kann je nach Ansprechen des Patienten angepasst werden.
Die Höchstdosis ist die Hälfte der Erwachsenendosis. Höhere Dosen können aber bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen das individuelle Nutzen-Risiko-Profil erneut bewertet wurde und die höhere Dosen vertragen haben.
Ältere Patienten – Haloperidol Injektion
Für ältere Patienten wird als Anfangsdosis von Haloperidol die Hälfte der niedrigsten Erwachsenendosis empfohlen.
Weitere Dosen können je nach Ansprechen des Patienten verabreicht und angepasst werden. Die Höchstdosis ist die Hälfte der Erwachsenendosis. Höhere Dosen können aber bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen das individuelle Nutzen-Risiko-Profil erneut bewertet wurde und die höhere Dosen vertragen haben.
Niereninsuffizienz
Der Einfluss einer beeinträchtigten Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht beurteilt. Es wird keine Anpassung der Dosierung empfohlen, aber zur Vorsicht geraten, wenn Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion behandelt werden. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann allerdings eine niedrigere Anfangsdosis mit nachfolgenden Anpassungen in kleineren Schritten und längeren Intervallen als bei Patienten ohne eingeschränkte Nierenfunktion erforderlich sein (siehe Pharmakokinetik – Spezielle Patientengruppen: Niereninsuffizienz).
Leberinsuffizienz – orale Darreichungsformen von Haloperidol
Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht beurteilt. Da Haloperidol hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, wird empfohlen, die Startdosis zu halbieren und die Dosierung in kleineren Stufen und in längeren Abständen anzupassen als bei Patienten ohne Leberinsuffizienz (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Hepatobiliäre Störungen und Pharmakokinetik – Spezielle Patientengruppen: Leberinsuffizienz).
Leberinsuffizienz – Haloperidol Injektion
Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht beurteilt. Da Haloperidol hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, sollte die Anfangsdosis halbiert werden. Weitere Dosen können je nach Ansprechen des Patienten verabreicht und angepasst werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Hepatobiliäre Störungen und Pharmakokinetik – Spezielle Patientengruppen: Leberinsuffizienz).

Kontraindikationen

·Bekannte Überempfindlichkeit gegen Haloperidol oder einen der Inhaltsstoffe gemäss Zusammensetzung.
·Komatöser Zustand.
·Depression des zentralnervösen Systems durch Alkohol oder zentraldämpfende Arzneimittel.
·Parkinson-Syndrom.
·Demenz mit Lewy-Körperchen.
·Progressive supranukleäre Parese.
·Bekannte Verlängerung des QTc-Intervalls oder kongenitales Long-QT-Syndrom.
·Kürzlicher akuter Myokardinfarkt.
·Dekompensierte Herzinsuffizienz.
·Anamnestisch bekannte ventrikuläre Arrhythmie oder Torsade de pointes.
·Unkorrigierte Hypokaliämie.
·Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern (siehe Interaktionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mortalität
Bei psychiatrischen Patienten, die mit Haloperidol behandelt wurden, sind seltene Fälle von plötzlichem Tod gemeldet worden (siehe Unerwünschte Wirkungen).
Bei älteren Patienten mit demenzbedingter Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden, besteht ein erhöhtes Sterberisiko. Eine Analyse von 17 placebokontrollierten Studien (modale Dauer von 10 Wochen), überwiegend an Patienten unter atypischen Antipsychotika, hat gezeigt, dass das Sterberisiko bei den mit Verum behandelten Patienten um den Faktor 1,6 bis 1,7 höher lag als bei den Patienten unter Placebo. Im Verlauf einer typischen 10-wöchigen, kontrollierten Studie betrug die Todesrate bei den mit Verum behandelten Patienten etwa 4,5%, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6% in der Placebogruppe. Obwohl die Todesursachen verschiedenartig waren, schienen die meisten Todesfälle entweder auf kardiovaskulären Ursachen (z.B. Herzversagen, plötzlicher Tod) oder auf Infektionen (z.B. Pneumonie) zu beruhen. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit klassischen Antipsychotika ähnlich wie eine Therapie mit Atypika die Sterblichkeit erhöhen kann. Inwieweit die Befunde einer höheren Sterblichkeit in den Beobachtungsstudien auf das Antipsychotikum statt auf bestimmte Patientenmerkmale zurückzuführen sind, ist noch ungeklärt.
Kardiovaskuläre Wirkungen
Unter Haloperidol wurden zusätzlich zum plötzlichen Herztod QTc-Verlängerung und/oder ventrikuläre Arrhythmien beschrieben (siehe Kontraindikationen und Unerwünschte Wirkungen). Das Risiko für diese Ereignisse scheint bei hohen Dosen, hohen Plasmakonzentrationen, prädisponierten Patienten oder parenteraler (insbesondere intravenöser) Anwendung anzusteigen.
Haldol Injektionslösung ist nur zur intramuskulären Anwendung bestimmt. Wenn es dennoch intravenös angewendet wird, ist eine ständige EKG-Überwachung auf Verlängerung des QTc-Intervalls und ventrikuläre Arrhythmien erforderlich.
Bei Patienten mit Bradykardie, Herzerkrankungen, QTc-Verlängerung in der Familienanamnese oder schwerem Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten. Bei Patienten mit potenziell hohen Plasmakonzentrationen ist ebenfalls Vorsicht geboten (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen, Langsame CYP2D6-Metabolisierer).
Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn ein EKG durchzuführen. Während der Behandlung muss die Notwendigkeit einer EKG-Überwachung auf QTc-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmien für jeden Patienten beurteilt werden. Bei wiederholter intramuskulärer Verabreichung ist jedoch eine ständige EKG-Überwachung angezeigt. Bei einer Prophylaxe oder Behandlung von postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen wird empfohlen, bis zu 6 Stunden nach Verabreichung von Haldol Injektionslösung eine EKG-Überwachung durchzuführen.
Bei einer QTc-Verlängerung während der Behandlung wird eine Verringerung der Dosis empfohlen. Falls das QTc-Intervall jedoch auf über 500 ms ansteigt, muss Haloperidol abgesetzt werden.
Störungen des Elektrolythaushalts wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie erhöhen das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und müssen vor Beginn der Haloperidol-Behandlung korrigiert werden. Daher wird eine Kontrolle des Elektrolythaushalts vor Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung empfohlen.
Tachykardie und Hypotonie (einschliesslich orthostatischer Hypotonie) wurden ebenfalls beschrieben (siehe Unerwünschte Wirkungen). Vorsicht wird empfohlen, wenn Haloperidol bei Patienten mit klinisch manifester Hypotonie oder orthostatischer Hypotonie angewendet wird.
Zerebrovaskuläre Ereignisse
In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit Demenz war das Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse während der Anwendung von einigen atypischen Antipsychotika um etwa das 3-fache erhöht. Beobachtungsstudien zum Vergleich des Risikos für das Auftreten eines Schlaganfalls bei älteren Patienten über 65 Jahren zeigten, dass bei diesen Patienten unter der Behandlung mit Antipsychotika das Risiko für einen Schlaganfall erhöht war im Vergleich zu den Patienten, die keine Behandlung mit solchen Arzneimitteln erhalten hatten. Das erhöhte Risiko kann bei Patienten, die mit typischen Antipsychotika behandelt wurden (wie Butyrophenonen, einschliesslich Haloperidol), ausgeprägter sein.
Es ist nicht bekannt, welcher Mechanismus diesem erhöhten Risiko zugrunde liegt. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch bei anderen Patientengruppen ein erhöhtes Risiko besteht.
Haldol muss bei Patienten mit Schlaganfallrisikofaktoren mit Vorsicht und unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
Malignes neuroleptisches Syndrom
Wie auch andere Antipsychotika wurde Haldol mit dem malignen neuroleptischen Syndrom, einem potentiell lebensbedrohlichen Zustand, in Verbindung gebracht: einer seltenen idiosynkratischen Reaktion, die mit Hyperthermie, generalisierter Muskelsteifigkeit, autonomer Instabilität, Bewusstseinsveränderungen und erhöhten Serumkonzentrationen der Kreatinphosphokinase einhergeht. Hyperthermie ist häufig ein Frühzeichen dieses Syndroms. Die Antipsychotika-Therapie muss unverzüglich abgesetzt werden; ferner sind eine geeignete unterstützende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung des Patienten einzuleiten.
Spätdyskinesie
Wie bei allen Antipsychotika kann es bei manchen Patienten unter Langzeitbehandlung oder nach Absetzen des Arzneimittels zu einer Spätdyskinesie kommen. Das Syndrom äussert sich vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer. Diese Manifestationen können bei manchen Patienten irreversibel sein. Wenn die Behandlung wiederaufgenommen bzw. die Dosis erhöht wird oder wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum erfolgt, kann das Syndrom maskiert werden. Die Behandlung ist so schnell wie möglich abzusetzen.
Extrapyramidale Symptome
Wie bei allen Antipsychotika können extrapyramidale Symptome auftreten (z.B. Tremor, Rigidität, Hypersalivation, Bradykinesie, Akathisie, akute Dystonie).
Anticholinerg wirkende Anti-Parkinson-Mittel sollten im Bedarfsfall, aber nicht routinemässig als Prophylaxe verschrieben werden. Falls eine gleichzeitige Anti-Parkinson-Medikation erforderlich ist, muss diese gegebenenfalls nach Absetzen von Haldol beibehalten werden, sofern deren Exkretion schneller erfolgt als diejenige von Haloperidol, um ein Auftreten bzw. eine Verschlimmerung extrapyramidaler Symptome auszuschliessen. Ein möglicher Anstieg des Augeninnendrucks ist in Betracht zu ziehen, wenn Anticholinergika einschliesslich Anti-Parkinson-Mittel gemeinsam mit Haldol verabreicht werden.
Da Kinder bereits bei niedrigen Dosierungen Störungen des Bewegungsablaufs entwickeln, ist bei Kindern bis 12 Jahre, die mit Haldol behandelt werden, Vorsicht geboten.
Krampfanfälle/Konvulsionen
Haldol kann die Anfallsschwelle herabsetzen. Deshalb ist Vorsicht angezeigt bei Patienten, welche an Epilepsie leiden oder Zuständen, die Konvulsionen auslösen können (z.B. Alkoholentzug und Enzephalopathien).
Hepatobiliäre Störungen
Da Haloperidol hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, sind bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Dosisanpassungen vorzunehmen und die Anwendung muss mit Vorsicht erfolgen (siehe Dosierung/Anwendung – Spezielle Dosierungsanweisungen: Leberinsuffizienz und Pharmakokinetik – Spezielle Patientengruppen: Leberinsuffizienz). Es wurden vereinzelte Fälle von Leberfunktionsstörungen oder Hepatitis berichtet, die meist cholestatischer Natur waren (siehe Unerwünschte Wirkungen).
Störungen des endokrinen Systems
Thyroxin kann die Toxizität von Haloperidol begünstigen. Bei Patienten mit Hyperthyreose sollte eine Antipsychotika-Behandlung nur unter Vorsicht erfolgen und erfordert eine gleichzeitige thyreostatische Therapie.
In sehr seltenen Fällen wurde über Hypoglykämie und das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons berichtet (siehe Unerwünschte Wirkungen).
Wirkungen auf Prolaktin
Zu den hormonellen Wirkungen von neuroleptischen Antipsychotika zählt eine Hyperprolaktinämie, die wiederum eine Galaktorrhö, Gynäkomastie sowie eine Oligomenorrhö oder Amenorrhö herbeiführen kann. Nicht-klinische Studien haben darauf hingewiesen, dass das Zellwachstum bei Mamma-Tumoren beim Menschen durch Prolaktin stimuliert werden kann. Ein klarer Zusammenhang mit der Verabreichung von Antipsychotika wurde bisher in klinischen und epidemiologischen Studien nicht gezeigt. Vorsicht ist angezeigt bei Patienten mit entsprechender Anamnese. Haldol sollte bei Patienten mit vorbestehender Hyperprolaktinämie und bei Patienten mit möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren mit Vorsicht eingesetzt werden.
Venöse Thromboembolie
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Haldol identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.
Therapieansprechen und -abbruch
Schizophrene Patienten sprechen eventuell mit Verzögerung auf die antipsychotische Therapie an. Auch nach Absetzen der Antipsychotika treten die Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung unter Umständen erst nach mehreren Wochen oder Monaten wieder auf.
Sehr selten wurde von akuten Entzugssymptomen (einschliesslich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit) nach plötzlichem Absetzen von hochdosierten Antipsychotika berichtet. Als Vorsichtsmassnahme ist es ratsam, das Arzneimittel schrittweise abzusetzen.
Weitere Vorsichtsmassnahmen
Es gibt Hinweise, dass mit verminderter körperlicher Aktivität ein erhöhtes Thromboserisiko verbunden ist. Antipsychotika können über sedierende Effekte die körperliche Aktivität von Patienten vermindern. Die Patienten sollten deshalb speziell nach Zeichen einer venösen Thromboembolie befragt werden und angehalten werden sich körperlich zu bewegen.
Patienten mit Depressionen
Bei vorherrschend depressiven Zuständen sollen Haldol und andere Antipsychotika nicht als Monotherapie eingesetzt werden, sondern mit Antidepressiva kombiniert werden, wenn eine Kombination aus psychotischer und depressiver Symptomatik vorliegt (siehe Interaktionen).
Laktose
Die Tabletten zu 1 mg enthalten Laktose und sind daher für Patienten, welche eine Laktoseintoleranz, eine Galaktosämie oder eine Glukose/Galaktose Malabsorption haben, nicht geeignet.

Interaktionen

Kardiovaskuläre Wirkungen
Haldol ist in Kombination mit Arzneimitteln, die bekanntermassen das QTc-Intervall verlängern, kontraindiziert (siehe Kontraindikationen). Zu den Beispielen zählen:
·Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Disopyramid*, Chinidin*).
·Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron, Dofetilid*, Dronedaron, Ibutilid, Sotalol).
·Bestimmte Antidepressiva (z.B. Citalopram, Escitalopram).
·Bestimmte Antibiotika (z.B. Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Telithromycin*).
·Andere Antipsychotika (z.B. Phenothiazin-Derivate, Sertindol, Pimozid*, Ziprasidon*).
·Bestimmte Antimykotika (z.B. Pentamidin).
·Bestimmte Malariamittel (z.B. Halofantrin*).
·Bestimmte gastrointestinale Arzneimittel (z.B. Dolasetron*).
·Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Tumorerkrankungen (z.B. Toremifen*, Vandetanib).
·Bestimmte andere Arzneimittel (z.B. Bepridil*, Methadon).
* in der Schweiz nicht zugelassen.
Diese Liste ist nicht vollständig.
Es wird empfohlen, die begleitende Anwendung anderer Antipsychotika zu vermeiden.
Vorsicht ist geboten, wenn Haldol in Kombination mit Arzneimitteln angewendet wird, von denen bekannt ist, dass sie eine Störung des Elektrolythaushalts verursachen (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Kardiovaskuläre Wirkungen).
Arzneimittel, welche die Plasmakonzentrationen von Haloperidol erhöhen können
Bei der Verschreibung von Haloperidol mit Arzneimitteln mit bekannter QTc-Verlängerung ist Vorsicht geboten.
Haloperidol wird über mehrere Wege metabolisiert (siehe Pharmakokinetik – Metabolismus). Die Hauptwege sind Glucuronidierung und Ketonreduktion. Das Cytochrom-P450-Enzymsystem ist ebenfalls involviert, insbesondere CYP3A4 und in geringerem Umfang CYP2D6. Eine Hemmung dieser Metabolisierungswege durch ein anderes Arzneimittel oder eine reduzierte CYP2D6 Enzymaktivität (bei «Poor-Metabolizer») kann zu erhöhten Haloperidol-Konzentrationen führen. Die CYP3A4-Hemmung und die reduzierte CYP2D6-Enzymaktivität können additive Wirkung haben (siehe Pharmakokinetik – Metabolismus).
Ausgehend von begrenzten und mitunter widersprüchlichen Daten lag die durchschnittliche Erhöhung der Haloperidol-Plasmakonzentrationen bei gleichzeitiger Gabe eines CYP3A4- und/oder CYP2D6-Inhibitors im Bereich zwischen 20 und 40%, in einigen Fällen bei bis zu 100%.
Arzneimittel, die zu einer Erhöhung der Haloperidol-Plasmakonzentrationen führen können (ausgehend von der klinischen Erfahrung oder aufgrund des jeweiligen Mechanismus der Wirkstoffinteraktion), sind beispielsweise:
·CYP3A4-Inhibitoren – Alprazolam, Itraconazol, Ketoconazol und einige andere Azole, Nefazodon*, bestimmte Virustatika.
·CYP2D6-Inhibitoren – Chlorpromazin*, Promethazin*, Chinidin*, Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin* und einige andere Antidepressiva.
·Kombinierte CYP3A4- und CYP2D6-Inhibitoren – Fluoxetin, Fluvoxamin Ritonavir.
·Ungewisser Mechanismus – Buspiron*.
* in der Schweiz nicht zugelassen.
Diese Liste ist nicht vollständig.
Erhöhte Haloperidol-Plasmakonzentrationen können zu einem erhöhten Risiko unerwünschter Ereignisse führen, einschliesslich QTc-Intervall-Verlängerung (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Kardiovaskuläre Wirkungen).
Erhöhte QTc wurden beobachtet, wenn Haloperidol zusammen mit den metabolischen Hemmstoffen Ketoconazol (400 mg pro Tag) oder und Paroxetin (20 mg pro Tag) verabreicht wurde.
Es wird empfohlen, dass Patienten, die Haloperidol zusammen mit solchen Arzneimitteln anwenden, auf Anzeichen und Symptome verstärkter oder verlängerter pharmakologischer Wirkungen von Haloperidol überwacht werden und die Dosis von Haldol soweit erforderlich reduziert wird.
Natriumvalproat, ein bekannter Hemmstoff der Glucuronidierung, hat keinen Einfluss auf die Haloperidol-Plasmakonzentrationen.
Arzneimittel, welche die Plasmakonzentrationen von Haloperidol verringern können
Die gleichzeitige Anwendung von Haloperidol mit starken CYP3A4-Induktoren kann die Haloperidol-Plasmakonzentration schrittweise so weit vermindern, dass die Wirksamkeit reduziert sein kann. Zu den Beispielen (ausgehend von der klinischen Erfahrung oder aufgrund des jeweiligen Mechanismus der Wirkstoffinteraktion) zählen:
·Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut (Hypericum, perforatum).
Diese Liste ist nicht vollständig.
Eine Enzyminduktion wird eventuell nach einigen Behandlungstagen festgestellt. Eine maximale Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach ungefähr 2 Wochen beobachtet und bleibt dann nach Beendigung der Therapie mit dem Arzneimittel ebenso lange bestehen. Daher wird während einer Kombinationsbehandlung mit CYP3A4-Induktoren empfohlen, die Patienten zu überwachen und die Dosis von Haldol zu erhöhen oder das Dosierungsintervall anzupassen, soweit dies für erforderlich gehalten wird. Nach Absetzen des CYP3A4-Induktors kann sich die Konzentration von Haloperidol allmählich erhöhen, und daher kann es erforderlich sein, die Dosis von Haldol zu reduzieren oder das Dosierungsintervall anzupassen.
Wirkung von Haloperidol auf andere Arzneimittel
Haloperidol kann die Wirkung anderer zentral wirkender Substanzen einschliesslich Alkohol, Hypnotika, Sedativa oder starker Analgetika (insbesondere Opiate) verstärken. Auf die erhöhte Sedierung und unter Umständen auf das erhöhte Risiko einer Atemdepression ist bei der Kombination von Antipsychotika mit anderen zentralnervösdämpfenden Mitteln zu achten.
Zudem wurden unerwünschte ZNS- und psychische Effekte bei der Kombination mit Methyldopa beobachtet.
Haloperidol kann die Antiparkinson-Wirkung von Levodopa und anderen Dopaminagonisten abschwächen.
Haloperidol kann die Wirkung von Adrenalin und anderen Sympathomimetika antagonisieren und die blutdrucksenkenden Wirkungen von adrenerg blockierenden Substanzen wie Guanethidin umkehren.
Haloperidol ist ein CYP2D6-Inhibitor und kann die Metabolisierung von trizyklischen Antidepressiva hemmen, wodurch deren Plasmaspiegel ansteigen. Dies kann eine erhöhte Toxizität von trizyklischen Antidepressiva zur Folge haben (anticholinerge Wirkungen, kardiovaskuläre Toxizität, Erniedrigung der Anfallsschwelle).
Andere Wechselwirkungen
In seltenen Fällen wurde während einer Kombinationstherapie mit Lithium über die folgenden Symptome berichtet:
Enzephalopathie, extrapyramidale Symptome, tardive Dyskinesien, malignes neuroleptisches Syndrom, Hirnstammsymptome, akutes Hirnstammsyndrom und Koma. Die meisten dieser Symptome waren reversibel. Trotzdem muss bei Patienten, die gleichzeitig mit Haldol und Lithium therapiert werden, die Behandlung sofort abgebrochen werden, sobald solche Symptome auftreten.
Es wurde über einen Antagonismus der gerinnungshemmenden Wirkung von Phenindion berichtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Haloperidol zeigte im Tierversuch eine teratogene und in hohen Dosen eine embryotoxische Wirkung (siehe Präklinische Daten).
Nicht-teratogene Effekte:
Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Haloperidol) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidal-motorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.
Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisierung.
Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien bei schwangeren Frauen vor. Studien an schwangeren Frauen haben jedoch keinen signifikanten Anstieg von fötalen Anomalien aufgezeigt. Es wurden vereinzelte Fälle von Geburtsgebrechen nach fötaler Exposition von Haldol meist in Kombination mit anderen Arzneimitteln beschrieben. Haldol soll während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich.
Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, soll dies womöglich nicht abrupt geschehen.
Stillzeit
Haloperidol geht in die Muttermilch über. Im Plasma und Urin von gestillten Neugeborenen von Müttern unter Behandlung mit Haloperidol wurden kleine Mengen von Haloperidol nachgewiesen. Falls die Anwendung von Haldol als unerlässlich erachtet wird, sollte der Nutzen des Stillens gegenüber den möglichen Risiken abgewogen werden.
Fertilität
Haloperidol erhöht den Prolaktinspiegel. Bei einer Hyperprolaktinämie kann das hypothalamische GnRH unterdrückt werden, was zu einer reduzierten Gonadotropin-Sekretion der Hypophyse führt. Dadurch kann infolge einer Beeinträchtigung der gonadalen Steroidgenese sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Reproduktionsfähigkeit beeinträchtig werden. Tierexperimentelle Studien zeigten einen Effekt auf die Fertilität (siehe Präklinische Daten).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Speziell unter höheren Dosierungen und zu Beginn der Therapie kann es zu einer Sedierung oder Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kommen, und dies kann durch Alkohol verstärkt werden. Es ist den Patienten zu raten, während der Behandlung so lange keine Fahrzeuge zu lenken oder Maschinen zu bedienen, bis ihre Reaktionen bekannt sind.

Unerwünschte Wirkungen

Im folgenden Abschnitt werden die unerwünschten Wirkungen aufgeführt. Unerwünschte Wirkungen sind unerwünschte Ereignisse, bei denen auf Basis einer gründlichen Auswertung der verfügbaren Informationen über das unerwünschte Ereignis ein Zusammenhang mit der Anwendung von Haloperidol (oder Haloperidoldecanoat) als möglich, wahrscheinlich oder sicher angenommen wird. Da klinische Studien unter verschiedenen Bedingungen durchgeführt werden, kann die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die in klinischen Studien mit einem bestimmten Arzneimittel beobachtet wurden, nicht direkt mit der in klinischen Studien mit einem anderen wirkstoffgleichen Arzneimittel beobachteten Häufigkeit verglichen werden und entspricht nicht unbedingt der in der klinischen Anwendung nach der Markteinführung beobachteten Auftretenshäufigkeit.
Die Sicherheit von Haldol wurde anhand 284 mit Haloperidol behandelten Patienten beurteilt, die an drei placebokontrollierten Studien teilnahmen sowie anhand 1295 mit Haloperidol behandelten Patienten, die an 16 aktiv kontrollierten klinischen Doppelblindstudien teilnahmen. Die Sicherheit von Haldol decanoas wurde anhand 410 Patienten beurteilt, die an drei vergleichenden Studien (eine vergleichende Studie zu Haloperidol vs. Fluphenazin und zwei Studien zum Vergleich der Decanoat-Formulierung mit der oralen Formulierung), neun Open-Label-Studien und einer Dosis-Wirkungsstudie teilnahmen. Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten (% Inzidenz) unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Extrapyramidale Störungen (34), Schlaflosigkeit (19), Agitation (15), Hyperkinesie (13), Kopfschmerzen (12), psychotische Störungen (9), Depressionen (8), Gewichtszunahme (8), orthostatische Hypotonie (7) und Somnolenz (5).
Einschliesslich der o.g. unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden in klinischen Studien die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Haldol und Haldol decanoas beobachtet und die folgenden Erfahrungen nach der Markteinführung gemacht. Die Häufigkeitsangaben entsprechen dabei folgender Konvention:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000).
Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Leukopenie.
Sehr selten (<1/10'000): Eosinophilie, Agranulozytose, Neutropenie, Panzytopenie, Thrombozytopenie.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Überempfindlichkeit.
Sehr selten (<1/10'000): Anaphylaktische Reaktion.
Endokrine Erkrankungen
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Hyperprolaktinämie.
Sehr selten (<1/10'000): Inadäquate Sekretion von antidiuretischem Hormon.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr selten (<1/10'000): Hypoglykämie.
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr häufig (≥1/10): Agitation (15%), Schlaflosigkeit (19%).
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Depressionen, psychotische Störungen.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verwirrtheitszustände, Libidoabnahme, Libidoverlust, Ruhelosigkeit.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig (≥1/10): Extrapyramidale Störungen (34%), Hyperkinesie (13%), Kopfschmerzen (12%).
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Tardive Dyskinesie, okulogyre Krise, Dystonie, Dyskinesie, Akathisie, Bradykinesie, Hypokinesie, ungewöhnlich erhöhter Muskeltonus, Somnolenz, Maskengesicht, Tremor, Benommenheit, Vertigo.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Krämpfe, Parkinsonismus, Akinesie, Zahnradphänomen, Sedation, unwillkürliche Muskelkontraktionen.
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Motorische Störungen, malignes neuroleptisches Syndrom, Nystagmus.
Augenerkrankungen
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Sehstörungen.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verschwommenes Sehen.
Herzerkrankungen
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Tachykardie.
Sehr selten (<1/10'000): Kammerflimmern, Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Extrasystolen.
Gefässerkrankungen
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Orthostatische Hypotonie, Hypotonie.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Dyspnoe.
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Bronchospasmus.
Sehr selten (<1/10'000): Kehlkopfödem, Laryngospasmus.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Verstopfung, Mundtrockenheit, übermässige Speichelbildung, Übelkeit, Erbrechen.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Appetitlosigkeit, Sodbrennen.
Sehr selten (<1/10'000): Paralytischer Ileus.
Affektionen der Leber und Gallenblase
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Abnorme Leberfunktionstests.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Hepatitis, Ikterus.
Sehr selten (<1/10'000): Akutes Leberversagen, Cholestase.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Hautausschlag.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Urtikaria, Juckreiz, übermässiges Schwitzen.
Sehr selten (<1/10'000): Angioödem, Leukozytoklastische Vaskulitis, Dermatitis exfoliativa.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Torticollis, Muskelrigidität, Muskelkrämpfe, muskuloskelettale Steifigkeit.
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Kieferklemme, Muskelzucken.
Sehr selten (<1/10'000): Rhabdomyolyse.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Urinretention.
Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
Sehr selten: Extrapyramidal-motorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. In utero Exposition wurde mit unerwünschten Wirkungen beim Neugeborenen assoziiert, wie Agitation, ungewöhnlich erhöhtem oder vermindertem Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Problemen beim Füttern.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Erektile Dysfunktion.
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Amenorrhö, Dysmenorrhö, Galaktorrhö, Brustbeschwerden, Brustschmerzen.
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Menorrhagie, Menstruationsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen.
Sehr selten (<1/10000): Gynäkomastie, Priapismus.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Gangstörungen, Hyperthermie, Ödeme.
Sehr selten (<1/10'000): Plötzlicher Tod, Gesichtsödem, Hypothermie.
Untersuchungen
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.
Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): QT-Verlängerung im EKG.
Malignes neuroleptisches Syndrom: Haldol kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auslösen. Das Syndrom wiederspiegelt ein seltenes idiosynkratisches Geschehen, charakterisiert durch Hyperthermie, generalisierte Muskelsteifheit, autonome Instabilität, erhöhte CPK-Spiegel, getrübtes Bewusstsein. Anzeichen einer autonomen Dysfunktion wie Tachykardie, schwankender Arteriendruck und Schwitzen können einer Hyperthermie vorausgehen und als frühe Warnsignale dienen. Bei Auftreten des malignen neuroleptischen Syndroms sollte eine antipsychotische Therapie sofort beendet, und geeignete symptomatische Massnahmen mit sorgfältiger Überwachung eingeleitet werden.

Überdosierung

Symptome
Die Symptome einer Haloperidol-Überdosierung manifestieren sich in Form von verstärkten bekannten pharmakologischen und unerwünschten Wirkungen. Die deutlichsten Symptome sind: schwere extrapyramidale Reaktionen, Hypotonie, Sedation. Eine extrapyramidale Reaktion zeichnet sich durch Muskelrigidität und durch einen generalisierten oder lokalen Tremor aus. Bluthochdruck kann auch auftreten. In extremen Fällen kann der Patient komatös erscheinen, begleitet von einer Atemdepression und Hypotonie, welche stark genug sein können, um einen schockähnlichen Zustand hervorzurufen. Ebenfalls können epileptische Anfälle auftreten.
Zudem sollte das Risiko ventrikulärer Arrhythmien (z.B. Torsades de pointes), möglicherweise in Kombination mit einer QTc-Intervall -Verlängerung, in Betracht gezogen werden.
Behandlung
Es gibt kein spezifisches Antidot. Die Behandlung ist symptomatisch. Die therapeutische Wirkung von Aktivkohle bei einer Überdosierung mit oralem Haloperidol ist nicht belegt. Eine Dialyse wird nicht zur Behandlung einer Überdosierung empfohlen, weil sie nur sehr geringe Haloperidol-Mengen entfernt (siehe Pharmakokinetik – Spezielle Patientengruppen: Niereninsuffizienz). Bei komatösen Patienten sollten die Luftwege durch einen oropharyngealen oder endotrachealen Tubus offengehalten werden. Bei Atemdepression ist künstliche Beatmung angezeigt. EKG und die Vitalfunktionen sind ständig zu überwachen, bis das EKG wieder normal ist. Schwere Arrhythmien sollen mit geeigneten antiarrhythmischen Massnahmen behandelt werden.
Einem Blutdruckabfall und Kreislaufkollaps kann durch die Verabreichung von Infusionslösungen, Plasma oder konzentriertem Albumin und Vasopressoren wie Dopamin oder Noradrenalin (Norepinephrin) entgegengewirkt werden. Adrenalin (Epinephrin) darf nicht eingesetzt werden, da es in Anwesenheit von Haloperidol eine starke Hypotonie verursachen kann.
Bei starken extrapyramidalen Reaktionen sollten Antiparkinson-Mittel vom Typ der Anticholinergika parenteral verabreicht werden. Sie müssen sehr vorsichtig abgesetzt werden, da extrapyramidale Symptome entstehen können.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AD01
Haloperidol ist ein Antipsychotikum aus der Substanzgruppe der Butyrophenone. Haloperidol ist ein starker zentral wirksamer Dopamin-Typ-2-Rezeptorantagonist und hat in der empfohlenen Dosierung eine geringe alpha-1-antiadrenerge Wirkung und keine antihistaminerge oder anticholinerge Wirkung.
Haloperidol unterdrückt Wahnvorstellungen und Halluzinationen als direkte Folge der Blockierung der dopaminergen Signalübertragung im mesolimbischen System. Die zentrale Dopamin-blockierende Wirkung ist in den Basalganglien (nigrostriatale Bahnen) aktiv. Haloperidol bewirkt eine effektive psychomotorische Sedierung, was den positiven Effekt bei Manien und anderen Erregungszuständen erklärt.
Die Wirkung auf die Basalganglien stellt wahrscheinlich die Ursache für unerwünschte extrapyramidal-motorische Störungen (Dystonien, Akathisie und Parkinsonismus) dar.
Die antidopaminergen Wirkungen von Haloperidol auf laktotrope Zellen im Hypophysenvorderlappen erklären die Hyperprolaktinämie aufgrund einer Hemmung der dopaminvermittelten tonischen Hemmung der Prolaktinsekretion. Zusätzlich erklärt die antidopaminerge Wirkung auf die Chemorezeptor-Triggerzone die Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen.

Pharmakokinetik

Absorption
Die durchschnittliche Bioverfügbarkeit von Haldol Tabletten und Tropfen beträgt 60–70%. Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe innerhalb von 2–6 Stunden gemessen. Bei den Plasmakonzentrationen wurde eine hohe interindividuelle Variabilität beobachtet. Steady State wird innerhalb einer Woche nach Behandlungsbeginn erreicht.
Nach intramuskulärer Verabreichung wird Haloperidol vollständig absorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 20 bis 40 Minuten erreicht.
Distribution
Die mittlere Haloperidol-Proteinbindung im Plasma beträgt bei Erwachsenen ungefähr 88 bis 92%, wobei diesbezüglich eine hohe interindividuelle Variabilität besteht. Haloperidol wird schnell in verschiedene Gewebe und Organe verteilt, was am grossen Distributionsvolumen erkennbar ist (mittlere Werte 8 bis 21 l/kg nach intravenöser Gabe). Haloperidol passiert gut die Blut-Hirnschranke. Es passiert auch die Plazenta und wird in der Muttermilch ausgeschieden.
Metabolismus
Haloperidol wird grösstenteils in der Leber metabolisiert. Die Hauptabbauwege von Haloperidol beim Menschen sind Glucuronidierung, Ketonreduktion, oxidative N-Desalkylierung und Bildung von Pyridinmetaboliten. Es wird nicht angenommen, dass die Metaboliten von Haloperidol wesentlich zu dessen Aktivität beitragen. Die Cytochrom-P450-Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 sind in den Haloperidol-Metabolismus involviert. Die Hemmung oder Induktion von CYP3A4 bzw. die Hemmung von CYP2D6 kann sich auf den Haloperidol-Metabolismus auswirken. Eine Reduzierung der CYP2D6-Enzymaktivität kann erhöhte Haloperidol-Konzentrationen zur Folge haben.
Elimination
Die terminale Eliminationshalbwertszeit von Haloperidol nach oraler Gabe beträgt durchschnittlich 24 Stunden (Bereich Mittelwerte: 15 bis 37 Stunden). Die scheinbare Clearance von Haloperidol nach extravaskulärer Anwendung beträgt 0,9 bis 1,5 l/h/kg und ist bei langsamen CYP2D6-Metabolisierern reduziert. Die interindividuelle Variabilität (Variationskoeffizient, %) der Haloperidol-Clearance wurde in einer pharmakokinetischen Populationsanalyse bei Patienten mit Schizophrenie auf 44% geschätzt. Nach intravenöser Anwendung von Haloperidol wurden 21% der Dosis in den Fäzes und 33% im Urin ausgeschieden. Weniger als 3% der Dosis werden unverändert im Urin ausgeschieden.
Linearität/Nicht-Linearität
Zwischen der Dosis von Haloperidol und den Plasmakonzentrationen bei Erwachsenen besteht eine lineare Beziehung.
Spezielle Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten waren die Haloperidol-Plasmakonzentrationen höher als bei jüngeren Erwachsenen, wenn jeweils die gleiche Dosierung gegeben wurde. Die Ergebnisse aus kleinen klinischen Studien lassen auf eine geringere Clearance und eine längere Eliminationshalbwertszeit von Haloperidol bei älteren Patienten schliessen. Die Ergebnisse liegen innerhalb der beobachteten Variabilität der Haloperidol-Pharmakokinetik. Bei älteren Patienten wird eine Anpassung der Dosierung empfohlen (siehe Dosierung/Anwendung – Spezielle Patientengruppen: Ältere Patienten).
Niereninsuffizienz
Der Einfluss einer beeinträchtigten Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht beurteilt. Da weniger als 3% der verabreichten Haloperidol-Menge unverändert im Urin ausgeschieden werden, wird nicht erwartet, dass eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion Einfluss auf die Elimination hat. Daher ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz keine Anpassung der Dosierung erforderlich, es wird aber zur Vorsicht geraten, wenn Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion behandelt werden und insbesondere Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, dies aufgrund der langen Halbwertszeit von Haloperidol und seinem reduzierten Metaboliten sowie der Möglichkeit einer Akkumulation (siehe Dosierung/Anwendung).
Aufgrund des hohen Distributionsvolumens von Haloperidol und dessen hoher Proteinbindung werden durch Dialyse nur sehr geringe Mengen entfernt.
Leberinsuffizienz
Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht beurteilt. Eine Leberinsuffizienz kann jedoch erheblichen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Haloperidol haben, weil die Substanz vorwiegend in der Leber metabolisiert wird. Daher wird bei Patienten mit Leberinsuffizienz eine Anpassung der Dosierung empfohlen und zur Vorsicht geraten (siehe Dosierung/Anwendung – Spezielle Patientengruppen: Leberinsuffizienz und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Hepatobiliäre Störungen).
Pädiatrische Population
Aus pädiatrischen Studien mit 78 Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen (Schizophrenie, psychische Störungen, Tourette-Syndrom, Autismus), die orale Haloperidol-Dosen bis maximal 30 mg/Tag erhielten, liegen begrenzte Daten zur Plasmakonzentration vor. In diese Studien waren hauptsächlich Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 17 Jahren eingeschlossen. Die zu verschiedenen Zeitpunkten und nach unterschiedlicher Behandlungsdauer gemessenen Plasmakonzentrationen waren entweder nicht nachweisbar oder betrugen maximal 44,3 ng/ml. Wie bei den Erwachsenen wurde eine hohe interindividuelle Variabilität der Plasmakonzentrationen beobachtet. Bei Kindern bestand im Vergleich zu Erwachsenen eine Tendenz zu kürzeren Halbwertszeiten.
In zwei Studien mit Kindern, die mit Haloperidol gegen Tics und Tourette-Syndrom behandelt wurden, war ein positives Ansprechen mit Plasmakonzentrationen von 1 bis 4 ng/ml assoziiert.
Pharmakokinetik/pharmakodynamische Beziehungen
Therapeutische Konzentrationen
Basierend auf klinischen Studien wird bei den meisten Patienten mit akuter oder chronischer Schizophrenie ein therapeutisches Ansprechen bei Plasmakonzentrationen von 1 bis 10 ng/ml erreicht, wobei manche Patienten möglicherweise Konzentrationen bis zu 17 ng/ml benötigen.
Bei Patienten mit einem ersten Schizophrenie-Schub unter Behandlung kann ein therapeutisches Ansprechen bereits bei Konzentrationen von 0,6 bis 3,2 ng/ml erreicht werden. Dies wurde ausgehend von Messungen der Besetzung des D2-Rezeptors geschätzt und unter der Annahme, dass eine 60- bis 80%ige Besetzung des D2-Rezeptors optimal ist, um ein therapeutisches Ansprechen zu erzielen und extrapyramidale Symptome zu begrenzen.
Aufgrund der hohen interindividuellen Variabilität der Haloperidol-Pharmakokinetik und der Konzentrations-Wirkungs-Beziehung sollte die individuelle Haloperidol-Dosis auf Basis des Ansprechens des Patienten angepasst werden, wobei Daten zu berücksichtigen sind, die auf eine Latenzzeit von 5 Tagen bis zum Erreichen von 50% des maximalen therapeutischen Ansprechens hindeuten.
Kardiovaskuläre Wirkungen
Das Risiko für eine Verlängerung des QTc-Intervall-Verlängerung steigt mit der Dosis und der Plasmakonzentration von Haloperidol an.

Präklinische Daten

Toxizität
Akute toxikologische Wirkungen von Haldoperidol betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem. Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden ergaben keine Hinweise auf klinisch relevante toxische Effekte.
In in-vitro-Tests wurde nachgewiesen, dass Haloperidol den kardialen hERG-Kanal blockiert. In weiteren in-vivo Studien führte die intravenöse Verabreichung von Haloperidol in Dosen von ungefähr 0,3 mg/kg (bei Cmax-Plasmawerten, die 4 bis 8 Mal höher sind als die maximale therapeutische Plasmakonzentration von 17 ng/ml in klinischen Studien) in einigen Tiermodellen zu einer signifikanten QTc-Intervall-Verlängerung, jedoch ohne Arrhythmien hervorzurufen. In tierexperimentellen Studien bewirkten höhere intravenöse Haloperidoldosen von 1 mg/kg oder darüber eine QTc-Verlängerung und/oder ventrikuläre Arrhythmien bei Cmax-Plasmawerten, die 22 bis 81 Mal höher waren als die maximale therapeutische Plasmakonzentration in klinischen Studien.
Mutagenität
In-vitro- und In-vivo-Tests zur Mutagenizität von Haloperidol erbrachten keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung. Kurzzeitige (6–12 Monate) Karzinogenitätsstudien in verschiedenen Mausmodellen ergaben keine Hinweise auf ein krebserregendes Potenzial. Langzeitstudien (18–24 Monate) auf ein tumorerzeugendes Potential von Haloperidol ergaben bei Ratten keine Hinweise auf Kanzerogenität, jedoch wurde bei weiblichen Mäusen ein Anstieg an Tumoren der Mamma und der Hypophyse (letzteres nur bei Hochdosis) sowie ein erhöhtes Gesamtrisiko für Neoplasien beobachtet. Mammatumoren können die Folge erhöhter Prolaktinkonzentrationen im Blut sein. Zahlreiche Antipsychotika rufen auch beim Menschen eine Hyperprolaktinämie hervor.
Reproduktionstoxizität
Bei Nagern wurde nach Verabreichung von Haloperidol eine Abnahme der Fertilität, eine limitierte Teratogenität sowie eine embryotoxische Wirkung beobachtet. Im Nagetiermodell zeigte die Verabreichung von Haloperidol sowohl teratogene als auch embryo- und fetotoxische Wirkungen. Die Behandlung mit Haloperidol während der peri-/postnatalen Phase führte bei Ratten zu Verhaltensänderungen. Nach Haloperidol-Gabe wurde die Fertilität weiblicher Mäuse und Ratten sowie die Fertilität männlicher Hunde und Ratten beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Haldol Injektionslösung soll nicht mit alkalischen oder gepufferten Lösungen gemischt werden.
Haltbarkeit
Bitte aufgedrucktes Verfalldatum beachten.
Haldol Tabletten, Tropfen und Ampullen sollten bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahrt werden.
Die Ampullen sollten vor Licht geschützt werden. Die Tropfen nicht einfrieren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Die Plastikflasche mit eingebautem Tropfenzähler von Haldol 2 mg/ml Tropfen 1× 30 ml ist ebenfalls mit einer kindersicheren Verschlusskappe ausgestattet. Diese lassen sich wie folgt öffnen: Plastikschraubverschluss nach unten drücken, während man ihn im Gegenuhrzeigersinn dreht. Die genaue Handhabung der Tropfen ist in der Patienteninformation beschrieben.

Zulassungsnummer

26891, 26892, 27304 (Swissmedic).

Packungen

Haldol Injektionslösung 5 mg/ml: 5× 1 bernsteinfarbene Ampulle [B]
Haldol Tabletten 1 mg: 50 Tabletten (mit Kreuzbruchrille) [B]
Haldol Tabletten 10 mg: 20 Tabletten (mit Bruchrille) [B]
Haldol Tropfen 2 mg/ml: 30 ml (Plastikflasche) [B]

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Mai 2019.

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