Schwangerschaft, StillzeitEmpfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Aufgrund des genotoxischen Potenzials von Rifampicin (siehe "Präklinische Daten" ) müssen Männer darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie während der gesamten Dauer der Behandlung mit Rifater und bis drei Monate nach Behandlungsende kein Kind zeugen dürfen und wirksame Verhütungsmethoden anwenden müssen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, dass sie während der gesamten Dauer der Behandlung mit Rifater und bis sechs Monate nach Behandlungsende nicht schwanger werden dürfen und wirksame Verhütungsmethoden (nicht-hormonelle Verhütungsmethoden, siehe "Interaktionen" ) anwenden müssen (siehe "Präklinische Daten" und "Interaktionen" ).
Schwangerschaft
In hohen Dosen erwies sich Rifampicin in Nagetieren als teratogen.
Nach Verabreichung von Isoniazid während der Schwangerschaft bei Ratten und Kaninchen wurde von einer embryoziden Wirkung berichtet.
In Reproduktions-Studien bei Säugern (Mäuse, Ratten, Kaninchen) hingegen wurden keine kongenitalen Anomalien gefunden.
Beim Menschen ist die Wirkung von Rifampicin, allein oder in Kombination mit anderen Tuberkulostatika, auf den Fötus nicht bekannt. Es gibt keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Bekannt ist jedoch, dass Rifampicin die Plazenta passiert und im Blut der Nabelschnur nachgewiesen werden kann. Vor der Therapie muss deshalb eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Therapie vermieden werden. Bei bereits schwangeren Frauen ist Rifater nicht anzuwenden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Bei Verabreichung während den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin postnatale Hämorrhagien in Mutter und Kind auslösen, für die eine Behandlung mit Vitamin K indiziert sein kann.
Stillzeit
Pyrazinamid, Rifampicin und Isoniazid werden in der Muttermilch ausgeschieden. Mütter, die Rifater einnehmen, dürfen deshalb ihre Kinder nicht stillen.
Fertilität
Für Rifater liegen keine Humandaten zum langfristigen Potenzial einer Beeinträchtigung der Fertilität vor. Rifater hat bei Tieren eine genotoxische Wirkung, was einen Risikofaktor für die Beeinträchtigung der Fertilität beim Menschen darstellt (siehe "präklinische Daten" ).
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