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Fachinformation zu Rifater:Sanofi-Aventis (Suisse) SA
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Interaktionen

Rifampicin ist ein hochwirksamer Induktor des Cytochrom-P450-Systems und kann den Metabolismus gleichzeitig verabreichter Arzneimittel erhöhen, was zu subtherapeutischen Plasmakonzentrationen und veränderter Wirksamkeit und Sicherheit bestimmter gleichzeitig verabreichter Arzneimittel und/oder zu Nebenwirkungen führen kann. Arzneimittel, die über diesen Stoffwechselweg eliminiert werden, dürfen nur dann zusammen mit Rifater verabreicht werden, wenn die Möglichkeit besteht, die Plasmakonzentration oder klinischen Reaktionen/unerwünschten Wirkungen zu kontrollieren und die Dosis entsprechend anzupassen (siehe "Interaktionen" ). In den Rubriken "Kontraindikationen" und "Interaktionen" sind die Arzneimittel aufgeführt, deren Anwendung gleichzeitig mit Rifampicin kontraindiziert ist bzw. nicht oder nur mit besonderer Vorsicht empfohlen wird.
Interaktionen mit dem Metabolismus von endogenen Substanzen
Der Metabolismus von endogenen Substraten wie Nebennieren- und Schilddrüsenhormone und Vitamin D kann infolge der enzyminduzierenden Eigenschaften von Rifampicin erhöht werden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 g) Natrium pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
Patienten mit Fructoseintoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption-Syndrom oder einer Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz (seltene hereditäre Erkrankungen) sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Interaktionen
Pharmakodynamische Interaktionen
Pyrazinamid
Pyrazinamid kann eine Erhöhung der Harnsäurekonzentration verursachen und die Wirksamkeit einer Gichttherapie beeinträchtigen. Bei den folgenden Arzneimitteln kann daher eine Dosisanpassung erforderlich werden: Probenecid, Sulfinpyrazon, Allopurinol.
Pyrazinamid verstärkt die blutzuckersenkende Wirkung von oralen Antidiabetika.
Isoniazid
Unter gleichzeitiger Anwendung von Isoniazid und Disulfiram sind Fälle von Koordinationsstörungen und psychotischen Episoden beobachtet worden, welche möglicherweise auf einen gesteigerten Dopamin-Metabolismus zurückzuführen sind. Die gleichzeitige Anwendung dieser beiden Arzneimittel ist daher zu vermeiden.
Rifampicin
Erhöhtes Risiko für Leberläsionen bei gleichzeitiger Gabe von Halothan oder Isoniazid, ebenso bei chronischem Alkoholismus. Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin und Halothan ist kontraindiziert.
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Rifampicin und Isoniazid behandelt werden, ist die Leberfunktion engmaschig zu überwachen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Saquinavir/Ritonavir
In einer experimentellen Studie hat sich die gleichzeitige Behandlung mit den drei Wirkstoffen Rifampicin, Saquinavir und Ritonavir als besonders lebertoxisch erwiesen. Daher darf Rifater keinesfalls gleichzeitig mit Saquinavir/Ritonavir angewendet werden (siehe "Kontraindikationen" ).
Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin und Antibiotika wie z.B. Cefazolin (oder anderen Cephalosporinen mit Methylthiotetrazol-Kette) kann eine Vitamin-K-abhängige Koagulopathie hervorrufen. Diese Kombination ist daher zu vermeiden, da schwere Gerinnungsstörungen potenziell lebensbedrohlich sind (insbesondere bei hohen Dosen) (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Pharmakokinetische Interaktionen
Isoniazid
Einfluss von Isoniazid auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen
Isoniazid hemmt den Metabolismus von Phenytoin, Carbamazepin, Primidon und Valproinsäure. Gegebenenfalls muss daher die Dosis dieser Arzneimittel reduziert werden.
Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Isoniazid
Paraaminosalicylsäure (PAS) kann durch kompetitive Verdrängung von Isoniazid bei den für die Acetylierung zuständigen Enzymen zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration führen und die Eliminationshalbwertszeit von Isoniazid verlängern. Rifater und Paraaminosalicylsäure (PAS) sind mit mindestens 4 Stunden Abstand zueinander einzunehmen. Anderenfalls werden die üblichen Rifampicin-Konzentrationen im Blut nicht erreicht, und die Plasmakonzentration und Halbwertszeit von Isoniazid können erhöht werden.
Rifampicin
Rifampicin ist ein selektiver und starker Induktor von Transporterproteinen und Enzymen, die am Metabolismus von Arzneimitteln beteiligt sind. Forschungsdaten belegen Effekte von Rifampicin auf Enzyme wie die Cytochrome P450 (CYP) 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19 und 3A4, UDP-Glucuronosyltransferasen (UGT), Sulfotransferasen und Carboxylesterasen sowie auf Transporter wie Glycoprotein P (P-gp) und MRP2 (multidrug resistance-associated protein 2). Die meisten Arzneimittel sind Substrate dieser Enzyme bzw. Transporter, und Rifampicin kann beide Stoffwechselwege anregen. So kann es den Metabolismus bestimmter Medikamente, die gleichzeitig mit Rifampicin angewendet werden, beschleunigen und deren Aktivität herabsetzen oder die Aktivität eines gleichzeitig angewendeten Prodrugs erhöhen (wenn eine Metabolisierung erforderlich ist), und es kann die Dauer von klinisch bedeutsamen Interaktionen mit zahlreichen Arzneimitteln und Wirkstoffklassen verlängern. Um bei systemischen Arzneimitteln, die gleichzeitig mit Rifampicin angewendet werden, stets eine optimale therapeutische Konzentration im Blut zu gewährleisten, kann eine Anpassung ihrer Dosierung erforderlich werden, wenn eine Behandlung mit Rifampicin begonnen oder beendet wird.
Aufgrund der vorstehend beschriebenen Eigenschaften besitzt der Wirkstoff ein hohes Potenzial für Interaktionen. Es ist jedoch nicht möglich, sämtliche Substanzen aufzuzählen, mit denen er möglicherweise in Interaktion treten könnte. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel sind daher auch deren Fachinformationen zu beachten, um sich über ihre Stoffwechselwege und gegebenenfalls vorzunehmende Dosisänderungen (oder andere zu ergreifende Massnahmen) zu informieren.
Dies gilt umso mehr für Patienten, die mehrere weitere Arzneimittel anwenden, sowie Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Rifampicin
Antazida, Opiate und Anticholinergika können die Resorption von Rifampicin vermindern. Die Tagesdosis Rifampicin ist mindestens 1 Stunde vor dem Antazidum einzunehmen.
Einfluss von Rifampicin auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen
Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, sind die in der folgenden Tabelle aufgeführten Empfehlungen wie folgt definiert:
- "kontraindiziert" : Das Arzneimittel darf in keinem Fall gleichzeitig mit Rifampicin angewendet werden.
- "nicht empfohlen" : Die Anwendung dieses Arzneimittels während oder innerhalb von zwei Wochen nach einer Behandlung mit Rifampicin ist zu vermeiden, es sei denn, der Nutzen der Anwendung überwiegt die potenziell erhöhten Risiken. Wenn eine gleichzeitige Anwendung unvermeidlich ist, ist der Patient zu überwachen und die Dosis des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels gegebenenfalls anzupassen. Bei Wirkstoffen mit definierter Zielkonzentration wird empfohlen, die Plasmakonzentration zu überwachen. Dies gilt insbesondere für Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite.
- "mit Vorsicht anzuwenden" : Bei gleichzeitiger Anwendung dieses Arzneimittels mit Rifampicin wird eine gründliche und engmaschige Überwachung empfohlen. Bei Wirkstoffen mit definierter Zielkonzentration wird empfohlen, die Plasmakonzentration zu überwachen. Es kann erforderlich werden, die Dosis des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels anzupassen.
Die nachstehende Liste von Arzneimitteln ist exemplarisch und nicht vollständig (weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Fachinformationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel).

Untersuchter Wirksto  Dosisschema           Cmax                  AUC                   Empfehlung zur
ff                                                                                      gleichzeitigen
                                                                                        Anwendung
Atovaquon             Interaktion nicht                           Verringerte Expositi  Nicht empfohlen.
                      untersucht                                  on                    Bei gleichzeitiger
                                                                                        Anwendung sind eine
                                                                                        Verringerung der
                                                                                        Plasmakonzentration
                                                                                        von Atovaquon und
                                                                                        ein Anstieg der
                                                                                        Konzentration von
                                                                                        Rifampicin beobachte
                                                                                        t worden.
Caspofungine          Nach zwei Wochen      Restkonzentration                           Mit Vorsicht anzuwen
                      mehrfacher Komedikat  von Caspofungin                             den. Bei Erwachsenen
                      ion mit Rifampicin    (Cthrough) war 30 %                          sollte die Dosis
                                            niedriger als bei                           von 70 mg Caspofungi
                                            Erwachsenen, die                            n täglich und bei
                                            Caspofungin als                             Kindern und Jugendli
                                            Monotherapie erhalte                        chen die Dosis von
                                            n haben                                     70 mg/m² täglich
                                                                                        beibehalten werden,
                                                                                        ohne eine Gesamttage
                                                                                        sdosis von 70 mg zu
                                                                                        überschreiten.
Ciclosporin           Rifampicin/ Ciclospo                        AUC-Ratio: 0,27       Mit Vorsicht anzuwen
                      rin (600 mg tgl./10                         (bei oraler Einnahme  den
                      mg/kg orale Einzeldo                        ) AUC-Ratio: 0,72     
                      sis)                                        (i. v.)               
Clopidogrel                                                       Erhöht die Expositio  Rifampicin induziert
                                                                  n gegenüber den        stark CYP2C19, was
                                                                  aktiven Metaboliten   gleichzeitig zu
                                                                                        einem erhöhten
                                                                                        Spiegel des aktiven
                                                                                        Metaboliten von
                                                                                        Clopidogrel und
                                                                                        einer Thrombozytenhe
                                                                                        mmung führt, die
                                                                                        ggf. insbesondere
                                                                                        das Blutungsrisiko
                                                                                        verstärkt als
                                                                                        Vorsichtsmassnahme
                                                                                        wird die gleichzeiti
                                                                                        ge Anwendung von
                                                                                        Clopidogrel und
                                                                                        Rifampicin nicht
                                                                                        empfohlen.
Systemische hormonel  Rifampicin/ Ethinyle  Cmax-Ratio: 0,57      AUC-Ratio Ethinylest  Nicht empfohlen
le Kontrazeptiva      stradiol/ Norethiste  Cmax-Ratio: 1         radiol: 0,34 AUC-Rat  
einschliesslich       ron (600 mg tgl./                           io Norethisteron:     
Östrogene und         35 µg Steady-State/                         0,49                  
Gestagene             1 mg)                                                             
Daclatasvir           Rifampicin/ Daclatas  Cmax-Ratio: 0,44      AUC-Ratio: 0,21       Kontraindiziert
                      vir (600 mg tgl./     [0,40; 0,48]          [0,19; 0,23]          
                      60 mg Einzeldosis)                                                
Digoxin               Rifampicin/ Digoxin   Cmax-Ratio: 0,48      AUC-Ratio: 0,70       Mit Vorsicht anzuwen
                      (600 mg tgl./1 mg)                                                den
Dolutegravir                                                      AUC-Ratio: 0,46       Nicht empfohlen bei
                                                                                        Patienten mit
                                                                                        Resistenz gegenüber
                                                                                        der Wirkstoffklasse
                                                                                        der Integrasehemmer.
                                                                                         Mit Vorsicht
                                                                                        anzuwenden bei
                                                                                        Patienten ohne
                                                                                        Resistenz gegenüber
                                                                                        Integrasehemmern:
                                                                                        Bei gleichzeitiger
                                                                                        Anwendung mit
                                                                                        Rifampicin ist
                                                                                        Dolutegravir in der
                                                                                        Dosierung 50 mg
                                                                                        zweimal täglich
                                                                                        einzunehmen.
Efavirenz             Rifampicin/ Efaviren  Cmax-Ratio: 0,76      AUC-Ratio: 0,7        Mit Vorsicht anzuwen
                      z (600 mg tgl./ 600                                               den Anpassung der
                      mg Einzeldosis)                                                   Efavirenz-Dosis auf
                                                                                        800 mg
Fluconazol            Rifampicin/ Fluconaz  Cmax-Ratio: 1         AUC-Ratio: 0,77       Mit Vorsicht anzuwen
                      ol (600 mg/ 200 mg)                                               den
Fluvastatin                                                       AUC-Ratio: 0,5        Mit Vorsicht anzuwen
                                                                                        den
Glibenclamid          Rifampicin/ Glibencl  Cmax-Ratio: 0,78 [p   AUC-Ratio: 0,61       Mit Vorsicht anzuwen
                      amid (600 mg tgl./    = 0,01]                                     den
                      1,75 mg Einzeldosis)                                              
Irinotecan            Interaktion nicht                           Verringerte Expositi  Nicht empfohlen
                      untersucht                                  on                    
Itraconazol           Rifampicin/ Itracona                        AUC-Ratio: 0,12       Nicht empfohlen
                      zol (600 mg tgl./                                                 
                      200 mg Einzeldosis)                                               
Ketoconazol           Rifampicin/ Ketocona                        AUC-Ratio: 0,17 (i.   Nicht empfohlen
                      zol (600 mg / 200                           v.) AUC-Ratio: 0,20   
                      mg)                                         (bei oraler Einnahme  
                                                                  )                     
Linezolid             Rifampicin/ Linezoli  Cmax-Ratio: 0,79      AUC-Ratio: 0,68       Mit Vorsicht anzuwen
                      d (600 mg tgl./ 600   [0,63; 0,85]          [0,63; 0,73]          den. Der Mechanismus
                      mg 2 x tgl.)                                                       dieser Interaktion
                                                                                        und ihre klinische
                                                                                        Bedeutung sind
                                                                                        nicht bekannt.
Lurasidon             Rifampicin/Lurasidon  Cmax-Ratio: 0,15      AUC-Ratio: 0,19       Kontraindiziert.
                       (600 mg tgl./40 mg   (0,12-0,18)*          (0,17-0,22)*          Eine deutlich
                      Einzeldosis)                                                      reduzierte Expositio
                                                                                        n gegenüber Lurasido
                                                                                        n ist zu erwarten,
                                                                                        da Lurasidon gleichz
                                                                                        eitig mit einem
                                                                                        CYP3A4-Induktor wie
                                                                                        Rifampicin verabreic
                                                                                        ht wird.
Methadon              Rifampicin/ Methadon  Cmax-Ratio: 0,7       AUC-Ratio: 0,23       Mit Vorsicht anzuwen
                       (600 mg tgl./ 10     (oral)                (bei oraler Einnahme  den
                      mg oral; 4,5 mg i.                          ) AUC-Ratio: 0,32     
                      v.)                                         (i. v.)               
Metoprolol            Rifampicin/ Metoprol                        AUC-Ratio: 0,67       Mit Vorsicht anzuwen
                      ol (600 mg tgl./                                                  den
                      100 mg Einzeldosis)                                               
Mifepriston           Interaktion nicht                           Verringerte Expositi  Mit Vorsicht anzuwen
                      untersucht                                  on Verringerung der   den Bei gleichzeitig
                                                                  AUC von Mifepriston   er Anwendung von
                                                                  um das 6,3-Fache      Mifepriston und
                                                                  und seiner Metabolit  einem CYP3A4-Indukto
                                                                  en 22-Hydroxy-Mifepr  r wie Rifampicin
                                                                  iston und N-Demethyl  kann eine verringert
                                                                  -Mifepriston um das   e Wirksamkeit
                                                                  20-Fache bzw.         erwartet werden.
                                                                  5,9-Fache             
Morphin               Rifampicin/ Morphin                         AUC-Ratio: 0,74       Mit Vorsicht anzuwen
                      (600 mg tgl./ 10 mg)                        (bei oraler Einnahme  den
                                                                  )                     
Oxycodon              Rifampicin/ Oxycodon  Cmax-Ratio: 0,32      AUC-Ratio: 0,14       Nicht empfohlen
                      -Hydrochlorid (600                                                
                      mg/ 15 mg)                                                        
Phenytoin             Rifampicin/ Phenytoi                        AUC-Ratio: 0,45       Mit Vorsicht anzuwen
                      n (450 mg tgl./ 100                                               den
                      mg i. v.)                                                         
Prednisolon           Interaktion nicht                           Verringerte Expositi  Mit Vorsicht anzuwen
                      untersucht                                  on                    den
Saquinavir, mit       Rifampicin/ Saquinav  Cmax-Ratio: 0,30      AUC-Ratio: 0,35       Kontraindiziert
Ritonavir als         ir (600 mg tgl./      [0,18; 0,50]          [0,21; 0,58]          
Booster               1.200 mg 3 x tgl.)                                                
Simvastatin           Rifampicin/ Simvasta  Cmax-Ratio: 0,1       AUC-Ratio: 0,1        Nicht empfohlen
                      tin (600 mg tgl./     (0,03–0,31)*          (0,05–0,38)*          
                      40 mg Einzeldosis)                                                
Tamoxifen             Rifampicin/ Tamoxife  Cmax-Ratio: 0,44      AUC-Ratio: 0,14       Nicht empfohlen
                      n (600 mg tgl./ 80    (0,24–0,62)*          (0,09–0,18)*          
                      mg Einzeldosis)                                                   
Tenofovir-alafenamid  Interaktion nicht                           Verringerte Expositi  Nicht empfohlen
-fumarat              untersucht                                  on                    
Theophyllin           Rifampicin/ Theophyl  Cmax-Ratio: 1         AUC-Ratio: 0,71       Mit Vorsicht anzuwen
                      lin (300 mg tgl./ 5                                               den
                      mg/kg orale Einzeldo                                              
                      sis)                                                              
Verapamil             Rifampicin/ Verapami  Cmax-Ratio: 0,04      AUC-Ratio: 0,07       Nicht empfohlen ist
                      l (600 mg /120 mg     (bei oraler Einnahme  (bei oraler Einnahme  die gleichzeitige
                      oral; 10 mg i. v.)    )                     ) AUC-Ratio: 0,82     Anwendung von
                                                                  (i. v.)               Verapamil durch
                                                                                        orale Einnahme. Mit
                                                                                        Vorsicht anzuwenden
                                                                                        ist die gleichzeitig
                                                                                        e Anwendung von
                                                                                        Verapamil bei
                                                                                        intravenöser Gabe
                                                                                        (i. v.).
Warfarin              Rifampicin/ Warfarin                        AUC-Ratio: 0,26       Mit Vorsicht anzuwen
                       (600 mg/ 0,75                                                    den. Der INR-Wert
                      mg/kg Körpergewicht)                                              ist während und in
                                                                                        den ersten 2–3
                                                                                        Wochen nach der
                                                                                        Behandlung mit
                                                                                        Rifater engmaschig
                                                                                        zu überwachen. Die
                                                                                        Warfarin-Dosis ist
                                                                                        entsprechend anzupas
                                                                                        sen. Nach der
                                                                                        Behandlung mit
                                                                                        Rifater besteht ein
                                                                                        erhöhtes Risiko für
                                                                                        schwere Blutungen,
                                                                                        wenn die Warfarin-Do
                                                                                        sis nicht angepasst
                                                                                        wird.
Zolpidem              Rifampicin/ Zolpidem  Cmax-Ratio: 0,42      AUC-Ratio: 0,27       Nicht empfohlen
                       (600 mg tgl./ 20                                                 
                      mg Einzeldosis)                                                   

 
* Minimal- und Maximalwert der Ratio
Bildung von toxischen Metaboliten
Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol und Rifampicin kann das bekannte Risiko der Hepatotoxizität bei jedem der Arzneimittel erhöhen. Bei therapeutischen Dosen wird Paracetamol hauptsächlich in der Leber in Form von Sulfokonjugaten und Glucurokonjugaten metabolisiert, wobei weniger als 10 % der Dosis über Cytochrom P450 (CYP) metabolisiert und in einen reaktiven und hepatotoxischen Metaboliten, NAPQI (N-Acetyl-p-chinonimin), umgewandelt werden. Die Bildung von NAPQI in vivo erfolgt hauptsächlich über die CYP2E1-Isoform. Die Einbeziehung der Isoformen CYP3A, CYP1A2, CYP2A6 und CYP2D6 wurde in vitro beobachtet, aber ihre Rolle in vivo bleibt fragwürdig. Beide Arzneimittel sind bekanntermassen auch bei Verabreichung als Monotherapie hepatotoxisch. Eine pharmakokinetische Analyse deutet darauf hin, dass bei höheren Dosen von Paracetamol (Einzeldosis von 500 mg) und/oder Rifampicin (600 mg/1 Tag) nicht ausgeschlossen werden kann, dass Rifampicin den Metabolismus von Paracetamol induziert. Dies führt zu einer erhöhten Produktion des toxischen Metaboliten NAPQI (siehe Abschnitt "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Hepatotoxizität" ).
Die gleichzeitige Anwendung von Dapson und Rifampicin kann das bekannte Risiko einer beobachteten Dapson-Methämoglobinämie erhöhen. Dapson wird in der Leber metabolisiert, was zur Bildung des Hydroxylamin-Metaboliten führt, der wahrscheinlich für die hämatologische Toxizität (Methämoglobinämie) verantwortlich ist. Rifampicin erhöht die Plasmakonzentrationen des Hydroxylamin-Metaboliten durch das Isoenzym CYP2C19 (zusätzlich durch CYP2B6, CYP2D6, CYP3A4), das zu einer Erhöhung des Methämoglobins führen kann. Es wird empfohlen, Bluttests durchzuführen, um die Methämoglobinkonzentrationen im Blut während des ersten Monats bei Patienten, die mit Dapson behandelt wurden, wöchentlich zu schätzen.
Einfluss der gleichzeitigen Anwendung von Rifampicin und Isoniazid auf andere Substanzen
Interaktion mit Cytochrom-P450-Enzymen
Rifampicin ist ein hochwirksamer Induktor des Cytochrom-P450-Systems und kann den Metabolismus gleichzeitig verabreichter Arzneimittel erhöhen, was zu subtherapeutischen Plasmakonzentrationen und zum Wirkungsverlust führen kann. Isoniazid hemmt den Metabolismus verschiedener Arzneimittel, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen führen kann. Die Gesamtwirkung der gegenläufigen Effekte von Rifampicin und Isoniazid auf den Metabolismus von Arzneimitteln, die auf diesem Weg verstoffwechselt werden, ist unbekannt. Darüber hinaus werden bestimmte Arzneimittel wie z.B. Phenytoin, Warfarin und Theophyllin durch Rifampicin und Isoniazid entgegengesetzt beeinflusst. Die Nutzwirkung lässt sich nicht vorausberechnen und kann sich mit der Zeit verändern. Arzneimittel, die durch CYP-450-Enzyme metabolisiert werden, dürfen nur dann zusammen mit Rifater angewendet werden, wenn die Möglichkeit besteht, die Plasmakonzentration und/oder die klinischen Reaktionen/unerwünschten Wirkungen zu kontrollieren und die Dosis entsprechend anzupassen. Die Überwachung ist während der Behandlung mit Rifater in engen Abständen durchzuführen und nach Behandlungsende noch 2–3 Wochen fortzuführen. Die enzyminduzierenden Wirkungen von Rifampicin klingen im Verlauf von 2 oder mehr Wochen nach Absetzen der Rifampicin-Behandlung allmählich ab. Dies ist ein Faktor, der berücksichtigt werden muss, wenn die Dosis anderer Arzneimittel während der Behandlung mit Rifater erhöht wurde.
Interaktionen mit Nahrungsmitteln:
Da Isoniazid MAO-hemmende Eigenschaften besitzt, können Interaktionen mit Tyramin enthaltenden Nahrungsmitteln (Käse, Rotwein) auftreten. Diaminoxydase kann ebenfalls gehemmt sein und übermässige Reaktionen (Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen, Flush, Hypotonie) auf Histamin enthaltende Nahrungsmittel (z.B. Thunfisch, tropische Fische) hervorrufen. Tyramin und Histamin enthaltende Nahrungsmittel sind während der Einnahme von Rifater zu vermeiden.

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