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Fachinformation zu Marcoumar®:MEDA Pharma GmbH
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Überdosierung

Anzeichen und Symptome
Eine Überdosierung äussert sich in einer Erhöhung des INR-Wertes über den angestrebten therapeutischen Bereich und möglicherweise in Blutungen. Wenn sich während der Marcoumar-Therapie der INR-Wert über den therapeutischen Grenzwert erhöht, sollte die Dosis erniedrigt und die Gerinnungswerte nach 2 Tagen erneut gemessen werden.
Bei leichter Überdosierung von Marcoumar und bei klinisch unbedeutenden Blutungen (wie bei vorübergehendem Nasenbluten, mikroskopische Hämaturie, isolierte kleine Hämatome) genügt zumeist das Verringern oder Auslassen einer Dosis. In diesen Fällen ist es besser, nicht Vitamin K1 zu applizieren, da es eine effektive Antikoagulation für mehrere Tage verhindert.
Nach Einnahme grosser Dosen steht beim Menschen, während der ersten 24 Stunden eine kapillartoxische Wirkung mit Hirnödem im Vordergrund. Danach kommt es zur Erhöhung des INR-Wertes und zu Blutungen.
Andere erkennbare Zeichen einer akuten Überdosierung können, abhängig von deren Ausmass sein:
Blutbeimengungen im Urin, petechiale Blutungen an Stellen mechanischer Belastung, spontane Haut- und Schleimhautblutungen, Blutstuhl, Verwirrtheitszustände bis hin zur Bewusstlosigkeit.
Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein. Die sofortige notärztliche Behandlung ist erforderlich.
In den meisten Fällen kann eine weniger schwere Blutung durch Entzug der Antikoagulationstherapie kontrolliert werden.
Behandlung
Spezifisches Antidot: Vitamin K1.
Leichtere Blutungen können in der Regel durch orale oder langsame i.v. Gaben von 5-10 mg Vitamin K1 beherrscht werden. Kommt es innerhalb acht bis zwölf Stunden nicht zu einer ausreichenden Erhöhung der Gerinnungsaktivität beziehungsweise nicht zum Stillstand der Blutung, so ist eine zweite, eventuell grössere Dosis von Vitamin K1 zu verabreichen. Nur bei lebensbedrohlichen Blutungen sollten 10 bis 20 mg Vitamin K1 langsam i. v. (Cave: anaphylaktoide Reaktion) gegeben werden. Falls der INR-Wert nicht sinkt, soll die Applikation nach einigen Stunden wiederholt werden.
Einzeldosen von 20 mg oder Gesamtdosen von 40 mg Vitamin K1 sind als obere Grenze zu betrachten. Zu hohe Dosen, das heisst mehr als 40 mg, sind zu vermeiden, da hierdurch die Weiterführung der Therapie mit Marcoumar erschwert wird.
Unter besonders bedrohlichen Verhältnissen (z.B. Verdacht auf intrakranielle Blutung, massive gastrointestinale Blutungen, Notfalloperationen) können die Gerinnungsfaktoren durch Infusion von Prothrombinkomplexkonzentrat (PCC), durch intravenöse Gabe von frisch gefrorenem Plasma oder eines Konzentrates von Vitamin K-abhängigem Gerinnungsfaktor angehoben bzw. normalisiert werden.
Die orale Gabe von Colestyramin (5 x 4 g/Tag) ist optional in Erwägung zu ziehen, da sie die Elimination von Phenprocoumon zusätzlich beschleunigen kann.
Eine engmaschige Überwachung der Gerinnungsparameter sollte gewährleistet sein.

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