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Fachinformation zu Ceenu®:Bristol-Myers Squibb SA
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
Reg.InhaberStand d. Info. 

AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lomustinum.
Hilfsstoffe: Color.: Indigotinum (E132), Excipiens pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 40 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Palliative Behandlung allein oder in Kombination mit anderen Zytostatika von:
– Hirntumoren, Hirnmetastasen,
– Morbus Hodgkin (Lymphogranulom) Stadien IIbis IV.
Ceenu allein oder in Kombination mit anderen Zytostatika kann auch zur palliativen Behandlung von:
– Bronchialkarzinomen (metastasierend und/oder inoperabel),
– Non-Hodgkin-Lymphom Stadien II bis IV,
– malignem Melanom,
– Nierenkarzinomen (metastasierend und/oder inoperabel),
– gastrointestinalen Tumoren (metastasierend und/oder inoperabel),
angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Ceenu soll nur durch Spezialisten mit Erfahrung in zytostatischer Chemotherapie angewendet werden.
Die übliche Dosis in der Monotherapie beträgt 100–130 mg/m² Körperoberfläche als orale Einmalgabe alle 6–8 Wochen. Die tiefere Dosierung kommt bei Patienten mit vorgeschädigtem Knochenmark zur Anwendung. Um die pulmonale und renale Toxizität zu limitieren, wird empfohlen, die kumulative Dosis auf 1000 mg/m² Körperoberfläche zu begrenzen.
In der Kombinationstherapie muss die Dosis reduziert werden. Details sind der Fachliteratur zu entnehmen.

Dosisanpassung infolge Myelotoxizität
Ceenu ist myelotoxisch. Vor und nach jeder Verabreichung ist das Blutbild zu bestimmen. Die nächste Dosis darf erst verabreicht werden, wenn die Leukozyten einen Wert von ≥4’000/mm³ und die Thrombozyten einen Wert von ≥100’000/mm³ erreichen. Die nächste Dosis ist gemäss folgender Tabelle anzupassen:

Nadir, nach der vorherigen Dosis      Nächste Dosis 
(Zellen/mm³)                          (% der vor-   
Leukozyten       Thrombozyten         herigen Dosis)
-----------------------------------------------------
≥3000             ≥75’000             100%        
 2000–2999         25’000–74’999       70%          
<2000             <25’000              50%          

Spezielle Dosierungsanweisungen
Die Anwendung von Ceenu ist bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz nicht untersucht.

Geriatrie
Zur Anwendung von Ceenu bei geriatrischen Patienten gibt es keine Informationen.

Pädiatrie
Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht ausreichend durch klinische Studien dokumentiert. Bis zum Vorhandensein entsprechender Daten sollte Ceenu nur in spezialisierten Zentren und Ausnahmesituationen angewendet werden. Die Dosierung bei Kindern errechnet sich – wie bei Erwachsenen – aufgrund der Körperoberfläche (120–130 mg/m² alle 6–8 Wochen, unter Beachtung derselben Einschränkungen wie bei Erwachsenen). Bei der Anwendung von Ceenu in der Pädiatrie ist zu beachten, dass die Kapseln lediglich in einer Dosierung von 40 mg zur Verfügung stehen.

Anwendungshinweis
Die Kapseln sind mit etwas Wasser auf nüchternen Magen einzunehmen. Sie sind ganz zu schlucken ohne zu kauen oder zu lutschen. Sie sollen nicht geöffnet werden. Bei der Handhabung sollten möglichst Einmalhandschuhe verwendet werden bzw. unmittelbar nach dem Kontakt mit den Kapseln sollen die Hände gewaschen werden. Es ist darauf zu achten, dass das in den Kapseln enthaltene Pulver (z.B. bei einer Beschädigung einer Kapsel) nicht eingeatmet wird und nicht mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt. Falls es zu einem Hautkontakt kommt, ist die Stelle mit Wasser und Seife zu waschen, bei Augenkontakt ist mit Wasser zu spülen. Beschädigte Kapseln dürfen nicht eingenommen werden, sondern sollten fachgerecht entsorgt werden. Wird Pulver aus der Kapsel verschüttet, soll dieses mit einem feuchten Wegwerf-Tuch aufgenommen und in einem verschlossenen Behältnis fachgerecht entsorgt werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Lomustin, anderen Nitrosoharnstoffen oder einem der Hilfsstoffe.
Blutbild mit Leukozyten unterhalb 4’000/mm³ oder Thrombozyten unterhalb 100’000/mm³.
Schwere Niereninsuffizienz.
Schwangerschaft, Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Knochenmarksuppression (insbesondere Thrombozytopenie und Leukozytopenie) kann bis zu 6 Wochen nach Verabreichung einer Dosis auftreten. Dies kann bei Patienten mit beeinträchtigtem Allgemeinzustand zu Blutungen und schweren Infektionen führen. Aus diesem Grund sollten die Blutwerte regelmässig kontrolliert und eventuell die Dosis reduziert und das Dosierungsintervall verlängert werden (siehe «Dosierung/ Anwendung»).
Die Leber- und Nierenfunktion ist regelmässig zu überprüfen. Die gleichzeitige Gabe nephrotoxischer Arzneimittel ist zu vermeiden.
Ceenu hat eine dosisabhängige pulmonale Toxizität (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Während der Behandlung sollte die Lungenfunktion häufig überprüft werden. Patienten mit einer Vitalkapazität unter 70% sind besonders gefährdet.
Nach Behandlung mit Nitrosoharnstoffen wurden sekundäre Malignome beobachtet.

Interaktionen

Es gibt keine Untersuchungen zu pharmakokinetischen Interaktionen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Lomustin ist embryotoxisch und teratogen (siehe «Präklinische Daten»). Es ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Patienten beider Geschlechter sollen während und bis 3 Monate nach Therapieende kontrazeptive Massnahmen anwenden.

Stillzeit
Metabolite von Lomustin treten in die Muttermilch über. Während und bis 8 Wochen nach Ende der Behandlung mit Ceenu soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Ceenu kann auf Grund unerwünschter Wirkungen wie Übelkeit und Erbrechen zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Bedienung von Maschinen führen. Dies gilt in verstärktem Masse im Zusammenhang mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Myelotoxizität ist die schwerste und häufigste unerwünschte Wirkung von Lomustin.

Neoplasmen
Sekundärmalignome (akute Leukämie).

Blut- und Lymphsystem
Sehr häufig: Leukopenie (65%), Thrombozytopenie, Anämie.
Sehr selten: Panzytopenie.
Die Myelosuppression ist dosisabhängig, tritt meist spät auf (nach 4 bis 6 Wochen) und kann bis zu drei Monate nach Behandlungsende andauern, besonders die Leukopenie. Die hämatologische Toxizität ist kumulativ.

Nervensystem
Selten: Ataxie, Lethargie, Koordinationsstörungen, Stottern.

Atmungsorgane
Selten: Lungeninfiltration, -fibrose nach einer Behandlung von 6 oder mehr Monaten und bei kumulierten Dosen von mehr als 1100 mg, im Einzelfall bereits nach 600 mg.
Verzögertes Auftreten von Lungenfibrose (bis zu 15 Jahre nach der Behandlung).

Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen (45 bis 100%).
Selten: Stomatitis.

Leber und Galle
Selten: erhöhte Transaminasen, alkalische Phosphatase und Bilirubin.

Haut und Unterhautzellgewebe
Gelegentlich: reversibler Haarausfall.

Nieren und Harnwege
Selten: Nierenschrumpfung, Niereninsuffizienz (meist nach langer Behandlungsdauer).

Überdosierung

Es wurde über Überdosierungen auch mit tödlichem Verlauf berichtet. Bei Überdosierung kommt es zu schwerer und langandauernder Knochenmarktoxizität, gastrointestinaler Toxizität wie Diarrhö und Erbrechen, Lebertoxizität, Störungen des Respirationstrakts und ZNS Toxizität. Adäquate supportive Massnahmen sind zu ergreifen. Es gibt kein Antidot für Lomustin.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01AD02
Lomustin ist ein N-Nitrosoharnstoff-Derivat. Die zytotoxische Wirkung beruht vorwiegend auf den alkylierenden Eigenschaften der aktiven Metaboliten (cis-4- und trans-4-Hydroxylomustin). Die Wirkung von Lomustin ist unabhängig von der Phase des Zellzyklus.
Lomustin ist wirksam gegen eine Anzahl tierexperimenteller Tumoren und gegen gewisse Tumore beim Menschen.
Zwischen Lomustin und anderen N-Nitrosoharnstoff-Derivaten wie Carmustin besteht eine Kreuzresistenz.

Pharmakokinetik

Nach oraler Verabreichung wird Lomustin rasch und vollständig absorbiert. Lomustin ist im Plasma nicht nachweisbar, es wird bei einem First-Pass-Metabolismus in der Leber vollständig zu den aktiven Metaboliten cis-4- und trans-4-Hydroxylomustin umgewandelt. Maximale Plasmaspiegel dieser Metaboliten werden nach 3–4 Stunden erreicht. Zum Einfluss von Nahrung auf die Absorption von Lomustin gibt es keine Daten.

Distribution
Das Verteilungsvolumen der Metaboliten beträgt ca. 1,7 l/kg. Die Konzentration der Metaboliten in der Cerebrospinal-Flüssigkeit beträgt 15–30% der Plasmakonzentration. Man findet Metaboliten von Lomustin in der Muttermilch. Zur Plasmaproteinbindung liegen keine Daten vor.

Metabolismus
Lomustin wird zu 100% in der Leber metabolisiert (First-pass), hauptsächlich zu den aktiven Metaboliten cis-4- und trans-4-Hydroxylomustin. Der Metabolismus wird durch CYP-Isoenzyme katalysiert.

Elimination
Die Ausscheidung erfolgt in Form von Metaboliten vorwiegend über die Nieren. Die Halbwertszeit von cis-4- und trans-4-Hydroxylomustin beträgt ca. 2 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen
Zur Pharmakokinetik bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz, bei älteren Patienten und bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor.
Bei Patienten mit Übergewicht und hohen Blutlipid-Spiegeln ist die Elimination verlangsamt.

Präklinische Daten

Lomustin ist im Tierversuch embryotoxisch, teratogen und beeinflusst die Fertilität männlicher Tiere negativ unter Dosen, die ähnlich der humantherapeutischen Dosis sind.

Kanzerogenität/Mutagenität
Lomustin ist mutagen und bei Ratten und Mäusen kanzerogen; es erhöht die Tumorhäufigkeit bei Dosen, die der klinischen Anwendung entsprechen.

Sonstige Hinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise
Ceenu soll bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung
Es sollte nur die für eine einmalige Verabreichung bestimmte Anzahl Ceenu Kapseln abgegeben werden. Die Patienten sollten informiert werden, dass Ceenu als einmalige orale Dosis eingenommen und für mindestens 6 Wochen nicht wiederholt wird.
Beim Umgang mit Ceenu und der Entsorgung sind die Vorschriften für Zytostatika zu befolgen (siehe auch «Dosierung/Anwendung»).

Zulassungsnummer

43946 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bristol-Myers Squibb SA, 6340 Baar.

Stand der Information

Dezember 2010.

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