Dosierung / AnwendungDie Dosierung in den einzelnen Anwendungsgebieten richtet sich nach dem Patientenstatus, der klinischen Fragestellung und der Untersuchungstechnik. Das Kontrastmittel kann intravenös, intraarteriell, intraartikulär, intrauterin, oral oder rektal verabreicht werden. Die applizierte Kontrastmittelmenge soll so gering wie möglich gehalten werden. Die angegebenen Richtwerte basieren auf der klinischen Erfahrung:
Abdominale Arteriographie und Angiokardiographie
Erwachsene:
1 ml/kg Körpergewicht
-Ventrikulographie mit 30 bis 50 ml
-Koronarographie mit 2 bis 10 ml
-Wiederholte Gaben bis ca. 150 ml
Kinder:
1 ml/kg Körpergewicht angepasst nach Gewicht, Alter, Kardiopathie
Zerebrale Arteriographie
A. carotis, A. vertebralis mit 10 bis 20 ml
Aortenbogen mit 1 ml/kg Körpergewicht
Wiederholte Gaben bis ca. 200 ml
Thorakale Angiographie
1 ml/kg Körpergewicht
Arteriographie der Extremitäten
Pro Extremität 20 bis 60 ml
Phlebographie
Mit 50 bis 100 ml pro Gliedmass
Digitale Subtraktionsangiographie
Intraarteriell in einer 1:1 Verdünnung (sterilem Aqua dest. oder NaCl 0.9%) mit 10 bis 50 ml pro Bildaufnahme – wiederholbar
Intravenös in Dosen von 150 bis 200 ml
Arthrographie: intraartikuläre Injektion
Je nach Volumen des betroffenen Gelenkes
Knie mit 5-20 ml, Hüfte mit 5-15 ml, Schulter mit 5-15 ml
Hysterosalpingographie selektiv intrauterin
Je nach Uterusvolumen bis zu 20 ml
Urographie i.v. (Erwachsene)
50 bis 100 ml
Untersuchungen des Verdauungsapparates
Erwachsene
Oral: 100 – 200 ml Hexabrix, rein oder 1:1 mit Wasser verdünnt
Rektal: 100 – 400 ml Hexabrix, 1:3 oder 1:4 mit Wasser verdünnt
Kinder unter 10 Jahren
Oral: 10 – 40 ml Hexabrix mit zusätzlich 10-40 ml Wasser
Rektal: 30 bis zu 150 ml Hexabrix, rein oder mit Wasser 1:4 oder 1:5 verdünnt
Siehe auch „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“
Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass Hexabrix NICHT intrathekal / subarachnoidal appliziert werden darf, vgl. „Kontraindikationen“.
Erfahrungsgemäss können Erregungs-, Angst- und Schmerz-Zustände die Ursache für Nebenwirkungen oder kontrastmittel-bedingte Reaktionen sein. Eine ruhige Führung des Patienten sowie geeignete Arzneimittel können dem entgegenwirken.
Intravasale Kontrastmittelgaben sind möglichst am liegenden Patienten vorzunehmen, der nach der Kontrastmittelgabe noch 30 bis 60 Minuten unter Aufsicht bleiben soll, da erfahrungsgemäss die Mehrzahl aller schweren Zwischenfälle innerhalb dieser Zeitperiode auftritt. Jedoch sind auch verspätete Reaktionen (nach Stunden oder Tagen) möglich.
Ionische Röntgenkontrastmittel wie Hexabrix haben eine stärkere gerinnungshemmende Wirkung als nicht-ionische Röntgenkontrastmittel. Trotzdem ist auf eine besonders sorgfältige angiographische Technik, das Vermeiden von bewegungsarmen Mischzonen mit Blut, das häufige Spülen der benutzten Katheter und Gefässzugänge mit (heparinisierten) Kochsalzlösungen, eine möglichst kurze Untersuchungsdauer, die Verwendung von Kunststoff- statt Glasspritzen sowie die zusätzliche Gabe von blutgerinnungshemmenden Stoffen (z.B. Heparin) zu achten, um das Thromboembolierisiko so gering wie möglich zu halten.
Grundsätzlich gilt es bei der Anwendung von Kontrastmitteln die allgemeinen Hygienevorschriften für sterile Lösungen zu beachten. Da die Lösungen nicht konserviert sind, sollten die in einem Untersuchungsgang nicht verbrauchten Restmengen verworfen werden. Die erlaubte Maximaldosis ist sowohl vom Patienten als auch vom Zeitraum, in dem die Gesamtdosis verabreicht wird, abhängig. Kleinkinder, Patienten mit verminderter kardialer Reserve, mit reduziertem Verteilungsvolumen und mit eingeschränkter Nierenfunktion weisen ein höheres relatives Risiko einer Kontrastmittelüberdosierung auf. In dringenden Fällen einer Wiederholung oder Fortsetzung der diagnostischen Massnahme können diese bei höheren Kontrastmitteldosen unter Berücksichtigung aller Sicherheitsmassnahmen nach frühestens 10 Stunden erfolgen. Eine besonders sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion wird in diesen Fällen nahegelegt.
Zur Vermeidung einer Extravasation muss die intravaskuläre Lage des Injektionssystems vor und allenfalls während der intravasalen Injektion überwacht werden. Besonders bei Neugeborenen, Kleinkindern oder weiteren Patientengruppen mit erschwertem Gefässzugang gilt dies.
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