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Fachinformation zu Rhenium (186Re)-Sulfid, Cis Bio international:b.e.imaging.ag
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Zusammensetzung

Wirkstoff
Rhenii (186-Re) sulfidum
Hilfsstoffe
Gelatina, Antiox.: E 300, Aqua q.s. ad suspensionem pro 1 ml.
Spezifikationen

Reinheit des Radionuklids

≥ 99 % 186Re, ≤ 1 % 188Re und 184Re

Radiochemische Reinheit

> 95 %

Mittlere Partikelgrösse

zwischen 50 und 500 nm

Gehalt an löslichen Komplexen

≤ 1 %

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertiges radiotherapeutisches Produkt für direkte Anwendung.
Intraartikulär injizierbare kolloidale Suspension mit pH zwischen 3,5 und 5,5.
Jeder Milliliter enthält am Kalibrationsdatum 148 bis 370 MBq Rhenium (186Re)-Sulfid.

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

Synoviorthese der mittleren und grossen Gelenke bei Patienten, die auf eine lokale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ansprechen, insbesondere bei Mono- oder Oligoarthritiden im Rahmen chronisch-entzündlicher rheumatischer Erkrankungen, vor allem rheumatoider Arthritis; bei Hämophilie-bedingter Arthropathie und chronischer Arthropathie durch Chondrokalzinose.

Dosierung / Anwendung

Streng intra-artikuläre Applikation
Die applizierte Aktivität muss dem zu behandelnden Gelenktyp angepasst werden:
- 74 MBq für Schulter, Ellbogen, Hand- und Sprunggelenk
- 111 MBq für die Hüfte
Es ist möglich, mehrere Synoviorthesen gleichzeitig oder hintereinander durchzuführen, sofern eine Gesamtaktivität von 370 MBq beim einzelnen Patienten nicht überschritten wird.
Bei ungenügender oder fehlender Wirksamkeit kommt eine erneute Injektion in das gleiche Gelenk nicht vor Ablauf von mindestens 6 Monaten in Betracht. Nach zwei erfolglosen Anwendungen darf keine weitere Synoviorthese vorgenommen werden.
Pädiatrie
Die Sicherheit und die Wirksamkeit in der Pädiatrie sind bisher nicht ausreichend dokumentiert. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen vor dem Verschwinden des Epiphysenfugenknorpels ist kontraindiziert (siehe Kontraindikationen).
Anwendungsweise
Die Injektion muss streng intra-artikulär erfolgen, um eine Radionekrose durch Rückfliessen des radioaktiven Produkts aus der Punktionstelle zu vermeiden. Eine arthrographische Kontrolle sowie streng aseptische Bedingungen sind unerlässlich.
Es wird empfohlen, die Injektion wie folgt vorzunehmen:
-Lokalanästhesie, z.B. mit 1 % oder 2 % Xylocain.
-Vollständige Entleerung eines etwa vorhandenen Gelenkergusses.
-Intra-artikuläre Injektion der kolloidalen Suspension von Rhenium (186Re)-Sulfid.
-Vor dem Zurückziehen der Kanüle injiziert man ein wasserlösliches Glukokortikoid (z.B. Hydrocortison oder Prednisolonacetat) ins Gelenk, um die lokale Entzündung und synoviale Permeabilität zu verringern und gleichzeitig die Kanüle zu spülen, damit es nicht zum Rückfliessen des radioaktiven Produkts und lokaler Radionekrose kommt. Das Spülen der Kanüle kann auch mit physiologischem Serum erfolgen. Für die Dosierung des Kortikosteroids ist die Fachinformation des verwendeten Präparats massgeblich.
-Um die extra-artikuläre Diffusion des Isotops zu begrenzen, erfolgt eine Ruhigstellung des Gelenks während 3 Tagen und zwar an der oberen Gliedmasse durch Schienung und an der unteren Gliedmasse mittels Bettruhe.
Erfolgte die intra-artikuläre Injektion unter guten Bedingungen, so überschreitet der Anteil der Gesamtdosis, welcher in den extra-artikulären Raum diffundiert, 10 % nicht (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen").
Strahlenexposition
Theoretisch lässt sich die vom Zielorgan – der Synovialmembran – aufgenommene Dosis berechnen. Die absorbierte Dosis hängt nicht nur vom Radioisotop und der applizierten Radioaktivität ab, sondern auch von der Grösse und Form des Gelenks sowie der synovialen Oberfläche. Die radioaktiven Partikel werden in den ersten Stunden nach der Injektion von der Synovialis aus der Gelenkflüssigkeit aufgenommen und die Art Ihrer Verteilung ist bei den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich (siehe „Pharmakokinetik").
Die absorbierten Dosen können mit Hilfe der untenstehenden Dosimetrietabelle abgeschätzt werden. Diese absorbierten Dosen wurden mit Hilfe einer Modellisierung (OLINIDA/ICRP 53) geschätzt.
Tabelle 1: Von den Organen absorbierte Dosen (µGy/MBq injiziert) und effektive Dosis (µSv/MBq injiziert

Zielorgan

Absorbierte Dosis
µGy/MBq /% Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 74 MBq und mit Diffusion von 10 % mGy

Milz

137,00

101,00

Leber

92,50

68,00

Knochenmark

15,90

11,80

Knochenoberfläche

9,86

7,30

Uterus

0,21

0,15

Ovarien

0,22

0,16

Testes

0,18

0,13

Nieren

0,41

0,31

Andere Organe

< 1,00

< 0,74

Gesamter Körper

3,48

2,60

 

µSv/MBq/% Diffusion

mSv

Effektive Dosis

10,20

7.50

Nach intra-artikulärer Injektion von 74 MBq beträgt bei Annahme einer 10 %-igen extra-artikulären Diffusion die effektive Dosis bei einem 70 kg schweren Erwachsenen 7,5 mSv (10,2 µsv/MBq/% extra-artikuläre Diffusion, siehe Tabelle 1).
Bei Injektion in das Hüftgelenk führt die vom kolloidalen Rhenium (186Re)-Sulfid herrührende Gammastrahlung aufgrund ihrer anatomischen Nähe zu einer Bestrahlung der Gonaden.
Nach Injektion von 111 MBq beträgt bei Annahme einer 10 %-igen extra-artikulären Diffusion die effektive Dosis bei einem 70 kg schweren Erwachsenen 11,8 mSv (10,2 µsv/MBq/% extra-artikuläre Diffusion). Diese Dosis entsteht durch die zusätzliche Bestrahlung der Gonaden aufgrund der Gammastrahlung aus der Hüfte bei Anwendung des biologischen Gewichtungsfaktors gemäss ICRP60 (siehe Tabelle 2).
Die Bestrahlung der regionalen Lymphknoten variiert in Abhängigkeit von der in den Lymphkreislauf entwichenen Aktivitätsmenge und der Anzahl der Lymphknoten, die die Radioaktivität fixiert haben. Die Bestrahlung kann daher bei einer intra-artikulären Injektion von 111 MBq Rhenium (186Re)-Sulfid und einer 3 %-igen Fixierung in den Lymphknoten von 78 Gy (ein fixierender Lymphknoten) bis 20 Gy (4 fixierende Lymphknoten) variieren.
Tabelle 2: Von den Organen absorbierte Dosen (µGy/MBq injiziert) und effektive Dosis (µSv/MBq injiziert) nach Injektion in das Hüftgelenk.

Zielorgan

Absorbierte Dosis
µGy/MBq /% Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 111 MBq und mit 10 % Diffusion unter Berücksichtigung der zusätzlichen Gammabestrahlung der Gonaden ausgehend vom Hüftgelenk
mGy

Milz

137,00

152,00

Leber

92,50

103,00

Knochenmark

15,90

17,60

Knochenoberfläche

9,86

10,90

Uterus

0,21

0,23

Ovarien

0,22

2,80

Testes

0,18

2,80

Nieren

0,41

0,46

Andere Organe

< 1,00

< 1,10

Gesamter Körper

3,48

3,90

 

µSv/MBq/% Diffusion

mSv

Effektive Dosis

10,20

11,80

Es muss festgehalten werden, dass diese Werte darauf beruhen, dass die erwähnten Vorsichtsmassnahmen in der Rubrik “Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ eingehalten wurden, sowie eine adäquate Ruhigstellung durchgeführt wurde.
Im schlimmsten Fall könnte ein Verzicht auf eine Ruhigstellung des behandelten Gelenks zu einer Bestrahlung der regionalen Lymphknoten führen, die mit der im behandelten Gelenk beobachteten Bestrahlung identisch ist, was eine relativ starke Bestrahlung der Lymphozyten bewirken würde.

Kontraindikationen

-Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem Hilfsstoff
-Jegliche nicht intra-artikuläre Injektion
-Infektiöse Arthritis
-Ruptur einer Synovialzyste
-Kinder und Jugendliche vor dem Verschwinden des Epiphysenfugenknorpels
-Schwangerschaft
-Stillzeit
In der Hüfte ist wegen der Möglichkeit einer Hüftkopfnekrose nach lokaler Injektion unabhängig vom verwendeten Präparat die Kombination von Rhenium-186-Sulfid mit einem mikrokristallinen Retard-Kortikoid wie Triamcinolon-Hexacetonid kontraindiziert. Derartige Kortikoide können zu einem entzündlichen Schub mit Gelenkerguss, ischämischer Drosselung und Durchblutungsstörung des Caput femoris führen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mögliche Überempfindlichkeit oder anaphylaktische Reaktion
Bei Überempfindlichkeitsreaktion oder anaphylaktischer Reaktion muss die Verabreichung des Arzneimittels unterbrochen und ggf. eine intravenöse Behandlung eingeleitet werden. Um im Notfall ein schnelle Betreuung zu ermöglichen, sollten die notwendigen Arzneimittel und das Material wie ein Trachealtubus und Beatmungsmaterial unmittelbar bereitstehen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Bei jedem Patient muss die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung durch den erwarteten Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Radioaktivität muss dabei so gewählt werden, dass die resultierende Strahlendosis so niedrig wie möglich ist und dennoch das angestrebte therapeutische Ergebnis liefert.
Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter
Bei Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter darf das Präparat nur bei zwingender Indikation verwendet werden, nach Fehlschlagen aller Behandlungen ohne radioaktive Substanzen und kritischer Beurteilung des potenziellen Risikos im Verhältnis zum erwarteten Nutzen.
Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollen Untersuchungen oder Behandlungen unter Verwendung radiopharmazeutischer Präparate möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Beginn der Menstruation erfolgen und eine Schwangerschaft zuvor ausgeschlossen werden.
Nach der Behandlung
Die extra-artikuläre Diffusion des Radiopharmakons ist das Hauptrisiko der Synoviorthesen, da sie zur Bestrahlung entfernter Gewebe, insbesondere von lymphatischen Organen und Gonaden, führen kann. Durch die gleichzeitige intra-artikuläre Applikation von Kortikoiden (siehe auch „Kontraindikationen") wird die extra-artikuläre Diffusion stark verringert, ebenso durch Ruhigstellung während 3 Tagen: strenge Bettruhe bei einem behandelten Gelenk im Bereich der unteren Extremitäten, Schienung im Bereich oberen Extremitäten. Allerdings liegen bis heute keine quantitativen Daten zur Verminderung der extra-artikulären Diffusion des Isotops vor.
Eine extra-artikuläre Diffusion bis zu 10 % der injizierten Dosis oder noch mehr ist ausnahmsweise möglich, doch überschreitet sie normalerweise 2-3 % nicht. Das ist weniger als die Lymphozytenmigration, die als potenziell gefährlich gilt.
Spezielle Vorsichtsmassnahmen bei Verwendung von Radionukliden:
Die Verabreichung radioaktiver Präparate beim Menschen wird durch die „Strahlenschutzverordnung” geregelt (gültige Fassung).
Die Handhabung radiopharmazeutischer Produkte bedarf der vorherigen Genehmigung durch das Bundesamt für Gesundheit.
Die in der „Strahlenschutzverordnung” (gültige Fassung) beschriebenen Vorsichtsmassnahmen sind strikt einzuhalten.
Diese Vorsichtsmassnahmen betreffen die gehandhabte Radioaktivität sowie radioaktive Abfälle und haben zum Ziel, jede Kontamination zu vermeiden und die Strahlenexposition von Patienten und Personal möglichst gering zu halten.
Radioaktive Reststoffe (nicht-verwendete radiopharmazeutische Produkte) sowie während der Verabreichung kontaminierte Materialien sind in einem speziell dafür vorgesehenen Raum bis zum Abklingen unter die tolerierbare Radioaktivitätsschwelle zwischenzulagern.
Risiko für das Auftreten von Krebs oder Leukämie
Für Rhenium (186Re)-Sulfid REMM-1 ist bis heute kein karzinogenes Risiko nachgewiesen. Da die mit diesem Präparat durchgeführten Synoviorthesen zu anderen Synoviorthesen, z.B. mit Yttrium-90, hinzukommen können, sollte die Zahl der behandelten Gelenke auf das strikte Minimum beschränkt werden (siehe „Dosierung / Anwendung").

Interaktionen

Es ist nicht bekannt, ob die Applikation anderer Substanzen gleichzeitig mit der Injektion der kolloidalen Suspension des Isotops, oder kurze Zeit vorher oder nachher, die Eigenschaften der Suspension ändert. Vorsichtshalber sollte man derartige Kombinationen vermeiden, ausser wenn das Behandlungsziel es erfordert.

Schwangerschaft, Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter
Wenn vorgesehen ist, einer Frau im gebärfähigen Alter radioaktive Arzneimittel zu verabreichen, sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft grundsätzlich vorher ausgeschlossen werden. Jede Frau mit verspäteter Menstruation sollte als schwanger betrachtet werden, bis der Gegenbeweis erbracht wurde. Wo Ungewissheit hinsichtlich einer eventuellen Schwangerschaft besteht (bei Amenorrhö, sehr unregelmäßigen Monatszyklen usw.), müssen der Patientin andere Untersuchungsmethoden ohne Verwendung ionisierender Strahlen (sofern vorhanden) vorgeschlagen werden.
Erweist sich bei einer Frau im gebärfähigen Alter die Synoviorthese als unerlässlich, so ist vor Anwendung des Radiopharmakons und während mehrerer Monate nach der Behandlung für eine zuverlässige Kontrazeption zu sorgen.
Schwangerschaft
Die Verabreichung von Rhenium (186Re)-Sulfid CIS bio international ist bei schwangeren Frauen aufgrund der Strahlenexposition des Fötus kontraindiziert.
Bei ihnen sind andere Behandlungsmethoden ohne ionisierende Strahlen zu bevorzugen.
Wird das Präparat aus Versehen während der Schwangerschaft, vor allem zu Beginn, angewendet, so ist die Patientin über das mit einer Fortsetzung der Schwangerschaft verbundene Risiko zu informieren.
Stillen
Die Verabreichung von Rhenium (186Re)-Sulfid CIS bio international ist während der Stillzeit kontraindiziert. Vor Verabreichung dieses Präparats an eine Frau, die weiterhin stillen möchte, sollte man abwägen, ob sich die Behandlung bis nach dem Ende der Stillzeit verschieben lässt. Erweist sich die Synoviorthese bei einer stillenden Frau als unumgänglich, so ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der notwendigen Ruhigstellung der Gliedmasse mittels Schienen oder Bettruhe für drei Tage nach der Applikation des Präparats ist das Führen eines Fahrzeugs und die Arbeit an Maschinen ausgeschlossen. Nach dieser Frist ist nicht zu erwarten, dass Rhenium (186Re) die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigt, doch kann diese Fähigkeit durch das Grundleiden eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten sind folgendermassen definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1’000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1’000), sehr selten (< 1/10’000); nicht bekannte Häufigkeit (Bestimmung anhand der verfügbaren Daten nicht möglich).
In der folgenden Tabelle werden die unerwünschten Wirkungen nach der MedDRA-Datenbank klassifiziert:

MedDRA-Systemorganklassen

Symptom

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Infektiöse Arthritis

Nicht bekannt

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit
Ödem

Nicht bekannt
Häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Nicht bekannt

Erbrechen

Nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und des Unterzellgewebes

Pigmentstörungen

Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Osteonekrose

Nicht bekannt

Gelenkerguss

Nicht bekannt

Gelenkschwellung

Sehr häufig

Arthralgie

Sehr häufig

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Zytogenetische Anomalie

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Hyperthermie

Häufig

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach Synoviorthese mit einer kolloidalen Suspension von Rhenium (186Re)-Sulfid sind wie folgt:
-In ungefähr 3 % der Fälle tritt eine vorübergehende Temperaturerhöhung innerhalb 24 Stunden nach der Synoviorthese auf.
-In ungefähr 1,4 % der Fälle wurden segmentale Ödeme des Unterarms nach Synoviorthese des Handgelenks mitgeteilt. Sie scheinen einer Blockade des Lymphstroms zu entsprechen und es ist schwierig festzustellen, ob das Ödem mit den Radioisotopen oder mit der Kontrastmittel-Arthrographie zusammenhängt.
-Eine Hautnekrose oder schwärzliche Pigmentierung von Korium und Epidermis an der Injektionsstelle beobachtet man bei ungefähr 1 % der Patienten. Sie entsteht wahrscheinlich durch Zurückfliessen von radioaktivem Material nach der Injektion, oder Injektion in unmittelbarer Nähe einer Lücke infolge Synovialbiopsie oder Arthroskopie. In einigen Fällen zeigte sich eine Infiltration der Streckmuskeln am Handgelenk mit Sklerose.
-Es wurde von vorübergehenden lokalen Schmerzen oder Gelenkschwellungen (Entzündungsschub) nach Punktion des behandelten Gelenks berichtet, die auch noch nach einigen Stunden bis Tagen nach der Radiosynoviorthese mit Rhenium (186Re)-Sulfid (bis zu 40% der Fälle) auftreten können. Sie können mit Analgetika oder nicht steroidalen Entzündungshemmern behandelt werden.
-Gelenkinfektionen im Anschluss an eine Synoviorthese.
-Übelkeit und Erbrechen
-Osteonekrosefälle
-Nach Synoviorthese mit Rhenium 186-Sulfid wurden Chromosomenaberrationen in den Lymphozyten beobachten, und zwar in geringeren Proportionen als bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion, die mit Iod-131 behandelt wurden. Bei Aktivitäten von 60 bis 200 MBq beträgt der Prozentsatz an dizentrischen Ringchromosomen ca. 0,11 %.
-Vereinzelt wurden allergische Reaktionen berichtet.
Risiko des Auftretens von bösartigen Tumoren oder Leukämie:
Siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen".
Die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlungen kann Krebserkrankungen verursachen oder zu Erbschädigungen führen. Im Rahmen einer Therapie kann die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlungen die Inzidenz von Krebs und Mutationen erhöhen. In allen Fällen ist sicherzustellen, dass die Risiken aufgrund der Exposition gegenüber ionisierenden Strahlungen geringer sind als die, die von der Krankheit selbst ausgehen.

Überdosierung

Bei Anwendung des Präparats gemäss obigen Empfehlungen ist eine Überdosierung praktisch ausgeschlossen.
Im Falle einer versehentlichen Überdosierung erfolgt die physiologische Elimination des Isotops sehr langsam und es gibt keine Möglichkeit, sie zu beschleunigen.

Eigenschaften / Wirkungen

ATC-Code: V10AX05
Physikalische Eigenschaften
Rhenium 186, das durch Bestrahlung von mit Rhenium 185 angereichertem metallischem Rhenium gewonnen wird, oxidiert in einer konzentrierten Lösung von Wasserstoffsuperoxid zu Re2O7. Dieses wird durch Zugabe von Wasser in Perrheniumsäure umgewandelt, dann in Rheniumsulfid 186Re überführt, indem man Schwefelwasserstoff in ein Tauchbad der Perrheniumsäure einleitet, das mit dem gleichen Volumen von 60 mg/ml Gelatine aufgefüllt wurde. Hat sich das Kolloid gebildet, so verdrängt man mittels Stickstoffstrom den Schwefelwasserstoff aus dem Tauchbad, um die Reaktion zu stoppen. Nun wird das pH auf 4,5 eingestellt und die kolloidale Lösung über einen Anionen-Austauscher geleitet, um die verbliebene Perrheniumsäure zu entfernen. Nach Zugabe von Ascorbinsäure zwecks Stabilisierung des Kolloids wird das pH erneut eingestellt.
Rhenium-186 ist ein Beta-Minus-Strahler (maximale Energien: 939,4 keV, Emissionswahrscheinlichkeit 21,5 % und 1076,6 keV, Emissionswahrscheinlichkeit 71,6 %) und ein schwacher Gammastrahler (Energie: 137,15 keV, Emissionswahrscheinlichkeit 9,4 %). Die Halbwertszeit beträgt 3,7 Tage. Rhenium-186 zerfällt durch Betastrahlung (92 %) in stabiles Osmium-186 und durch Elektroneneinfang (8%) in stabiles Wolfram-186.
Pharmakodynamik
Bei den klinisch verabreichten Mengen, einer einzigen Injektion von 74 bis 111 MBq Rhenium (186Re)-Sulfid, sind keine pharmakologischen Nebenwirkungen zu erwarten; die biologische Wirkung des Präparats ist durch die Betastrahlung des Isotops bedingt.
Die mittlere Eindringtiefe beträgt 1,2 mm (maximal 3,7 mm) in Weichteilgeweben und 1,0 mm (maximal 3,1 mm) im Knorpel.
Die Wirkungsweise der radioaktiven Kolloide auf Gelenkergüsse ist nur teilweise aufgeklärt. Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die Kolloide nach ihrer intra-artikulären Injektion von oberflächlichen Synovialzellen aufgenommen werden. Unter dem Einfluss der Strahlung kommt es ab dem ersten Tag zur Nekrose der oberflächlichen Schicht der Synovialmembran. Nach mehreren Monaten zeigt sich eine Fibrose der Synovialis, wobei im entzündeten und infiltrierten Gewebe die Grösse und Zahl der synovialen Fransen sowie die Dicke der benachbarten Schichten abnimmt. Dennoch können entzündete Bereiche persistieren, was zur Bildung einer Neo-Synovialis mit oder ohne weiterbestehende, abgeschwächte Synovitis führt.
Diese histologische Entwicklung verläuft parallel zur allmählichen Rückbildung der klinischen Zeichen einer Gelenkentzündung.

Pharmakokinetik

Verteilung
Beim Menschen ist die Verteilung der Rhenium (186Re)-Sulfid-Partikel individuell sehr verschieden, weil sie nicht nur von der Partikelgrösse abhängt, sondern auch von Grösse und Form des Gelenks und der Synovialoberfläche. Bis heute verfügt man weder beim Tier noch beim Menschen über weitere pharmakokinetische Daten. Berücksichtigt man aber das beim Tier nachgewiesene Verhalten von Rhenium (186Re)-Sulfid einerseits und seine Halbwertszeit von 3,7 Tagen andererseits, so ist beim Menschen ein längeres Verweilen des Isotops, wahrscheinlich in der Grössenordnung von mehreren Wochen, zu erwarten.

Präklinische Daten

Bei der Maus beträgt die DL50 von Rhenium (186Re)-Sulfid bei intravenöser Verabreichung 1,5 mg/kg und die DL100 ist 1,7 mg/kg.
Es wurden keine Untersuchungen zum mutagenen oder kanzerogenen Potenzial oder zur foetalen Toxizität durchgeführt. Derartige Effekte sind allerdings in der Klinik wenig wahrscheinlich, da das Präparat nur für eine einzige intra-artikuläre Injektion verwendet wird.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
In Abwesenheit von Kompatibilitätsstudien darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln als den im Abschnitt Dosierung/Anwendung angegebenen gemischt werden.
Haltbarkeit
10 Tage nach dem Herstellungsdatum. Das Verfalldatum ist auf der äußeren Verpackung und auf dem Etikett des Flacons angegeben.
Lagerungshinweise
Bei einer Temperatur unter 25°C in der Originalverpackung lagern.
Nach der ersten Entnahme das Präparat im Kühlschrank (bei 2°C bis 8°C) aufbewahren und innerhalb von 8 Stunden verwenden.
Die Lagerung muss gemäß den nationalen Vorschriften für radioaktives Material erfolgen.
Hinweise zur Handhabung
Die geeigneten Vorsichtsmassnahmen bezüglich Asepsis sind zu beachten.
Wenn die Unversehrtheit des Flacons bei der Vorbereitung des Präparats nicht gewährleistet ist, darf das Präparat nicht mehr verwendet werden.
Vor der Anwendung sind die Verpackung, der pH-Wert und die Aktivität zu kontrollieren.
Das Flacon darf nie geöffnet werden und muss in seinem Bleischutz bleiben.
Das Präparat ist gebrauchsfertig.
Die Lösung entnimmt man unter aseptischen Kautelen durch den desinfizierten Stopfen mit Hilfe einer Spritze mit geeigneter Abschirmung und einer sterilen Kanüle für einmaligen Gebrauch.
Gesetzliche Bestimmungen
Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der Strahlenschutzverordnung geregelt (gültige Fassung).
Radiopharmazeutische Präparate dürfen nur von ermächtigten Personen in den behördlich genehmigten Institutionen verordnet, verwendet und verabreicht werden. Ihre Entgegennahme, Lagerung, Verwendung, weiterer Transport und Beseitigung erfordern die vorherige Genehmigung des Bundesamts für Gesundheit.
Bei der Anwendung radioaktiver Substanzen und Beseitigung von bei ihrer Anwendung entstehenden radioaktiven Abfällen sind alle in der genannten Verordnung beschriebenen Vorsichtsmassnahmen einzuhalten, um die Strahlenbelastung von Patient und Pflegepersonal auf das strikte Minimum zu beschränken. Nicht verwendete Lösung und das bei ihrer Anwendung kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die Radioaktivität auf den für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.
Die Anwendung von Radiopharmaka bringt Risiken für die Umgebung des Patienten mit sich aufgrund der externen Strahlung oder der Kontamination durch Harn, Erbrechen oder Sputum. Infolgedessen müssen den nationalen Vorschriften entsprechende Strahlenschutzmaßnahmen getroffen werden. Jedes nicht verwendete Arzneimittel und jeder Abfall sind nach den gültigen Vorschriften zu entsorgen.

Zulassungsnummer

51705 (Swissmedic)

Packungen

Fläschchen zu 15 ml aus farblosem gezogenem Glas vom Typ I gemäss europäischer Pharmakopöe, mit Gummistopfen verschlossen und mit einer Metallkapsel versiegelt (A).
Packungsgröße: 1 Multidosis-Flacon mit 0,20 bis 10 ml (37 bis 3700 MBq am Kalibrationsdatum).
Abgabekategorie: A
Hersteller
CIS bio international
F-91192 Gif-sur-Yvette

Zulassungsinhaberin

b.e.imaging AG
6430 Schwyz

Stand der Information

Oktober 2014

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