Dosierung/AnwendungDie Behandlung mit TAGRISSO sollte von einem erfahrenen Onkologen eingeleitet werden.
Wenn TAGRISSO für die adjuvante Behandlung von Patienten mit NSCLC nach vollständiger Tumorresektion in Betracht gezogen wird, muss zuvor der EGFR-Mutationsstatus (Exon-19-Deletionen oder L858R-Substitutionsmutationen in Exon 21) mittels Tumorgewebe aus einer Biopsie oder chirurgischen Probe in einem klinischen Labor mithilfe einer validierten Testmethode untersucht werden.
Wenn die Anwendung von TAGRISSO bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem NSCLC in Betracht gezogen wird, zeigt ein positiver EGFR-Mutationsstatus (Exon-19-Deletionen oder L858R-Substitutionsmutationen in Exon 21) die Eignung für die Behandlung an. Dafür muss die Tumorgewebe-DNA aus einer Biopsieprobe in einem klinischen Labor mithilfe einer validierten Testmethode untersucht werden.
Wenn TAGRISSO für die Behandlung eines lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC in Betracht gezogen wird, muss zuvor der EGFR-Mutationsstatus in einem klinischen Labor mithilfe einer validierten Testmethode für die folgenden Mutationen bestimmt werden:
-Exon 19 Deletionen oder Exon 21 (L858R) Substitutionsmutationen (für die Erstlinientherapie).
-T790M-Mutationen (bei Krankheitsprogression während oder nach einer EGFR-TKI-Therapie).
Es sollten nur robuste, verlässliche und sensitive Tests mit nachgewiesener Eignung für die Bestimmung des EGFR-Mutationsstatus der Tumor-DNA (aus einer Gewebe- oder Plasmaprobe) verwendet werden. Wird anhand eines plasma- oder gewebebasierten Tests ein positiver EGFR-Mutationsstatus festgestellt, ist der Patient für die Behandlung mit TAGRISSO geeignet.
Falls das Testergebnis mittels eines plasmabasierten ctDNA-Tests negativ ausfällt, sollte, wann immer möglich, eine Tumorgewebeprobe für die Wiederholung des Tests entnommen werden.
Dosierung bei Erwachsenen
Monotherapie
Die empfohlene Dosierung von TAGRISSO beträgt 80 mg Osimertinib einmal täglich.
Kombinationstherapie
Die empfohlene Dosierung von TAGRISSO beträgt 80 mg Osimertinib einmal täglich in Kombination mit Pemetrexed und 4 Zyklen platinbasierter Chemotherapie.
Die Angaben zur Dosierung von Pemetrexed und Cisplatin oder Carboplatin sind der jeweiligen Fachinformation und dem Kapitel Klinische Wirksamkeit zu entnehmen.
Patienten unter adjuvanter Behandlung sollten bis zu einem Krankheitsrezidiv oder einer inakzeptablen Toxizität mit TAGRISSO behandelt werden. Die Behandlungsdauer ist auf 3 Jahre beschränkt.
Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC sollten bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität mit TAGRISSO behandelt werden. TAGRISSO kann unabhängig von einer Nahrungsaufnahme eingenommen werden. Die Einnahme sollte täglich zur selben Zeit erfolgen.
Wenn die Einnahme von TAGRISSO vergessen wurde, ist sie nachzuholen, es sei denn, die nächste Dosis ist innerhalb der nächsten 12 Stunden fällig.
Art der Anwendung
Dieses Arzneimittel ist für die orale Einnahme bestimmt.
Die Filmtablette soll als Ganzes mit Wasser geschluckt werden. Sie darf nicht zerdrückt, geteilt oder zerkaut werden.
Wenn der Patient nicht in der Lage ist, die Filmtablette zu schlucken, kann sie zuerst in 50 ml kohlensäurefreiem Wasser aufgelöst werden. Die Filmtablette als Ganzes (nicht zerdrücken) ins Wasser geben, umrühren, bis sie zerfällt, und sofort einnehmen. Um sicherzugehen, dass keine Reste zurückbleiben, das Glas erneut zur Hälfte auffüllen und sofort austrinken. Keine anderen Flüssigkeiten sollen verwendet werden.
Wenn die Verabreichung über eine nasogastrale Sonde erfolgen muss, folgen Sie demselben Verfahren wie oben. Die Wassermenge beträgt jedoch in diesem Fall 15 ml für das erstmalige Auflösen und 15 ml für das Ausspülen. Die resultierenden 30 ml Flüssigkeit sind entsprechend der Gebrauchsanleitung für die nasogastrale Sonde mit entsprechenden Wasserspülungen zu verabreichen. Die Verabreichung der Dispersion und der Arzneimittelreste sollte innerhalb von 30 Minuten erfolgen, nachdem die Filmtablette ins Wasser gegeben wurde.
Dosierungsanpassungen
Abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit können Behandlungsunterbrechungen und/oder Dosisreduktionen erforderlich sein. Wenn eine Dosisreduktion notwendig ist, sollte die Dosis von TAGRISSO auf 40 mg einmal täglich gesenkt werden.
Empfehlungen zur Dosisreduktion im Fall von unerwünschten Wirkungen sind in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1. Informationen zur Dosierungsanpassung von TAGRISSO im Fall von unerwünschten Wirkungen
Zielorgan Unerwünschte Wirkungena Dosierungsanpassung
Lunge b ILD/Pneumonitis TAGRISSO endgültig absetzen
ILD/Pneumonitis nach kürzlich Behandlung mit
erfolgter definitiver TAGRISSO fortsetzen
Platin-basierter Radiochemothe oder gegebenenfalls
rapie: asymptomatisch (Grad 1) unterbrechen und neu
beginnen.
ILD/Pneumonitis nach kürzlich TAGRISSO dauerhaft
erfolgter definitiver absetzen.
Platin-basierter Radiochemothe
rapie: Grade ≥2
Herz b QTc-Intervall >500 ms Behandlung mit TAGRISSO unterbrechen,
bei mindestens 2 bis das QTc-Intervall unter 481 ms oder
separaten EKG-Messungen auf den Ausgangswert (falls Ausgangswert
QTc ≥481 ms) absinkt, danach
Wiederaufnahme der Behandlung mit
reduzierter Dosis (40 mg)
Verlängerung des QTc-Intervall TAGRISSO endgültig
s mit Anzeichen/Symptomen absetzen
einer schwerwiegenden
Arrhythmie
Symptomatische kongestive TAGRISSO endgültig
Herzinsuffizienz absetzen
Haut und Unterhautgewebe b Stevens-Johnson-Syndrom TAGRISSO endgültig absetzen
und toxische epidermal
e Nekrolyse
Blut und Lymphsystemb Aplastische Anämie TAGRISSO endgültig absetzen
Sonstige Unerwünschte Wirkung Behandlung mit TAGRISSO bis zu 3 Wochen
Grad 3 oder höher unterbrechen
Falls die unerwünschte Behandlung mit
Wirkung von Grad 3 oder höher TAGRISSO kann mit
nach Unterbrechung der derselben Dosis (80
Behandlung mit TAGRISSO von mg) oder einer
bis zu 3 Wochen, sich auf niedrigeren Dosis (40
Grad 0-2 verbessert mg) wieder aufgenommen
werden
Falls die unerwünschte TAGRISSO endgültig
Wirkung von Grad 3 oder höher absetzen
nach Unterbrechung der
Behandlung mit TAGRISSO von
bis zu 3 Wochen sich nicht
auf Grad 0-2 verbessert
a Hinweis: Der Schweregrad der klinischen Nebenwirkungen wird gemäss Version 5.0 der CTCAE-Kriterien (Common Terminology Criteria for Adverse Events) des National Cancer Institute (NCI) eingestuft.
b Siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" für weitere Informationen.
EKG: Elektrokardiogramm; QTc: QT Intervall korrigiert für die Herzfrequenz
Dosisanpassung bei Strahlenpneumonitis
Wenn Patienten nach einer definitiven Platin-basierten Radiochemotherapie eine symptomatische (Grad 2) Strahlenpneumonitis entwickeln, kann die Dosis von TAGRISSO gemäss den folgenden Richtlinien angepasst werden:
-Die Behandlung mit TAGRISSO unterbrechen, bis die Symptome abklingen; anschliessend kann die Behandlung mit TAGRISSO wieder aufgenommen werden.
-TAGRISSO muss dauerhaft abgesetzt werden, wenn:
die Symptome nach 4-wöchiger Unterbrechung der Behandlung mit TAGRISSO nicht abgeklungen sind;
nach Wiederaufnahme der Behandlung mit TAGRISSO erneut eine symptomatische (Grad 2) Strahlenpneumonitis auftritt;
die Patienten eine schwerwiegende oder lebensbedrohliche (Grad 3 oder 4) Strahlenpneumonitis entwickeln.
Kombinationstherapie
Im Falle von unerwünschten Wirkungen unter Behandlung mit TAGRISSO in Kombination mit Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie sollte gegebenenfalls die Dosis eines der Präparate angepasst werden. Empfehlungen zur Dosierungsanpassung von TAGRISSO sind in Tabelle 1 angegeben. Die Behandlung mit Pemetrexed, Cisplatin oder Carboplatin sollte entsprechend der jeweiligen Fachinformation unterbrochen, dosisreduziert oder endgültig abgesetzt werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Eine Dosisanpassung aufgrund von Patientenalter, Körpergewicht, Geschlecht, ethnischer Gruppe oder Raucherstatus ist nicht erforderlich (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter Einschränkung der Leberfunktion [Child Pugh A oder Gesamt-Bilirubin ≤ Obergrenze des Normbereichs (upper limit of normal, ULN) und AST (Aspartat-Aminotransferase) zwischen dem 1- und 1.5-fachen ULN oder Gesamt-Bilirubin zwischen dem 1- und 1.5-fachen ULN und jegliche AST] oder mit moderater Einschränkung der Leberfunktion (Child Pugh B oder Gesamt-Bilirubin zwischen dem 1.5- und 3-fachen ULN und jegliche AST) wird keine Dosisanpassung empfohlen. Jedoch sollte die Anwendung bei diesen Patienten mit Vorsicht erfolgen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von TAGRISSO wurde bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion nicht untersucht. Bis zum Vorliegen zusätzlicher Daten wird die Anwendung bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion nicht empfohlen (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Basierend auf Daten klinischer Studien und pharmakokinetischer Populationsanalysen sind bei Patienten mit leichter, moderater oder schwerer Einschränkung der Nierenfunktion keine Dosisanpassungen nötig. Die Sicherheit und Wirksamkeit von TAGRISSO bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz [Kreatinin-Clearance (CLcr) < 15 ml/min, berechnet mittels der Cockcroft-Gault-Formel] oder bei Dialysepatienten wurden nicht untersucht. Die Behandlung von Patienten mit schwerer und terminaler Niereninsuffizienz sollte mit Vorsicht erfolgen (siehe "Pharmakokinetik" ).
Ältere Patienten
Pharmakokinetische Populationsanalysen sprechen dafür, dass das Alter die Exposition gegenüber Osimertinib nicht beeinflusst und dass Osimertinib daher bei Erwachsenen ohne Berücksichtigung des Alters angewendet werden kann. Bei älteren Patienten >65 Jahren war bei Osimertinib in Kombination mit Chemotherapie eine Zunahme der Toxizität zu verzeichnen (siehe auch Rubrik "Unerwünschte Wirkungen" "Ältere Patienten" und "Warnhinweise" )
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von TAGRISSO bei Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
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