Dosierung/AnwendungDie Therapie des Cholangiokarzinoms sollte von einer/einem in der Diagnose und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Gallengangkarzinom erfahrenen Ärztin/Arzt eingeleitet werden. Die Therapie von myeloischen/lymphatischen Neoplasien (MLNs) muss von einem Arzt/einer Ärztin eingeleitet werden, der/die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit MLNs hat.
Für die Therapie des Cholangiokarzinoms muss der positive FGFR2-Fusionsstatus vor der Einleitung der PEMAZYRE-Therapie bekannt sein. Die Bestimmung des FGFR2-Fusionsstatus in Tumorproben muss mit einem validierten diagnostischen Test erfolgen.
Für die Therapie von myeloischen/lymphatischen Neoplasien (MLNs) muss das Vorliegen eines Rearrangements von FGFR1 vor Einleitung der Therapie mit PEMAZYRE bestätigt werden. Die Bestimmung des FGFR1-Rearrangements muss mittels eines validierten diagnostischen Tests erfolgen (siehe Rubrik "Klinische Wirksamkeit" ).
Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosis zur Therapie des Cholangiokarzinoms beträgt 13,5 mg Pemigatinib einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen ohne Therapie.
Die empfohlene Dosis zur Therapie von myeloischen/lymphatischen Neoplasien beträgt 13,5 mg Pemigatinib einmal täglich als kontinuierliche Behandlung.
Wenn eine Dosis von Pemigatinib um 4 oder mehr Stunden versäumt wird oder Erbrechen nach der Einnahme einer Dosis auftritt, sollte keine weitere Dosis verabreicht werden und die Dosierung mit der nächsten geplanten Dosis wieder aufgenommen werden.
Bei allen Patienten sollte eine phosphatarme Diät eingeleitet werden, wenn der Serumphosphatspiegel über 5,5 mg/dl liegt, und eine zusätzliche phosphatsenkende Therapie sollte in Betracht gezogen werden, wenn der Spiegel über 7 mg/dl ist. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte angepasst werden, bis der Serumphosphatspiegel wieder unter 7 mg/dl fällt. Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zur Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu Hypokalzämie, Weichteilmineralisation, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-Intervall-Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Während den Behandlungspausen mit PEMAZYRE oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden. Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Therapiedauer
Bei der Behandlung des Cholangiokarzinoms sollte die Therapie mit PEMAZYRE so lange fortgesetzt werden, wie die Patientin oder der Patient keine Anzeichen für eine Krankheitsprogression und keine inakzeptable Toxizität zeigt.
Bei der Behandlung von myeloischen/lymphatischen Neoplasien sollte die Therapie mit PEMAZYRE so lange fortgesetzt werden, wie keine Anzeichen für eine Krankheitsprogression und keine inakzeptable Toxizität mehr vorliegen, oder bis die Patientin oder der Patient eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (allo-HSCT) erhält.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Für das Management von Toxizitäten sollten Dosisänderungen oder ein Behandlungsunterbruch in Betracht gezogen werden.
Die Dosisreduktionen von Pemigatinib sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Empfohlene Dosisreduktionsstufen von Pemigatinib
Dosis Dosisreduktionsstufen
Zum ersten Mal Zum zweiten Mal Zum dritten Mal
Cholangiokarzinom: 13,5 mg 9 mg einmal täglich 4,5 mg einmal täglich Behandlung mit
einmal täglich oral über 14 oral über 14 Tage, oral über 14 Tage, PEMAZYRE dauerhaft
Tage, gefolgt von 7 Tagen gefolgt von 7 Tagen gefolgt von 7 Tagen abbrechen
Therapiepause Therapiepause Therapiepause
Myeloische/lymphoide 9 mg einmal täglich 4,5 mg einmal täglich 4,5 mg einmal täglich
Neoplasien: 13,5 mg einmal oral als Dauerbehandl oral als Dauerbehandlu oral über 14 Tage,
täglich oral als Dauerbehand ung ng gefolgt von 7 Tagen
lung. Therapiepause*
*Die Behandlung sollte permanent abgebrochen werden, wenn die Patientin oder der Patient 4,5 mg Pemigatinib einmal täglich über 14 Tage, gefolgt von 7 Tagen Therapiepause nicht verträgt.
Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie
Nebenwirkung Pemigatinib Dosisänderung
> 5,5 mg/dl bis ≤ 7 -Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.
mg/dl
> 7 mg/dl bis ≤ 10 -Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden, eine
mg/dl phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das Phosphat im Serum
sollte wöchentlich überwacht werden. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie
sollte bei Bedarf angepasst werden, bis der Spiegel wieder auf unter 7 mg/dl
fällt. -Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, falls der Spiegel nicht
innerhalb von 2 Wochen nach Beginn einer phosphatsenkenden Therapie auf unter
7 mg/dl fällt. Pemigatinib und die phosphatsenkende Therapie sollten in der
gleichen Dosis wieder fortgesetzt werden, wenn der Spiegel auf unter 7 mg/dl
fällt. -Bei Wiederauftreten eines Serumphosphatspiegels von über 7 mg/dl
unter phosphatsenkender Therapie sollte Pemigatinib um eine Dosisstufe
reduziert werden.
> 10 mg/dl -Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden, eine
phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das Phosphat im Serum
sollte wöchentlich überwacht werden. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapie
sollte bei Bedarf angepasst werden, bis der Spiegel wieder unter 7 mg/dl
beträgt. -Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegel 1 Woche lang
über 10 mg/dl bleibt. Pemigatinib und die phosphatsenkende Therapie sollten 1
Dosisstufe niedriger wieder fortgesetzt werden, wenn das Phosphat im Serum
unter 7 mg/dl fällt. -Wenn es nach 2 Dosisreduktionen erneut zu einem
Serumphosphatspiegel über 10 mg/dl kommt, sollte Pemigatinib permanent
abgesetzt werden.
Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3: Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung
Nebenwirkung Pemigatinib Dosisänderung
Asymptomatisch -Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.
Eine Überwachung sollte wie in Rubrik "Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen" beschrieben erfolgen.
Mässige Abnahme der Sehschärfe -Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei
(bestkorrigierte Sehschärfe einer Verbesserung bei der nachfolgenden Untersuchung sollte
20/40 oder besser oder bis um 3 Pemigatinib in der nächst niedrigeren Dosisstufe wieder
Linien vermindertes Sehvermögen aufgenommen werden. -Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der
ab Baseline); Einschränkung der Symptome oder ausbleibender Besserung bei der Untersuchung
instrumentellen Alltagsaktivitäte sollte je nach klinischem Zustand ein permanentes Absetzen von
n Pemigatinib erwogen werden.
Deutliche Abnahme der Sehschärfe -Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei
(bestkorrigierte Sehschärfe einer Verbesserung bei der nachfolgenden Untersuchung kann
schlechter als 20/40 oder um Pemigatinib in einer um 2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung
mehr als 3 Linien vermindertes wieder aufgenommen werden. -Bei Wiederauftreten, Fortbestehen
Sehvermögen ab Baseline bis auf der Symptome oder ausbleibender Besserung bei der Untersuchung
20/200); Einschränkung der sollte ein permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen werden.
Alltagsaktivitäten
Sehschärfe schlechter als 20/200 -Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei
im betroffenen Auge; einer Verbesserung bei der nachfolgenden Untersuchung kann
Einschränkung der Alltagsaktivitä Pemigatinib in einer um 2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung
ten wieder aufgenommen werden. -Bei Wiederauftreten, Fortbestehen
der Symptome oder ausbleibender Besserung bei der Untersuchung
sollte ein permanentes Absetzen von Pemigatinib erwogen werden.
Dosisänderungen bei anderen Nebenwirkungen sind in Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Dosisänderungen bei anderen Nebenwirkungen
Nebenwirkung Pemigatinib Dosisänderung
Nebenwirkung Grad 3 -Pemigatinib sollte abgesetzt werden, bis ein Rückgang auf Grad 1 oder die
Abheilung der Nebenwirkung erreicht ist. -Bei einer Verbesserung kann
Pemigatinib in einer niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden, wenn
die Nebenwirkung innerhalb von 2 Wochen abheilt. -Wenn die Nebenwirkung nicht
innerhalb von 2 Wochen abheilt, sollte ein permanentes Absetzen von
Pemigatinib erwogen werden. -Wenn es nach 2 Dosisreduktionen zu einem
Wiederauftreten von Grad 3 kommt, sollte ein permanentes Absetzen von
Pemigatinib erwogen werden.
Nebenwirkung Grad 4 -Ein permanentes Absetzen von Pemigatinib sollte erwogen werden.
Gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren, einschliesslich Grapefruitsaft, sollte während der Behandlung mit Pemigatinib vermieden werden. Falls die gleichzeitige Anwendung eines starken CYP3A4-Inhibitors erforderlich ist, sollte die Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Rubriken "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Interaktionen" ).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden, entsprechend dem für die jeweilige Indikation vorgesehenen Dosierungsschema (intermittierend oder kontinuierlich) (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung und bei Patienten mit terminaler Nierenerkrankung unter Hämodialyse ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden, entsprechend dem für die jeweilige Indikation vorgesehenen Dosierungsschema (intermittierend oder kontinuierlich) (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ).
Ältere Patienten
Die Dosis von Pemigatinib ist bei älteren Patienten die gleiche wie bei jüngeren erwachsenen Patienten (siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von PEMAZYRE bei Patienten unter 18 Jahren ist bisher nicht gezeigt. Es liegen dazu keine Daten vor.
Art der Anwendung
PEMAZYRE ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Patientinnen und Patienten sollten die Tabletten nicht zerdrücken, kauen, teilen oder auflösen. Pemigatinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
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