PharmakokinetikDie Pharmakokinetik von Corvert bei Patienten mit Vorhofflimmern und Vorhofflattern ist unabhängig von der Art der Arrhythmie, dem Alter des Patienten oder dessen Geschlecht, der linksventrikulären Ejektionsfraktion, dem Auftreten polymorpher ventrikulärer Tachykardie oder von der gleichzeitigen Verwendung von Digoxin, Calciumkanal-Blockern oder Beta-Rezeptorenblockern.
Distribution
Nach intravenöser Infusion verringern sich die Plasmaspiegel von Ibutilid rasch durch einen multiexponentiellen Prozess. Die Pharmakokinetik von Ibutilid variiert stark interindividuell. Bei gesunden Versuchspersonen ist die systemische Plasma-Clearance von Ibutilid sehr hoch (29 ± 7 ml/min/kg) und entspricht etwa dem Blutfluss der Leber; das Distributionsvolumen im Steady-state ist ebenfalls gross (11 ± 4 l/kg). Auch bei den gegen Vorhofflimmern und Vorhofflattern behandelten Patienten erfolgt die Verteilung sehr rasch. Die initiale Distributions-Halbwertzeit ist kurz (1,5 Minuten). Bei der Pharmakokinetik von Ibutilid besteht ein lineares Verhältnis zur verwendeten Dosis Corvert Infusionslösung in einem Bereich zwischen 0,01 mg/kg und 0,10 mg/kg Ibutilidfumarat.
Ibutilid zeigt eine mässige Plasma-Proteinbindungsquote (41% sind eiweissgebunden); deshalb ist die Verdrängung anderer Substanzen aus ihrer Plasmabindung kaum zu erwarten. Ibutilid verteilt sich rasch und ausgedehnt im extravaskulären Bereich, was sich in einer kurzen Distributions-Halbwertszeit und einem grossen Verteilungsvolumen niederschlägt.
Metabolismus
Acht Ibutilid-Metaboliten konnten im Urin isoliert werden. Man vermutet, dass diese Metaboliten in erster Linie durch Omega-Oxidation, gefolgt von sequenziellen Beta-Oxidationen der Heptyl-Seitenkette von Ibutilid durch Vermittlung von Cytochrom P450 entstehen. Sieben dieser Metaboliten (alle Haupt-Ausscheidungsprodukte inbegriffen) weisen im Vergleich zu Ibutilid geringe oder sogar fehlende antiarrhythmische elektrophysiologische Aktivitäten der Klasse III auf. Der Initialmetabolit des primären Abbauwegs (Omega-Oxidation) besitzt eine dem Ibutilid ähnliche in-vitro-Aktivität; die maximale Plasmakonzentration dieses Metaboliten beträgt jedoch lediglich <1% der Ibutilid-Konzentrationen, sodass nichts darauf hindeutet, dass der Metabolit in signifikanter Weise zur elektrophysiologischen Aktivität von Ibutilid beiträgt.
Elimination
Die Eliminations-Halbwertzeit beträgt durchschnittlich 6 Stunden (typische Streubreite: 2 bis 12 Stunden).
Bei gesunden männlichen Probanden wurden 82% (78% innerhalb von 24 Stunden) einer Dosis von 0,01 mg/kg [14C] Ibutilidfumarat im Urin (6,7 ± 1,8% der Dosis als unverändertes Ibutilid) innerhalb von 4 Tagen nach der Infusion ausgeschieden, während der Rest innert 7 Tagen in den Faeces erschien.
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