PharmakokinetikAbsorption
Estramustinphosphat wird nach oraler Verabreichung zu 75% absorbiert und bereits im Gastrointestinaltrakt vollständig zu Estramustin dephosphoryliert. Zu tmax gibt es keine Angaben. Die Resorption ist deutlich vermindert bei gleichzeitiger Einnahme mit Nahrungsmitteln, welche reich an Kalzium (Milch, Käse, Jogurt, Quark) oder an anderen mehrwertigen Kationen sind, da es zur Bildung schwer löslicher Komplexe kommt.
Distribution
Zum Verteilungsvolumen und zur Plasmaproteinbindung von Estramustin und Estromustin gibt es keine Angaben. Bei intravenöser Verabreichung von Estramustinphosphat betragen dessen Verteilungsvolumen 10.6 l und Plasmaproteinbindung 99%. Im tumorösen Prostatagewebe werden Estra- und Estromustin mittels eines Proteins (prostatic binding protein) selektiv in der Zielzelle angereichert, wo sie ihre zytotoxische Wirkung ausüben.
Metabolismus
Nach oraler Gabe wird Estramustinphosphat bereits im Gastrointestinaltrakt vollständig dephosphoryliert. Das nach Abspaltung des Phosphatrestes entstandene Estramustin wird zu Estromustin oxidiert. Das Reaktionsgleichgewicht liegt auf der Seite von Estromustin mit einem Estramustin/Estromustin-Verhältnis im Plasma von 1:10. 10-15% der beiden Metaboliten werden in der Leber durch Hydrolyse der Carbamatbindung zu Estradiol resp. Estron und Norstickstofflost gespalten. Estradiol und Estron werden üblicherweise mit Glucuronsäure und Sulfat konjugiert. Betreffend Norstickstofflost gibt es keine Daten.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit von Estramustin beträgt 64 Stunden und von Estromustin 110 Stunden. Die Elimination der Metaboliten erfolgt hauptsächlich mit den Faeces, sehr geringe Mengen von Estradiol und Estron werden mit dem Urin ausgeschieden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Zur Pharmakokinetik bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen liegen keine Daten vor.
Nierenfunktionsstörungen
Zur Pharmakokinetik bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen liegen keine Daten vor.
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