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Fachinformation zu Alofisel:Takeda Pharma AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Darvadstrocel (INN) aus humanem Fettgewebe expandierte, allogene, mesenchymale, adulte Stammzellen (expanded adipose stem cells (eASC))
Hilfsstoffe: Dulbecco’s Modified Eagle Medium (DMEM) (enthält Vitamine, Salze und Kohlenhydrate); humanes Serumalbumin

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Suspension zur Injektion.
Jede Durchstechflasche enthält eine Suspension von 30 Millionen Zellen (eASC) in 6 ml Lösung, was einer Konzentration von 5 Millionen Zellen / ml entspricht.
Die Zellsuspension kann sich auf dem Boden der Durchstechflasche absetzen und ein Sediment bilden. Nach behutsamer Resuspendierung ist das Produkt eine weisse bis gelbliche, homogene Suspension.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Alofisel ist für die Behandlung von Morbus Crohn-assoziierten komplexen perianalen Fisteln bei erwachsenen Patienten mit einem nicht-aktiven bzw. einem leichtgradig aktiven Morbus Crohn indiziert, sofern die Fisteln unzureichend auf mindestens eine immunosuppressive oder biologische Therapie angesprochen haben.
Vor der Anwendung von Alofisel sollten die Fisteln, wie in der Sektion »Dosierung / Anwendung« beschrieben, konditioniert werden (siehe Vorbereitende Massnahmen und Applikation sowie Vorbereitende chirurgische Massnahmen am Tag des Eingriffs).

Dosierung/Anwendung

Alofisel darf nur an spezialisierten Zentren von einem interdisziplinären Team inklusive IBD-Fachärzten verabreicht werden, die in der Diagnose und Behandlung von perianalen Fisteln erfahren sind. Vor der Anwendung von Alofisel muss das Training zur Handhabung und Anwendung von Alofisel durchgeführt werden.
Um die Rückverfolgbarkeit im Falle von positiven Resultaten bei Sterilität Tests nach Behandlung sicherzustellen, muss die Chargennummer bei jeder Behandlung dokumentiert werden. Siehe auch Warnungen und Vorsichtsmassnahmen.
Eine Einzeldosis Alofisel besteht aus 120 Millionen Zellen, die auf 4 Durchstechflaschen verteilt sind. Jede Durchstechflasche enthält eine Suspension von 30 Millionen Zellen in 6 ml Lösung. Der gesamte Inhalt der 4 Durchstechflaschen wird für die Behandlung einer perianalen Fistel mit bis zu zwei inneren sowie bis zu drei äusseren Fistelöffnungen verwendet. Es ist somit möglich mit einer Dosis von 120 Millionen Zellen eine perianale Fistel mit bis zu drei Fistelgängen zu behandeln.
Derzeit bestehen nur begrenzte Erfahrung bezüglich der Wirksamkeit oder Sicherheit einer wiederholten Applikation von Alofisel.
Spezielle Populationen
Ältere Patienten
Daten zu einer Alofisel-Therapie bei älteren Patienten liegen nur beschränkt vor. Aufgrund der (stamm-) zellbasierten Natur von Alofisel und der lokalen Applikation ist nicht zu erwarten, dass sich das Nutzen-Risiko-Profil von Alofisel bei älteren Patienten im Vergleich zu jüngeren Patienten unterscheidet. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
Daten zu einer Alofisel-Therapie bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen liegen nicht vor. Aufgrund der (stamm-) zellbasierten Natur von Alofisel und der lokalen Applikation ist nicht zu erwarten, dass sich das Nutzen-Risiko-Profil von Alofisel bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sich von dem unterscheiden, welches bei Patienten ohne Niere- oder Leberfunktionsstörungen beobachtet wurde. Daher ist keine Dosisanpassung bei Patienten mit einer eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alofisel bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren ist nicht belegt, es liegen keine Daten vor.
Vorbereitende Massnahmen und Applikation
Für die intraläsionale Applikation unter chirurgischen Bedingungen und einer Allgemein- oder Regionalanästhesie.
Im Einklang mit den Standards für das Management von komplexen perianalen Fisteln ist eine Charakterisierung der Fistel vor der Behandlung erforderlich. Diese umfasst eine eingehende Kenntnis der Anatomie (Anzahl der Fistelöffnungen und -gänge), der Topographie (Ausmass der Fistelgänge und deren Lage zu den Sphinktern und der Beckenmuskulatur) und potentiell assoziierten Komplikationen (z.B. Abszess). Vor der Anwendung von Alofisel muss der behandelnde Chirurg sicherstellen, dass keine Abszesse vorhanden sind und dass die Morbus Crohnbedingte chronische Darmentzündung zum Zeitpunkt der Therapie mit Alofisel leichtgradig aktiv bzw. nicht-aktivist. Im Falle eines Abszesses ist eine chirurgische Abszessversorgung (Spaltung und Drainage/Ausräumung) und ggf. eine Seton-Einlage entsprechend den chirurgischen Therapierichtlinien vorzunehmen.
Die Fistelgänge sollen zwei bis drei Wochen vor dem geplanten Eingriff mit einer Kürettage vorbereitet und ein Seton soll platziert werden, falls dies klinisch indiziert ist. Die Patienten sollen die Standardbehandlung für Fisteln erhalten, inklusive Antibiotikabehandlung.
Vorbereitende chirurgische Massnahmen am Tag des Eingriffs
Die zu behandelnde Fistel sollte wie folgt auf die Applikation von Alofisel vorbereitet werden:
1.Falls Setons vorhanden sind, müssen diese vorgängig entfernt werden.
2.Die Vorbereitung der Fistelgänge umfasst folgende Schritte:
a)Identifizieren Sie die Lage der inneren Fistelöffnungen. Hierzu empfiehlt es sich, eine Natriumchlorid-Lösung von 9 mg/ml (0.9%) durch die äusseren Öffnungen zu injizieren, bis sie durch die inneren Öffnungen wieder herauskommt. Die Injektion anderer Substanzen durch die Fistelgänge wie z.B. Wasserstoffperoxid, Methylenblau, Iod Lösungen oder hypertonische Glukoselösungen ist nicht erlaubt, da diese die Lebensfähigkeit der therapeutischen Zellen beeinträchtigen können.
b)Führen Sie eine ausgiebige Kürettage sämtlicher Fistelgänge mit besonderem Schwerpunkt der inneren Öffnungen mit einer metallischen Kürette durch.
c)Verschliessen Sie die inneren Öffnungen mittels einer chirurgischen Naht.
Applikation
Nach den vorbereitenden chirurgischen Massnahmen der Fistel wird Alofisel folgendermassen appliziert:
1.Vorbereitung
a)Resuspendieren Sie die Zellen durch sanftes Klopfen des Bodens der Durchstechflaschen, bis eine homogene Suspension entsteht. Eine Blasenbildung sollte vermieden werden. Jede Durchstechflasche sollte sofort nach der Re-Suspension verwendet werden, um zu verhindern, dass sich die Zellen wieder absetzen.
b)Entfernen Sie die Kappe der Durchstechflasche, kippen Sie die Durchstechflasche mit der Oberseite nach unten und ziehen Sie den ganzen Inhalt vorsichtig mit einer Spritze und einer herkömmlichen Kanüle auf (nicht dünner als 22G).
c)Ersetzen Sie die Kanüle durch eine längere, für eine Spinalanästhesie geeignete Kanüle (ca. 90 mm lang und nicht dünner als 22G), um die vorgesehenen Applikationsstellen zu erreichen.
Applizieren Sie den Inhalt der Durchstechflasche. Information zur Applikation entnehmen Sie Punkt 2 - Injektion.
Wiederholen Sie die Schritte (a), (b) und (c) jeweils nacheinander für jede Durchstechflasche.
2.Injektion
Zwei der Durchstechflaschen sollten für die inneren Fistelöffnungen und die verbleibenden zwei für die äusseren Öffnungen verwendet werden. Führen Sie nach dem Einstich der Kanüle in das Gewebe vor der Injektion eine Aspiration durch, um eine intravaskuläre Applikation zu vermeiden.
a)Injektion in das umliegende Gewebe der inneren Fistelöffnungen: Führen Sie die Kanüle durch den Anus ein und gehen Sie wie folgt vor:
-Sofern lediglich eine innere Fistelöffnung vorliegt, injizieren Sie den Inhalt von 2 Fläschchen (eines nach dem anderen) in das Gewebe, das die innere Öffnung umgibt. Spritzen Sie den Inhalt der Fläschchen in Form von mehreren kleineren Depots in das Gewebe.
-Falls zwei interne Fistelöffnungen vorliegen, injizieren Sie den Inhalt eines Fläschchens in das Gewebe um die erste innere Öffnung und anschliessend den Inhalt einer zweiten Durchstechflasche in das Gewebe um die zweite innere Öffnung, in Form von mehreren kleineren Depots.
b)Injektion in das umliegende Gewebe der äusseren Fistelgänge: Führen Sie die Kanüle durch die äusseren Fistelöffnungen und injizieren Sie aus dem Lumen der Fistelgänge heraus in das umliegende Gewebe:
-Bei einer äusseren Fistelöffnung: injizieren Sie einzeln und in Form mehrerer kleiner Depots den Inhalt der verbleibenden zwei Fläschchen oberflächlich in die Gewebewände des Fistelganges der Länge entlang ein.
-2 oder 3 äussere Fistelöffnungen: injizieren Sie den Inhalt der verbleibenden zwei Fläschchen gleichmässig verteilt auf die Fistelgänge.
Das Verfahren zur Injektion in den Wänden des Fistelgangs sollte nach vorheriger Kenntnis der Anatomie und Topologie der Fisteln durchgeführt werden, wie sie während der Fistelcharakterisierung bestimmt wurden. Stellen Sie sicher, dass Zellen nicht in das Lumen des Fistelganges injiziert werden, um ein Herauslaufen der Zellen zu vermeiden.
Den Bereich um die äussere(n) Fistelöffnung(en) herum 20-30 Sekunden sanft massieren und anschliessend mit einer sterilen Abdeckung (Pflaster, Verband) bedecken.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Rinderserum oder einen der aufgeführten Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Alofisel kann Spuren von Penicillin-G und Streptomycinsulfat enthalten. Dies sollte bei Patienten mit bekannter akuter Hypersensitivität (Anamnese mit anaphylaktischer Reaktion) auf diese Substanzklassen berücksichtigt werden.
Eine Lokalanästhesie wird aufgrund der unbekannten Wirkung der Lokalanästhetika auf die therapeutischen Zellen nicht empfohlen.
Die Injektion von Wasserstoffperoxid, Methylenblau, Jodlösungen oder hypertonischen Glukoselösungen durch die Fistelgänge ist vor, während oder nach der Applikation von Alofisel zu vermeiden, da dies die Lebensfähigkeit der Zellen und somit die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen kann.
Alofisel ist nur für die intraläsionale Applikation indiziert. Alofisel darf nicht mit einer Kanüle dünner als 22 G verabreicht werden. Dünnere Kanülen können während der Injektion eine Zerstörung der Zellen verursachen und damit die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen.
Da Alofisel lebende Zellen enthält, kann das Produkt nicht sterilisiert werden und könnte daher potentiell infiziertes biologisches Material enthalten. Das Risiko einer Infektion bedingt durch kontaminiertes Produkt wird als gering eingeschätzt und wird im Herstellungsprozess kontrolliert. Die Sterilität wird während des gesamten Herstellungsprozesses kontinuierlich überprüft, jedoch liegen die endgültigen Ergebnisse nach der Verabreichung von Alofisel vor. Die Patienten sollten auf mögliche Anzeichen einer Infektion hingewiesen und überprüft werden.
Reaktionen auf die vorbereitenden chirurgischen Massnahmen der Fisteln auf eine Therapie mit Alofisel: Die chirurgische Vorbereitung der Fistel wurde mit Proktalgie und Verfahrensschmerzen assoziiert (siehe Abschnitt „Unerwünschte Wirkungen“).
Es liegen keine Daten für die Anwendung von Alofisel bei folgenden Patientenpopulationen vor: Patienten mit aktivem, luminalem Morbus Crohn mit einem Crohn's Disease Activity Index (CDAI) > 220; Patienten mit mehr als einer Fistel, mit begleitenden, rektovaginalen Fisteln oder bei perianalen Fisteln mit > 2 internen oder > 3 externen Öffnungen; Patienten mit Stoma oder Fisteloperationen in der Anamnese mit Ausnahme von Drainage oder Seton; Patienten mit Kortikosteroidtherapie innerhalb der letzten 4 Wochen; Patienten mit bösartigen Tumoren oder mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche in der Anamnese.Alofisel sollte mit Vorsicht bei Patienten mit rektaler und/oder analer Stenose oder Stoma verwendet werden, wenn dies eine Einschränkung der Produktverabreichung in den Bereich um die inneren Öffnungen bedeutet. Alofisel sollte ebenfalls mit Vorsicht bei Patienten mit Proktitis angewendet werden. Es liegen noch keine Daten vor.

Interaktionen

Es wurden keine in-vivo Interaktionsstudien durchgeführt.
In-vitro Interaktionsstudien haben gezeigt, dass weder die Lebensfähigkeit der Zellen, noch die immunomodulatorische Wirkung durch die gleichzeitige Verwendung von klinisch relevanten Konzentrationen von konventionellen Therapien für Morbus Crohn (Infliximab, Methotrexat und Azathioprin) beeinflusst wird.
Die Injektion von Farbstoffen und Lokalanästhetika in das Fistelumgebende Gewebe wird aufgrund der unbekannten Wirkung auf die in Alofisel enthaltenen Zellen nicht empfohlen (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen weder Daten zu einer Applikation von Alofisel bei schwangeren Frauen, noch aus Tierversuchen vor, welche die potentielle Reproduktionstoxizität von Alofisel untersuchen (siehe Abschnitt „Präklinische Daten“).
Eine Therapie mit Alofisel wird während einer Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Empfängnisverhütung nicht empfohlen.
Stillen
Als Vorsichtsmassnahme wird empfohlen eine Therapie mit Alofisel während der Stillzeit zu vermeiden.
Fruchtbarkeit
Es liegen keine Daten vor.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Alofisel übt keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen aus.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bis Woche 52 in der klinischen Studie auftraten, waren Analabszess bei 19.4% bzw. 13.7% der Patienten der Alofiselbzw. der Kontrollgruppe, Proktalgie bei 14.6 bzw. 11.8 % der Patienten und Analfistel bei 10.7 bzw. 7.8 % der Patienten.
Die folgende Auflistung von Nebenwirkungen beruht auf den Erfahrungen aus den klinischen Studien und wird nach Systemorganklasse angezeigt. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird nach folgender Konvention definiert: sehr häufig (≥1 / 10); Häufig (≥1 / 100 bis <1/10); Gelegentlich (≥1 / 1.000 bis <1/100); Selten (≥1 / 10.000 bis <1 / 1.000); Sehr selten (<1 / 10.000) und nicht bekannt (kann nicht aus den verfügbaren Daten geschätzt werden).
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Sehr häufig: Analabszess (19.4 % Alofisel bzw. 13.7 %Kontrollgruppe)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Proktalgie (14.6 bzw. 11.8 %)
Häufig: Analfistel (10.7 bzw. 7.8 %)
Reaktionen auf die vorbereitenden chirurgischen Massnahmen der Fistel, die bis zu sieben Tage nach der Prozedur auftreten können:
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Proktalgie (14.6 bzw. 11.8 %)
Gelegentlich: Schmerzen während der Prozedur
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Analabszess
Bis zu Woche 52 entwickelten 20 (19.4%) bzw. 14 (13.7%) Patienten in der Alofisel- bzw. Kontrollgruppe Analabszesse als Nebenwirkung, von denen 4 bzw. 5 in der jeweiligen Gruppe schwerwiegend waren (3.9% Patienten in beiden Gruppen). Bis zu Woche 104 entwickelten 15 (14.6%) bzw. 8 (7.8%) Patienten in der Alofisel- bzw. Kontrollgruppe Analabszesses mit der Einstufung schwerwiegend.
Proktalgie
Bis zu Woche 52 entwickelten 15 (14.6%) bzw 12 (11.8%) Patienten in der Alofisel- bzw. Kontrollgruppe als Nebenwirkung Proktalgie, wobei keines dieser Ereignisse bis Woche 104 schwerwiegend war. Es gab keine Patienten in der Alofisel-Gruppe mit schwerwiegender Proktalgie und 3.9% Patienten mit 4 Ereignissen in der Kontrollgruppe.
Analfistel
Bis zur Woche 52 entwickelten 11 (10.7%) bzw. 8 (7.8%) Patienten in der Alofisel- bzw. Kontrollgruppe Analfisteln, von denen keine dieser Nebenwirkung als schwerwiegend eingestuft wurde. Bis zu Woche 104 entwickelten 5 (4.9%) bzw. ein (<1.0%) Patient in der Alofisel- bzw. Kontrollgruppe Analfistel als schwerwiegende Nebenwirkung.

Überdosierung

Es wurde kein Fall von Überdosierung gemeldet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC code: {noch nicht zugewiesen}
Wirkmechanismus
Alofisel enthält aus menschlichem Fettgewebe gewonnene, expandierte mesenchymale Stammzellen (eASC), welche sowohl eine immunomodulatorische als auch eine entzündungshemmende Wirkung in entzündetem Geweben aufweisen.
Analfisteln, die typischerweise als Fissuren vorliegen, die das Darmlumen und die perianale Hautoberfläche durchdringen, sind durch eine lokale Entzündung gekennzeichnet, welche durch bakterielle Infektionen und Fäkalverunreinigungen verstärkt wird. Der entzündete Bereich ist gekennzeichnet durch eine Infiltration von aktivierten Lymphozyten und einer lokalen Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen.
Proinflammatorische Zytokine, insbesondere IFN-γ, die durch aktivierte Immunzellen (Lymphozyten) freigesetzt werden, aktivieren eASC. Die Aktivierung der eASC führt zu einer Hemmung der Proliferation von aktivierten Lymphozyten und reduziert die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen. Diese immunoregulatorische Aktivität vermindert die Entzündung und ermöglicht damit die Heilung des Fistelgang umgebenden Gewebes.
Pharmakodynamische Wirkung
In der ADMIRE-CD-Studie wiesen 36% der mit Alofisel-behandelten Patienten in der Woche 12 Anti-Donor-Antikörper auf. Von den Patienten mit Donor-spezifischen Antikörpern (DSA) in Woche 12 zeigten 30% ein Verschwinden der DSA bis Woche 52. Eine de novo DSA-Bildung wurde zwischen Woche 12 und Woche 52 nicht beobachtet. Es liegen nur begrenzt Daten vor, jedoch scheint das Vorhandensein von DSA keine nachteiligen Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Alofisel zu haben.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Alofisel wurde in der ADMIRE-CD-Studie untersucht. Es handelte sich dabei um eine randomisierte, doppelblinde, parallelgruppen- und Placebokontrollierte, multizentrische klinische Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Alofisel für die Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn-assoziierten komplexen perianalen Fisteln.
Insgesamt wurden 212 Patienten randomisiert, von denen 205 Patienten eine lokale intraläsionale Injektion von Alofisel (120 Millionen Zellen) oder eine intraläsionale Injektion von Placebo erhielten (Verhältnis 1:1). Die Patienten sollten drainierende, komplexe perianale Fisteln aufweisen mit unzureichendem Ansprechen auf mindestens eine der folgenden Behandlungen: Antibiotika, Immunsuppressiva oder TNFα-Inhibitoren. Folgende begleitende Therapien waren während der Studie zulässig: stabilen Dosen von Immunsuppressiva (18% der Patienten) oder TNFα-Inhibitoren (33%) oder beides (28%).
Die Mehrheit der Patienten, deren Fisteln ausschliesslich mit Antibiotika behandelt wurden, waren für ihre luminale Erkrankung vorgängig mit einer konventionellen Therapie wie Immunsuppressiva oder Biologika behandelt worden. Diese Therapie wurde wegen Intoleranz oder Nicht-Ansprechen abgebrochen oder war klinisch nicht indiziert.
Der primäre Endpunkt war die kombinierte Remission in Woche 24, definiert als klinische Schliessung aller behandelten Fisteln (kein drainieren trotz sanfter Kompression mit den Fingern) und Abwesenheit von Flüssigkeitsansammlungen (> 2 cm) bestätigt durch eine verblindete, zentral ausgewertete Magnetresonanztomographie (MRT, MRI). Die wichtigsten sekundären Endpunkte wurden als klinische Remission (klinische Schliessung aller behandelten Fisteln) und Ansprechen (klinische Schliessung von mindestens 50% aller behandelten Fisteln) in Woche 24 definiert. Darüber hinaus wurde ein Langzeit-Followup bis zur Woche 52 durchgeführt.

 

Alofisel Gruppe
(Alofisel + Standardbehandlung*)
n= 103

Kontrollgruppe
(Placebo + Standardbehandlung *)
n= 102

p-Wert / Differenz (%) (Konfidenzintervall)

Kombinierte Remission in Woche 24
(% Patienten)

52

35

0.019 /16.2 %
(97.5% CI:
0.9-31.5 %)

Kombinierte Remission in Woche 52
(% Patienten)

56

38

0.009 / 18.1 %
(95 % CI:
4.6-31.5 %)

* wie z.B. Abszessdrainage, Seton Platzierung / Entfernung, Kürettage, Naht von internen Öffnungen und medizinische Behandlung
CI = Konfidenzintervall
Die Ergebnisse der wichtigsten sekundären Endpunkte der Woche 24 waren die klinische Remission von 55% in der Alofisel-Gruppe und 42% in der Kontrollgruppe (p = 0.052 / Differenz 13.2 % (95 % CI: -0.4 – 26.7%). Die entsprechenden Ansprechraten betrugen 69% und 55% (p = 0.039 / Differenz 14.0 % (95 % CI: 0.9 – 27.2%).
Der Anteil der Patienten in klinischer Remission in der Woche 52 betrug 59% in der Alofisel-Gruppe und 41% in der Kontrollgruppe (p = 0.012 / Differenz 18.0 % (95 % CI: 4.6 – 31.5 %) und die entsprechenden Ansprechraten betrugen 66% und. 55% (p = 0.144 / Differenz 11.1 % (95 % CI: -2.2 – 24.4%).

Pharmakokinetik

Das Produkt ist für die intraläsionale Injektion vorgesehen.
Aufgrund der Eigenschaften und der beabsichtigten klinischen Anwendung von Alofisel, sind herkömmliche Studien der Pharmakokinetik (Absorption, Verteilung, Stoffwechsel und Elimination) nicht anwendbar.
Es wurden Biodistributionsstudien in präklinischen Modellen durchgeführt, um die Persistenz von den in Alofisel enthaltenen therapeutischen Zellen am Ort der Applikation und deren potentielle Migration in andere Gewebe oder Organsysteme zu bewerten. Nach der perianalen und intrarektalen Injektion von humanem eASC bei athymischen Ratten konnten die Zellen an der Applikationsstelle im Rektum und Jejunum an für mindestens 14 Tage nachgewiesen werden. Nach 3 Monaten waren die Zellen nicht mehr nachweisbar. eASC konnten in keinem der nach 3 Monaten oder 6 Monaten analysierten Gewebe nachgewiesen werden.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten zeigten keine besondere Gefährdung für den Menschen auf der Grundlage konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie und Mehrfachdosis-Toxizität.
Es wurden keine Reproduktions- und Entwicklungstoxizitätsstudien für Alofisel durchgeführt, da präklinische Biodistributionsstudien keine Migration und Integration von eASC in die Fortpflanzungsorgane nach der Verabreichung von eASC über verschiedene Wege zeigten.
Die Wirkung der ex vivo-Expansion auf die genetische Stabilität von Zellen wurde in vitro durchgeführt. Es konnten keine Anzeichen für ein karzinogenes Potential von Alofisel gefunden werden.

Sonstige Hinweise

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf Alofisel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Die Haltbarkeit des Produkts beträgt 48 Stunden nach Aushändigung an den Transporteur. Alofisel wird direkt an das spezialisierte Zentrum geliefert, in dem die Anwendung erfolgt. Alofisel darf erst nach Freigabe durch die Zulassungsinhaberin angewendet werden.
Bewahren Sie Alofisel zwischen 15 ° C und 25 ° C und ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.
Um die erforderliche Temperatur aufrechtzuerhalten, halten Sie das Produkt im Umkarton und innerhalb des Versandbehälters bis zur Verabreichung. Den Behälter vor Hitze und direkten Lichtquellen schützen und nicht kühlen oder einfrieren.
Nicht bestrahlen.

Zulassungsnummer

66566 (Swissmedic)

Packungen

Alofisel wird als eine Behandlungsdosis geliefert, die in 4 Glas-Durchstechflaschen des Typs I enthalten ist. Jede Durchstechflasche enthält 6 ml eASC-Suspension und wird mit einem Gummistopfen und einer Flip-off-Dichtung verschlossen. Die Fläschchen werden in einem Umkarton geliefert.

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, Freienbach

Stand der Information

Dezember 2018

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