Eigenschaften/WirkungenATC-Code
N07BB01
Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik
Antabus blockiert selektiv die Acetaldehyddehydrogenase in der Leber, welche für den enzymatischen Abbau von Acetaldehyd, einem Alkohol-Metaboliten, verantwortlich ist. Nach gleichzeitiger Einnahme von Alkohol steigt bei Antabus behandelten Patienten die Konzentration von Acetaldehyd im Blut an und reichert sich im Gewebe an. Dies führt zur typischen Antabus-Alkohol-Reaktion: Flush (Hitze, Rötung) primär im Gesicht und allmählich auf Rumpf und Gliedmassen übergreifend. Die Hautrötung wird durch Vasodilatation verursacht und geht mit einem Gefühl von Hitze und Schwitzen sowie Herzklopfen einher. Beim Auftreten einer Antabus-Alkohol-Reaktion mit Störung der Kreislaufregulation sollen die Patienten sich hinlegen (Palpitationen, Dyspnoe (Hyperventilation), Tachykardie, Kopfweh, manchmal Brustschmerzen). Es kommt zu einem Gefühl der Verengung und Reizung des Rachens und der Luftröhre, was zu Hustenkrämpfen führt. Brustschmerzen können auftreten, die einen Koronarspasmus simulieren. Unruhe oder ein Gefühl des Unbehagens und der Angst vor dem Sterben können sich entwickeln. Diese Symptome gehen mit einem starken Anstieg des Blutdrucks einher, gefolgt von einer Hypotonie, wenn die Vasodilatation signifikant ist. Schwere Reaktionen mit ausgeprägter Vasodilatation erzeugen einen Kreislaufkollaps mit Symptomen wie Blässe, Schwäche, Sehstörungen, Schwindel, Desorientierung, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere berichtete Symptome sind Durst, Taubheitsgefühle an Händen und Füssen sowie Schlaflosigkeit. Schwere Reaktionen können das Herz betreffen, und es kann zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Die Reaktion setzt meist innert 5–10 Minuten nach Alkohol-Einnahme ein und dauert bis das Acetaldehyd ausgeschieden ist (bis zu mehreren Stunden). Die Aussicht auf einen solchen Zustand hält den Patienten davon ab, wieder Alkohol zu konsumieren (aversive Wirkung).
Nach der Reaktion folgen meistens Verwirrung und Schläfrigkeit. Häufig kommt es zu vorübergehenden EKG-Veränderungen, wie z.B. Abflachung der T-Wellen, ST-Senkung und QT-Verlängerung in einem Muster, das auf eine rechtsventrikuläre Belastung hindeutet.
Die Wiederherstellung der enzymatischen Aktivität hängt von der neuen Synthese der Acetaldehyddehydrogenase ab, die allmählich im Laufe einer Woche oder länger erfolgt.
Disulfiram und sein Hauptmetabolit, Diethyldithiocarbamid hemmen auch das Enzym Dopamin-Beta-Hydroxylase. Dies führt zu einer verminderten Synthese von Noradrenalin.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.
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